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sdwarfs 07.09.2013 15:15

Abendgarderobe / Samt - Verwendung, Zuschneiden, Pflege
 
Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 2)
Hallo Leute,

ich habe vor ein paar Wochen die Lust am Schneidern entdeckt.
Nun versuche ich bei den vielen verschiedenen Materialien durchzublicken und hatte mich letztlich dazu entschlossen,
1,5 Meter schwarzen Pannesamt zu kaufen.

Jetzt hab ich mir das Material mal genauer angesehen und bin ein wenig unzufrieden damit.

Ich hab mal ein paar Fotos davon gemacht:

Anhang 169836

Was mir auffiel, sind diese "Flecken". Ich dachte erst, weil es ein "Uni-Stoff" sei, wäre das nur wegen der Strichrichtung
des Flors in eine andere Richtung so. Mein Versuch, den Flor in eine einheitliche Richtung zu streichen,
ist aber fehlgeschlagen.

Ein Blick in Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Samt) ergab:

"Pannesamt (oder Spiegelsamt) ist ein glänzender, spiegelnder Samt. Er erhält seine Optik durch Flachpressen oder
Flachbügeln ("pannieren") in beliebigen Mustern. Verwendet wird Pannesamt für Damenoberbekleidung, Röcke, Schals
oder Accessoires."



Naja, jedenfalls scheint die Optik extrem mit dem Lichteinfall zu verändern.
Teilweise sieht es so aus, als ob großflächig der Flor aus dem rückseitigen Gewebe wie "ausgerupft" sei.
Wahrscheinlich ist das, weil man manchmal die schrägen Linien stärker sieht, wenn der Stoff etwas gespannt wird.

Mit schrägen Linien meine ich das hier:
Anhang 169837

Meine ursprüngliche Idee war, daraus ein Cocktailkleid für meine Freundin zu basteln...
Allerdings scheint das eine blöde Idee zu sein: Der Stoff ist wohl nicht fein genug für "feine Abendgarderobe".
Aber ist definitiv zu extravagant für die Straße. Oder wirkt das fertig genäht, mit dem richtigen Schnitt wieder anders?
Was meint Ihr?

Letztlich wird es -ansonsten- wohl darauf hinaus laufen, daraus hinauslaufen, dass ein Mittelalter-Oberkleid
daraus gebastelt wird. Also leider mal wieder nix für meine Freundin, die keine Rollenspielerin ist.
Für 'nen Umhang reicht der Stoff wahrscheinlich nicht (~1,50 x 1,50 m) oder wird recht knapp...

Okay... nun möchte ich wenigstens was Lernen und ggf. ein Probestück daraus herstellen.


Daher sind dann noch ein paar Fragen offen:

1. Kann man die Flecken evtl. "wegbügeln"?

2. Ist "normaler" Samt ohne "Flecken"?

3. Die Rückseite scheint recht kratzig zu sein. Ich vermute es ist ratsam die Innenseite eines Kleidungstücks mit Taft
oder ähnlichem zu füttern (dass sich Taft richtig schlecht verarbeitet, weil es ständig weg gleitet, weiß ich schon).

4. Vielleicht lässt sich mit dem Taft auch die Optik soweit aufwerten, dass es für Abendgarderobe passend ist?
Hat das Chancen? (Müsste ich mal mit nem Probestück austesten. Hab hier noch nen bissl Taft rumliegen...)

5. Zuschnitt: die "Streifen" (siehe zweites Bild) scheinen quer zu verlaufen. Jetzt frage ich mich, ob der Zuschnitt
auch quer erfolgen sollte (damit die Linien senkrecht verlaufen) oder eben die Linien später wirklich quer verlaufen
sollten (was dann gut für die Anpassung an den Körper sein dürfte, aber ggf. der Materialwirkung schaden könnte).

6. Wie siehts mit der Pflege aus. Waschen geht wohl höchstens mit der Hand oder? Oder kann man's notfalls im
Säckchen / Wollwaschprogramm oder so waschen? // Bügeln geht nach meinen Recherchen von der linken
Seite mit der rechten Seite "Flor auf Flor" gelegt mit niedriger Temperatur... Was verträgt das Material da
üblicherweise ein oder zwei Punkte?


So.... ich Danke dann schon mal für das aufmerksame Lesen und ggf. für Eure hilfreichen Tipps!

Stefan

anja1166 07.09.2013 15:56

AW: Abendgarderobe / Samt - Verwendung, Zuschneiden, Pflege
 
Hm ... meine Erfahrungen mit Pannesamt beschränken sich auf Karnevalskostüme der Kinder (in diese Qualitätsrichtung würde ich Pannesamt auch einsortieren):
Das "Sckeckige" hat mein Pannesamt auch, mein anderer Samtstoff (Samtvelour, Baumwollsamt) ist gleichmäßig. Zugeschnitten hab ich immer ganz normal.
Gewaschen hab ich die Kostüme mittlerweile mehrfach gnadenlos in der WaMa bei 30 Grad, das hat dem Stoff nichts gemacht.
Die wichtigste Erfahrung ist aber, dass sich das Zeug sch** verarbeiten lässt, der kommt mir nur noch im äußersten Notfall ins Haus und unter die NäMa.

