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Technikus

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    Fängt an sich einzurichten

Personal Information

  • Interessen
    Viele Bereiche der Technik inkl. Historie, Neurowissenschaften: Wie die Welt im Kopf entsteht.
  • Beruf
    EDVler

sonstige Angaben

  • Maschine
    Pfaff Tipmatic, Singer 676G, Pfaff 362 automatic
  • Seit Jahresbeginn habe ich verarbeitet:
    Mehrere alte Nähmaschinen im Bereich Freiwilligenarbeit, z. B. für Integrationsinitiativen, Förderprojekte und Schulen und im Repaircafé

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  1. Hi, ja, vielleicht habe ich mich da zu sehr (anti-) reingesteigert, mag sein. Aber es wird immer Kombinationen geben, die die eine Maschine besser kann, als die andere bzw. der eine Mensch mit der einen Maschine... Die beiden Schneiderinnen, mit denen ich (zumindest vor Corona noch) zu tun hatte, hatten mit keiner Maschine, die intakt war, irgendein Problem in dieser Hinsicht. Eine davon hat sogar mal im Rahmen eines Projektes viele Hoodies aus Elastikstoff vorwiegend auf unseren Varimatics genäht. Sie meinte nicht, dass das auf einer Maschine mit verstellbarem Fußdruck besser ginge (die wir auch haben) oder dass ich da was verstellen sollte. (Overlocks haben wir nur eine, im anderen Treff gar keine.) Unter "verstellbarem Nähfußdruck" als Feature verstehe ich etwas Reproduzierbares mit Einstellskala - wobei die "japanische Lösung" den Vorteil hatte, dass man ihn dort direkt fühlen konnte, wenn man den Drehknopf zum Lösen festhielt. Aber außer bei Singer stand und stehe ich hinsichtlich der Grundeinstellung immer auf dem Schlauch. Schraubenzieherbetätigung finde ich da besonders schlimm. Die universellste Lösung wäre ein Doppeltransport, der den Fuß während des Transportierens entlastet oder sogar abhebt. Pfaff hat das als "Vibrator" bei manchen Maschinen gehabt, aber zum Stopfen und Sticken und nicht mit einem Doppeltransport kombiniert. (Ich rede jetzt nicht von Industrie- oder Spezialmaschinen.) Das Thema ist wahrscheinlich ähnlich zu betrachten, wie die verbreitete Fadenspannung versus Fadenzumessung bei den teureren Babylocks. Klappt offenbar auch nicht immer.
  2. Okay, bei der Hus, der Bernina und anderen kann es ja viel bewirken - bei den 70er-Jahre Japanern, bei denen man oben drauf drückte und es mit einer Drehung wieder auslöste, habe ich zwar die Funktion bemerkt, aber keine Wirkung. Bei den alten Singers, die wenigstens noch eine Skala dran haben (für eine wiederholbare Einstellung) kann ich mir sogar noch eine Wirkung vorstellen (beobachtet habe ich sie auch da noch nicht), weil deren Füßchen so schmal sind. Aber Pfaff wird doch nicht so blöd gewesen sein, jahrzehntelang bei ansonsten durchoptimierten Maschinen auf ein so billiges Feature zu verzichten. Bzw. sie waren es, weil sie die Werbewirksamkeit unterschätz haben... (Immerhin haben sie die Konstruktionen verschiedener Firmen weitergebaut und vereint, waren also nicht einseitig.) Nebenbei mache ich den Sinn eines Features auch daran fest, wie oft ich es brauche - also hier, welches Material vorwiegend unter das Füßchen kommt. Dann sind Hilfsmittel und Zeit für Sonderfälle evtl. weniger aufwändig, als das zusätzliche Feature, die zusätzliche Einstellung. Ja, wenn das nicht zusätzliche oder leicht mal zu übersehende Bedienschritte mit sich bringt. Ich hab bei uns letztens mal den IDT vergessen, wieder auszuhaken. Hat keiner negativ bemerkt. Es hat halt niemand enge Kurven genäht und wollte kein ungeeignetes Füßchen verwenden. Normalerweise ist der ausgerastet, weil ich mir einbilde, dann verschleiße oder dejustiere sich die Mechanik langsamer. Wahrscheinlich bilde ich mir auch ein, dass man mit schwerer enge Kurven nähen kann? Aber richtig: Ausprobieren. Nur war manches "in echt" dann doch anders, als beim relativ kurzen Ausprobieren. Irgendwie kauft man immer "Katze im Sack". Bei den moderneren Pfaffen falle ich z. B. immer wieder erstmal auf den Füßchenheber rein. Danach dann umgekehrt. Man gewöhnt sich nur an Kardinalfehler nie... P.S.: Singer hat mal einen gummierten, ansonsten glatten Transporteur gehabt - da war der verstellbare Druck vielleicht sehr angebracht?
