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Miss Parlic

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    BaWü
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  1. Ich überarbeite derzeit meine edwardianische Robe und möchte einige Teile ersetzen und ergänzen und dachte, ich wage mal wieder einen WIP hier. Ich möchte vorallem ein neues Korsett und als Oberkleidung ein wärmeres Outfit (ich hab nämlich nur ein dünnes Blüschen und einem zarten Sommerensemble von Jacke und Rock) und einen passenden Hut (denn meiner ist aus Stroh und verlangt nach warmer Sommersonne!) - es ist also einiges zu tun. Anfangen tun wir fast ganz unten, beim Korsett. Ich verwende den Schnitt von Truly Victorian (TV #E01 - 1903 Edwardian Corset). Den habe ich für mein erstes Korsett schon verwendet, allerdings muss ich sagen, nach einigem tragen bin ich nicht mehr ganz zufrieden. Es ist zwar bequem und tut was es soll, aber dennoch hat es einige Schwachstellen. Die Stäbchenführung ist nicht ganz optimal, die werde ich auf jedenfall optimieren, auch habe ich an den Schnittteilen selbst einiges verändert, damit die Hüfte mehr Platz bekommt und dafür an anderen Stellen das Ganze enger sitzt, denn leider haben sich so etwas wie "Hohlräume" gebildet. Kurzum: ich bin unzufrieden, darum kommt nochmal ein Neues! (man lernt ja auch mit jedem dazu...) Ich habe mehrere Probeteile gefertigt, allerdings nur ein Foto davon gemacht. Da bin ich gerade dabei die linke Seite zu optimieren und es sind auch noch keine Stäbchen vernäht. An mehr Bilder habe ich dabei auch nicht gedacht - das wird mir hoffentlich verziehen. Zufrieden mit dem Ergebnis bin ich gleich motiviert an den Zuschnitt des Stoffs. Ich habe mich für eine Lage Baumwoll-Coutil entschieden und als Oberstoff für eine gelb-goldene Dupion-Seide. Um ein möglichst sauberes Ergebnis zu erhalten, habe ich beide Lagen wie Eine verarbeitet. Innen werd ich mit Handstichen versäubern, weil eine dritte Lage möchte ich mir sparen. Ich habe mit der Schließe begonnen. Um sie sauber einzusetzen, habe ich die "Nasen" markiert, damit die Löcher nur gerade so groß sind, wie sie sein müssen. Für den "Knopf"-Teil der Schließe, habe ich diese in die gewünschte Position eingelegt und in der Mitte der durchdrückenden Köpfe mit einem Stift auf dem Stoff markiert, um den anschließend mit einer Ahle durchzustechen und die einzelnen Köpfchen durchzuschieben. Wie man erkennen kann habe ich die "Nasen"-Schließe mit Heftstichen befestigt, damit herausrutschen verhindert wird und ich etwas entspannter an der Kante entlang nähen konnte. Ich nähe Stäbe immer mit dem Reißverschlussfuß, so kommt man am nächsten an die Kante. Allerdings muss man höllisch aufpassen, dass man nicht ausversehen die Nadel im Stahl versenkt - das endet sonst böse. Und so sind beide Teile fertig und zusammen gesetzt: Das Gleiche habe ich mit dem Rückenteil gemacht, in den ja Stäbchen an die Kante eingenäht werden, um die Schnürung zu stützen. Und wie immer bügel ich alles tot, aber ich möchte nicht, dass irgendetwas verrutscht und irgendwie sieht es dadurch dann auch gleich Sauberer aus. Darauf konnte ich mit dem Rest weitermachen, das heißt alle Schnitteile zusammensetzen und dann die Gussets einsetzen. Ich habe sie doppelt genäht, das heißt einmal von links und dann von außen noch einmal, damit sie sicher und glatt in ihrer Lücke sitzen. Und natürlich zwischen jedem Schritt, immer schön die Nahtzugabe eingeschnitten und flach gebügelt, damit die Nähte schön rauskommen und der Stoff flach liegt. So sah mein Zwischenstand aus: Und so schließlich beide fertige Teile: Als nächstes stehen Ösen an, eine erste Anprobe und dann die Stäbchen - dazu brauch ich aber noch ein wenig Material. Fortsetzung folgt also!
