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der depp

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  1. Ui... vielen Dank für die Antworten, damit hatte ich echt nicht gerechnet! Werd mal versuchen, das alles irgendwie pauschal zu beantworten, soweit es geht. Zunächst mal zu den vielen Woll-Vorschlägen - wo soll ich anfangen...? Also, ich bin nicht der Ansicht, daß ein Boykott einer Produktgruppe, wenn diese nicht besonders klein und überschaubar ist, derzeit wirklich unmittelbare wirtschaftliche Auswirkungen hat. Ob ich vegan bin oder nicht, tötet kein Tier und verschont keines, solange ich mein Zeug in kommerziellen Läden kaufe und nicht gerade selber jagen gehe oder sowas. Wichtig finde ich die symbolische Ebene (ganz besonders, was Ernährung betrifft, weil es da immer noch wahnsinnig viele Vorurteile gibt, aber auch in anderen Lebensbereichen): Ich kann zeigen, daß es auch anders geht, drücke Protest aus und - gerade in dieser Frühphase der Bewegung - provoziere Diskussionen. Die bewirken zwar oft erstmal nur eine Polarisierung, aber das ist angesichts der Umstände bereits ein Erfolg, und der Diskurs wird vorangetrieben. Ich bin mir bewußt, daß es möglich sein könnte und vielleicht sogar schon irgendwo praktisch der Fall ist, ethisch vertretbare Tierprodukte herzustellen. Das aktuell verbreiteste Wertesystem stellt Tiere allerdings grundsätzlich auf eine niedrigere Ebene, es kommt auf Spezies an, und nicht auf irgendwas ethisch Begründbares. (Mir ist noch keine nicht leicht zu widerlegende Begründung untergekommen, die Menschen als was grundsätzlich andersartiges darstellt, aber sämtliche anderen "Tiere" allesamt in eine Gruppe packt. Und strenggenommen geht es mir auch nicht um Tiere, sondern um Emotionsfähigkeit und Selbstbestimmung... auch Begriffe, die sich auseinandernehmen lassen, aber das ist in etwa der Stand der Dinge in meinem Kopf.) Deswegen lehne ich schon auf der symbolischen Ebene ab, überhaupt irgendein (empfindungsfähiges) Tier zu instrumentalisieren. Es schlägt auch viel zu leicht in irgendwelche Gewissensberuhigungen um, was heute alles als "artgerecht" verkauft wird, ist ja nicht auszuhalten - abgesehen davon, daß es um ethisch um Individuen geht, die auch individuelle Bedürfnisse haben, und nicht bloß um Arten (und "artgerecht" ist eh nur die Freiheit). Wenn irgendwann mal ein akzeptabler Status für "Tiere" vorhanden sein sollte, wäre ich bereit, darüber nachzudenken, welche Form von Tiernutzung akzeptabel ist und welche sich dann überhaupt noch lohnt, da das ausgesprochen geringe Erträge wären. Das mag zynisch wirken, wo sich doch Menschen gegenseitig auch systematisch wie persönlich pausenlos instrumentalisieren, was auch unumgänglich und nicht zwangsläufig etwas schlimmes ist. Fußt eben nur auf einer Unterscheidung im Wertesystem. Ähnlich gilt das erstmal für diese Seidenherstellungsmethode, die mir noch ganz neu ist. Ich hoffe, das kommt jetzt nicht so rüber, als würde ich versuchen, ein Nähforum für meine politischen Ansichten zu nutzen - ich hab nur immer das Bedürfnis, mich unmißverständlich zu erklären (was ja gar nicht möglich ist) und nach zwölf Jahren Vegan-Sein bin ich einiger Argumentationen auch müde. Ist jetzt überhaupt nicht böse gemeint oder sowas... Naja, jetzt doch noch kurz was ideelles: Milch (eigentlich fast alle Tierprodukte) ist generell schon sehr ressourcenfressend. Die Methan-Geschichte ist da noch was relativ neues, die Regenwald-Brandrodungen für Weideflächen und Futtersoja-Anbau und der immense agrarische und Trinkwasseraufwand generell hingegen sind altbekannt... Wenn die Tierindustrie nicht so extrem subventioniert werden würde (bedenkt mal, wieviele zig Brote sich mit dem Aufwand produzieren ließen, der in ein einziges Kilo Käse fließt, welches aber trotzdem kaum teurer ist!), gäbs das auch nicht und ihre Produkte wären heute noch ein Statussymbol. Die so bedingte extreme Überproduktion ist wohl auch der einzige Grund, warum jemand auf die Idee kommt, Stoffe aus Milch herzustellen - so, wie vor vielen Jahren mal Baden in Milch als total tolle Kur beworben wurde - völliger Quatsch, Milch ist so ungefähr das ungesündeste, was je als gesund beworben wurde. Jedenfalls, wenn es um Rindermilch geht, bei anderen weiß ich es nicht so genau. Ja, second-hand- und wenige Klamotten sind eigentlich schon ein guter Ansatz - jedenfalls, solange die Sachen weggeschmissen werden oder im Schrank verrotten. Ich habe