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mimmi2402

H&M vernichtet Kleidung - Online Artikel und Gedanken

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Guten Morgen alle zusammen,

gerade habe ich diesen Artikel online entdeckt H&M lagert unverkaufte Mode im Wert von 3,5 Milliarden Euro - WELT

 

Ich weiß, das Thema ist ein alter Hut, mein erster Gedanke war "bewusster Konsum ist hip, selbermachen auch. Klar das die Leute nicht mehr soviel kaufen".

 

Aber dann habe ich den Artikel und die Kommentare gelesen und mir ist ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen. Einer der ersten Kommentare lautet sinngemäß, das es gut ist, wenn die Kleidung verbrannt wird, weil der Kommentator keine Kleidung kaufen möchte, die schon 3 Personen vor ihm anprobiert haben... Ja bin ich denn im falschen Film?! Ich habe eine Waschmaschine zuhause, da ist gekaufte Kleidung erstmal reingewandert. Oder die Kommentare, das die Kleidung anstatt verbrannt zu werden doch nach Afrika verschickt werden soll. Sind die Menschen in Deutschland wirklich so dekadent und können (wollen?) nur bis zum eigenen Gartenzaun denken? Woher kommt diese Art? Wenn jemand jünger wie Mitte 20 ist kann ich es ja noch irgendwie nachvollziehen das billig Konsumiert wird (die Erfahrung, das billig kaufen = doppelt kaufen bedeutet muss erst noch gemacht werden). Aber bei Menschen in meinem Alter - also Mitte 30 - kann ich es nicht mehr verstehen... Vor einigen Jahren noch wurden Versandrückläufer und Ware aus der Vorsaison günstig über Drittanbieter verkauft. Gibt es diese Drittanbieter nicht mehr, haben die Ketten zuviel Ware für diese oder woran liegt es, das die Kleidung lieber verbrannt wird?

 

Was denkt ihr über dieses Thema?

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Sind die Menschen in Deutschland wirklich so dekadent und können (wollen?) nur bis zum eigenen Gartenzaun denken?

 

Ja, die Menschen im Wohlstandseuropa sind so dekandent.

Jeder denkt nur noch bis zum Gartenzaun und leider nicht nur bei Kleidung.

Politik, Wirtschaft und Industrie wollen Wachstum.

Anleger und Aktionäre wollen sich ihre Taschen voll machen ohne Rücksicht auf die Umwelt und andere Menschen.

Ich frag mich bloß immer, Politiker und Industrielle ..... haben doch auch oft Kinder.

Welche Welt und welche Werte wollen die denen hinterlassen?

Manchmal bin ich froh, daß ich schon älter bin und hoffentlich den Supergau nicht mehr miterleben muß.

Grüße

Nera

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Das ist kein neues Phänomen.

 

Ich engagiere mich seit vielen Jahren im Umwelt/Natur/Tierschutz. Vielen Menschen ist vollkommen egal, was um sie herum passiert oder was sie mit ihrem Verhalten auslösen. Das ist ein umso traurigeres Fazit, als diese Menschen häufig selbst Kinder haben und eines Tages Enkel. Offenbar stellen sie sich nicht die Frage, in welcher Welt diese einmal leben sollen.

 

Konsum steht über allem - möglichst alles möglichst billig bekommen. Dass wir die versteckten Kosten in Form von Zerstörung letztlich ALLE zahlen, scheint zu komplex für die meisten zu sein. Aus den Augen - aus dem Sinn oder: was ich nicht sehe, geschieht auch nicht, und ich kann die Augen sehr, sehr lange verschliessen.

 

Beispiele gibt es zu Hauf.

 

Jeder Mensch, der im Supermarkt abgepacktes "günstiges" Fleisch kauft, ist letztlich ein Tierquäler und eine Umweltsau. Er finanziert Tierleid mit jedem Einkauf. Die Bilder, die davon im Umlauf sind, will er nicht sehen, denn die Erkenntnis, dass er mit jedem Pfund Hackfleisch, das gerade bei Netto oder Lidl oder Aldi so schön günstig ist, diese grässlichen Zustände subventioniert - nein, die wird lieber ausgeblendet.

