Einzelnen Beitrag anzeigen
  #88  
Alt 02.02.2012, 03:15
dan dan ist offline
Fängt an sich einzurichten
Sterne für Mitgliedschaft:
 
Registriert seit: 03.11.2011
Ort: Berlin
Beiträge: 14.869
AW: Warum macht man sich mit seinem Hobby selbständig?

@Scherzkeks:

So Dinge wie "Nachbars Kinder hüten" usw. sind klassische Nachbarschaftshilfe, da wirst Du nie Probleme mit bekommen. Auch wenn "Klein-Emma" ein paar Mal pro Monat bei Dir in der Hütte sitzt, oder sogar zu festen Terminen 2x pro Woche jeweils für 2 Stunden. Wenn Du aber irgendwann 10 Nachbarskinder bei Dir zu Hause hast und monatlich Geld dafür einsammelst dürftest Du irgendwann aber als gewerbliche Kita gelten... Wo genau die Grenze erreicht bzw. überschritten ist wäre dann die klassische Einzelfallklärung. Allerdings war bisher nach Lektüre diverser Urteile mein persönlicher Eindruck, dass jemand, der es wirklich ernst meint mit dem Charakter der Nachbarschaftshilfe in so "einfachen" häuslichen Dingen, normalerweise nicht in Probleme kommen wird. Genauer hinsehen müssen Leute, die etwas sehr regelmäßig tun, wo Gelder fließen und wo das ganze möglicherweise noch mit dem beruflichen Background interferiert. Die angestellte Friseuse, die zu Hause abends noch Nachbars Haare schneidet, ist so 'n typischer Fall, wo die Grenze gern mal überschritten wird.

Bei den anderen Dingen, die Du da nennst, greifen übrigens teilweise andere Gesetze.

Das Verbot der Hilfe bei der Steuererklärung hat nichts mit Nachbarschaftshilfe zu tun, sondern mit dem Berufsprivileg von Steuerberatern und Lohnsteuerhilfevereinen. Da geht es - ähnlich wie auch bei der Rechtsberatung - darum, dass der Empfänger von Beratungsleistungen davor geschützt werden soll, inkompetent beraten zu werden. Deswegen wird per Gesetz die Beratung in diesen rechtlich kritischen Bereichen halt nur denjenigen gestattet, die über eine entsprechende fachliche Ausbildung verfügen.

Beim Ehrenamt ist die Situation nochmal ganz anders gelagert und etwas komplizierter. Ehrenämter sind so 'n Zwischending zwischen privatem Engagement einerseits und unentgeltlicher Beschäftigung andererseits. Wer ein Ehrenamt ausübt ist beispielsweise über die jeweilige Institution gegen Arbeitsunfälle versichert. Insofern gleicht ein Ehrenamt einer Angestelltentätigkeit. Wenn in einem Ehrenamt Aufwandsentschädigungen (ja, es sind Aufwandsentschädigungen, kein Lohn!) gezahlt werden, dann sind die bis zu bestimmten Freibeträgen steuerbefreit. Der Hintergrund ist, dass man Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, nicht noch steuerlich schröpfen will. Zu Modalitäten und Höchstbedingungen möge sich aber bitte jemand vom Fach äußern, ich weiß nur, dass es da Sonderregeln gibt, aber keine Details.
Mit Zitat antworten
 
Page generated in 0,21042 seconds with 12 queries