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Kostüme
Tanz, Theater, Karneval


Wie wichtig war die Passform im Mittelalter?

Kostüme


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  #1  
Alt 04.09.2016, 17:47
Benutzerbild von Kaffeefee
Kaffeefee Kaffeefee ist offline
Findet sich auch im Dunkeln zurecht
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Registriert seit: 21.07.2008
Ort: zurück an der Ostsee
Beiträge: 2.379
Wie wichtig war die Passform im Mittelalter?

Hallo liebe Schneidergemeinde,

ich habe mich dazu verleiten lassen, den kommenden Herbst und Winter zu nutzen, um für mich, meinen Mann und meine Tochter neue Mittelalter(liche) Kleidung zunähen. Wir sind zwar immer nur als Besucher auf Märkten und Festivals, aber es soll eben schon etwas authentischer wirken.

Nachdem ich Männes Unterhemd sogar schon fertig habe, wollte ich mich heute mal mit meinem Unterkleid befassen. Und wie schon bei meinem Helden hadere ich mit folgendem Problem: ein ziemlich kräftiger Brustkorb (bei ihm) bzw. eine nicht sehr knabenhafte Oberweite bei mir.

Nachdem es nun trotz Keilen unter den Armen bei meinem Mann eigentlich immer noch über der Brust spannt, frage ich mich nun:

Wie sind die Menschen im Mittelalter eigentlich damit umgegangen? Ich meine, haben die es dann einfach so hingenommen, dass es um die Brust locker sitzt, dafür die Ärmelansätze irgendwo auf dem
Oberarm hängen?

Und wie haben die Frauen das gehändelt, die vorne mehr Länge im Brustbereich brauchten? Teilungsnähte?

Es geht mir hierbei weniger um Schnittmuster, das Prinzip der mittelalterlichen Kleidung ist mir klar, denn es ist ja nicht mein erstes Kleid. Aber ich habe auch bei meinen anderen beiden Kleidern das Problem, dass es an der Brust immer wieder zu knapp sitzt oder die Schultern zu weit außen. Beides irritiert mich jedesmal.

Und mich würde wirklich interessieren, worauf damals geachtet wurde.

Liebe Grüße
Anke
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  #2  
Alt 04.09.2016, 18:30
Benutzerbild von eboli
eboli eboli ist offline
arbeitet Haupt- oder Nebenberuflich gewerblich
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Registriert seit: 04.02.2009
Ort: Wien
Beiträge: 17.593
AW: Wie wichtig war die Passform im Mittelalter?

Ich bin keine Mittelalterspezialistin, aber meines Wissens nahm man das, was da war. Zuunterst ein weites Hemd, darüber eine Schnürbrust, darüber ein Kleid. Bei Schwangerschaft wurde die Schnürung der Schnürbrust angepasst.
Reiche Frauen konnten die Schnürbrust maßanfertigen lassen, arme Frauen trugen second hand und das, was sie selber herstellten. Miedermacher war übrigens ein Männerberuf und neue Schnürbrüste entsprechend rar.
__________________
LG
Barbara Boll
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  #3  
Alt 04.09.2016, 18:30
Benutzerbild von Miss Parlic
Miss Parlic Miss Parlic ist offline
Hilfsbereit und kreativ
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Registriert seit: 23.07.2016
Ort: BaWü
Beiträge: 79
AW: Wie wichtig war die Passform im Mittelalter?

Für welche Zeit nähst du denn im spezifischen?

Ich hab bisher nur wenig Mittelalterliches recherchiert, aber ich würde sagen es kommt zum einen auf Kultur und Gesellschaftsschicht an, aber auch wirklich die zeitliche Ära...