 

Dass damit zeitgleich unsere Böden, unsere Atemluft, unser Wasser und alles, was darin lebt, mitzerstört wird - ach, viel zu kompliziert. Hauptsache, man kann täglich billig essen.

 

Jeder, der in Billigflieger steigt, unterstützt miese Arbeitsbedingungen und die Unterwanderung von Sicherheitsvorschriften. Der Preisdruck verleitet die Verantwortlichen dazu zu versuchen, Standards abzuschmelzen. Das ist längst ausgereizt. Aber offenbar müssen erst wirklich schlimme Dinge passieren, bevor hier die Billig-Mentalität konterkariert wird.

 

Die Menschen beklagen sich, dass sie von ihren Gehältern teilweise die Mieten in den Städten nicht mehr bezahlen können und darauf angewiesen sind, "Billigware" zu kaufen.

 

Sie fragen sich nicht, welchen Anteil sie an dieser Entwicklung selbst haben.

 

Jeder Billigeinkauf hat sekundär Kosten im Gepäck: Menschen beispielsweise, die für Hungerlöhne arbeiten und oft drei oder mehr Jobs brauchen, um über die Runden zu kommen - längst nicht nur irgendwo in weiter Ferne, sondern hier, in der Nachbarschaft.

 

Der Fokus hat sich verschoben: Es muss immer mehr immer günstiger sein und alle wollen jederzeit alles tun können. Diese Gier ist letztlich für eine Gesellschaft, für diesen Planeten ruinös.

 

Wieviele Stoff-Horter kennt Ihr? Menschen, die riesige Stofflager haben? Wieviele Hobbyschneider, die endlos immer neue Klamotten produzieren? Wieviele Menschen, die meterlange Kleiderschränke voller Klamotten haben? Wieviel Kleidung kann ein Mensch eigentlich in der Woche so tragen - und wieviel mehr hängt in seinem Schrank?

 

Es ist egal, wo Du hinschaust - immer geht es darum, dass jemand auf Kosten anderer Lebewesen oder der Umwelt Profit macht. Im Grossen sehen wir das täglich in den Nachrichten: Beispielsweise in Form der Regierung Merkel, die in Kohl-Manier einfach alles aussitzt. Klimaziele? Längst passe. Herr Scheuer kriecht mit Unterstützung der Regierung der Auto-Industrie in den Hintern, während die, die sich kaum zu wehren wissen, die Zeche mehrfach zahlen müssen.

 

Und was tun die meisten? Sie schauen zu, weil sie aufgrund der eigenen Situation - ich will viel aber habe gefühlt immer zu wenig - nicht über die Runden kommen und die Energie fehlt, aufzustehen und sich zur Wehr zu setzen.

 

Wir sind eine verkommene Spezies, die alles kaputt macht, solange der Einzelne so seinen Vorteil sichern und man möglichst das Elend, das dabei entsteht, übersehen kann - das ist mein trauriges Fazit. Nachrichten kann man ausblenden, es läuft ja genug aus der Kategorie Brot und Spiele andernorts. Die netten Verpackungen im Supermarkt, auf die Werbestrategen "Tierwohl" drucken, auch wenn das nichts als ein sehr lauer Furz ist, dessen schlechte Luft man nur mit viel, viel Mühe überriechen kann, sind der Tropf, mithilfe dessen man sich selbst vormacht, doch gar nicht anders zu können.

 

Insektensterben? Artensterben? Das hat doch mit mir nichts zu tun, schade um das Kroppzeuch ist es ohnehin nicht. Und dann kaufen wir wieder die Glyphosat-verseuchte Ware, das Wasser in Plastikflaschen und stehen mit laufendem Motor an der Bahnschranke, vor dem Bäcker oder lassen im Winter das Auto "warmlaufen". Das hat doch alles nichts miteinander zu tun, oder?

