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Alt 10.12.2006, 06:57
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AW: Was sollte es in einem Nähladen alles geben?

Ich denke der Schritt sollte sehr gut geplant und durchdacht sein, wie groß wäre die Kundschaft, die Kaufkraft, werden Nähkurse an der VHS angeboten, was gibts an Konkurrenz, was kann ich selber bieten, damit Kunden bei mir kaufen würden, was für Lieferanten gibt es, was für Umkosten kommen auf einen zu, wie siehts mit der kaufmännischen Vorbildung aus, man kann ja auch Kurse bei der VHS belegen zur Buchführung z.B..
Sich selbständig zu machen birgt immer Risiken und es wird heutzutage nicht einfacher und es gibt auch online viele Stoffquellen, da ist der Preisdruck nicht nur durch andere Geschäfte vor Ort gegeben und ich denke es kommt nicht von ungefähr, dass viele zusätzlich noch online verkaufen.
Stoffballen sind teuer? Ich könnte mir denken so ein Nähzubehörsortiment ist auch nicht wenig an Geld was man da investieren muss, bzw. der Kleinteilgedöns kostet und füllt auch nicht so schnell so eine große Verkaufsfläche und ein halbleerer Laden macht auch keinen guten Eindruck.
Ich will das nicht schlecht reden, nur würde vor zu naiven Vorstellungen warnen und zu guter Planung und gutem Konzept raten ( z.B. die große Ladenfläche für Kurse nutzen) und vor allem: den Aufwand nicht zu unterschätzen und auch beachten, dass man zum Anfang noch besonders viel Lehrgenld bezahlen muss mit Fehlkäufen, bis man einschätzen kann was geht und was nicht.
Meine Oma hatte selbst einen Blumenladen, gleich nach dem Krieg eröffnet, da gabs keine Konkurrenz und man konnte alles verkaufen. Heute hat der Ort 7 Blumenläden, Baumärkte, Wochenmarkt, Aldi, Lidl und wo man sonst noch Blumen günstig kaufen kann oder auch günstig Vasen und Übertöpfe, oftmals unter den eigenen Einkaufspreisen, die Kunden werden auch immer anspruchsvoller, da ist das alles nicht mehr so einfach, wies mal war. Oder in der Stadt kann ich bei der gleichen Ware vom selben Händler mehr aufschlagen, als in der Kleinstadt oder Dorf, Preisgestaltung ist sowieso ein sehr heikles Thema.
Auch gut überlegen, wann der neue Laden öffnen soll und beachten, dass man z.B. genau in der Sommerflaute landen könnte.
Wie gesagt, ich wills nicht zerreden, in meinem Heimatort gibts einen ganz tollen Nähladen zu dem viele von weit her hinfahren, ich schau da auch gerne vorbei, wenn ich meine Eltern besuche, die achten aber auch immer auf ein gutes und aktuelles Sortiment und reduzieren potentielle Ladenhüter recht schnell und unerbittlich, geben Rabatt auf VHS-Kursteilnehmer und bieten mittelerweile auch an Gardinen zu nähen oder auch Nähkurse an.
Sowas macht der Laden in meinem Wohnort nicht, es stapelt sich das alte Zeug im Laden und es gibt kaum neue Ware, kein Wunder wenn der bald mal dicht macht, ich war da auch schon lange nicht mehr drin. Der andere Laden hat sich auf Ökostoffe spezialisiert, ist aber zu teuer für mich, da kaufe ich vielleicht mal einen Knopf oder Band und fahr lieber ein paar mal im Jahr 1,5 h zum nächsten alfatex, bestell im Internet oder zum 2 mal im Jahr stattfindenden Stoffmarkt.
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