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Unterschied zwischen Gradieren und Größen einzeln zeichnen und mehr

Fragen zu Schnitten


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  #31  
Alt 08.02.2018, 08:52
ju_wien ju_wien ist offline
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AW: Unterschied zwischen Gradieren und Größen einzeln zeichnen und mehr

Zitat:
Zitat von Escaja Beitrag anzeigen
Ihre Maße habe ich. Nur: kann ich pauschal die gleichen Zugaben verwenden, die ich auch bei Größe 42 genommen habe?
Eboli hat das schon genauer beantwortet, aber ich gebe auch noch meinen Senf dazu: Bei einer Veränderung von Gr. 42 auf 36 ja, wenn der Unterschied über 10 oder mehr Konfektionsgrößen geht, vermutlich nicht mehr. Die meisten Konstruktionssysteme arbeiten mit fixen Zugaben, die im mittleren Bereich recht gut passen. (Bei Müller wird zwar viel mit Formeln gearbeitet, aber dazwischen sind dann doch wieder fixe Werte.) Für sehr große Größen und für Kindergrößen gibt es abweichende Zugabentabellen.

Und zur Frage gradieren oder einzeln zeichnen: Beim Gradieren werden Annahmen darüber getroffen, wie sich bestimmte Körpermaße von einer Konfektionsgröße zur nächsten verändern. Beim Konstruieren nach Standardmaßen werden ebenso Annahmen über diese Veränderungen getroffen. Rein von der Mathematik her müsste also bei beiden Methoden das gleiche rauskommen.

Wenn du getrennt nach Größen konstruierst, kannst du dabei aber besser auf die Bedürfnisse der jeweiligen Größe Rücksicht nehmen: zB bei einem lose geschnittenen Oberteil in Gr. 44 einen Brustabnäher vorsehen, wo es bei Gr. 36 noch ohne Abnäher geht, zwei Abnäher an Stelle von nur einem, wenn die Abnähertiefe sonst zu groß wäre oder in großen Größen wegen der günstigeren Optik (oder des günstigeren Stoffverbrauchs) Längsteilungsnähte vorsehen, die du in kleinen Größen nicht machen würdest ... ausreichend breite Träger einplanen, damit man darunter einen BH tragen kann usw. In alten Burda oder Neue Mode Heften aus den 1970er Jahren und früher sieht man das sehr gut.

Wenn ein Schnitthersteller ein und dasselbe Modell über einen sehr großen Bereich (zB 32 bis 52 oder noch höher) anbietet, schränkt das in der Modellauswahl ein, wenn es rein technisch hinhauen soll. Das sieht man bei Ottobre recht gut, die bringen nicht durch Zufall immer wieder die gleichen Basics, weil nur die sich problemlos gradieren lassen.

Und e-books gibt es in *sehr* unterschiedlicher Qualität. (Und manche Autor_innen überschätzen sich massiv.)
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  #32  
Alt 09.02.2018, 06:16
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eboli eboli ist offline
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AW: Unterschied zwischen Gradieren und Größen einzeln zeichnen und mehr

Vielleicht plaudere ich mal aus dem Nähkästchen bezüglich Maßtabellen.
Ich verfüge ja mittlerweile über ein umfangreiches Datenmaterial zu Brustformen und hatte den Ehrgeiz, daraus ein neues Größensystem für Cups zu entwickeln.
Natürlich ist das statistische Mittel dieser Werte schnell ermittelt. Man streicht alle Ausreißer und vermutlichen Messfehler weg, gibt jenen Daten ein größeres Gewicht, die der Idealform nahekommen, und vergleicht mit Datensätzen aus anderen oder älteren Quellen.

Da aber zu mir vor allem Frauen kommen, die mit Konfektions-BHs unzufrieden sind, habe ich jede Menge Ausreißer vom Durchschnitt. Und ich gehe davon aus, dass es auch bei vieen Frauen realiter Maßkombinationen gibt, die dem statistischen Durchschnitt nicht entsprechen. Also genauso wie bei DOB, wo jemand die Taille von Größe X hat und die Hüfte von Größe Y.

Nun kommt das Wesentliche: ich treffe willkürliche Entscheidungen. Wie weit gehe ich mit der Ausdifferenzierung der Cupformen? Bleibt die Schwankungsbreite über die verschiedenen Größen gleich? Wieviel muss ich in den Schnitt zeichnen, welche Änderungen kann ich der Kundin zumuten? Wozu braucht sie ein zweites Paar Augen, eine dritte Hand? Was kann sie selbst beurteilen? Welche Zahlenreihen machen Sinn? Wie berechne ich diese? Und vor allem: machen die so erstellten Schnitte Sinn? Entsprechen sie meiner Erfahrung?