 

:rolleyes:

 

Ich freue mich über jeden, der die Dinge anders betrachtet und hoffe auf die jungen Generationen. Ich erlebe aber an jedem Tag ohne Ausnahme, dass ein Bewusstsein für die Möglichkeiten, die eigenen Stellschrauben zu drehen, um etwas zu ändern, kaum vorhanden ist. Das macht mich sehr traurig und oft mutlos.

Edited by Seewespe

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Hallo Mimmi,

 

Deine Entdeckung über verbrannte Kleidung und den Irrsinn des Modekonsums deckt sich ja ein bischen mit dem Thema des Threads "Eine andere Mode ist möglich", wo wir über eine Sendung diskutieren, die letzte Woche auf Arte lief.

ARTE-Programm: eine andere Mode ist möglich - Hobbyschneiderin 24 - Forum

 

Ich finde es auch erschreckend, widerlich und es macht mich wütend, wenn ich solche Artikel lese und dann durch die Forendiskussionen scrolle, wo wirklich unreflektiert Blödsinn abgelassen wird.

Seewespe, Du hast ganz Recht, Konsum ohne Hirn greift um sich. Nur würde ich nicht so die Hoffnung aufgeben, sonst hätte der persönliche Einsatz keinen Sinn. Es gibt genug Leute, die sich abkoppeln vom Mainstream und das müssen mehr werden. Durch unser bewusstes Handeln geben wir Denkanstöße, zeigen wir, dass es auch anders geht, sind wir vielleicht auch Vorbild, wenn nicht für alle, dann für unsere Kinder.

 

LG, Carola

Edited by Nähbert

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Die Rückläufer von Versandhäusern werden durchaus noch durch Anbieter unter die Menschheit gebracht, hab ich da hier oder an anderer Stelle etwas darüber gelesen?, die kaufen ungesehen die zurückgesandte Ware, die dann wieder in den Handel kommt, evtl. in nicht EUländern, wenn der ERsthändler das zur Auflage macht.

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erinnere mich, ein Anbieter erwähnte, dass es dann schon mal vorkommt, dass in einem Karton, der in ein islamisch geprägtes Land kommt, ein Dirndl zum Vorschein kommt.

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Die Rückläufer von Versandhäusern werden durchaus noch durch Anbieter unter die Menschheit gebracht, hab ich da hier oder an anderer Stelle etwas darüber gelesen?, die kaufen ungesehen die zurückgesandte Ware, die dann wieder in den Handel kommt, evtl. in nicht EUländern, wenn der ERsthändler das zur Auflage macht.

 

Hier kann man darüber z.B. mehr lesen:

 

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/retouren-wie-amazon-zalando-und-otto-mit-ruecksendungen-umgehen-a-1213173.html

 

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/retouren-wie-amazon-zalando-und-otto-mit-ruecksendungen-umgehen-a-1213173-2.html

 

Im Frühling gab es ja bereits heftige Diskussionen um amazon und deren Umgang mit Rücksendungen. Belastbare Zahlen scheint es aber leider nicht viele zu geben.

 

Seewespe - Deine Diagnose ist frustrierend, aber meine fällt nicht viel besser aus... Nur daß ich auch die Hoffnung nicht aufgebe, daß es doch ein Umdenken geben könnte und die nachwachsende Generation irgendwann wach wird. Bei meinen eigenen Kindern funktioniert es einigermaßen - ganz frei von Versuchungen ist ja kaum jemand, ich bin es auch nicht. Aber es ist gut, das Thema immer wieder anzusprechen und im Bewußtsein zu halten - "steter Tropfen höhlt den Stein".

