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rightguy

Bügeln?? Was? Wieso? Wann? Wozu? Eine Sammlung:

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Tach auch!:)

 

Aus Aficionadas Bügelfred und der Idee von Stoffmadame, das Thema mal näher zu erläutern, spinne ich nun einen neuen Fred, der das Bügeln einmal näher betrachtet und so vielleicht eine Anregung für jedes Forumsmitglied sein könnte.

Sorgfältiges Bügeln ist, wenn man mit guten Nähergebnissen aufwarten möchte, genauso wichtig wie ordentliches Nähen.

 

Ich mache hier jetzt einmal den Anfang und beschäftige mich mit dem ersten Bügelvorgang, den man machen sollte, BEVOR man überhaupt Schere, Nadel, Papier oder sonstwelche anderen Sachen zur Hand nimmt.

Es geht konkret um das

ABBÜGELN des Stoffes, der einmal ein genähtes Teil werden soll.

 

Ein neu zu verarbeitender Stoff sollte, wenn er auch später als fertiges Teil in die Waschmaschine wandern soll, zuerst einmal mit den entsprechenden Programmen vorgewaschen werden. (Baumwolle, Leinen, deren Mischingen etc. ACHTUNG: Bei Wolle und Seide kann das sinnvoll sein, ist aber oft auch nicht zu empfehlen, das kommt stark auf die Art der Stoffe und dem späteren Verwendungszweck an!!)

 

Der (gewaschene) Stoff liegt also da und soll zu einem Kleidungsstück verarbeitet werden, gut und schön.

Um den Stoffbruch zu entfernen, den Stoff in die richtige Ausrichtung (wenn er verzogen ist) zu bringen, Knitter vom Waschen oder Liegen zu entfernen und so eine möglichst ebene Grundfläche ohne Wellen und dergleichen zu erhalten und um EINLAUFWERTE der zugeschnittenen Teile oder gar des ganzen, fertigen Werks von vornherein auszuschließen, bügelt man den gesamten Stoff mit der heißestmöglichen Einstellung des Eisens, die für dieses Material angezeigt ist, ab. (Synthetiks EIN PUNKT, Wolle/Seide ZWEI PUNKTE, Leinen/Baumwolle DREI PUNKTE)

 

Oberstes Gebot beim Bügeln ist, daß man immer an einer kleinen Ecke testet, ob das Eisen auch wirklich die richtige Temperatur hat!!

Das gilt ganz besonders für Mischgewebe oder Stoffe, deren Material man nicht genau kennt oder einschätzen kann.

Nach Möglichket bügelt man, wenn es nur irgendwie möglich ist - und das ist es bei der frischen Meterware ja auf jeden Fall;) - von der linken Stoffseite, um Glanz-und Druckstellen auf der Oberseite sicher auszuschließen!

Bügeltücher sollten aus dünner/m Baumwolle oder Leinen bestehen und nur feucht - NIEMALS NIE NASS - sein. Also erst nasses Tuch trockener bügeln, dann auf den Stoff damit!:)

 

Insbesondere bei Wolle, Baumwolle und Leinen ist der Einsatz von viel Dampf, sei es mit dem Dampfbügler oder einem feuchten (NICHT NASSEN!!!!) Tuch ratsam: Geht nicht nur deutlich schneller, man hat auch wirklich spätere Dämpfarbeiten vorweggenommen und kann sicher sein, daß der Dampf bei der schlussendlichen Verarbeitung keine Überraschungen mehr aus dem Hut - äh, dem Material - zaubert.:o

Wolle, insbesondere Wolle mit Flor oder Strich (Veloure, Flausche, etc.) mit möglichst wenig Druck bügeln, damit man keine Glanz- oder Druckstellen erzeugt.

Vorsicht auch bei dunklen Wollstoffen, zu festes Aufdrücken des Eisens kann zu unschönen Glanzstellen führen. Nicht auf das Bügeltuch verzichten!;)

 

Seide nur trocken bügeln, Dampfbügeleisen neigen gerne einmal zum 'Spucken', das kann Wasserflecken verursachen. In Ausnahmefällen - TESTEN an einer Ecke!!!! - können Seidenstoffe auch mit einem ganz leicht feuchten Tuch, das man vorher mit dem Eisen fast trockengebügelt hat, bügeln.