  3. Wie schon erwähnt, ist Elektronik heute billig und simpel. Die Programmierung zwar nicht, aber die ist ohne weitere Kosten beliebig zu multiplizieren und ohne großen Aufwand auf die nächsten Serien zu vererben, wenn ordentlich gemacht. Jeder Stich mehr kostet letztendlich fast nichts mehr (solange der Speicher reicht). Außerdem diente Elektronik seit der Digitalisierung (etwa Ende der 80er) dazu, mechanische oder konstruktive Schwächen auszugleichen - schon wieder wurde etwas billiger und nicht nur leichter. (Flüster: Dieselgate...) Von den Bedienelementen noch ganz abgesehen - ich habe Kochplatten, bei denen ist ein Drehschalter (Winkelgeber) durch einen allerbilligsten Stellwiderstand (Poti) ersetzt worden, indem man einen zusätzlichen Mikroprozessor "drangelötet" hat. Heute sind "Schalter" und Taster üblich, die wir früher Knackfrösche oder Gummistöppel genannt haben, bei Computertastaturen werden nur noch zwei teilmetallisierte Folien aufeinander gedrückt, getrennt durch eine mit einzelnen Löchern. Unsere Waschmaschine hatte einen massiven Netzschalter mit echtem Betätigungsweg, der sich im Inneren als winziges Knöpfchen entpuppte, das der eh nötigen Steuerelektronik das Ausschalten überließ - seitdem ziehe ich immer die Stecker raus... Alles hat mindestens zweikommafünfundfünfzig Seiten...
  4. Hi Zebra76, da bist Du mit dieser Wahl wahrscheinlich richtig, wenn Du Dich mit der Bedienung anfreunden kannst. Dieses Modell gibt es seit den 80er Jahren und Pfaff hat es nie für nötig gehalten, den Nähfußdruck anpassbar zu machen. Ich "fürchte", das basiert auf der Erkenntnis, dass das nicht wirklich was bringt. Ich hatte das Gefühl auch schon bei mehreren Maschinen, die es hatten. Im Zweifel sollte man dann wohl besser einen Rollen- oder Teflonfuß nehmen oder ein (auswaschbares?) Stickvlies oder -folie darunter, darüber oder dazwischenlegen, je nachdem. Außerdem gibt es noch Heften, Reihen, Stecknadeln, Nähklammern (Wonderclips) oder Wondertape und Sprühfixierer und für kritische Hubbel Hebammen. Nicht zuletzt: Die Geschicklichkeit der- oder desjenigen vor der Maschine. Insofern könnte der anpassbare Fußdruck durchaus ein Werbeargument und Voodoo sein oder eine Konstruktionsschwäche der Maschine verdecken...