 

LG Junipau

 

Edit: Hier noch etwas Lektüre zu amazon: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/amazon-vernichtet-neuwertige-waren-in-grossem-stil-a-1211876.html

Edited by Junipau

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Seewespe - Deine Diagnose ist frustrierend, aber meine fällt nicht viel besser aus... Nur daß ich auch die Hoffnung nicht aufgebe, daß es doch ein Umdenken geben könnte und die nachwachsende Generation irgendwann wach wird. Bei meinen eigenen Kindern funktioniert es einigermaßen - ganz frei von Versuchungen ist ja kaum jemand, ich bin es auch nicht. Aber es ist gut, das Thema immer wieder anzusprechen und im Bewußtsein zu halten - "steter Tropfen höhlt den Stein".

 

LG Junipau

 

 

Junipau,

 

auch ich gebe die Hoffnung nicht auf oder werfe die Flinte ins Korn - dazu liebe ich diesen Planeten viel zu sehr. Auch ich habe meine blinden Flecken und es gibt immer wieder Raum für Verbesserungen meiner Ökobilanz beispielsweise. Ich bin und bleibe dran, es ist ein Prozess.

 

Ich möchte nicht schulmeistern oder belehren, eher durch meine Art, die Dinge anzupacken, zeigen, dass vieles anders geht. So sehr ich mich bemühe - das wird trotz allem immer mal wieder als belehrend empfunden, auch weil Regeln und Gesetze offenbar häufig nur dann okay sind, wenn sie für ANDERE gelten.

 

Dieser wunderbare Planet ist es wert, dass auch Folgegenerationen sich noch an seiner unvergleichlichen Flora und Fauna erfreuen dürfen!

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Mir macht nicht nur der Umgang mit Ressourcen Angst, mich erschreckt vielmehr das es scheinbar viele Menschen gibt, die dieses Vorgehen in Ordnung finden. Ja, auch ich habe ein gut gefülltes Stofflager. Wenn ich einen Stoff sehe, der mir gefällt, dann kaufe ich ihn meistens. Allerdings Nähe ich zur Zeit hauptsächlich für meine Kinder (10 Monate und fast 4 Jahre). Da wird öfters was neues gebraucht, vor allem für meine kleine. Da finde ich meinen Stoffvorrat nicht so schlimm. Generell finde ich es seltsam, das man komisch angesehen wird, wenn man sich Gedanken über Ressourcen macht. Vor kurzer Zeit hat ein Familienmitglied entdeckt, das wir einen Essensplan haben und das wir größtenteils nur das kaufen, was wir für die Mahlzeiten benötigen. Ob wir Geldprobleme hätten? Äh, nein. Wir wollen einfach nicht unnötig Lebensmittel wegwerfen. Aber es kostet doch nicht viel... :banghead:

 

Wir wollen unseren Kindern eine gewisse Wertschätzung mit auf den Weg geben. Nicht alles was gefällt muss gekauft werden. Wenn Dinge absichtlich kaputt gemacht werden sind sie kaputt (Spielsachen die der Zerstörungswut meiner großen zum Opfer fallen). Pech gehabt. Soll es erneuert werden? Dann mach was dafür. Staubsaugen, mit mir die Spülmaschine ausräumen etc. Natürlich im Rahmen der Möglichkeiten für so ein kleines Kind. Von anderen sehe ich oft, das dauernd neue Spielsachen gekauft werden. Wie sollen Kinder denn den Wert (nicht nur den Materiellen) erkennen, wenn es ständig Nachschub gibt?

 

Wann ist unsere Welt so oberflächlich geworden?

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Gott kann alles - der Mensch kann alles besser!

 

mit >Fortschritt < und >bequem< und >Sicherheit< läßt sich fast alles verkaufen, sogar die Abschöpfung sämtlicher Daten jedes einzelnen

Ich überlege immer: wenn der Mensch als Berater bei der Schöpfung der Welt dabei gewesen wäre, gäbe es die Erde dann überhaupt? :kratzen:

 

liebe Grüße

Lehrling

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Mimi fragte: "Wann ist die Welt so oberflächlich geworden?"

 

Meine Schwiegermutter hat dazu eine ganz klare Meinung. Sie sagt, es geht uns allen zu gut, die Generation, die den letzten Krieg mit seinen Entbehrungen mitgemacht hat, wäre einfach dankbarer.