Ob sich dein Stoff nun mit passendem Beistoff optisch aufwerten lässt, mag ich nicht zu beurteilen.

stoffmadame 07.09.2013 18:35

AW: Abendgarderobe / Samt - Verwendung, Zuschneiden, Pflege
 
Hm, ich finde den Namen Panne-samt eigentlich ein kleines bisschen irreführend, weil der Stoff ganz anders ist als Samt. Samt ist vielleicht edel, Pannesamt jedenfalls nicht.
Er näht sich furchtbar, weil er sich andauernd in jede Richtung verzieht. Beim Schneiden fusselt er an den Schnittkanten furchtbar :eek:
Pflegen lässt er sich einfach, ich glaube, der würde auch 60° aushalten, was aber nicht nötig ist.
Der Stoff ist preiswert und wird gern zu allen möglichen Dekozwecken benutzt (da kann er schonmal edel wirken :rolleyes:), weil man ihn auch so gut drapieren - ich meine in alle Richtungen hinwerfen kann. An Schul-Basaren wird der gern als Tischdecke benutzt.
Ich hatte mir mal ein Bauchtanzoberteil daraus gekauft, das gefiel mir eigentlich ganz gut, und trotz 100% Poly trug es sich auch gut, obwohl man beim Tanzen ja ganz schön schwitzt. Da war ich ganz angetan.
Also der Stoff hat Vor- und Nachteile ;)

ju_wien 07.09.2013 18:52

AW: Abendgarderobe / Samt - Verwendung, Zuschneiden, Pflege
 
ich habe aus pannesamt bisher vor allem "homewear" genäht, also sweatshirts, bequeme hosen, lange kleider für daheim. aber alle paar jahre wird er auch für party- und ausgehkleidung modern. kratzig ist meiner nicht, aber wahrscheinlich gibt es unterschiedliche qualitäten.

die flecken gehen nicht weg, die gehören bei pannesamt so. "echter" samt hat sie aber nicht (außer man ist beim bügeln unvorsichtig).

ob man pannesamt waschen kann, hängt von der zusammensetzung ab, meine sachen wasche ich bei 30 grad in der maschine. aber schau sicherheitshalber im geschäft auf das etikett (es ist überhaupt eine gute angewohnheit, sich im geschäft die zusammensetzung und pflegeanleitung zu den einzelnen stoffen zu notieren und dann zusammen mit einem stoffrest aufzubewahren).

auch bei echtem samt hängt die pflege von der zusammensetzung ab, allerdings darf man den nur äußerst vorsichtig bügeln, damit man den flor nicht zusammendrückt. das spricht dann doch für chemische reinigung.

ansonsten ist (echter) samt nicht leicht zu verarbeiten. du beweist mut :) aber lass dich nicht bremsen, ich hab auch mit einem samtrock begonnen. mit dem (über)mut des anfängers funktioniert manches, wovor erfahrenere hobbyschneider_innen zurückschrecken.

wichtig: samt verrutscht beim zuschneiden und nähen leicht, daher lieber zuviel als zu wenig stecken und heften. aber zum heften lieber einen feinen faden nehmen als normales heftgarn, damit keine spuren bleiben.

zum ausbügeln der nähte braucht man idealerweise eine spezielle unterlage mit feinen metallspitzen (nagelbrett), damit der flor nicht zusammengedrückt wird. zur not tut es aber auch ein stück schaumstoff oder ein frotteehandtuch. ausserdem solltest du dir ein rundholz (besenstiel oder dünner) besorgen und das genau unter die zu bügelnde naht legen. dadurch drückt das bügeleisen nur auf die naht und wenige mm daneben und der übrige stoff bleibt flauschig. und genügend dampf und eine leichte hand, die das bügeleisen über den samt schweben lässt :)

lea 07.09.2013 18:58

AW: Abendgarderobe / Samt - Verwendung, Zuschneiden, Pflege
 
Nimm's mir nicht übel, aber auf dem Foto sieht der Stoff eher aus wie Material für ein Stofftier :p; irgendwie plüschig. Das kann aber am Foto liegen.
Stoffhändler sind übrigens ziemlich kreativ beim Erfinden von Stoffnamen und manche haben offenbar auch wenig bis keine Ahnung :rolleyes:
Stand denn zur Waschbarkeit nichts dabei?
Zitat:

Der Stoff ist wohl nicht fein genug für "feine Abendgarderobe".
Aber ist definitiv zu extravagant für die Straße. Oder wirkt das fertig genäht, mit dem richtigen Schnitt wieder anders?
Wenn das so ein Synthetik-Pannesamt für 3€ der Meter ist: Nö. Der sieht immer
nach Faschingskostüm aus.
Grüsse, Lea


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