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Museen & Ausstellungen: Tuchmacher Museum Bramsche

aus der Redaktion


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  #1  
Alt 26.12.2012, 12:47
Benutzerbild von Quetschfalte
Quetschfalte Quetschfalte ist offline
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Museen & Ausstellungen: Tuchmacher Museum Bramsche


Blick in die Spinnerei
Blick in die Spinnerei (Foto:Zietlow)


Fahr’ doch mal hin: Tuchmacher Museum Bramsche

In den Herbstferien haben wir uns ein paar Tage „Bildungsurlaub“ in der VarusRegion im Osnabrücker Land gegönnt.

Hauptziel war Museum und Park Kalkriese, die Internetrecherche vor Reisebeginn hatte jedoch ergeben, dass es in Bramsche ein Tuchmacher Museum gibt.

Für technische Angelegenheiten und große Maschinen sind meine Männer immer zu begeistern, also machten wir uns auf den Weg dahin.

Im Hauptgebäude befinden sich auf 3 Etagen verteilt die verschiedensten Exponate rund um die Tuchmacherei in Bramsche.
Angefangen beim „Wolf“, ja, jetzt habe ich wirklich mal einen echten Wolf gesehen, werden die 18 Arbeitsschritte vorgestellt, die nötig sind, um aus Wolle Tuch zu machen.

Die großen Maschinen sind natürlich beeindruckend, es gibt viele Filmsequenzen, die die einzelnen Verarbeitungsschritte erlebbar machen, und über Allem schwebt dieser unwiderstehliche Duft von Maschinenöl…

In einer Abteilung des Museums können kleine Versuche durchgeführt werden, z. Bsp. der Knittertest an diversen Textilien, die Feuchtigkeitsaufnahme von Wolle, Seide und Kunstfasern kann getestet werden, aber auch der ultimative Sockenbelastungstest ist aufgebaut. An einem Drehgestell sind Socken aus 6 verschiedenen Materialien auf Holzfüße gezogen, die über Holznoppen gezogen werden. Ich verrate jetzt aber nicht, welche am widerstandsfähigsten waren ;-)

Im Nebengebäude ist ein großer Kessel zum Färben zu sehen sowie diverse Färberpflanzen und Chemikalien in schönen alten Behältern. Um das gewebte Tuch flauschig zu machen, wurde es mit Hilfe von Maschinen aufgeraut, die tatsächlich mit getrockneten Fruchtständen der Weberkarde bestückt waren, am Ende dieses Vorgangs wurde der entstandene Flaum mittels scharfer Klingen auf ein einheitliches Maß „abrasiert“.
Ganz wichtig war die Tuchschau am Ende des Produktionszyklus, jeder Quadratzentimeter des fertigen Tuches musste nach Unregelmäßigkeiten und Fehlern abgesucht werden. Wenn möglich, wurden diese ausgebessert, wenn nicht, wurde an der betroffenen Stelle ein roter Faden an der Webkante eingezogen, dieser Teil wurde bei der Vergütung nicht mitgezählt.


Doubliermaschine
Doubliermaschine (Foto:Annekatrin Woelk)

Neben dem Selfaktor hat mich die Doubliermaschine am meisten begeistert: Mit ihrer Hilfe wird das fertige Tuch in Längsrichtung zur Hälfte gefaltet und ganz genau Webkante auf Webkante gelegt. So wie wir es dann im Geschäft angeboten bekommen.

Das Museum verfügt über einen Raum, in dem wechselnde Sonderausstellungen untergebracht sind, ein Restaurant und einen Museumsladen, in dem neben textilen Erzeugnissen auch interessante Veröffentlichungen rund um die Tuchherstellung und die Lebensbedingungen der Arbeiter in vergangenen Zeiten erhältlich sind. Das Museumsangebot wird durch ein facettenreiches Kulturprogramm (Konzerte, Lesungen etc.) und viele Angebote für Kinder (Workshops, Sonderführungen, Kindergeburtstag im Museum) abgerundet.

Eine klare Empfehlung von mir, nicht nur für Stoffbegeisterte…
Unsere Kinder hatten jedenfalls Spaß im Museum, dafür gab es genug zum Ausprobieren und Anfassen.



