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Quälgeist

Recycling einer alten Jeans - oder eine "Männereinkaufstasche" entsteht

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Auch mir sind, wie einigen anderen hier im Forum, die Plastiktüten ein Graus.

(Einkaufstasche von Christiane, der Einkaufstaschennähthread)

 

Seit vielen Jahren ärgere ich mich daher über einen Kollegen, der jeden Tag mit einer Tüte ankommt, in der er sein Frühstück und Mittagessen mitbringt.

Diese Tüte nimmt er und legt sie in den Firmenkühlschrank. Persönlich finde ich das sehr unangenehm.

Kurz bevor das Thema der Abschaffung von Plastiktüten aufkam, ging ich zu ihm, als ich wiedereinmal diese unsägliche Tüte im Kühlschrank sah, und frug ihn, ob ich ihm nicht eine Lunchbag nähen dürfe. Demgegenüber war er nicht abgeneigt. Ich kaufte Wachstuch und nähte meine erste Lunchbag. Seit dem liegt diese im Kühlschrank.

 

Wir kamen dabei auf das Thema, daß Plastiktüten abgeschafft werden sollen und er jetzt ein oder zwei Einkaufstaschen bräuchte.

Sofort fing es in meinem Hirn an zu arbeiten. Das sollte ja nicht so schwer sein und weil ich hin und wieder ein Herz für Kollegen habe, habe ich mich dann ans Werk gemacht.

 

Mir kam dabei der Stapel Jeans in den Sinn, den ich hier liegen habe:

Jeanstasche

klick mich

 

Das ist doch eine wunderbare Gelegenheit für ein Recycling und die Herstellung einer "Männereinkaufstasche".

 

In meinem Bestand sind fast nur blaue Jeans und nur eine einzige schwarze und der Kollege wollte unbedingt eine schwarze Männereinkaufstasche. Also mußte diese Jeans dafür zu neuem Leben erweckt werden.

 

Die Größe der Tasche sollte ungefähr eine "Rewe"-Tüte sein. Persönlich finde ich diese etwas unhandlich, aber hier war nicht mein Geschmack gefragt.

 

Ich habe die Jeansbeine beherzt abgeschnitten und dann an der Naht aufgeschnitten. Die verstärkte Jeansnaht habe ich gesondert abgeschnitten.

 

Jeanstasche

klick mich

Jeanstasche

klick mich

Jeanstasche

klick mich

 

 

Danach habe ich die beiden offenen Jeansbeine ausgebügelt und mit Hilfe des Maßbandes die Taschenlänge bestimmt.

Der Ursprungsidee lagen folgende Maße zugrund "Breite 55cm/ Höhe 60cm". Dann hatte ich noch die Überlegung mit den Maßen "Breite 45cm/ Höhe 50cm".

Letztendlich kommt es aber auf die Breite des alten Hosenbeins an, wie breit und hoch die Tasche wird. Bei diesem Jeansbein wurde es ein Taschenteil mit dem Maß 40cm Breit und 50cm hoch. Darin enthalten sind jeweils 1cm Nahtzugabe.

Jeanstasche

klick mich

 

Danach habe ich die beiden Taschenteile übereinander gelegt und an den Ecken jeweilt ein Quadrat mit je 5cm Kantenlänge für den Taschenboden ausgeschnitten.

Jeanstasche

klick mich

 

Die Taschenteile habe ich dann am Bodenteil übereinander gelegt, mit 1cm Nahtzgabe zusammengenäht und zur Nahtverstärkung mit einem großen Zickzackstich die Nahtzugabe flach genäht.

Jeanstasche

klick mich

Das sich der Taschenboden wellt, liegt an der Tatsache, daß die verwendete Jeans einen Elasthananteil hat. Auch Männer tragen solche Jeans, denn die Männereinkaufstasche entsteht aus einer irreparablen Männerjeans.

 

Danach habe ich aus dem restlichen Hosenteil die Hintertaschen aus dem ganzen Po-Teil der Hose herausgeschnitten.

Jeanstasche

klick mich

 

Diese beiden Taschenteile habe ich mir dann quadratisch zurecht geschnitten und mit einem Schrägstreifen an der oberen Kante verstehen.

Jeanstasche

klick mich

 

Anschließend habe ich diese beiden Teile so auf die Taschenteile genäht, daß 2 Taschen, also Tasche mit Tasche entstand. Als Dekoelement habe ich die Tasche mit Jeansgarn genäht und hier den 3-Fach-Zick-Zack-Stich eingesetzt.