  2. Da ich historischer Kostümträger bin kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen: Pro Korsett. Die Kleider haben aufgrund der Stoffmenge ein gewisses Gewicht und das Korsett hilft dabei das zu verteilen und einschneiden zu verhindern. Mal abgesehen davon, dass es einfach optisch ansprechender aussieht, weil dann die Form korrekt ist. UND es ist bequem wenn es passt! Letztlich ist es eine andere Form des BHs, die zeitgleich deinen Rücken stützt, dir eine schöne Haltung gibt und kein Folterinstrument ist das deine Organe zerquetscht (auch wenn viele einem das einreden wollen,...Lüge!) Ich hoffe du hast genug Stoff gekauft, denn historische Kleider verschlingen Unmengen davon und man kann das schnell unterschätzen! Für Krinoline empfehle ich den Truly Victorian TV442 Schnitt (der wurde oben auch schon angeführt), für den Rock braucht deine Schneiderin ja kein Schnittmuster, das wird sie ja wohl selbst hinbekommen. Die Krinoline selbst könnte wieder ein Problem darstellen. Kann man natürlich selbst machen, ist aber sehr viel Arbeit. Dafür gibt es auch ein Schnittmuster bei TV (TV141). Oder du schaust mal bei Ebay / Etsy, da stehen immer mal wieder welche zum Verkauf (bitte nicht auf die 'Brautkrinolinen' reinfallen, die sind in den seltensten Fällen so stabil, dass sie die schwere Last der Kleider tragen können ohne die Form zu verlieren) Für das Barockkleid kann ich das Buch "PatternOfFashion" empfehlen - ich kenne keinen Kaufschnitt, der an authentische Kleider gut rankommt (mal abgesehen davon dass die meisten Schnitte die unter Barock laufen eigentlich Rokoko sind,...). Da ich grad selbst an meinem eigenen sitze habe ich sehr viel dazu recherchiert und kann dir darum nur zu diesem Buch raten (es gibt noch einige andere Bücher, aber ich weiß nicht wie tief du in die Materie einsteigen willst). Das Oberteil ist prinzipiell komplett verstärkt und muss es auch um den gewünschten Look zu bekommen. Vorallem muss die Form stimmen, eine moderne Corsage drunter ziehen bringt da nicht den Effekt, weil die Linienführung natürlich nicht stimmt. Auch hier gilt natürlich: du brauchst nur den Schnitt fürs Oberteil, der Rock ist aus Quadraten zusammengesetzt und kann sehr einfach genäht werden. Der Schnitt von Reconstructing History (der weiter oben vorgeschlagen wurde) könnte funktionieren, wenn man ihn dementsprechend abwandelt. Da kann man auch mit Geschick eine Front, bzw. Seitenschließung einarbeiten. (mit etwas Übung kann man sich aber auch hinten selbst einschnüren, das geht mit ein paar Hilfsmitteln leichter als gedacht, auch wenns ein bisschen länger dauert als bequem vorne zu schließen) Für Unterwäsche auf jedenfall ein Unterkleid (und egal ob du dich für Korsett entscheidest oder nicht, Unterkleid würde ich IMMER darunter tragen, allein um das Kleid nicht vollzuschwitzen...) würde ich entweder sehr feines, weiches Leinen empfehlen (das ist grad im Sommer dankbar) oder dünne Baumwolle. Normale Baumwollstoffe tragen zu sehr auf und sind außerdem zu dick. Die kannst du für den Unterrock verwenden, aber auch da Vorsicht, denn die bringen da schon einiges an Gewicht mit. Wenn du einen leichteren Stoff findest, würde ich lieber den wählen. Bei der Krinoline wird ein Unterrock wohl auf jedenfall nötig sein, damit die Reifen sich nicht abzeichnen, beim Barockkleid kommt es wirklich aufs finale Kleid an. Wenn du Spitze kaufst, dann versuch eine zu finden, die nicht glänzt wie Hulle und nach Polyester schreit, das kann dir das ganze Kleid versauen,...ist zwar viel Arbeit was passendes zu finden aber das lohnt sich. Und da du das in der Öffentlichkeit trägst (und wie ich das verstanden habe auch historisches Wissen vermittelst) wäre mir sehr daran gelegen, dass es auch halbwegs authentisch ist - denn mich regt nichts mehr auf, als weitere verfälschte Bilder von historischer Kleidung, die Unwissenden einen falschen Eindruck vermitteln. Ich sehe das als "Bildungsauftrag" und wenn man das ohnehin anfertigen lässt, dann doch gleich richtig und keine halben Sachen mit Reißverschluss, Metallösen, modernem BH und Co,...