Tuchmacher Museum Bramsche
Mühlenort 6
49565 Bramsche
Tel: 0 54 61/94 51-0
Fax: 0 54 61/94 51-15

Öffnungszeiten:
Di.- So. 10.00-17.00 Uhr
sonn- und feiertags 11.00 Uhr öffentliche Führung
gesonderte Regelungen an Feiertagen


Tuchmacher Museum Bramsche - Home
tuchmachermuseum@bramsche.de
















.

Geändert von peterle (28.12.2012 um 16:48 Uhr) Grund: w3c
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  #2  
Alt 26.12.2012, 18:35
Benutzerbild von schau
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AW: Museen & Ausstellungen: Tuchmacher Museum Bramsche

Ui

Das ist ja supertoll. Danke für die Bilder und die Beschreibung.

So eine ähnliche Fabrik habe ich vor Jahren in Schottland besichtigen dürfen. Als Textilingenieur und Technikfreak finde ich das natürlich hochinteressant und werde versuchen, einen Besuch in Bramsche auf der Fahrt nach Bremen mit einzubauen

Danke!
__________________
Liebe Grüsse
Christine


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  #3  
Alt 26.12.2012, 19:19
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Quetschfalte Quetschfalte ist offline
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AW: Museen & Ausstellungen: Tuchmacher Museum Bramsche

Zitat:
Zitat von schau Beitrag anzeigen
Ui

Das ist ja supertoll. Danke für die Bilder und die Beschreibung.

So eine ähnliche Fabrik habe ich vor Jahren in Schottland besichtigen dürfen. Als Textilingenieur und Technikfreak finde ich das natürlich hochinteressant und werde versuchen, einen Besuch in Bramsche auf der Fahrt nach Bremen mit einzubauen

Danke!
Ein besseres Ziel als Bremen hättest Du Dir für einen Abstecher ins Museum fast nicht aussuchen können!
(Und berichte hinterher doch bitte, ob Du auch so begeistert warst.)

lg AnneQ
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  #4  
Alt 26.12.2012, 19:28
Benutzerbild von Näh-Mutti
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Beiträge: 222
AW: Museen & Ausstellungen: Tuchmacher Museum Bramsche

Hallo,

als ich diese Bilder gesehen habe, wurde ich gleich an meine Lehrzeit erinnert. Ich lernte von 1966-1968 in Grossenhain/Sachsen und in Görlitz/Oberlausitz den Beruf einer Tuch-Weberin. Es nannte sich VEB-Volltuchwerke Sachsen; es war damals ein Kompinat.
Aber diese Betriebe gibt es ja schon lange nicht mehr. Grossenhain wurde schon 68 geschlossen und die anderen Fabriken sie sind ja gleich nach der Wende zugemacht worden.

Auch ich habe an so einem Selfaktor gelernt, da wurden die Fäden gedreht und auf Spulen aufgespult. Da mußte man sich sputen, den das Gestellt lief rein und raus. Einmal drehen rein und auf Spule zurück oder war es anderersherum? Jedenfals mußte man am Ball bleiben, denn wenn der Faden gerissen war, gleich wieder andrehen. Denn der erste Faden war ganz locker und flauschig auf große Rollen gespult.
Auch habe ich an den alten Tuchwebmaschinen gelernt. Da mußte man aufpassen, dass beim Schützen die Spule immer voll war und die einzelnen Schußfolgen stimmten, denn sonst konnte es zu Musterfehler kommen und das Ausbessern war eine Heidenarbeit. Schlimm war es, wenn der Schützen stecken blieb oder sich selbständig machte und das Fach nicht fand, da flogen die Kettfäden oder man hatte ein Loch im Stoff. Das schlimmste war aber, wenn der Schütze duch die Gegend flog und man ihn ab bekam. Da waren Stahlspitzen an beiden Seiten. Jedenfalls man hats deutlich gespürt.

Leider mußte ich nach der Lehre einen anderen Beruf lernen, in einer Schuhfabrik, da ja die Maschinen in eine andere Region verschickt wurden.
Jetzt habe ich aber viel über mein gelernten Beruf geschrieben, aber bei den Bildern kamen wieder Erinnerungen. Danke für den Beitrag!
__________________
Mit freundlichen Gruß
Näh-Mutti
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  #5  
Alt 26.12.2012, 19:29
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AW: Museen & Ausstellungen: Tuchmacher Museum Bramsche

Hallo Anne,

das mache ich gerne

Wird aber wohl Sommer werden, bis wir in den hohen Norden fahren ...
__________________
Liebe Grüsse
Christine


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Stichworte
bramsche , tuchmacher museum

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