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Erfahrungsbericht - BH-Nähkurs an der hessischen Bergstraße

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  #1  
Alt 27.01.2016, 07:21
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Quälgeist Quälgeist ist gerade online
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Erfahrungsbericht - BH-Nähkurs an der hessischen Bergstraße

Es gibt inzwischen einige Orte, in denen BH Nähkurse angeboten werden und selber habe ich bereits 2 an unterschiedlichen Orten gemacht.
Beide waren nicht von Erfolg gekrönt und haben mich frustiert zurückgelassen und das Thema "BH nähen" immer wieder in den Hintergrund treten lassen.
Einige Zeit hatte ich das Glück einen Hersteller gefunden zu haben, der in meiner Größe produzierte. Die BHs passten auf anhieb, hatten Pepp und waren Hingucker.
Leider ging dieser Hersteller insolvent und nach dem man sich dort berappelt hatte, wurde meine Größe nicht mehr hergestellt.


Bedauerlicherweise habe ich dann auch noch Gewicht zugelegt, so daß meine vorhandenen nicht mehr passten.
Ganz ehrlich, in großen Größen etwas pfiffiges, raffiniertes und ansehnliches zu bekommen ist schwierig. Dann vielleicht noch die mitleidige Blicke von überheblichen,
fachlich inkompetenten Verkäuferinnen zu erleben, all das muß ich nicht haben. Daher ist Dessous einkaufen für mich der Horror.


In meiner Verzweiflung, und angeregt von den vielen Threads hier, z.b. Wusstet ihr... oder dem Motivationsquartal, zu dem Thema, habe ich mich versucht zu erinnern, wo ich in meiner Nähe noch einen Kurs entdeckt hatte.
Mit ein wenig Recherche bin ich dahinter gekommen und habe die Dame, Frau Sylvia Zierz, Mode-Studio Sylvia Zierz, angeschrieben.
Der Kontakt war von anfang an sehr nett und profesionell.


Das Atelier der Dame liegt im Hinterhof und ist mit 6 Plätzen ausgestattet und vielen, vielen Schaustücken, die die Schneidermeisterin selber hergestellt hat: Nachthemden, Spitzenhemden, BH-Hemdchen. Also eine Menge anzusehen und zu bestaunen.
Selbstverständlich gab es auch eine sehr große Vielfalt an tollen Spitzen, Farben und BH-Stoffen.


Als Grundlage sollten wir, die Teilnehmer, unseren Lieblings-BH mitbringen.
Meiner sah so aus und ist inzwischen tot geliebt:


BH Workshop

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Wenn es mehrere gab, sollten alle mitgebracht werden um eine entsprechende Vielfalt an Paßformen zu haben um daraus den Besten aussuchen zu können.
Der geliebte BH sollte angezogen werden, die Paßform wurde überprüft und angepasst.
Danach haben wir den Schnitt vom BH abgenommen. Das war eine interessante Erfahrung für mich.
Wir haben den BH stramm auf Kunstbrüste aus weichem Material aus dem Faschingsbedarf gesteckt. Und stramm heißt, wirklich sehr sehr stramm und mit Nadeln festgesteckt.


BH Workshop

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Darauf haben wir dann für jedes Teil am BH, in meinem Fall 4 Teile, Folie gespannt und einzeln abgemalt.
Die Teile wurden entsprechend ihres Platzes im BH gekennzeichnet.


BH Workshop

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Hier habe ich gelernt,daß Kursteilnehmer und Kursleiterin darauf achten müssen, daß sie die gleiche Sprache sprechen. Wir haben es nach Rückfragen beieinander immer wieder hinbekommen.
Danach ging es an das Zuschneiden. In meiner Euphorie und dem Rausch der Spitzen habe ich mich für einen schwarzen BH mit rot-schwarzer Spitze entschieden.


BH Workshop

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Im Lauf der 2 Tage, in denen der Kurs statt fand, stellte sich das als ungeschickt heraus. Zumindest in der dunklen Jahreszeit bei wenig Licht.
Das vorhandene Licht im Kursraum ist gut verteilt, aber es handelt sich nicht um Tageslichtleuchtmittel, so daß es mit der Farbe Schwarz sehr anstrengend war.
Beim Trennen, der Trenner war an diesem Wochenende mein bester Freund, war das Licht sehr anstrengend.
Ich stand oft am großen Eingangsfenster des Kursraumes und habe entspannt vor mich hingetrennt.
Da die Ausleuchtung für den schwarzen Stoff wirklich schwierig war, brachte mir Frau Zierz eine helle Standleuchte, die ich direkt an der Nähmaschine positionieren konnte und damit ging es sofort um einges besser und ich konnte genauer und besser nähen.