(meine Meinung!) Tatsächlich würde ich mir an deiner Stelle auch überlegen, ob du nicht das Kleid bei jemandem bestellst, der sich auf historische Mode spezialisiert hat? Dann musst du selbst nach keinem Schnitt suchen und hast gleichzeitig vielleicht ein wertigeres Kleid. Historische Verarbeitung unterscheidet sich ja auch sehr von moderner,...das fängt ja auch beim Schnittanpassen an. Das Wichtigste ist meiner Ansicht nach, dass es eng genug sitzt. Moderne Kleidung ist immer etwas lockerer, aber historisch muss alles schön eng sitzen, wenn das schlabbert bringt einem das beste Korsett nichts - sieht einfach bescheiden aus. Und falls du doch bei deiner Schneiderin bleibst: lass dir ein gutes Probeteil anfertigen und zieh das über alle Unterbauten an, die du darunter tragen willst (auch das Unterkleid!), damit es nachher wirklich wie angegossen passt! Das war jetzt viel Text - aber ich hoffe einfach, dass du nachher ein schönes Kleid herausbekommst und dich nicht ärgerst... :)
  3. Das sieht doch schon gut aus =) die Biesen sind schön gleichmäßig geworden =) Den Abnäher hätte ich aber anders gesetzt und zwar an der brust direkt senkrecht nach unten, damit sich ne Art V bildet, dann dürfte das rechts und links nicht mehr so knautschen - aber wenn es getragen bei dir funktioniert, geht das natürlich auch so :P Was deine Tunnelproblematik betrifft: was spricht dagegen die umgeschlagene "versäuberte" Kante als Tunnel zu nutzen? Trägt dann nämlich nicht auf und funktioniert einwandfrei :P
  4. Also ich versuchs mal irgendwie zu beantworten: 1. Kappnähte gab es damals und wurde vorallem für Wäsche verwendet. Es empfiehlt sich die komplette Chemise aus Kappnähten zusammen zu setzen, weil das ist ja auch das Stück das am öftesten in der Maschine landet. Kleider waren im Gegensatz zur heutigen Zeit nicht unbedingt versäubert. Dieser Versäuberungswahn kam erst viel später auf. Es kommt wirklich darauf an. Ist es nur ein dünnes Musselinkleidchen ohne Futter wurde innen schon versäubert. Ist es ein Kleid mit Futter wurde meist jeweils außen und innen Teil zusammengenäht und unversäubert miteinandervernäht. Gängige Methode war entweder erst das Futter zusammenzusetzen und den Oberstoff darauf festzunähen, oder sogar beides Lagen als eine zu verarbeiten. Unversäuberte Nähte in Kleidern wurde auch oft einfach mit einem Heftstich fixiert. Es war damals auch üblich die Kleider von außen zu nähen. 2. Abnäher wie wir sie in unserer heutigen Form kennen, waren eigentlich nicht üblich. Dennoch gab es sie, da Kleider oft vererbt wurden und so passend gemacht wurden. Jedoch waren die ja von Grund auf nicht beabsichtigt. Um den vorderen Teil an der Brust anzupassen (um den geht es ja sicherlich?) wurde das entweder durch Raffung gelöst oder eben durch den Schnitt an sich. Schau dir Gemälde bzw. Originale aus der Zeit an, da siehst du es selbst am Besten! Ich kenn leider das Schnittmuster nicht, darum kann ich dir da nicht viel weiterhelfen,... 3. Tatsächlich kam dieses Schrägband versäubern erst später - es gab zwar schon Paspelversäuberungen, allerdings eher bei Jacken und Mänteln, bzw späteren Kleidern. Am typischsten ist es einfach den Saum nach innen einzuschlagen und festzunähen wie du es vorgeschlagen hast. So kannst du auch mit dem Ausschnitt verfahren (zum Beispiel bei der Chemise), wenn das Kleid innen gefüttert ist, kannst du es auch ganz normal zusammen nähen und dann einen Tunnel aus den zwei Schichten nähen. Ich hoffe das klärt einige Fragen :P