Vielleicht kann man sich vorstellen, wie komplex dieser Vorgang ist, und versteht, dass die Schnitthersteller immer von denselben Grundschnitten mit den immer gleichen Sprungwerten für die Gradierung ausgehen. Es erklärt auch, wieso es im Internet so viele Schnitte für Kinderkleidung gibt. Die Kleinen wachsen ja wie die Schwammerln, sodass es reine Zeitverschwendung wäre, an der Passform zu arbeiten.
Kein Verständnis habe ich aber für DOB-Schnitte minderer Qualität und schließe mich Juttas Urteil über Ebooks vollinhaltlich an. Da würde ich gaaanz genau schauen, ob die Modellfotos und/oder die Biographie für professionelle Arbeit sprechen.
__________________
LG
Barbara Boll

Geändert von eboli (09.02.2018 um 06:20 Uhr)
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  #33  
Alt 09.02.2018, 16:49
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3kids 3kids ist offline
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AW: Unterschied zwischen Gradieren und Größen einzeln zeichnen und mehr

Zitat:
Zitat von eboli Beitrag anzeigen
Vielleicht kann man sich vorstellen, wie komplex dieser Vorgang ist, und versteht, dass die Schnitthersteller immer von denselben Grundschnitten mit den immer gleichen Sprungwerten für die Gradierung ausgehen. Es erklärt auch, wieso es im Internet so viele Schnitte für Kinderkleidung gibt. Die Kleinen wachsen ja wie die Schwammerln, sodass es reine Zeitverschwendung wäre, an der Passform zu arbeiten.
Naja, ganz kann ich das nicht bestätigen. Ich habe meiner Tochter eine Jacke genäht und ihr - wie ich das bei mir mache - die Schnittteile angehalten. Dabei war zu sehen, dass sie sehr gerade Schultern hat und habe das ausgeglichen. Vielleicht ist es mir aber auch nur aufgefallen, weil ich die Symptome kannte. Familiäres Passform-Problem halt. Und das war eine richtige Kinderjacke so ca 128 oder 134.

LG Rita
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  #34  
Alt 10.02.2018, 06:01
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eboli eboli ist offline
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AW: Unterschied zwischen Gradieren und Größen einzeln zeichnen und mehr

Zitat:
Zitat von 3kids Beitrag anzeigen
Naja, ganz kann ich das nicht bestätigen. Ich habe meiner Tochter eine Jacke genäht und ihr - wie ich das bei mir mache - die Schnittteile angehalten. Dabei war zu sehen, dass sie sehr gerade Schultern hat und habe das ausgeglichen. Vielleicht ist es mir aber auch nur aufgefallen, weil ich die Symptome kannte. Familiäres Passform-Problem halt. Und das war eine richtige Kinderjacke so ca 128 oder 134.
OK, an sowas habe ich nicht gedacht, mehr an Längs- und Rundmaße.
__________________
LG
Barbara Boll
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  #35  
Alt 16.02.2018, 21:02
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Escaja Escaja ist offline
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Beiträge: 96
AW: Unterschied zwischen Gradieren und Größen einzeln zeichnen und mehr

Ihr Lieben, ich war ein paar Tage abwesend, hatte insgesamt sehr wenig Zeit und lese jetzt erst die Antworten seit dem 07.02. Lieben Dank dafür

Zitat:
...und schließe mich Juttas Urteil über Ebooks vollinhaltlich an. Da würde ich gaaanz genau schauen, ob die Modellfotos und/oder die Biographie für professionelle Arbeit sprechen.
Es gibt ja auch Profis, die mittlerweile Ebooks rausbringen. Am Ende sind das auch nur ganz normale Schnittmuster, nur eben nicht auf Papier. Aber auch 'Nichtgelernte' haben schon ganz gute Ebooks auf den Markt schmeissen können. Aber klar, es gibt dann auch solche, wie das berühmte Ebook, das mit Mi... beginnt.

Was die Einberechnung der Stoffelastizität betrifft: ist das nicht nur dann wichtig, wenn die Kleidung wirklich hauteng sitzen soll? Ich stelle mir jetzt mal einen Blazer aus einem Sweatstoff mit Elasthan vor, der zwar körpernah, aber eben nicht hauteng sitzen soll. Den würde ich jetzt mit ganz normalen Maßen konstruieren und die Dehnbarkeit des Stoffes nicht mit einberechnen.
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