  5. Hi, es trifft sozusagen das zu, was nicht in der Bedienungsanleitung steht*. Die würde ich einfach mal runterladen und verinnerlichen. Damit kann man auch entscheiden, ob einem die drei Füßchen, der Einfädler und die paar Stichkombinationen mehr den Aufpreis von der 3.2 zur 4.2 wert sind. Ich kann diesem Pfaff-Einfädler und ähnlichen schon seit der uralten 362 nicht viel abgewinnen - da krieg ich den Faden in den meisten Fällen schneller normal durchs Öhr als ihn erst kompliziert um den Einfädler zu harfen. Sobald der Faden aber nicht "spitz" zu fummeln ist, klappt der Einfädler besser - aber meist auch erst nach Knoten** in den Fingern. Ist wahrscheinlich eine Frage der Übung - aber das andere auch... (* Sie hat also keinen einstellbaren Fußdruck (außer bei einer Wartung). ** "Normal" geht einhändig, "automatisch" kriege ich nur zweihändig hin.) Zur Maschine selbst: Das ist m. E. seit Jahrzehnten (!) wohl das beste Konzept einer rein mechanischen Haushaltsnähmaschine, seit unserem (Tipmatic 1047-ähnlichen) Diener-Modell noch ein wenig erweitert durch die Stichbreiten- und Stichlage-Räder - aber es geht auch gut ohne (stattdessen Tastenkombinationen). Der Zubehörkasten ist super, der IDT öfters hilfreich, der zweistufige elektronische Anlasser mit einer gewissen Durchstichskraft-Regelung sehr gut. Und die Haube mit dem Platz für Anlasser und Handbuch ist, wenn man es richtig macht, sozusagen das Sahnehäubchen. Mehr rein mechanische Nähmaschine für den Hobbybereich geht kaum bzw. ist bei heutigen Elektronikpreisen sinnlos. Deshalb wurde das ja von Marco Seitz lange unter dem Namen "Gritzner" irgendwo "jwd" weiter produziert. Zumindest als Backup sollte man m. E. eine solche Maschine immer haben. Aber eine billige elektronische könnte ohne Weiteres "von selbst" schönere Knopflöcher machen, wenn man darin keine Übung, aber hohe Ansprüche hat. (Josef hat mal irgendwo ein Beispiel einer Stickerei aus seiner Ausbildung gezeigt, das mit einer normalen Maschine entstanden ist und ich hab mal in irgendeinem Video einen Afrikaner auf der Straße mit einem Wrack von Nähmaschine einen Mantel besticken sehen, da ist jede elektronische Stickerei Pillepalle. Übung macht den Meister, nicht KI... ;-) ) Nach oben ist bei Elektronik m. E. aber noch viel Platz. Da fehlt mir z. B. notorisch ein 10-Zoll Display und eine Kamera - sowas kostet mal eben 200€ als Tablet und ist in m. W. nur in einer einzigen > 5000€ Maschine drin. Das finde ich lächerlich. Für wenig Geld mehr sollte eine unterstützt-strikte Linienverfolgung möglich sein. Hat wohl auch nur diese eine Maschine... Außerdem würde ich immer einen DC-Motor mit einem Schrittmotor kombinieren, um so langsam wie möglich nähen zu können - um 50 - 100€ Mehrpreis? Stattdessen 4711 Zierstiche, von denen jeder einzelne genau nichts kostet (auf jede Maschine umgelegt), aber durch künstliche Verknappung bzw. Aufplustern Aufpreise "rechtfertigt". Deshalb gefallen mir diese Tipmatic-Abkömmlinge: Da bekommt man für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte das ultimative (nachhaltige) Ende der Fahnenstange, die nicht gleichzeitig ein Windenergiedings sein will, für den aufgerufenen Preis. Bei Elektronik ist der Beschiss dagegen immer, dass diese aufgrund einer zu engen Kalkulation (Marketing) schon nach kurzer Zeit unterdimensioniert ist, sofern es überhaupt Updates gibt. Und das Konzept ist völlig falsch: Wer würde einen Drucker kaufen, der nur aus einem bestimmten Programm/Betriebssystem heraus druckt, weil er kein Postscript oder PCL/HPGL kann? Ja, gut, im 50 bis 100€-Wegwerf-Segment... Kurz: Der Sinn von Elektronik ist heute primär, billiger und einfacher produzieren zu können und in genehmen Zeiträumen neue Kaufanreize zu schaffen. Der Sinn bewährter mechanischer Konzepte ist Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit. (Man könnte frech sagen: Vererbbarkeit.)
  6. Hallo Helmut, jaja, ich bin halt der Pessimist, der einen Windungsschluss befürchtet... Hier bei mir ginge ich da mit drei Induktivitätsmessgeräten dran, um zu lernen, ob und wie man denen eine Aussage abnötigen kann. Induktivitäten und Kondensatoren sind ja mit einigen weiteren Parametern behaftet - aber was die Geräte messen, hängt von den Szenarien ab, die die Entwickler berücksichtigt bzw. zugrundegelegt haben. Mit Messbrücken kann man allerdings noch speziellere Erfahrungen machen. Gut, wenn man immer ein funktionierendes Muster hat (und eben nicht nur ein Messgerät). Ich muss mal schauen, wenn unser Repaircafé wieder brummt, ob ich die Kollegen nicht scharf machen kann auf eine Infrarotkamera. Gewiss ist, dass man mit einem ESR-Messgerät schon überaus viele Fehler in typischer Elektronik ungewohnt schnell findet und meine Vermutung wäre, mit einer IR-Kamera einen großen Teil vom Rest, auf jeden Fall die Schwachpunkte und damit zukünftige Ausfallstellen. Wäre mal interessant zu veri- oder falsifizieren. "Jugend" forscht...