  5. Aha ja das hilft aber sicherlich anderen auch?! Trotzdem danke für diesen sehr hilfreichen Hinweis!
  6. Zum Glück noch rechtzeitig bemerkt :P Abnäher unter den Stays können nämlich unter umständen sehr umbequem werden... Schönes Projekt auf jedenfall, Empire ist ja ohnehin sehr beliebt, ich denke da hast du sehr viele Mitleser! Ich bin großer Fan vom Pattern of Fashion, allerdings muss ich dazusagen: wenn man Schnitte nicht vergrößern und anpassen kann, bzw keine Muse hat das zu machen, dann ist er nur ein Inspirationsbuch - aber toll ist es auf alle Fälle! Ich kenne tatsächlich zum Empire kein gutes Buch, das ich sonst empfehlen kann...eigentlich seltsam :P Ich würde ja mit den Stays weitermachen, die kannst du auch über ein Tshirt oder ein Top anprobieren und dann bremst dich die Chemise im Schaffensdrang nicht aus...außer du hast da großes Lust drauf! (dann hab ich nichts gesagt XD) Ich finde es umgekehrt immer einfacher, weil dann kann man mit den fertigen Stays den optimalen Ausschnitt der Chemise ermitteln, außer du ziehst es ein Band ein, dann kannst du es ja darüber regulieren und die Reihenfolge ist egal... Denk beim Chemisen-Nähen daran: die Ärmel sollten nicht länger als die geplanten am Kleid sein, sonst rutschen die unten raus, ich hatte das nämlich mal, weil die falsche eingepackt hatte und das ärgert nur...weißt du ja eigentlich, aber man vergisst es so gerne XD So und nun fleißig weiter!!
  7. Also aus Erzählungen weiß ich, dass das Verständnis für wirklich historische Kleidung gerade für Bühnenleute nicht sehr ausgeprägt ist, denn solche Kostüme werden ja meist anders genäht um sie praktisch und einsetzbar zu machen. Ich denke aber: wenn es ihre Abschlussarbeit ist, dann muss allein sie einschätzen können, was sie kann und was sie schafft, jeder hat ein anderes Arbeitstempo und andere Erfahrungswerte. Wenn man noch nie etwas in dieser Richtung genäht hat und Unterbauten dann auch noch benötigt, frisst das ganz schön viel Zeit, vorallem weil da beim ersten Mal einiges schief gehen kann. Andererseits wenn sie eine geübte Schneiderin ist und sich das zutraut, warum nicht. Die Kleider aus der Zeit unterscheiden sich auch extrem in ihren Ausführungen: ein perlenbesticktes Abendkleid ist wohl nicht zu schaffen, ein einfaches Tageskleid dagegen schon eher...da kommt es wirklich auch auf die Jahreszahl an. @SonSon Wenn du recherchierst leg dich auf eine Jahreszahl fest (oder zumindest ein Jahrzehnt), dann findest du ganz einfach Dinge dazu, auch bei V&A! Der Stoff könnte ganz toll werden, wenn auch wahrscheinlich nervenraubend beim Zuschnitt, wie karierte Stoffe das meist an sich haben...wird der karierte der Rock und das andere das Oberteil oder umgekehrt oder wie hast du dir das gedacht?
  8. Die Frage ist: ein oder zwei Keile pro Brust? Ich mach es immer so, ich schneide beim Probeteil vorsichtig ein und setze dann die Keile mit Stecknadeln gepinnt ein, so kann man nachjustieren, denn das Problem ist: je nach Oberweitengröße hebt es die Brust ja doch leicht an (auch wenn in Empirestays die Brüste mehr liegen, als gehoben werden) und der gemessene Umfang verändert sich. Wichtig ist beim Einschneiden: nicht zu tief! Sonst bildet sich ein Hohlraum unter der Brust und sie bekommt nicht mehr genug Stütze. Hast du bereits eine Chemise, also ein Unterkleid genäht? Denn zu der Zeit hat tatsächlich das Unterkleid die Brust noch ein wenig davon abgehalten ´rauszuspringenˋ - da wie gesagt die Brust eigentlich nicht sehr viel gehoben wurde. (und zusätzlich schützt das dein Schnürleib vor Schweiß) Falls du vor hast es einen ganzen Tag oder sogar zum Tanzen zu tragen, bzw. hast eine große Oberweite, dann rate ich zum langen Schnürleib (also keine Short Stays...), denn die verteilen das Gewicht der Brust gleichmäßig auf den Rücken und sind angenehmer zu tragen (und haben zeitgleich den Bauchweg-Effekt). Mir haben nämlich meine Short-Stays immer Rückenschmerzen bereitet, genau aus diesem Grund, weshalb ich mir dann lange genäht habe und mit denen bin ich viel glücklicher. (Und ich hab Körbchengröße B....)