Eine Bauersfrau wird nicht sonderlich Wert auf Passform gelegt haben, da geht es vor allem darum, dass es bequem und praktisch ist. Bei den Hochwohlgeboreneren (Frauen) gehe ich davon aus, dass etwas figurbetonter getragen wurde - ich finde das ist auf Gemälden immer schwer zu erkennen, aber es wirkt doch gut anliegend (natürlich kein Vergleich zu späterer Mode...). Spannen sollte es dennoch nicht, das würde ich als zu eng erachten.
Teilungsnähte gab es auf jedenfall, schon allein weil die Stoffbreite so gering war und man daher 'stückeln' musste...
Bei der Schulter vergisst man gern, dass Ärmel früher anders angesetzt wurden, wie heute und daher die Nähte woanders verlaufen...

Ich weiß nicht wie dein Kleid aussieht, vielleicht wäre ein Foto oder einen Skizze schön, die vielleicht erklärt wo deine Ärmel sitzen, bzw. warum es spannt?
Ich hab auch schon für größere Oberweite ein Mittelalterkleid genäht und hatte kein Problem, aber manchmal sieht man ja den Baum vor lauter Wäldern nicht...

Edit: Noch zu meiner Vorgängerin, wenn du vor 1500 darstellen willst, wirst du keine Schnürbrust tragen denn die kamen erst danach...

Geändert von Miss Parlic (04.09.2016 um 18:34 Uhr)
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  #4  
Alt 04.09.2016, 18:35
Nera Nera ist offline
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Registriert seit: 02.11.2005
Beiträge: 17.672
AW: Wie wichtig war die Passform im Mittelalter?

Schnürbrust gabs im Mittelalter noch nicht.
Grüße
Nera
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  #5  
Alt 04.09.2016, 19:21
Benutzerbild von nowak
nowak nowak ist offline   Administrator
Mitarbeiter der Redaktion und Forenputze
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Registriert seit: 10.08.2004
Beiträge: 19.169
AW: Wie wichtig war die Passform im Mittelalter?

Wenn man sich Holzschnitte (da findet man dann gelegentlich auch Darstellungen des einfachen Volkes) und Abbildungen oder auch Schnitzereien aus den frühen Mittelalter ansieht, dann erkennt man eigentlich ganz deutlich, daß die Hemden generell ziemlich weit waren. Soweit ich weiß, hat man ja auch versucht, die Stoffbahnen nicht der Länge nach durchzuschneiden (Webekanten an den Nähten ersparen das Versäubern, außerdem bleibt die Stoffbahn dann besser einer wie auch immer gearteten Zweitverwertung zuführbar.) Die Weite wurde dann eben wo nötig mit Falten oder Raffungen reguliert.

Mal ganz abgesehen vom moralischen Aspekt... der menschliche oder gar weibliche Körper durfte ja nicht in irgendeiner Weise verführerisch sein.

(Daher auch der ganze Aufwand mit den Kopf- und Halsbedeckungen.

So auswendig gesagt hat sich das erst so mit der Gotik bzw. dem auslaufenden Hochmittelalter bzw. dem Spätmittelalter geändert, wo dann teilweise Frauengewänder modern wurden (für entsprechend wohlhabenden Frauen, versteht sich), in die die Trägerin quasi hineingenäht wurde. Die Unterhemden blieben meines Wissens aber weit, waren dann bei begüterten Frauen nur aus sehr feinen und dünnen Stoffen, die man dann halt dadurch entsprechend zusammenraffte.

Von den modernen Passformvorstellungen darf man sich wohl getrost verabschieden.

Kirchliche Gewänder und Ordensgewänder in Klöstern leiten sich teilweise von den mittelalterlichen "Bauformen" für Kleidung ab, da erkennt man oft noch, wo das her kommt.

Bei Abbildungen muß man genau hinsehen, denn viele Abbildungen, die das Mittelalter darstellen, stammen aus späterer Zeit.

Kunst im heutigen Sinn kam ja auch erst um die Zeit der Reformation auf, vorher findet man vor allem sakrale Darstellungen und da ist nicht immer so viel erhalten.
__________________
Gruß, marion



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