  7. Ehrlich: Die Asymmetrie war von Anfang an das, was mir am meisten Sorgen machte. Vielleicht ist das übertrieben - ich habe keine Ahnung von den Toleranzen bei der Motorwickelei (immerhin ist bei Deiner die Symmetrie ja perfekt). Interessant die Möglichkeit, dass ausgerechnet das ein schlagartiges Durchbrennen eines Windungsanschlusses vermieden hat. Meistens trifft es ja die, weil der Draht da weniger Wärmeableitung hat, als in der Windung. Dann wäre die Maschine aber schon mit durchgebranntem Motor angeboten worden: "Leider habe ich kein Kabel und kann die Maschine daher nicht testen - aber bei meiner verstorbenen Oma ist sie bis zuletzt gelaufen." (Unterstelle ich mal beispielhaft für gewisse Verhöker-Portale ). Interessant auch die Tatsache, dass wir beide uns sozusagen gemeinsam gleich für zwei Menschen nicht verständlich genug ausdrücken konnten - eigentlich finde ich es nämlich gut, wenn der selbe Sachverhalt von zwei Personen beschrieben wird, weil dann die Chance, ihn zu verstehen (bei mir zumindest) oft höher ist bzw. die, mögliche Missverständnisse zu entdecken. Vermutlich teilen wir beide eine Systematik der Fehlersuche und -eingrenzung, die doch irgendwelcher Vorerfahrung bedarf, praktischer und/oder theoretischer, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dabei erinnert Deine Beschreibung mich sogar an die MAPs von IBM (Maintenance and Analysis Procedures). Aber auch die IBM hat die Techniker noch trainiert... (... und trotzdem wussten die manchmal nicht wirklich, was sie da taten ) Bei der gezielten Lösungssuche Helfen auch kleinste Vorversuche. doch Manch schwieriger Fall Endet mit Blitz und Knall. (Gesammelte Sprüche des Ingenieurs Dietrich Drahtlos)
  8. Hi, ich hatte gerade meine 362 mit meiner 60W Vorschaltlampe betrieben - sie läuft sogar langsam, wenn das Nähwerk eingeschaltet ist, ist natürlich ganz leicht mit einem Finger anhaltbar. Wenn das Nähwerk entkoppelt ist, dreht der Motor sogar recht schnell. Sobald man den Spuler dazuschaltet, wird es wieder langsam. Voraussetzung: Das Nählicht ist aus, weil es dem Motor sonst "Strom klaut". Die "Helligkeitsregelung" beruht darauf, dass der Anlasser ja den Strom durch die V-Lampe mit beeinflusst. Es ist ja alles hintereinander geschaltet (Lampe, Anlasserwiderstand, Motor). Was tut und soll nun diese Vorschaltlampe? Zuallererst soll sie den Strom für den Fall eines Fehlers so weit und so schnell begrenzen, dass es normalerweise nicht zu Zerstörungen oder Folgefehlern kommt. Dass das angeschlossene Gerät unter diesen (reinen Test-) Bedingungen nicht richtig bzw. nur noch sehr eingeschränkt funktionieren kann, nimmt man mit Bedacht in Kauf. Man kann aber aus hoher Helligkeit der Lampe auf eventuelle Kurzschlüsse im Gerät schließen und weitere Messungen und Beobachtungen machen oder Schaltungsänderungen vornehmen, um eine dadurch entstandene Änderung der Helligkeit oder des Verhaltens zu Rückschlüssen heranzuziehen. Bei einem simplen, intakten Nähmaschinen-Motor reicht eine 60 Watt Glühlampe zumindest für einen noch flotten Leerlauf aus (ausgebaut oder Riemen ab). Im Anlauf leuchtet sie relativ hell, aber niemals voll. Dito, wenn man den Motor blockiert. Je mehr er beschleunigt, desto dunkler wird die Lampe, da der Motor im Leerlauf nur wenig Leistung braucht und mithin wenig Strom durchlässt. Die gemessene Spannung am Motor steigt, die an der Lampe sinkt. Belastet man den Motor, so ist es