bereits ziemlich wenig Pullover, und die alten zeigen schon Zeichen, daß sie bald nicht mehr so gut flickbar sind. Gerade vom Waschen - was angesichts der Anzahl der Stücke häufig der Fall ist - wird der Stoff allmählich sehr dünn. Zum anderen komme ich auch bei guter Planung immer nur so hin, daß den letzten, der nicht an noch feucht an der Wäscheleine hängt, anhabe, und die Waschmaschine trotzdem gerade noch voll wird. Das nervt irgendwann auch... Das ist auch der Grund, warum ich jetzt gerade nach Pullistoffen suche (die eben halbwegs warm sein sollten und nicht genug Schweiß/Dampf aufnehmen können - Baumwolle scheint in dieser Hinsicht der mit Abstand beste Stoff zu sein, was ihn ja so beliebt gemacht hat). Die mir bekannten Fair-Trade-Läden in der Umgebung haben m.E. ein miserables Angebot (außerdem bin ich ziemlich groß); warum ich noch nicht im Internet danach gesucht habe, weiß ich gerade selbst nicht... Ich hab allerdings auch Spaß an der Herstellung. Oh, über den Energieaufwand für Transport mache ich mir kaum noch Gedanken. Ich kaufe zwar mein Essen auch grundsätzlich vorzugsweise regional, bei "exotischen" Früchten maximal aus dem Mittelmeerraum, aber obwohl wirklich ungeheuer viel Schrott transportiert wird (z.B. Eisen und Stahl aus Südamerika, obwohl es in Schweden quasi unerschöpfliche und gut erschlossene Eisenvorkommen gibt oder der Einkauf aus dem gerade mal zwei Kilometer entfernten Supermarkt), machen die Transportkosten nur einen kleinen Anteil am globalen Verbrauch fossiler Energieträger aus - und die laufen ja fast ausschließlich auf dieser Schiene. Ein Bekannter von mir meinte mal, daß das Kochen einer Mahlzeit allein mehr Energie verbraucht als der Transport der Zutaten aus Neuseeland nach Europa. Weiß nicht, ob das so stimmt... fern von der Wahrheit ist es jedenfalls nicht. Heißt sicher nicht, daß Transportaufwand zu ignorieren wäre, aber für mich ist er inzwischen nachrangig. Ja, ich habe einen eigenen Rechner - es ist der ausgediente meines Bruders, der meint, alle paar Jahre einen neuen zu brauchen. Ich habe sogar einen Laptop - allerdings entgegen meinen unausgesprochenen Wünschen von meinem Vater geschenkt bekommen. Ich könnte ihn natürlich einfach verkaufen oder verschenken... Irgendwo spielen dann aber soziale Bindungen, Höflichkeiten usw. doch eine Rolle, ebenso Faulheit, Selbstgenügsamkeit und anderes. Wenn ich nicht schon ewig Außenseiter gewesen wäre, wäre es mir auch sicherlich schwer gefallen, ohne Kontakte in dieser Richtung vegan zu werden, und in den letzten Jahren komme ich zunehmend zu dem Schluß, daß mir meine relative Isolation doch ziemlich viele Probleme bereitet. Ich mache sicherlich vieles "falsch", z.B. läuft dieser Rechner hier viel zu viel. Im Wesentlichen geht es mir ja um die Symbolik und um die Auswirkung auf andere, damit daraus vielleicht irgendwann ein gesellschaftlicher Akt wird. Ich glaub aber eh nicht, daß sich "alles richtig machen" läßt und sehe kaum eine andere Möglichkeit, als sich "bereichsweise" zu informieren und umzustellen. Daß Tierrechte auch ganz viel mit Ökozeug zu tun haben - abhängig in beide Richtungen - seh ich auch so und wundere mich auch immer wieder, daß es scheinbar in beiden Szenen noch nicht so angekommen ist. Meine Winterschuhe sind übrigens aus Kunstleder, was zwar doof ist, aber zum einen sicherlich besser als Leder (übelst giftig, Schwermetalle gegen Bio-Zersetzung; Viehhaltung mit allen Nachteilen), zum anderen halten die schon seit ca. zehn Jahren und machen den Eindruck, als ob sie auch die nächsten zehn noch überstehen. Meine sonstigen Schuhe sind auch aus Öl und aus Hanf. Weiß nicht, was eine gute Alternative für die Sohlen wäre. Aber ich lauf im Sommer manchmal barfuß! Ok, schlechte Ausrede... Nebenbei: Ich heiße im Internet seit Jahren schon so, fand/finde es in mancher Hinsicht sehr treffend und außerdem klingt es lustig. Ganz besonders, wenn dann bei RL-Treffen die Leute plötzlich ein Problem damit haben, wie sie mich ansprechen sollen, oder online als Indikator für ausgehende Argumente, wenn jemand meint, mich mit dem selbstgewählten Namen beleidigen oder diffarmieren zu können... Hoffe, ich hab jetzt nichts übersehen und niemanden übergangen. Bin gerade auch wieder etwas in Eile... Danke jedenfalls für die vielen Tipps und so! Werd dann gerade bei Second-Hand, Hanf und Ramie nochmal genauer nachzuforschen versuchen (zu Hanf gab es hier ja leicht widersprüchliche Aussagen).