 

SAMT ist ein besonders empfindicher Stoff, der falsches Bügeln gern mal mit Abdrücken der Bügelsohle quittiert!!

Deshalb: Samt NUR von links mit ganz wenig Druck bügeln, sehr gute Ergebnisse erziehlt man, wenn man ein Stück Samt unterlegt, sodass der Flor des zu bügelnden Samtstücks in den Flor des untergelegten Samtes greifen kann. Ein flauschiges Velourbadetuch erfüllt den gleichen Zweck. Im Fachhandel sind außerdem spezielle 'Nadelbretter' erhältlich, das sind spezielle Matten, die für den Viel-Samt-Verarbeiter entwickelt wurden. Ihre Oberfläche sieht wie eine große Bürste oder Matte aus, der Samtflor kann hieneingreifen und wird garantiert nicht platt.

BW-Samt verträgt durchaus ordentlich Dampf (von links nach rechts durchpusten), Seidensamt NICHT unbedingt, er wird gerne mal ganz kraus davon, VORSICHT!;)

 

Zur Bügeltechnik: Den Stoff auf einer möglichst großen Unterlage ausbreiten: Bügelbrett mit ordentlicher Unterlage! (Mir perönlich sind die normalen Bezüge zu dünn, ich habe schon Abdrücke vom Gitter auf Klamotten gehabt!)

Wer hat, kann natürlich auch einen großen Tisch, der mit dämmenden Unterlagen versehen ist, nehmen. (Molton, Leintücher, etc. )

Dann mit gleichmäßigen Strichen den gesamten Stoff in voller Breite und Länge abbügeln, bis wirklich alle Quadratmillimeter ihre 'Abreibung' (Um Gottes Willen!!:p) erhalten haben.

Übrigens: Ich fange immer mit dem Bruch an. Wenn der mal raus ist, kann man nämlich besonders gut erkennen, ob das Material verzogen ist.;)

 

Verzogene Stoffe reckt man in die richtige Richtung und bügelt sie dann in Form, das kann dauern, aber oft bekommt man mit Geduld und mehrfachem Recken und sofortigem(Dampf-dann-Trocken-) Nachbügeln wieder den richtigen Fall und Velauf des Webbildes hin.

 

Hab' ich was vergessen???

 

Wer mag weitermachen oder ergänzen??

 

Grüße aus Wien:),

Martin

Edited by rightguy

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Also ich finde es ganz wichtig das bevor mal eine Naht auseinader bügelt, diese erstmal preßt....also die Naht so wie sie aus der Maschine kommt einfach unters Bügeleisen legen und kurz ohne Schieben aufpressen damit sich der Faden setzen kann...das kann bestimmt jemand auch noch auf "schlau" richtiger erklären als ich....erst danach die Naht auseinander bügeln...oder was man sonst so mit der Naht machen möchte....:D

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Ergänzen kann ich leider nichts, aber ich möchte meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen!

Ich bügele zwar immer wieder beim Nähen, aber ich kenne tatsächlich niemanden, der "so richtig" bügelt. Deshalb fällt mir auch immer erst hier im Forum auf, dass ich da eine Bildungslücke habe.

Wie schön, dass nun bald geschlossen werden kann!

Ein Rätsel ist mir übrigens, wie man Kleidungsstücke "in Form dämpft"- kann mir jemand dazu etwas sagen?

 

Danke!!!:hug:

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Aha, hier schonmal das Wichtigste: "niemals nie nasses Tuch"! Mein Dampfbügeleisen nutze ich nicht mehr als solches, seit auch dieses undicht wurde, ich habe also immer ein sauberes dünnes Herrentaschentuch in einer Schüssel mit frischem, klaren Wasser parat. Manchmal war es zu nass bis dahin...

 

Die vorgebügelten Flächen möglichst liegend völlig auskühlen lassen.

lG deo

 

(bitte weitermachen!)

Edited by deo

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Als Bügeltuch sind transparente Stoffe wie z.B. Batist besonders geeignet, weil man dadurchschauen kann!;)

Habe auch schon dünne BW-Windeln dafür genommen.......

M.

