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Alt 25.09.2018, 20:32
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Tarlwen Tarlwen ist offline
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AW: Bittere Medizin? - Krankenschwester-Uniform um 1900

Moin moin,

soo, jetzt kann ich mich auch mal wieder melden.
Ist ja ganz schön was los hier.

Als allererstes stellen wir für Allyson mal einen bequemen Stuhl auf, hier muss ja keiner stehen oder auf dem Boden hocken.

Zitat:
Deine Maschine ist ja wirklich schön! Danke für die Präsentation!
Bitte, bitte
Ich mag sie auch gern.

Zitat:
Ich habe, als ich Deine Entwurfszeichnung sah, gleich an die Serie "Charité" gedacht, die vor ca 2 Jahren in der ARD ausgestrahlt wurde und die um 1890 spielte.
Die hab ich auch gesehen. Hat mir ganz gut gefallen.
Unbewusst hatte ich deswegen glaube ich das Gefühl, dass das Kleid blau gestreift werden muss. Anfangs hatte ich von dem Stoff auch noch Proben in bordeaux-weiß gestreift und braun-weiß gestreift bestellt. Aber irgendwie musste es der blaue sein.
Die Hauben aus der Serie gefallen mir sehr gut, so werde ich meine auch machen bzw. es versuchen.
Die gestreiften Kleider der Hilfswärterinnen fand ich zumindest im Rockteil fast etwas flatterig, auf alten Fotos sehen die Röcke immer eher steif aus und haben weniger Weite. Aber wahrscheinlich ist es besser für die Dramaturgie, wenn die Röcke beim Umhereilen etwas flattern.

Zitat:
Dieser Korsettersatz, stützt der so gut, dass er mit einem wehen Rücken klarkommen würde? Also stützend, aber nicht einschnürend?
Puh, da fragst Du mich was.
Ich glaube es kommt auch drauf an, woraus man das Futter macht und was man als Verstärkung einbaut. Ich habe den Rock noch mit Baumwollfutter und Plastikfischbein, der stützt nicht wirklich, das Fischbein sorgt eher dafür, dass die Oberkante nicht nach unten rollt.
Der Rock hier ist jetzt schon ziemlich fest, aber eben nicht so fest wie ein Korsett.
Ich kann Dir da schwer einen Rat geben, ich bin ja weder Arzt noch Orthopädietechniker. Im Zweifelsfall probierst Du es einfach aus.

Zitat:
Ach, diese Nähmaschine und die aufwendigen Sachen, die Du damit machst, möchte ich am liebsten all denjenigen zeigen, die "schon 2 Jahre nähen" und denen deshalb ihre derzeitige Maschine "nicht mehr reicht"
*grins* Das denke ich mir auch manchmal.
Letztens habe ich mal wieder gelesen, dass nähen ja "soooo einfach", "super-easy" usw. ist. Daneben eine Dame mit einer High-Tech-Maschine, die einem simplen Rock präsentiert hat, der so schlecht gearbeitet war, dass ich den niemandem freiwillig zeigen würde.

Nähen ist halt grade (zum Glück) Trend, und viele denken, dass man nur mit High-Tech-Maschinen gute Ergebnisse erzielen kann. Ich glaube, es ist auch immer eine Frage, welchen Anspruch ich an mich habe und ich persönlich kann auf meiner guten alten Trete genau so gut nähen wie
auf meiner Computer-Maschine oder der Overlock.
Die Herangehensweise ist einfach eine andere und mir macht es Spaß, das nähen wie vor 100 Jahren nachzufühlen - mit den passenden Maschinen und Arbeitstechniken.

Zitat:
Habe gerade dieses Filmchen gefunden. Es geht zwar um englische Krankenschwestern im 1. Weltkrieg, aber ich musste sofort an dich denken.
Ui, das ist klasse, vielen Dank!
Schön gemacht das Video.