 

Da ist was Wahres dran...

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Mimi fragte: "Wann ist die Welt so oberflächlich geworden?"

 

Meine Schwiegermutter hat dazu eine ganz klare Meinung. Sie sagt, es geht uns allen zu gut, die Generation, die den letzten Krieg mit seinen Entbehrungen mitgemacht hat, wäre einfach dankbarer.

 

Da ist was Wahres dran...

 

aber nur ein Teil der Generation, ein anderer Teil meint nämlich, wegen der erlebten Entbehrungen hätten sie jetzt ein Recht auf Überfluß und leichtfertigen Umgang mit allem Vorhandenen :(

auch da gibt es solche und solche :o

 

liebe Grüße

Lehrling

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aber nur ein Teil der Generation, ein anderer Teil meint nämlich, wegen der erlebten Entbehrungen hätten sie jetzt ein Recht auf Überfluß und leichtfertigen Umgang mit allem Vorhandenen :(

auch da gibt es solche und solche :o

 

liebe Grüße

Lehrling

 

Danke Lehrling, das hätte ich im Blick auf einzelne Familienmitglieder der älteren Generation auch anmerken wollen - da ist bei uns in der Familie zumindest alles vertreten, und ich sehe das als guten Durchschnitt an. Aber es stimmt wohl, daß die Zeit des Wiederaufbaus die Zeit ist, in der sich das langsam entwickelt hat, weil mit dem Wirtschaftswunder einfach viel mehr Leute in die Lage kamen, sich etwas leisten zu können als vor dem Krieg, und damit wohl auch der Anteil derer gewachsen ist, die das gerne und ohne Blick auf Folgen getan haben - und das Bewußtsein für ökologische Folgen ist dann ja nochmal später erst langsam gekommen... Da waren schon viele neue Gewohnheiten aufgekommen. Es wäre schön, einen Sündenbock benennen zu können - aber es ist wohl eher ein schleichender Prozeß gewesen, der Anspruchsdenken und Bequemlichkeit etc dahin gebracht hat, wo wir heute stehen...

 

LG Junipau

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Ich fürchte viel ökologisch / wirtschaftlicher Unfug geschieht auf Grund von insbesondere Steuergesetzen, die unsere Regierung in ihrer unsichtbaren Weisheit erlassen hat.

 

Wenn Du nen Container (floppende) Handelswaren aus China bestellst biste als Händler vorsteuerabzugsberechtigt. Wenn Du Dein Lager leer verschenkst mußte meines Wissens die Mehrwertsteuer auf den Ramsch nachzahlen, aber wenn Du ihn vernichtest, so viel ich weiß, nicht?

 

Einziger Ansatzpunkt zum Durchdrücken einer Resourcenschonethik wäre wohl eine Rückkehr zur Planwirtschaft? Staatlich festgelegte Kontingente für Hemden pro Einwohner die auf den Textilhandel entsprechend seines (realistisch erzielbaren) Marktanteils verteilt werden und bei Überschreitung droht ziemlich horrender Strafzoll?

 

Ansonsten: Überfluß is doch scheinbar das "Konzept" für vieles? - Ich würd gerne mal auf ne Feier gehen, wo das Buffet mit den frischen Leckerlis restlos abgefrühstückt wird und danach jemand die Gäste akribisch befragt ob irgendwer echt noch genug Hunger verspürt um das Auftischen von erwärmten Dosenmampf zu rechtfertigen.

Nach dem letzten Betriebsfest war ich daheim noch 25 Stunden am Salat weitermümmeln und hätte mir überproduzierte Grill-UFOs für die nächsten 3 Monate eintuppern können.