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Dann mit gleichmäßigen Strichen den gesamten Stoff in voller Breite und Länge abbügeln, bis wirklich alle Quadratmillimeter ihre 'Abreibung' (Um Gottes Willen!!:p) erhalten haben.

 

Hierzu gleich mal eine dumme Frage: in welche Richtung bewegst Du das Bügeleisen? In Richtung des Fadenlaufes, quer dazu,... ? Ich bügel meistens quer dazu, und wenn ich das Bügeleisen, sagen wir mal vom Stoffbruch aus richtung Kante ziehe bilden sich gerne lauter kleine schräge Fältchen am Übergangsbereich zum noch nicht gebügelten Teil. Und die nicht plattzubügeln ist nicht ganz so einfach. Das muß doch irgendwie anders gehen...

 

Ansonsten: vielen Dank für diesen interessanten Thread!

 

Viele Grüße,

Petra

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meine Oma hatte 2 Bügeltücher. Eins trocken, darauf das feuchte und so lange bügeln bis beide trocken sind.

Gibt Bügelfalten, gestochen scharf.;) und ewig haltbar.

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Ein Rätsel ist mir übrigens, wie man Kleidungsstücke "in Form dämpft"- kann mir jemand dazu etwas sagen?

 

Ich weiß nicht, ob wir das gleiche darunter verstehen, aber es gibt zB. Hosenschnitte, da muss man einen Teil der Hosenkante mit Dampf bügeln und dabei in die Länge bzw. Kurve ziehen, damit dieser Teil die gleiche Länge erreicht wie das gegenstückliche Hosenteil.

 

Ach, und eines kann ich mir jetzt nicht verkneifen...wir haben hier sogar eine eigene Kategorie namens "Rund ums Bügeln"...*zwinker-zwinker an den lieben Thread-Verfasser* ;):)

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Ach, und eines kann ich mir jetzt nicht verkneifen...wir haben hier sogar eine eigene Kategorie namens "Rund ums Bügeln"...*zwinker-zwinker an den lieben Thread-Verfasser* ;):)

 

Da geht's aber zumeist um die Hardware. Ich finde das Thema ist bei der Verarbeitung schon sehr gut angesiedelt.

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Guest HeideLange

So, dann war ich mal ganz brav und hab schnell meinen Stoff in die WaMa geschmissen. Und nach dem Trocknen werd ich ihn mal durch die Bügelmaschine jagen - oder spricht etwas dagegen?

 

Mit dem Abbügel gibt es glaube ich einen Fred, bei Burda steht auch etwas drüber.

Grüßle

Heide

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Guest Itsab

Martin, ich bin auf den Dressurteil gespannt :p

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Ein Rätsel ist mir übrigens, wie man Kleidungsstücke "in Form dämpft"- kann mir jemand dazu etwas sagen?

 

Soweit ich weiß, funktioniert das nur bei Wollstoffen bzw. solchen Stoffen, die sich durch Hitze und Feuchtigkeit verformen lassen. Also eher was für die klassische Schneiderei.

 

Siehe auch hier: Formbügeln :)

 

Liebe Grüße

Kerstin

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Martin, ich glaube, du machst dann gleich mal weiter... ;-)

 

Und in Erwartung des kompletten Bügelkompendiums hier pinne ich den Tread gleich mal oben an... :D

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Ja, meine Bügelfähigkeiten sind hier auch schon lange erschöpft.

Hab aber noch einen link zum Hosendressieren,

den glaub ich melolontha mal hatte als Ergänzung zu deinem, Kerstin.

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Vielen Dank für die Links! Bei meiner Frage nach dem "in Form dämpfen" hatte ich auch Armkugeln im Hinterkopf, muss man die nicht irgendwie in Form bringen? Oder habe ich da was falsch im Kopf?

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Hey, eine coole Idee! Danke, Martin. :hug:

Ich abonnier den Thread dann mal gleich, damit ich nix verpasse. *Tasse Kaffee für Martin hinstell*

 

Und ne Frage hab ich auch gleich:

Zur Bügeltechnik: Den Stoff auf einer möglichst großen Unterlage ausbreiten: Bügelbrett mit ordentlicher Unterlage! (Mir perönlich sind die normalen Bezüge zu dünn, ich habe schon Abdrücke vom Gitter auf Klamotten gehabt!)