umgekehrt: Seine Spannung sinkt, die an der Lampe steigt, gleichzeitig steigt der Strom. Dabei könnte man z.B. die Spannungen an beiden Spulen messen, die praktisch gleich sein sollten. Ein kurzer Test mit blockiertem Motor und Pedal zeigt, ob die Helligkeitsänderungen der Lampe kontinuierlich erfolgen, oder ob sie flackert, womöglich sogar, wenn man das Pedal in einer bestimmten Stellung hält. Das lässt dann Rückschlüsse auf die Kontakte im Pedal zu. (Der Fußanlasser der 362 ist übrigens nicht kontinuierlich, sondern ein Stufenschalter.) Eine 100W-Lampe wäre sicher besser, wenn man auf diese Weise auch einen vorsichtigen Funktionstest der ganzen Maschine machen wollte, aber das war ja nicht Zweck der Übung. Es ging um einen Unterschied der Helligkeit mit Stator-Spulen "so herum" versus eine Spule "anders herum". Bei der Koma oder Freia ist für den Vergleich egal, ob die Motorkohlen in der Stop-Position sind oder auf "Lauf" stehen. Die Spulenschaltung, bei der die Lampe dunkler ist, ist die Richtige. Zweites Kriterium: Der unbelastete Motor (ohne Keilriemen) sollte m. E. wie oben erklärt, wenn er normal gängig ist, in der richtigen Verschaltung laufen, in der falschen jedoch nicht oder zumindest nur sehr, sehr schwach - nun aber "Gasgeben" vorausgesetzt. Dass die Lampe auch bei richtiger Verschaltung der Motorspulen bei der Koma/Freia immer etwas glüht, ist dem Prinzip des (Repulsions-) Motor geschuldet. Aber auch hier dürfte es einen Helligkeitsunterschied zwischen Stop und Vollgas geben und ebenso einen zwischen gebremsten und frei laufendem Motor. Insofern ist gar nicht frustrierend, sondern korrekt, was sich an Deiner 360 zeigte. Allerdings könnte die etwas schwergängiger als meine 362 sein oder Du hattest das Nählicht an, dass dann mit weiter durchgetretenem Anlasser sogar dunkler wird - weil sozusagen aus dessen Sicht der Motor ihm immer mehr von dem Strom wegnimmt, den die Vorschaltlampe ja begrenzt. Im normalen Leben benutzt man anstelle von Vorschaltlampen freilich Sicherungen, die die normale Funktion nicht be- oder verhindern - aber wenn bei einer Fehlersuche die letzte Sicherung durchgebrannt ist, weil man noch nicht auf die richtige Ursache getippt hatte, ärgert man sich und zum Messen war die Zeit ja viel zu kurz... Ich möchte noch einmal betonen, dass ich ohne eine Leistungsprüfung dem Frieden noch nicht traue. Ohne eine Asymmetrie der Spulen hätte die Maschine in der falschen Schaltung kaum laufen dürfen - das ist der zweite Hinweis (neben dem Widerstand), dass da etwas nicht korrekt ist, was zu Folgeschäden und weiteren Gefahren führen kann.
  9. Man kann normalerweise mittels eines nicht allzu stumpfen Schraubendrehers zwischen Kabel und Zugentlasung herumstochernd das Kabel von dieser lösen. Zur Not vorher die Adern ziehen (das Kabel ist bei solchem Bedarf ja eh meistens defekt bzw. in Deinem Fall wird es wahrscheinlich ja nicht mehr gebraucht). Eine Zange kann auch dabei helfen. Dann schiebt man das neue Kabel durch (zur Not mit etwas "Schmiermittel" flutschig gemacht) und sichert es innen mit einem Kabelbinder - bitte zur Sicherheit genug Kabellänge innen vorsehen, nicht knapp bemessen). Ansonsten (wenn das nicht klappt oder das Kabel noch woanders als Ersatz verwendet oder aufbewahrt werden soll) im Elektro- oder Elektronikhandel nach Knickschutztüllen, Zugentlastungen, Lampenfassungszubehör etc. schauen, inwieweit die zurechtschnitzbar sind.