Jeanstasche

klick mich

 

 

Danach habe ich den Taschenboden geschlossen.

Jeanstasche

klick mich

 

Anschließend habe ich die Taschenhenkel aufgenäht. Dabei habe ich 4cm breites Gurtband verwandt, dessen Enden ich mit dem Feuerzeug verschmolzen hatte. Die Länge eines Bandes beträgt 55cm.

Ich habe von der Tasche die Mitte ausgemessen, von dort jeweils 10cm nach links und rechts eine Markierung gesetzt. Dann habe ich die Markeriung als Aussenkante für das Gurtband genutzt und es vom oberen Taschenrand 6cm festgesteckt und 1cm unterhalb im Quadrat festgenäht.

Jeanstasche

klick mich

 

Aus weiteren Teilen der Hose habe ich 2 Streifen geschnitten, die ca. 18cm lang waren und knapp 11cm breit waren.

 

Jeanstasche

klick mich

Diese Streifen habe ich um die Gurtbänder gelegt und aufgesteppt.

Jeanstasche

klick mich

 

Aus der Naht des aufgeschnittenen Jeansbeins habe ich einen Streifen gemacht, an dessen Ende ein Haken für den Schlüsselbund ist.

Jeanstasche

klick mich

 

Fertig sieht die Tasche dann so aus:

Jeanstasche

klick mich

 

 

Die Männereinkaufstasche hat bei dem Kollegen große Begeisterung ausgelöst und weil ich gerade einen Lauf hatte, bekam er noch eine zweite, größere Tasche nach dem gleichen Prinzip.

 

 

Als Erfahrung aus dieser spontanen Taschennähaktion habe ich mitgenommen, daß ich die Henkel der Taschen künftig erst mit der Polsterung benähe und sie dann gleich auf den einzelnen Taschenteilen befestige. Das geht schneller, einfacher und man hat nicht so ein unförmiges Teil unter der Nadel.

Je nach Jeansstoff sind die Teile sehr fest und werden vermutlich sehr lange halten.

 

 

Viele Spaß beim Recyclen und Nacharbeiten.

 

 

 

 

Idee und Bilder stammen von mir, Ina Lusky/ Quälgeist

Edited by Quälgeist

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Das ist ja eine coole Idee und Dein Arbeitskollege ist wohl ein ganz Lieber, oder?

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Tolle Idee, super umgesetzt und prima erklärt:hug:

Das werde ich sicher demnächst mal umsetzen, besonders die Idee mit den Griffen hat es mir angetan.

LG und vielen Dank

Christiane

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Danke :)

 

Die Idee mit den Taschengriffen kam mir, Christiane, als ich den Taschenprototyp hochhob und das Gurtband unangenehm in meiner Hand lag.

 

Es lagen dann ein paar rechteckige Stücke Jeans herum, die ich einfach um den Griff gewickelt hatte. Damit war dann diese Idee geboren ;)

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Danke,

fürs zeigen und toll erklären. Habe auch noch ein paar alte Jeans zu Hause.

Und solche hat nicht jeder.:hug:

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Meine alten Gartenjeans sollten schon lange zu Taschen werden. Bisher habe ich das immer verschoben. Aber Deine tolle Anregung setze ich nun um. Vielen Dank für die gute Anleitung.

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Tolle Idee und hervorragende Umsetzung, Ina! Die sieht wirklich männertauglich aus :)

 

Viele Grüße, haniah

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Die Idee gefällt mir! Danke für die Inspiration!:hug:

Ich habe gerade ein paar zu klein gewordene Jeans von meinem Sohn bekommen, daraus lässt sich sicher etwas machen.

Allerdings werde ich die Tragegurte länger lassen, so dass man die Tasche über die Schulter hängen kann, ich gehe nämlich meistens zu Fuß einkaufen...:D

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Nette Idee!

Bei den Plastiktüten habe ich das Gefühl, das ist wie die siebenköpfige Hydra: Schlägt man einen Kopf ab, wachsen sieben neue nach. Die Einkaufstaschen werden abgeshafft, dafür gibt es immer mehr Futter in Plastik. Insbesondere Fresh Cuts, aber auch anderes. Ist es wirklcih so viel Aufwand, Salat am Stück zu kaufen und selber zu schnibbeln? Oder eine Melone? Es dauert nicht mehr lange, dann haben wir Erbsen einzeln im Protionsbeutel - für die kalorienbewusste Ernährung und damit keine überzähligen Erbsen weggeworfen werden.