  2. So... erstmal: Entschuldigung. Ich hab mich extra für diese Frage angemeldet, weil ich überraschenderweise sonst im Internet noch keine Antwort gefunden habe, bzw. nichteinmal die Frage selbst. Ich habe auch hier eine Weile gesucht, es aber irgendwann aufgegeben... Das ist ja das Problem der meisten großen Foren - wer es nicht schonmal gelesen hat und sich an entscheidende Schlagworte erinnert, findet es auch nicht. Naja. Ich bin auf der Suche nach Alternativen zu Baumwolle, und zwar im Moment für Pullover. Stoffe für Hosen oder Röcke sind ja kein Problem, obwohl ich eine Menge Ausschlußkriterien habe, die ich, um die üblichen Fragen vorwegzunehmen, einfach mal aufzähle und begründe - wer es nicht lesen möchte und sich trotzdem für meine Frage interessiert, kann den Teil gern überspringen...: - Als jemand, wer sich für Tierrechte interessiert, kommen für mich schonmal nur pflanzliche oder synthetische Stoffe in Frage. Ich könnte natürlich auch rausfinden, ob Seidenraupen empfindungsfähig sind (gibt durchaus viele Insekten, bei denen das zu vermuten ist) und wenn nicht, dann feststellen, daß Seide für mich nicht bezahlbar ist. Ich habe auch gesehen, wie Schafe von ansonsten sehr netten Schäfern behandelt werden, und ich weiß, daß ihnen, da sie für die Menschen eben in erster Linie doch nur Ware sind, beim Scheren keine besondere Vorsicht zuteil wird (in manchen Fällen sterben Schafe sogar an den Verletzungen - vermutlich nur in wirklich riesigen Betrieben, aber wer weiß) und sie irgendwann geschlachtet werden - ganz bestimmt nicht aus Gründen der Sterbehilfe. Darüber hinaus sind und werden sie in einer Weise gezüchtet, die ihnen das Leben definitiv nicht angenehmer macht (viel zu viel Wolle usw.). - Ökologisch zählt Baumwolle zu den schlimmsten Anbauprodukten. Der Pestizidverbrauch ist vermutlich unübertroffen, und dabei werden sogar die schlimmsten Pestizide eingesetzt, wie DDT, was in Europa (zumindest in den meisten Ländern) verboten ist. Aus Erfahrung verboten, nicht die üblichen Machtspielchen... Darüber hinaus hat Baumwolle einen extremen Wasserverbrauch, Unmengen von Flußwasser werden umgeleitet, flußabwärts herrscht Wassermangel, der Grundwasserspiegel sinkt, und die Böden versalzen. Nach längerem Anbau von Baumwolle bleibt nur noch eine Pestizidwüste zurück. (Lustigerweise scheint das "hier" (West-, Mitteleuropa und vermutlich einige andere Großregionen) kaum jemanden zu interessieren - die Proteste gegen das ganze Gift in Kleidern haben sich gelegt, nachdem die Stoffe vor dem Verkauf/der Weiterverarbeitung gründlicher gewaschen werden.) Natürlich gibt es auch Bio-, oder besser noch, kbA-Baumwolle, aber den Zertifikaten lässt sich im Allgemeinen nicht vertrauen. Hab neulich gelesen, daß sechsmal so viel Bio-Baumwolle verkauft wie angebaut wird, und das stammt sicherlich nicht alles aus gelagerten Reserven. Daß Erdöl-Produkte als Ersatz nicht in Frage kommen, bedarf vermutlich keiner Erläuterung, wobei ich vermute, wenn sich die höchst verschiedenen ökologischen Schäden ineinander umrechnen ließen, würde Öl besser abschneiden als Baumwolle. So oder so sind die für einen halbwegs ökologisch vertretbaren Anbau brauchbaren Gebiete weltweit winzig, wenn am derzeitigen Verbrauch gemessen wird. Auch mit echter kbA-Baumwolle will ich den Gesamtverbrauch