Generell finde ich es seltsam, das man komisch angesehen wird, wenn man sich Gedanken über Ressourcen macht. Vor kurzer Zeit hat ein Familienmitglied entdeckt, das wir einen Essensplan haben und das wir größtenteils nur das kaufen, was wir für die Mahlzeiten benötigen. Ob wir Geldprobleme hätten? Äh, nein. Wir wollen einfach nicht unnötig Lebensmittel wegwerfen. Aber es kostet doch nicht viel... :banghead:

Ich versteh Nahrungsmittelüberflußkauferei auch nicht. - Klar als Single hab ich's einfacher... Aber trotzdem: Warum soll ich mir den Selbstbeherrschungsstreß eine zweite Tafel Schokolade nicht auch gleich zu essen antun, wenn ich se mir total bequem einfach nicht kaufen kann?

 

Klamottenbesitz: Tschuldigung an alle die hier kriegsmäßige Entbehrungen wie "5 Unterhosen + 2 BHs (falls weiblich)" predigen, aber das is doch auch ne Umweltsauerei? - Die Waschmaschinen hier fassen 4kg. Folglich muß ich 4kg pro Dreckwäsche Sorte sammeln, um eine ökogewissensbißfrei betreiben zu können. Zusätzlich brauch ich noch ca 1,5 Wochen Wäschevorrat für "keine Lust" und Trocknungszeit.

 

Ich hab keine Kleidermotten. Warum soll ich also nicht abgelegte Klamotten von anderen einsammeln, um se irgendwann (nach Anpassung) aufzutragen?

Das Zeug is doch recht haltbar und wer's nun final in die Altkleidersammlung kloppt (Vorbesitzer oder meine Erben) ist doch ökologisch egal?

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Ich versteh Nahrungsmittelüberflußkauferei auch nicht. Aber trotzdem: Warum soll ich mir den Selbstbeherrschungsstreß eine zweite Tafel Schokolade nicht auch gleich zu essen antun, wenn ich se mir total bequem einfach nicht kaufen kann?

Tja, das sehe ich zum Beispiel anders bzw. würde da fragen, was "Überflusskauferei" sein soll.

 

Es ist durchaus ein Problem, dass in Deutschland kein Bewusstsein mehr für vernünftige Vorratshaltung herrscht. Es ist ja alles jederzeit verfügbar, also muss auch nichts "vorgehalten" werden, ist die Einstellung. Ich hätte lieber tatsächlich Vorräte, die für mehr als zwei Tage reichen und mich nicht unter den Einkaufs-Dauerstress setzen, aber so sind moderne Wohnungen schlicht nicht mehr konzipiert. Vorratshaltung steht übrigens auch nicht im Widerspruch zu ressoucenschonendem Umgang mit den Lebensmitteln und einem Essensplan. Es erfordert nur (noch) mehr Organisation, da nicht kurzfristig das eingekauft wird, was aktuell gewünscht wird, sondern längerfristig geplant werden muss. Was die Spontaneität und "Unabhängigkeit" wiederum einschränkt.

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Mimi fragte: "Wann ist die Welt so oberflächlich geworden?"

 

Meine Schwiegermutter hat dazu eine ganz klare Meinung. Sie sagt, es geht uns allen zu gut, die Generation, die den letzten Krieg mit seinen Entbehrungen mitgemacht hat, wäre einfach dankbarer.

 

Da ist was Wahres dran...

 

Ich habe da, ehrlich gesagt, eine andere Wahrnehmung.

 

Ich wuchs auf mit einer Urgroßmutter und Großeltern, die beide Weltkriege erlebt hatten, ausserdem Eltern, die in den letzten Jahren des zweiten Weltkriegs aufwuchsen.

 

Meine Großmutter väterlicherseits war eine echte Matriarchin, die die Familie mit eiserner Faust (ich scheibe bewusst nicht Hand!) regierte. Sie war dem Nazi-Gedankentum sehr zugetan, bis zu ihrem Tod. Ich habe mich oft für ihre Äusserungen diesbezüglich geschämt.