Das mit dem Gitterabdruck könnte mein Bügelbrett sein... kann man beim Polster irgendwie nachbessern?

 

Grüße,

Benedicta

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Das Gitter ist aber doch wichtig, damit der Dampf nach unten entweichen kann? Die alten Holzdinger sind für Bügeleisen ohne Dampf. Mit Dampf würden sie vermutlich die Stoff-Auflage bald schimmeln lassen.

 

Dieses Zeug, was unter den Bügelbrettbezug gehört, heißt Kalmuk. Schön flauschig, gibt es in verschiedenen Stärken und macht die Bügelunterlage schön weich. Damit gibt es keine Abdrücke mehr vom Gitter.

 

Viele Grüße

Sonja.

Edited by ajnoshb

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Bei Dampfbügeleisen brauchst du das Gitter, weil zum einen sonst alles nass bleiben kann (und schimmeln) und wenn man eines mit einem ordentlichen Dampfstoß hat, dann verbrüht man sich eventuell sogar die Finger, weil der heiße Dampf nach oben geht und nicht nach unten raus kann. (Ich habe mir ein neues Ärmelbrett gekauft und nicht darauf geachtet, ob es für Dampf geeignet ist... :rolleyes: )

 

Aber wenn man das Gitter sieht, ist es Zeit für einen neuen Bezug, die gibt es für nicht allzuviel Geld zu kaufen.

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Das Gitter ist aber doch wichtig, damit der Dampf nach unten entweichen kann? Die alten Holzdinger sind für Bügeleisen ohne Dampf. Mit Dampf würden sie vermutlich die Stoff-Auflage bald schimmeln lassen.

 

Oder wenn es aus einer Spanplatte ist, zerbröselt der Dampf mit der Zeit das Material.......

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Ich hatte auch schon Gitterabdrücke auf der Bügelwäsche und darum dieses Jahr im Discounter zugeschlagen, als es neue Polster dafür gab.

 

Jetzt habe ich zwei davon unter dem Bezug und finde, auf der weicheren Unterlage kann ich besser bügeln und die Gitterabdrücke erscheinen auch nicht mehr.

 

Allerdings bügel ich auch keine diffizilen Sachen, vielleicht darf da die Unterlage gar nicht so dick und weich sein wie bei mir?:nix:

 

Ich sehe schon, jetzt werde ich mich wohl doch noch mehr übers Bügeln informieren...:buegeln:

 

LG donnerkeil

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auf meinem bügelbrett liegt auf dem gitter ein ca. 3mm dicker molton und darüber dann der normale bügelbrettbezug.

der molton ist schon ewig drauf, der ist noch original vom kauf des brettes, den oberen bezug erneuere ich fast jährlich.

da ist noch nie was schimmelig geworden, selbst wenn es nach dem bügeln mal leicht feucht sein sollte. durch das gitter kommt ja gut luft dran und es kann gut trocknen.

mittlerweile benutze ich dieses brett nur noch beim nähen, für die übrige wäsche habe ich eine bügelstation mit eigenem brett.

dieses hat den moltonbelag nicht aber dafür einen wesentlich dickeren bezug.

für die bretter von bügelstationen kann man auch schlecht selber noch einen belag zwischen brett und bezug basteln, denn viele stationen haben ja eine saug- und blasvorrichtung und die würde dann nicht mehr so gut funktionieren.

 

viele grüße

benzinchen

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Oder wenn es aus einer Spanplatte ist, zerbröselt der Dampf mit der Zeit das Material.......

Yep, kann ich nur bestätigen... :rolleyes: Ich hab jetzt ne neue Moltonunterlage und einen neuen Bezug gekauft, aber um das neue Bügelbrett ode sogar Bügelstation werde ich über kurz oder lang nicht rumkommen.

 

Und danke für den Thread! Bei mir wurde er auch gleich abboniert.

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Hallo,

 

da ich bisher mehr nach Gefühl bügele und meine Ergebnisse wahrscheinlich nicht optimal ausfallen, kann ich leider auch nichts hierzu beitragen.

 

Ich möchte mich aber dafür bedanken, dass Du Dir die Mühe machst zu erklären, wie man es richtig machen sollte, Martin.

 

:rose:

 

LG Krümel2009

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