Frau Zierz ist eine Verfechterin der Overlockmaschine und konnte nicht verstehen, daß ich meinen BH nicht mit selbiger nähen, sondern mit meiner mitgebrachten Nähmaschine machen wollte. Im Nachhinein bin ich froh, bei aller Trennerei und der gewählten Farbe, daß ich es mit meiner Nähmaschine gemacht habe. Erstens kenne ich meine Maschine und zweitens wäre ich mit der Overlock sehr schnell an meine Grenzen gekommen und hätte die Lust verloren weiter zu machen.
Jedoch hatte ich mein Hirn irgendwo auf der Straße liegen gelassen. Ich hatte um das Wissen von 7mm Stichplatten und dem Einzug von Stoff bei schmalen Nahtzugaben meine Geradstichplatte auf die Maschine geschraubt. Da war zunächst auch hilfreich und hat mir das Nähen sicher erleichtert. Doch am Tag 2 hatte ich meine Standardstichplatte, die ich am ersten Tag noch dabei hatte, zuhause gelassen und das war ein grober Fehler.
Merke: Geradstichplatten erlauben keinen ZickZack-Stich. Das mußte ich dann 2x schmerzlich erfahren. Die Janome MC6600 verriegelt leider die Stiche nicht, die sie mit der Geradstichplatte nicht machen kann. Ich bekam dann eine Kursmaschine, Bernina Jubilae, hingestellt, die mir den benötigten ZZ-Stich lieferte.

Das Material für den BH wurde zu jedem Arbeitsschritt bereitgestellt und ausgemessen abgeschnitten. So gab es wenig Materialverlust und die Teilnehmer haben am Ende nur das Material bezahlt, was sie auch tatsächlichverbraucht hatten. Das hat mir sehr gut gefallen. Mein BH beinhaltet:
  • schwarzen Lycra
  • ein Hauch von schwarz-roter Spitze
  • reichlich schmalen Wäschegummi
  • breiten Wäschegummi für die Träger
  • ein wenig Tüll zur Stabilisierung der BH-Mitte
  • einen breiten Verschluß
  • Bügelband
  • 2 Bügel


Die jeweiligen BH-Näh-Schritte haben wir gesteckt und dann nachgenäht.


BH Workshop

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Hier kommt dann die unterschiedliche Arbeitsweise und das Denken von Rechts- und Linkshändern zum Tragen. Ich stecke und nähe andersherum wie die Schneidermeistern. Sie hat es mir vorgesteckt und ich habe es dann für mich umgesteckt.
Bei meiner Art zu stecken hatte es zu beginn nicht immer ganz gepasst, aber als ich dann die Teile direkt über den Zeigefinger beim Stecken laufen lies ging auch das. Immerhin nähe ich seit über 20 Jahren so und habe meine Rundungen und Rollweiten so immer hinbekommen, warum also soll es beim BH nicht funktionieren?


Am Ende des ersten Tages war ich ausgelaugt und kaum noch in der Lage eine vernünftige Naht zu machen. Ich habe mir ein wenig Arbeit mit nach hause genommen: ein bereits am Morgen zugeschnittenes Unterkleidchen, ein einfaches Teil, daß als Nebenprodukt entstand, und den BH. Ich wollte am Abend in meiner gewohnten Umgebung noch ein bischen nähen. Das habe ich dann auf den nächsten Morgen verschoben und habe dann, wie gut daß ich 2 Nähmaschinen habe, mit meiner 9mm-Diva ohne Geradstichplatte, mit dem schmalen Obertransportfuß, die Körbchenteile wunderbar und fehlerfrei eingenäht. Mit frischem Kopf und eigener Umgebung geht manches doch einfacher.


Am Tag 2 habe ich mich zunächst selber unter Druck gesetzt in dem ich auf die anderen Teilnehmer und deren Arbeitsgeschwindigkeit geschielt habe.
Dabei stellte ich irgendwann fest, daß ich dadurch nur Fehler und Trennarbeit produziere. Irgendwie habe ich es dann geschafft, mich frei davon zu machen, und mit dem zusätzlichen Licht an meiner Nähmaschine, fing es dann zu funktionieren und ich kam gut voran. Das Trennen wurde erst wieder mit dem Annähen des Bügelbandes ein Thema. Doch auch da mußte ich nicht sehr viel trennen.


Mein BH war am Ende des Kurses fertig und passt! Er sitzt toll. Jetzt muß ich nur noch kleine Versäuberungsarbeiten erledigen wie Fädchen abschneiden und unschöne Stellen ordentlich vernähen.
Die BH-Teile wurde im Lauf der Näharbeit immer wieder angehalten und anprobiert, angepasst und dann die Anpassungen auch gleich auf den Schnitt übertragen.
So habe ich jetzt einen individuellen, passenden Schnitt.
Diesen Schnitt werde ich mir noch auf festes Schneiderpapier übertragen und gleich die Nahtzugabe anzeichenen, so daß ich die Teile nur noch auf den Stoff legen muß und gleich zuschneiden kann.