Und erst diese überflüssigen Verpackungen von Zeitschriften mit dem 100. Nadelspiel der Gr. 4 gratis dazu. Tatsächlich doch nur, damit man vorher nicht blättern kann. :confused:

 

Und die Herstellung von Papiertüten ist ökologisch auch nicht ganz ohne.

 

Das wollte ich mal loswerden.:(

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DANKE Ina :hug:

 

Bin mal wieder den Kleiderschrank am ausmisten und da kommt mir die Idee gerade recht.

Auch eine super Sache mit den Gesäßtaschen !:super:

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Tolle Idee, tolle Tasche! Mich interessiert noch diese Lunchbag, gibt es davon auch ein Foto?

 

Auch wenn es OT ist, ich möchte/muss unbedingt corvuscorax zustimmen!

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Ich sehe das ja auch kritisch, aber wenn man alleine lebt oder sich viel alleine versorgt und überdies sehr viele Mahlzeiten unterwegs einnehmen muß, ist das Zeug praktisch.

 

Eine Wassermelone ist ganz schön groß, wenn man nicht drei Tage lang ausschließlich Melone essen will und ein frischer abgepackter Salat kann halt auch im Zug, im Hotelzimmer, im Büro oder auf einer Parkbank gegessen werden. Döner hat zwar vielleicht weniger Verpackung, wird auf Dauer aber auch fad.

 

(Wenn man einen Vierpersonen-Haushalt hat und jeden Tag zwei bis drei Mahlzeiten Zuhause einnimmt, dann ist das alles kein Problem. Aber bei ein bis zwei Leuten, die ggf. auch mal nur alle drei Tage eine Mahlzeit Zuhause einnehmen, ist das vorgeschnippelte Kleinzeug einfach hilfreich.)

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Salat Schnippel ich auch selbst... aber Melone kaufe ich abgepackt. Es nützt ja nix, ne ganze Melone zum selbst-schneiden zu kaufen um Plastik-Müll zu vermeiden, wenn ich hinterher die halbe Melone wegwerfe weil ich die nicht innerhalb drei Tage gegessen bekommE :D

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Christiane, die Tasche gefällt mir ausgesprochen gut. Bei Dir kann man sich immer so schön zum Stoffrecycling inspirieren lassen.

 

Ich finde auch, dass bestimmte Dinge in abgepackt praktisch sind. Ich kann es mir auf Dienstreisen gar nicht leisten immer nur ins Restaurant zu gehen. Alternativ dann Pommes o.ä. auf die Hand oder immer nur Brötchen oder Sandwiches? Da nehm ich gern abgepackten Salat. Gerade in einem Hotelzimmer hat man ja nun auch nicht unbedingt das nötige Equipment für selber Schnibbeln.

Aber ich bin ja fast umgekippt, als ich (in London? Basel?) Bananen in Plastik eingepackt im Supermarkt gefunden habe. Geschälte Bananen in Plastikfolie eingeschweißt. Äh, ja. Darüber bin ich noch heute sprachlos. Da bringt das Obst seine eigene Verpackung von Natur aus mit und ist auch in handlichen Portionen zu haben, da muss man zwei davon geschält in eine gemeinsame Plastikverpackung geben? Und wie haben die die behandelt, damit die nicht braun anlaufen?

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:winke:

 

wow, richtig gut erklärt, sodass es auch ungeübte verstehen. ich beschäftige mich schon seit längerer zeit mit jeans-upcycling. ich upcycle die jeanshosen, jacken etc. meiner kundInnen. daraus ist bisher katzen- und hundespielzeug geworden. aber taschen soll ich doch büdde auch noch nähen ;)

 

liebe grüsse

gabriela

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:winke:

 

wow, richtig gut erklärt, sodass es auch ungeübte verstehen. ich beschäftige mich schon seit längerer zeit mit jeans-upcycling. ich upcycle die jeanshosen, jacken etc. meiner kundInnen. daraus ist bisher katzen- und hundespielzeug geworden. aber taschen soll ich doch büdde auch noch nähen ;)

 

liebe grüsse

gabriela

 

danke :)

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Danke nochmal, die erste Jeans ist schon zur Tasche geworden, eine weitere zugeschnitten und die dritte wird ein Turnbeutel.

Habe mich an die Anleitung erinnert und konnte so direkt los legen ohne mir selbst Gedanken machen zu müssen.

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