  10. Sorry, aber das war gerade der Sinn der Vorschaltlampe: Eine zu hohe Stromaufnahme durch helles, evtl. nahezu volles Leuchten anzuzeigen und dabei den Strom unter der Stinkgrenze zu halten. Insofern war die Reihenfolge leider falsch. Da waren wir wohl nicht deutlich genug... Ein zweiter Versuch mit der Lampe und getauschten Anschlüssen wäre unser Ziel gewesen. Sie sollte dann - also auch jetzt - mit den korrekt getauschten Motoranschlüssen dunkler leuchten und durchaus auch etwas in der Helligkeit steuerbar sein. Dass der Motor überhaupt gedreht hat, kann auf die Asymmetrie der beiden Wicklungen zurückzuführen sein - insofern würde ich auf jeden Fall nochmal die Widerstände messen, ob die jetzt verändert sind und danach den Motor während fortschreitender Zeit des Stillstandes unter Strom (natürlich jeweils erst nach Stecker ziehen!) auf Erhitzung prüfen, insbesondere auf unterschiedliche in beiden Spulen. Das wäre natürlich mit einer IR-Kamera einfacher oder mit einem kontaktlosen Thermometer - damit kann man ja berührungslos kontinuierlich beobachten... Wenn die Maschine jeweils nur kurz vorgeführt werden soll und das Ausschalten nicht vergessen wird, mag es so gehen, wie es ist, aber was ernsthaftes Nähen damit angeht, bin ich noch skeptisch. Das könnte den Motor immer weiter schädigen, weil sich ein angenommener Kurzschluss dann durch lokale Überhitzung ausbreiten würde.
  11. Falls das noch von Interesse ist (ich finde es schon schön, jeweils ein Handbuch zu meinen Geräten zu haben): Es gibt ein englisches zur 677, dass wir auch zur 632 benutzt haben. Eigentlich ist nur die Farbe der 632 anders, einige Bedienelemente sind nicht plastifiziert und der Anlasser hat noch das Gaspedal-Format - falls das bei allen 632G so ist. https://www.singer.com/search/support?title=677 Für den Notfall hab ich auch ein deutsches, aber das ist ein unpraktisch formatierter Scan (ca. 30MB). Die Quelle hab ich nicht mehr gefunden,da bräuchte ich also eine Mail-Adresse per PN.
  12. Hi, ich hatte mich bisher auf die Einfachen der 600er Serie kapriziert, die zwar nichts können, deren erste mich aber dadurch faszinierte, wie ungemein locker-leicht sie läuft (war eine Spende für den Handarbeitstreff). Das ist, denke ich, eine Vorläuferin der 677, in Industriegrau (nie mehr gesehen), mit leicht anderen Bedienelementen (weniger Plastik) und einem anderen (gaspedalförmigen) Anlasser - die Nummer hab ich nicht präsent, da das Handbuch der 677 passte. Der Stecker ist gleich. Die nächste ist (m)eine 676G, die noch ein paar Nutzstiche aufweist und nicht ganz so frei läuft. Die letzte war eine echte 677, die in einer Garage gelagert und völlig festgefressen war. Auch die hab ich hingekriegt, aber sie ist erstaunlicherweise besonders laut und am wenigsten Freilauf-willig. Die hab ich an einen anderen Nähtreff als unkaputtbare Maschine weitergegeben, da dort fast eine Serienproduktion von Jeanstaschen lief und mir zu viele "Plastikmaschinen" im Einsatz waren. Ob alle Genannten noch dieses Schichtpressstoff-Schneckenrad haben oder eine schon eines aus Kunststoff, ist mir gerade nicht klar. Alle haben volles Zubehör (der Vorteil des im Anschiebetisch integrierten Zubehörfaches) und können den Kettenstich. Die beiden letzten kamen mit dem breiteren Singer-Anlasser, den ich auch von einer 700er her kenne. Leider war bisher nirgendwo ein Schalter dran, auch nicht bei neueren Maschinen, die mir im Repaircafé unterkamen. Was bewirkt der elektrisch? Denkbar wäre für mich eine Diode oder ein zusätzlicher Widerstand im Strompfad. Die Diode könnte man ja nachrüsten... Alle Maschinen haben den Apollo-Greifer mit Metall-Spulenhalter - ich weiß gar nicht, ob da auch das Plastik-Pendant reinpassen würde? Bei meiner 676 hab ich am Greifer ein wenig gefräst, da mir sonst der Greiferabstand nicht klein genug zu justieren war, ohne dass die Nadel am Greiferboden touchiert wurde. Im Zubehör waren noch Nadeln ohne Hohlkehle gewesen. Bei den anderen hab ich das, zugegeben, gar nicht so genau kontrolliert, denn sie nähen ja anständig...
