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Alt 01.11.2011, 10:59
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nowak nowak ist offline   Administrator
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AW: Selbstgestricktes im Büro?

Zitat:
Zitat von Isebill Beitrag anzeigen
Aus reiner Bequemlichkeit und aus Sicherheitsgründen rate ich aus heutige Sicht allen Bürokräften dazu, sich wann immer möglich, für die Lebensbereiche Beruf und Privatleben eine zweigeteilte Garderobe zuzulegen. Fürs Büro Stoffhose und Schnürschuhe, fürs private Jeans und Sneakers. Fürs Büro Bluse und Jacke, fürs Private Shirt und Tunika.

Und möglichst nicht mischen.

In vielen Berufen greifen privat und geschäftlich immer mehr in einander über. Ständige Erreichbarkeit per Handy und Email im Privatleben, surfen am Arbeitsplatz.

Da finde ich es hilfreich, diese Dinge zu trennen.
An dem Aspekt ist übrigens viel Wahres dran, er hat jedoch mit der Frage, was "man" ins Büro anziehen kann nichts zu tun.

Beim "klassischen" ITler aus dem "Hände schmutzig mach Bereich" könnte dann sogar die Jeans mit dem löchrigen T-Shirt die Berufskleidung sein (die sich nicht dran stört, wenn man hinter den Serverschrank abtauchen muß oder irgendwo die Verkabelung verfolgt) und die Stoffhose für die Freizeit.

Dieser Aspekt ist sehr persönlich, denn inwieweit sich jemand innerlich gut abgrenzen kann hängt einfach vom Einzelnen ab. Der eine kann das eh gut, da ist es egal, der andere hat da mehr Probleme und für den sind solche äußeren Symbole hilfreich. (Und beim dritten hilft auch das nichts, weil er sich am Wochenende in die Jeans wirft und dann den Arbeitslaptop hochfährt. )

Bei meiner derzeitigen Arbeit ist es so, daß für wenigstens 60%-70% meiner Kundenkontakte die Kleidung keine Rolle spielt. In den verbliebenen 25% - 35% macht mir "korrekte" Kleidung das Leben leichter, weil sie die Erartung des Kunden unterstützt und in manchen Fällen Distanz schafft. Etliche Jahre war auch hilfreich, dass es mich älter wirken ließ. Das ist jetzt nicht mehr so nötig. Und in vielleicht 5% macht sie es mir sogar schwerer, weil ich die Distanz da dann anderweitig überbrücken muß. (Für den Teil meiner Arbeit ohne Kundenkontakt ist es hingegen egal, ob ich im Morgenmantel auf der Couch sitze oder im Anzug am Schreibtisch.)

Deswegen trage ich meistens einen langweiligen, korrekten Hosenanzug (wobei ich noch nie das Gefühl hatte, es würde mich in meiner Persönlichkeitsentfaltung beeinträchtigen, denn die hat in meinem Job eh nicht allzuviel verloren), wenn mir aber gerade danach ist, dann auch mal was anderes, ja, auch mal Jeans. Die Shirts die ich trage sind hingegen meistens die gleichen, die können im Job oder in der Freizeit auftauchen.

Trotzdem habe ich mit dem Abschalten nach Feierabend wenig Probleme. Meine berufliche Email-Adresse rufe ich an Feiertagen und am Wochenende nicht ab, ebensowenig im Urlaub. Meine berufliche Telefonnummer hat einen eigenen Klingelton, deswegen stört mich die nach Feierabend auch nicht und meine Handynummer hat bei der Arbeit nur mein Chef. Und da weiß ich, daß er nur in echten Notfällen anrufen würde.
Abgesehen davon hat mein Umfeld in den letzten Jahren eh gelernt, daß man mir am besten eine Email schickt, statt sich einen Wolf mit ausgeschalteten Handies etc. zu telefonieren.

Aber das gilt für mich, für andere kann anderes hilfreich sein! (Ich kann auch im Schlafanzug am Telefon sofort auf "Geschäftston" umschalten. Das ist, dazu gibt es Studien, bei den meisten Menschen nicht der Fall. Aber das hat was mit meiner individuellen Vorgeschichte zu tun, das wäre nicht mein Rat für andere. )
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Gruß, marion



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