nicht noch weiter steigern. - Fair trade ist ein netter Gedanke und es ist sicherlich besser, "fair Gehandeltes" zu kaufen als etwas, das nichtmal diese Bezeichnung verdient. Ausbeutung ist es in aller Regel trotzdem, bei vielen großen Siegeln sogar eine regelrechte Verarschung - die Kriterien für "fair trade" sind oftmals lächerlich und vertuschen eher Arbeitsbedingungen und Lebensstandards, als daß sie z.B. den Leuten auf den Plantagen wirklich helfen würden. Baumwolle im Allgemeinen gehört wieder zu den ganz Üblen: Die Arbeit ist physisch sehr belastend, der Lohn reicht, wenn überhaupt, höchstens zum Überleben und die eingesetzten Pestizide bringen die Leute förmlich um, wenn auch nicht augenblicklich. Besonders zynisch wird das dann, wenn gesagt wird, es gäbe doch entsprechende, spezielle Schutzanzüge, es stehe den Arbeiter_innen frei, sie zu kaufen - die von dem Lohn kaum ihr tägliches Essen bezahlen können. Gentechnik steigert die Ausbeutung und die ökologischen Nachteile nochmal um ein Stück... Wie die Arbeitsbedingungen auf kbA-fair-trade-Plantagen aussieht, weiß ich nicht, vielleicht gibt es ja erträgliches... Das würde (für mich) wieder einiges an Nachforschung erfordern. Ein im Allgemeinen sehr guter Stoff, um Baumwolle zu ersetzen, ist Hanf. Hanf kommt sogar völlig ohne Pestizide aus (was sich auch irgendwann ändern würde, wenn überall riesige Monokulturen angebaut werden würden, aber so weit ist es ja noch nicht) und wächst auch sonst unter einer weiten Spanne an Umweltbedingungen, z.B. gleichermaßen in gemäßigtem wie in subtropischen Klima. Die Eigenschaften als Stoff sind größtenteils auch sehr gut. Nur finde ich jetzt nichts, was darauf hindeutet, daß Hanfstoffe für Pullover auch zu gebrauchen sind... Zwar rannten die Leute in Europa vor ein- oder zweihundert Jahren auch noch in Leinen-, Nessel- und sonstigen Nicht-BW-Hemden rum, aber da wurden sie auch nicht doof angeguckt, wenn sie verschwitzt in der U-Bahn saßen. Oder sonstwo. Über Ramie- und andere Faserpflanzen weiß ich fast nichts, habe aber auch noch keine Hinweise gefunden, daß sie für Pullis taugen würden... ach so, ich meine übrigens Pullover, die halbwegs warm halten können und nicht nach hundert Metern rennen vor Schweiß und Talg triefen. Also, die Frage bleibt... gibt es entsprechende (tier- und erdölproduktfreie) Alternativen zu Baumwollstoffen, bzw. ist Hanf vielleicht in bestimmten Webarten doch geeignet? Ich rechne ja nicht damit, daß sich hier schon wer ausgiebig damit befaßt hat, nachdem ich einen groben Überblick über die sonstigen letzten Threat-Titel habe... aber ich hoffe. Ich weiß, daß ich vielleicht erstmal die Region, in der ich wohne, gründlicher nach Second-Hand-Läden absuchen sollte, aber ich male mir da keine großen Erfolgschancen aus, zumal ich ja auch andere Öko-Interessierte kenne. Und ich weiß auch, daß mein speziell eigener Verbrauch da keine große Rolle spielt - der Symbolik selbst hingegen messe ich schon eine Bedeutung zu. Danke schonmal an alle, die sich überhaupt die Mühe machen, diesen viel zu lang gewordenen Text zu lesen... Die entsprechende Quellenfrage werde ich vermutlich (im entsprechenden Bereich) stellen, falls es eine positive Antwort gibt und ich wieder zwei Wochen erfolglos rumsuche.
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