  13. Hallo Sabine, definitiv ist das Einfachste die Vorschaltlampe. Leider sind die Motorwicklungen ja schwarz isoliert, sodass man weder ganz sicher die Anfänge und Enden feststellen noch einen eventuellen Hitzeschaden erkennen können wird. Wenn die Motoranschlüsse zu kurz sind und das der Grund für die verquere Verdrahtung war, kann man es wieder so machen, da Ihr ja keinen Spannungswahlstecker mehr habt bzw. der dann wohl genau darum fehlt. Man sollte allerdings einen Verdrahtungshinweis einlegen. Ich würde allerdings eher sehr sorgfältig verlängern, da extrem kurze Kabel leicht der Grund für Kabelbruch und Kurzschluss werden. Die drei Ohm Unterschied haben sich also bestätigt? Mir kommt da noch ein anderer möglicher Verdacht als ein Wicklungsschluss: Deutet irgendetwas darauf hin, dass eine Wicklung erneuert oder verändert wurde bzw. sie sozusagen noch anders anders ist, als im Ohmwert? Das könnte dann auf eine improvisierte "Reparatur" unter Mangelbedingungen hindeuten: Womöglich ein dickerer Wicklungsdraht oder aus anderen Gründen weniger Windungen, z. B. Platzmangel wegen Handanfertigung oder schlicht nicht genug Material (nach einem Bruch oder Schluss übrig geblieben?). Wir haben als Jungbastler schon mal Trafos zur Materialspende abgewickelt - da musste man halt nehmen, was und wie es kam. Dein Mann möge bitte mit diesen chinesischen Krokodil-Kabeln extrem aufpassen. Nach meiner Erfahrung kriegen die oft Wackelkontakte durch Brüche bzw. machen sie durch mangelnden Kontaktdruck oder rutschen deshalb sogar ab...
  14. Der gute Josef ist für die 1222 und ihre Verwandten eigentlich 24/7/365 da, wenn man ihn sucht, so oft hat er sich diesem und anderen Kardinalfehlern der Modellreihe schon mit Engelsgeduld gewidmet. Ich denke, Du wirst u. a. hier schlau, wenn Du willst: Pfaff 1222 näht nur links und so auf Dauer noch schlauer: Suche Pfaff 1222 und eine Web-Suche nach "DraWi" und "Pfaff 1222" führt zu einer Einstellanleitung.
  15. So ein bisschen verrückt ist hoffentlich noch sympathisch... Aber, mal ehrlich, die Arbeit hat ja nur Helmut gehabt. Ich hab auf unserer kleinen Loggia, quasi im Grünen (Baumwipfel) gesessen und sowohl den zwitschernden Vögeln, als auch Ludovico Einaudi und Ryūichi Sakamoto gelauscht und ein bisschen theoretisiert. Das ist total entspannend ohne das Gefühl, nichts zu tun... Aber, zugegeben, es wird Zeit, dass das Repaircafé wieder losgeht und das bitte mit schönen oder zumindest interessanten Geräten. Eine Elna Lotus hatte ich schon, aber KoMa und Freia oder irgendetwas adäquates bisher noch nicht. Wobei, fast, so eine kleine schokobraune Geradstich-Singer mit (original) Rucksackmotor, die 185 K in einer Art Reisetasche anstelle der Plastikhaube. Leider steht die jetzt in einem Kreativitätstreff unbenutzt im Keller, weil sie zwar klein und handlich in der Größe, aber groß und unhandlich im Gewicht ist...
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