BH Workshop

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Das Kursziel des BH-Wochenendes ist ganz sicher, daß jeder Teilnehmer einen fertigen BH mitnehmen kann. Die meisten anderen haben auch noch den passenden Slip dazu genäht oder eine Nachthemd oder gar Spitzenstulpen.
Ich habe "nur" meinen BH genäht und dafür habe ich die 2 vollen Tage benötigt. 2x 6-6,5h, je nachdem wie lange die Teilnehmer Pause machen wollten, sind eine Menge um ein Ergebnis zu bekommen.

In dem Kurs wird nicht mit fertigen Schnitten gearbeitet, sondern mit den Lieblings-BHs, entweder passend oder angepasst, oder den Schnitten, die die Schneidermeistern Sylvia Zierz erstellt hat.

Wer erwartet, daß er in dem Kurs Wissen um Material oder Schnittaufbau lernt, ist hier fehl am Platz. Dafür gibt es andere Anbieter.
Wer jedoch an einem Wochenende seinen Lieblings-BH klonen möchte und das fertige Nähgut nachhause tragen will, ist hier gut aufgehoben.

Ich sehe mich jetzt in der Lage, nach dem erstellten Schnitt noch weitere BHs zu nähen. Vermutlich schaffe ich es auch, sollte es noch mal einen anderen Lieblings-BH zu geben, daraus einen neuen BH-Schnitt zu erstellen. Doch grundsätzlich einen BH zu konstruieren schaffe ich damit nicht. 2 Tage sind dafür zu kurz um Praxis und Theorie zu vermitteln.

Toll fand ich die kleine Gruppe von 4 Teilnehmern. Ich konnte so in Ruhe arbeiten. Am zweiten Tag habe ich festgestellt, daß ich 3 Teilnehmer noch angenehmer finde, nach dem eine Teilnehmerin ausfiel.


2 Tage intensives BH Nähen haben einen Preis von 120,00€, dazu kommt noch das verbrauchte Material. Mittagessen ist mitzubringen, da das Atelier in einem Wohngebiet ist und kein Imbiss in der Nähe. Der Preis des Kurses ist fair und gerechtfertig.
__________________
Greets, Ina

redaktion (at) hobbyschneiderin24.de


ina.lusky (at) hobbyschneiderin24.de


Ich bin der Schatten, der die Nacht durchflattert und nicht "Everybodys-Darling".

Geändert von Quälgeist (27.01.2016 um 15:20 Uhr)
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  #2  
Alt 27.01.2016, 07:49
farbenfreak farbenfreak ist offline
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AW: Erfahrungsbericht - BH-Nähkurs an der hessischen Bergstraße

Das klingt echt toll. Schade, dass der Kurs so weit weg ist.
__________________
Liebe Grüße vom
farbenfreak

Mein UWYH 2017

6Köpfe-12Blöcke - ich mache auch mit
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  #3  
Alt 27.01.2016, 08:16
Heikejessi Heikejessi ist offline
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AW: Erfahrungsbericht - BH-Nähkurs an der hessischen Bergstraße

ja finde ich auch.

Ich suche auch noch den passenden, geeigneten...
__________________
LG Heike
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  #4  
Alt 27.01.2016, 08:35
Benutzerbild von sikibo
sikibo sikibo ist offline
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Beiträge: 18.561
AW: Erfahrungsbericht - BH-Nähkurs an der hessischen Bergstraße

Das hört sich gut an. Und es freut mich, dass es geklappt hat und du jetzt einen BH-Grundschnitt hast.
__________________
Viele Grüße, Heidrun
---------
Sieht gut aus, wenn die Naht nicht wär.

Merke: Trägerband muss nicht am Bügelband festgenäht werden.
Was nutz ich denn heute mal ?
Die Fortsetzung der Userei
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  #5  
Alt 27.01.2016, 08:40
Maria Maria ist offline
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Registriert seit: 25.12.2004
Beiträge: 15.421
AW: Erfahrungsbericht - BH-Nähkurs an der hessischen Bergstraße

Hallo Ina,

war auch vor 3 Jahren bei Frau Zierz in einem 1 Tag Kurs, denn BH hatte ich dort angefangen und zu Hause fertig genäht, das Schnittmuster und Material für Hemdchen und Slip habe ich auch mitgenommen und schon öfters genäht. Mir hat der Kurs auch sehr gut gefallen, ich hatte hier auch darüber berichtet.
__________________
Viele Grüße
Maria
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Stichworte
bergstraße , dessous , nähen , zierz

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