 

Als Tochter und Enkelin kann ich aus meiner Lebens_Erfahrung da eher folgendes schliessen:

 

Bewusstheit war bei beiden Generationen Mangelware. Zu einem "guten" Umgang mit der Welt gehört aber besagte Bewusstheit. Es schien diesen Generationen jedoch viel wichtiger, möglichst zu verdrängen und sich einer Auseinandersetzung zu verschliessen.

 

Rücksichtnahme kannte meine Großmutter nicht. Sie nahm auf niemanden Rücksicht - weder auf die Bedürfnisse anderer Menschen, noch auf Ressourcen. Möglichst viel möglichst billig war ihr Antrieb. Sie wäre (und ist vermutlich) über Leichen gegangen.

 

Meine Großeltern gehörten zu den Generationen, die wirklich gute Renten erhielten. Das hat keineswegs auch zu einem bewussten Umgang mit Ressourcen geführt. Auch meine Eltern, obwohl in den "Aufbruchjahren" mit viel Wandel insbesondere ja hinsichtlich der Geschlechterrollen, ausserdem der ersten "Öko" Welle in der "Blüte" ihres Lebens, hatten damit überhaupt nichts am Hut. Sie waren viel zu verkrüppelt von ihrer eigenen Jugend, um sich solchen Themen öffnen zu können und wollten nur eins: Ihre Ruhe, ein möglichst sorgenfreies Leben.

 

Ein Bewusstsein für den achtsamen Umgang mit Mitgeschöpfen und der Umwelt gab es nicht.

 

Die angesprochene Vorratshaltung gab es noch bei meinen Großmüttern. Das sah teilweise so aus, dass man möglichst billig viel einkaufte und dazu damals oft extra nach Holland fuhr.

 

"Leisten können" hat meiner Beobachtung nach eigentlich den Weg für die Verbrauchsmentalität heute geebnet. Ja, es ist richtig - meine Generation und die folgenden mussten sich kaum einschränken und haben in geordneten Zeiten mit einem guten Warenangebot gelebt. Das führt ebenso wenig in eine Konsum um jeden Preis - Mentalität wie die Kriegserfahrungen dazu beigetragen haben, dass man mit Ressourcen sorgsam umging.

 

Ist aber natürlich nur mein subjektiver Eindruck.

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Ehrlich gesagt der Kriegsgeneration oder denen,die sogar die beide WEltkriege erlebt haben, kann ich schon ein paar "Sonderrechte" einräumen. Als meine Mutter (Vollbluthausfrau) uns Kartoffelfertigprodukte vorsetzte, war ich schon leicht entsetzt. Ihr Kommentar: Ich hab mich genug geplagt. Auch Mülltrennung außer Glas und Papier war meinen Eltern nicht beizubringen.

 

Als ich 1981 heiratete und mir meinen Hausstand mit AMCTöpfen und Tupperware ausstattete, musste ich mir einiges von Eltern und Freunden anhören. Aber alles exisitert auch heute noch und ist, weil ich jetzt als Single weniger Ausstattung brauche, noch in den Haushalten meiner Kinder im Einsatz.

 

Ich war schon immer Freund von Secondhandkleidung, das Gen hat meine Tochter wohl geerbt. Sie lebt nach dem Prinzip so wenig Besitz wie möglich, ihr ist schon das Auto eigentlich zu viel, aber beruflich notwendig. Mit Freundinnen werden Hochzeitsgastkleidchen getauscht/geliehen oder auch mal Blazer für Bewerbungsgespräche.

 

Meine Mutter hat auch sehr viel selbst genäht und war in den 90gern der Meinung, soviel wie du nähst, da ist doch nichts mehr gespart. Ich gebe zu, einige Teile weniger hättens auch getan, aber im Vergleich zu Freundinnen hatte ich immer noch den kleinsten Kleiderschrank und seltenst was bei Altkleidersammlungen vor der Türe stehen.

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Meine Schwiegermutter hat dazu eine ganz klare Meinung. Sie sagt, es geht uns allen zu gut, die Generation, die den letzten Krieg mit seinen Entbehrungen mitgemacht hat, wäre einfach dankbarer.

