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ClaudiaU 19.05.2011 11:25

Alte Stoffe verwenden - Schadstoffbelastung
 
Hallo,

ich beginne ja nun gerade erst mit dem Nähen (hab zwar als Teenie mal ein wenig genäht).
Nun habe ich in meinem Schrank alte Stoffe, einige kaufte ich mir als Teenie in den Achzigern einige rettete ich beim Ausmisten, die sind vielleicht aus den Siebzigern. Eigentlich ziemlich cool - Retrostoffe zu haben.
Nun gab es ja zu dieser Zeit vielleicht noch nicht die Sensibilität für Schadstoffe und schädliche Atzofarbstoffe, keine Prüfungen darauf und keine Vorschriften - nehme ich an.

Ich würde die Stoffe aber gern für Kleidung verwenden. Sollte ich das lieber lassen? Wie handhabt ihr das? Ich habe jetzt erstmal einige gewaschen.

lG Claudia

babsi1111 19.05.2011 11:46

AW: Alte Stoffe verwenden - Schadstoffbelastung
 
Hallo Claudia,
das ist toll, dass du solche Stoffe hast. Die lassen sich mit etwas Phantasie oft zu tollen Einzelstücken verarbeiten.
Was deine Bedenken wegen der chemischen Ausrüstung angeht, da bin ich leider kein Fachmann, aber ich denke Folgendes:
1) Vorwaschen (evtl. mehrmals) und am Besten ohne Waschmittel entfernt schon mal sehr viele Rückstände.
2) Die Stoffe aus den 70ern und 80ern sind oft eher noch in Deutschland hergestellt worden, als das heute der Fall ist, so dass da auch bei etwas geringeren Auflagen zumindest deren Kontrolle gewährleistet war.
3) Viele Hobbyschneiderinnen (mich eingeschlossen) vernähen alte Stoffe von ihren Müttern, Omas, ...
Ich habe bisher noch von keinen Verträglichkeitsproblemen gehört.

Das sind natürlich alles beileibe keine wissenschaftlichen Argumente, aber ich würde es einfach probieren, sofern du kein Allergiker mit Neigung zu starken Hautproblemen bist.
Es bleibt auch je nach Stoff und Schnitt immer noch die Möglichkeit, die Kleidungsstücke mit einem guten Futterstoff zu füttern, damit kein direkter Hautkontakt entsteht.
Vielleicht liest ja hier auch noch ein Textilingenieurin o.Ä. mit, die einen fachlichen Rat abgeben kann.

Viele Grüße
Barbara

nikita158 19.05.2011 11:48

AW: Alte Stoffe verwenden - Schadstoffbelastung
 
Deine Sorgen sind teilweise schon berechtigt, da Azofarbstoffe erst seit 1996 verboten sind, allerdings werden sie häufig immer noch für Billigware aus China etc verwendet. ich würde aus den Stoffen Accessoirs nähen, die nicht unmittelbar in hautkontakt sind, z.B. Taschen.

EDIT: Rauswaschen bringt bei Farbstoffen (Azo) recht wenig, nur bestimmte Veredlungmittel werden mit der zeit durchs waschen abgebaut, aber da reichen keine 1/2 wäschen, sondern mind. 50. Was man allerdings durch waschen wegbekommt, sind bestimmte Mittel die zum Transport aufgetragen wurden wie Antischimmel oder -motten mittel. Deshalb immer neue Kleidung vor dem ersten tragen waschen.
Die fachliche Meinung einer angehenden Bekleidungsingenieurin ;-)

babsi1111 19.05.2011 12:01

AW: Alte Stoffe verwenden - Schadstoffbelastung
 
Hallo,
@nikita: Genau das hab ich mit einer fachlichen Meinung gemeint :super:
Toll dass es so schnell ging.

Jetzt hab ich mal noch eine Frage zu Azofarbstoffen. Können sich da beim Tragen von Kleidung Rückstände lösen, obwohl diese beim Waschen nicht gelöst wurden. Ich sehe es ganz naiv mal so: Was Wasser nicht lösen kann, dürfte Körperschweiss auch nicht lösen können, oder ist das zu einfach?
Ist es vielleicht eher der Fall, dass bei jeder Wäsche ein bisschen der Farbstoffe gelöst wird und damit auch bei jedem Tragen?
Freue mich auf deine Antwort.

Viele Grüße
Barbara

ponymaedchen 19.05.2011 12:20

AW: Alte Stoffe verwenden - Schadstoffbelastung
 
Betrachte es als lang andauernden Prozess: Bei jedem Waschen, bei jedem Tragen können sich Farbstoffe oder andere chemische Hilfsmittel auswaschen (in die Lauge, in den Hautschweiß). Zusätzlich gibt es noch andere Prozesse wie Hineindiffundieren in die Hautporen oder Abrieb. Das sind sicher nur ganz langsame Prozesse, aber da man ein Kleidungsstück den halben Tag lang trägt (und überhaupt ständig Kleidung trägt), kann auf die Dauer was zusammenkommen.

Sag ich jetzt mal als Chemikerin.

Ob mich das jetzt von alten Stoffen abhalten würde... hm... weiß nicht.

Viele Grüße, Marion


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