Zitat:
Das WIP werde ich auf jeden Fall verfolgen, war es doch eines deiner vorherigen, die mich vor einigen Jahren überhaupt auf dieses Forum gebracht haben. Da ist es schon etwas besonderes, mal 'live' dabei zu sein Und das LARP als solches klingt auch nach einem furchtbar interessanten Setting.
Das freut mich.
Das LARP wird großartig. Freue mich schon sehr darauf.
Falls Du mal schauen magst: *klick*

Zitat:
So eine alte Nähmaschine zum Treten hab ich auch daheim stehen, allerdings eine Singer. Da müsst ich mich mal damit näher befassen. Aber ich hab (momentan) keinen Platz zum Aufstellen...
Schade.
ich finde das Treten an der Maschine mittlerweile viel angenehmer als die kleinen Pedale bei den Modernen.




Nach dem ich das Wochenende auf einer schönen Hochzeit verbringen durfte, bin ich nicht großartig zum Nähen gekommen, nur ein bisschen abends unter der Woche:

Die Bluse ist fertig zugeschnitten und als erstes habe ich mal die Falten ins Vorderteil gelegt. Was für ein Krampf. Die Streifen dienen zwar gut als Orientierung, aber es fällt natürlich auch gleich auf, wenn nicht alles 100%ig exakt liegt.
Ich würde Euch gerne ein Foto zeigen, aber hier bringt es nix, weil man die Faltenbrüche durch die Streifen einfach nicht sieht, wenn das Vorderteil glatt liegt.

Nach dem Einbügeln habe ich mich entschlossen, die Falten zumindest etwas zu fixieren und habe auf der Außenseite unsichtbar die beiden unteren Lagen der Falte jeweils festgesteppt.
Anschließend habe ich die Falten am Ausschnitt bzw. an der Schulter mit einer Naht fixiert.

DSCF0063.jpg

Weiter geht es mit der vorderen Kante bzw. der Knopfleiste:
Laut Schnitt wird die Kante einfach zwei mal nach außen umgeschlagen und fest gesteppt. Bei später unten liegenden linken Teil habe ich das auch so gemacht. Für den sichtbare Teil der Knopfleiste wolle ich die Streifen gern diagonal verlaufend haben, als kleinen Blickfang.

Dazu habe ich einen Streifen im 45°-Winkel zum Fadenlauf zugeschnitten,
und auf der linken Stoffseite festgesteppt...

DSCF0060.jpg

... anschließend auf die rechte Seite umgeschlagen, den Streifen
auf die Breite der Knopfleiste (2,5cm) eingeschlagen und festgesteckt.

DSCF0061.jpg

Zum Schluß habe ich die Knopfleiste schmal an beiden Kanten festgesteppt.
Das sieht bei den diagonalen Streifen auch hübscher aus als bei senkrechten Streifen. Hier seht Ihr auch schon die Knöpfe; echte Perlmuttknöpfe.

DSCF0069.jpg


Jetzt kommen Vorderteil und Rückenteil aneinander:
Zuerst setze ich linkes und rechtes unteres Rückenteil mit einer Kappnaht zusammen und anschließend das Rückenteil zwischen die doppelt zugeschnittene Passe, schneide die Nahtzugaben zurück und steppe die Kante noch mal ab.
So weit so gut.

DSCF0062.jpg

Einige von Euch wissen ja, dass ich zu denjenigen gehöre, die ungern Anleitungen Schritt für Schritt abarbeitet, sondern eher nach Gefühl und Intuition arbeitet, vor allem bei eher simplen Sachen.

Hätte ich mal besser in die Anleitung geguckt...
Hier sollen zuerst die Schulternähte geschlossen werden, damit die Nahtzugabe des Vorderteils in der Passe verschwindet. Der Schritt ist nun aber bei mir schon blockiert.
Nicht ganz so schlimm, jetzt schließe ich die Schulternähte und arbeite sie als Kappnaht. Dann habe ich zwar eine Naht auf dem Vorderteil, aber damit kann ich leben. Ist mir so grade lieber als auftrennen.

DSCF0064.jpg


Geht gleich weiter mit den Ärmeln und dem Kragen.
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