Sowas ähnliches kam von einer meiner Omas auch.

Sie lebte sehr ressourcenschonend.

Ganz einfach deshalb, weil sie gar nicht soviel Geld hatte.

Da gabs halt an 3 Tagen nacheinander Blumenkohl.

Gefrierschrank war damals ja noch nicht so verbreitet, bzw. wovon hätte sie den bezahlen sollen. Auf eine Pfaffnähmaschine hat sie 3 Jahre gespart.

Beim letzten Telefonat klagte meine Mutter, daß die Obstbäume in der Siedlung so voll hängen,daß die Äste abbrechen, das Obst aber niemand erntet.

In der Siedlung wohnen viele Leute mit kleinen Kindern. Die haben keine Zeit, keine Lust ind der Familie wird das nicht gegessen.

Eine Frau, offensichtlich, Muslima hat sich dann kistenweise das Zeug geholt.

 

Ich denke ein Umdenken wird es dann geben, wenn es einem Großteil der Bevölkerung finanziell so schlecht geht, das hemmungsloses Konsumieren einfach nicht mehr finanzierbar ist.

Dann hört auch das Meckern übers Essen auf, weil sie froh sein werden was im Bauch zu haben.

Wahrscheinlich wird sich der Spruch aus den 1980er Jahren bewahrheiten

Erst wenn der letzte Baum gerodet,

der letzte Fluß vergiftet,

der letzte Fisch gefangen ist,

werdet ihr feststellen,

daß man Geld nicht essen kann.

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Ich denke, viel hängt vom Charakter ab: meine Großmutter hat den zweiten Weltkrieg schon bewusst erlebt. Die westverschiebung Polens hat sie erlebt mit allen Entbehrungen, die das nachsich gezogen hat. Ende der 70er durfte sie endlich nach Deutschland ausreisen. Bei ihrem Konsumverhalten bemerkt man die Entbehrungen. Wenn etwas billig ist, wird es gekauft auch wenn man es im Moment nicht benötigt. Meine Mutter ist ein Konsumjunkie. Wenn etwas gefällt wird es gekauft - und dann kommt es ständig vor, das sie Kleidung aussortiert an denen noch das Etikett dran ist. Früher habe ich die Sachen genommen, aber irgendwann habe ich auch gesagt, das ich so indirekt ihren maßlosen Konsum unterstütze. Generell kauft sie wenn ihr was gefällt, Geld genug hat sie. Sie kann es bis heute nicht verstehen, weshalb wir eine gut gefüllte Vorratskammer haben inkl. Wasser für mehrere Tage und Personen.

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Generell kauft sie wenn ihr was gefällt, Geld genug hat sie. Sie kann es bis heute nicht verstehen, weshalb wir eine gut gefüllte Vorratskammer haben inkl. Wasser für mehrere Tage und Personen.

 

Na ja, man kann halt nicht alle Vorräte füllen - bei ihr ist dann halt der Kleiderschrank für alle Notfälle gerüstet:p

 

LG Junipau

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um nochmal auf HM zurückzukommen, hab gelesen es würde nur Kleidung verbrannt, bei der ein Sicherheitsrisiko besteht

 

Dazu war der Link zu Frontal21 von gestern aber sehr informativ - das scheint zumindest teilweise eine Schutzbehauptung zu sein... Guck Dir das mal an, da wurden angeblich schädliche Jogginghosen geprüft - und plötzlich war da nichts mehr schädlich.

 

LG Junipau

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Das halte ich auch für eine Verlegenheitsausrede. Wie sollen die Klamotten im Lager denn auf einmal "gefährlich" werden? Mutieren die und produzieren Gift? Wenn sie zerstört werden, weil sie ein Sicherheitsrisiko sind, dann waren sie das schon direkt nach der Produktion und wären von der Qualitätskontrolle nicht abgenommen worden. Auf jeden Fall hätten sie es nicht bis ins Lager schaffen dürfen.

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