  9. Falls du das Pattern of Fashion bestellt hast: da sind die Schnittmuster ja drin, man muss sich nur die Mühe machen und sie vergrößern und zeichnen - spart aber viel Geld und wenn man einmal anfängt ist es leichter als gedacht, man muss halt nur messen wie ein Weltmeister =)
  10. Falls du welches daheim hast, kannst du es ja dran halten und dann siehst du ja obs dir gefällt oder nicht. Ich denke das zusammennähen der zwei Schichten ist nützlich, damit der obere Stoff sich nicht ausversehen hocharbeitet, bzw verrutscht, dadurch bleibt der Kreuzeffekt schöner erhalten. Organdy ist zum Beispiel gar nicht soo glänzend, wenn es nicht aus Polyester sondern auch hochwertigerem Material ist, dann würde ich es eher als Seidenmatt bezeichnen :P
  11. Locker - ich hab schon 6m in 70cm bekommen und da ginge sogar noch mehr...alles eine Frage wie tief die Stiftelfalten dann liegen, aber du hast ja nicht ganz so viel Stoff, da reichen kleine Falten bereits aus =)
  12. Ich würde es genauso machen =) Das hört sich nach jeder Menge Stoff an (zumindest aus moderner Sicht) - aber sogar ein dicker Wollstoff ließe sich das oben Verteilen. Der Trick ist: wenn Falten zu viel auftragen, dann musst du Stifteln. Das ist die effektivste Methode um große Mengen Stoff in einen kleinen Bund zu bekommen (und gleichzeitig so herrlich dekorativ :P) Bei deinem Beispiel wurde übrigens ein Organza/Organdy Stoff als oberste Lage verwendet, auf dem die weißen Karos sitzen und darunter vermutlich ein dünner schwarzer Baumwollstoff (und mir scheint, dass beides an der unteren weißen Kante verbunden ist, weil die kommt mir sehr massiv vor...)
  13. Was ist bei dir „dünn“? Ich gehe jetzt mal von zwei Schichten weicher Baumwolle oder ähnlich aus? Ich würde dir auf jedenfall Nieten mit Scheibe empfehlen und keine Bastelnieten zum Umbiegen, denn die reißen den Stoff erst recht auf und halten unter Umständen auch nicht sonderlich gut. Da es sich um einen Gürtel handelt, dem in der Regel ja eine gewisse Festigkeit nicht schadet, würde ich eine Einlage oder ein Zwischenfutter empfehlen um das ganze zu stabilisieren.
  14. Den Pattern of Fashion kann ich auch nur empfehlen, ich hab zwar den Band zur Tudormode nicht (dafür alle anderen und die sind großartig!). Tatsächlich kommt es wohl auch auf Jahrzehnt und Land an, was du genau machen möchtest, schließlich unterscheiden sich die Kleider da dann doch erheblich, ebenso ob du ein edles Kleid möchtest oder eine einfache Darstellung (aber davon geh ich nicht aus?). Dieses Ding was drüber gepinnt wird heißt „Stecker“ und wird meines Wissens erst gegen Anfang/Mitte 17. Jhd unter Miedern getragen (vllt aber auch schon früher, das müsste man genauer Recherchieren...) - das mit dem Pinnen kenn ich frühestens aus der Barock, aber da bin ich kein Experte, weil ich mich mit der Tudorzeit bisher zu wenig beschäftigt habe. Schnürung betreffend würde ich mal behaupten, dass die Hofkleider tendenziell eher eine Rückenschnürung hatten, schon allein um den eigenen Wohlstand zu zeigen, denn Vorderschnürungen waren selbst im Barock noch nicht unbedingt oft gesehen. Allerdings umso einfacher die Darstellung, umso wahrscheinlicher wird wieder eine Schnürung vorne, denn das ist einfach praktisch und zugleich immernoch dekorativ genug. Je nachdem wie genau du es nimmst mit der Authentizität würde ich empfehlen einige Gemälde zu studieren - da findet sich vielleicht ein Favorit, auf den du aufbauen kannst.
  15. Hochgeschlossen und lange Ärmel ist definitiv passend weil die Tageskleider damals eben genauso waren. Dunkle Farben waren tatsächlich auch sehr gefragt. Wenn du Richtung Tournüre gehst dann geht auch eine moderne schwarze Bluse, wenn sie einen Kragen am Hals hat (das ist zur Zeit eh in, ich hab solche von diversen Modegeschäften) und dann vllt ein Unterbrustmieder darüber? Das kann man ohne viel Anpassen sehr leicht herstellen (ist natürlich überhaupt nicht authentisch, aber das ist hier ja ohnehin egal). Die schickeren Kleider damals hatten natürlich Rüschen in sämtlichen Formen an den Röcken, während die Oberteile meist eher etwas schlichter waren, die „normalen“ Leute wie vermutlich unsere Urgroßeltern etc. haben aber eher wieder die schlichteren Kleider getragen, schon allein weil Rüschen natürlich Stoff fressen, da kannst du locker mal ein paar Meter Stoff nur in Deko verlieren :P Die große Zeit der Spitze kam eigentlich erst später um die Jahrhundertwende, wurde davor aber selbstverständlich auch verwendet.
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