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    Alles Jersey - Wohlfühkleidung nähen (EMF Verlag)

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    Paula38

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    Alles Jersey - Wohlfühlkleidung vom Verlag EMF

     

     

    Erster Eindruck 

    Das Buch hat einen schönen, festen Einband, und bleibt aufgeschlagen vor mir liegen. Die Schnittmusterbögen sind in einem extra Fach (aus dünner Pappe) am Ende des Buches sicher verwahrt. 

    Auf dem Karton, in dem die Schnittmusterbögen aufbewahrt werden, ist aufgeführt, welche Teile zu welchem Modell auf welchem Bogen zu finden sind. 

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    Gliederung des Buches

    Das Buch gliedert sich in die Bereiche Materialkunde, Techniken und Modelle.

     

    Materialkunde 

    Hier werden die verschiedenen Jersey- und Sweatshirtstoffe und ihre Eignung für die verschiedenen Anwendungen erläutert und erklärt welche Einlagen es (für dehnbare Stoffe) für welche Zwecke gibt (z.B nicht dehnbare Einlage für Kragen). Was ist der Fadenlauf und warum ist das wichtig, kommen hier genauso vor wie eine Kurzvorstellung der Overlockmaschine. Dies ist meiner Meinung nach überflüssig, denn jemand der eine Overlockmaschine besitzt, wird mit deren Anwendung sicherlich vertraut sein. Es wird aber auch kurz erklärt, wie und mit welchen Sticharten man mit einer Haushaltsnähmaschine Jerseystoffe nähen kann. Weiter werden auch andere Helfer und Werkzeuge wie Scheren, Rollschneider und sogar Stecknadeln vorgestellt, was sicherlich nur für absolute Anfänger interessant ist.

     

    Techniken

    In diesem Kapitel wird zunächst erklärt, welche Maße man für diese Schnittmuster nehmen soll und die Maßtabelle vorgestellt, nach denen sich die Schnitte richten. Die Größen von S bis XXXL, dabei entspricht Größe S einer in der Oberweite einer Burda 38, in Taille und Hüfte etwas mehr. Größe M landet bei Burda 42 (Oberweite, untenrum etwas mehr) usw. Aufgefallen ist mir, dass der Schritt zwischen den Größen XL & L deutlich größer ist als zwischen den anderen Größen. Zum Beispiel ist der Schritt im Bereich des Hüftumfanges zwischen den Größen S, M und L jeweils 6 cm, zwischen der Größe L und XL allerdings 10 cm. Dies setzt sich auch zu den Größen XXL und XXXL fort. Entsprechend größere Unterschiede gibt es auch in den anderen Maßen. Das hat mich vor allem deshalb irritiert, da ich mit meinen Hüft- und Taillenmaßen etwas oberhalb der Größe L liege, aber deutlich unterhalb der Größe XL.

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    Es wird ausdrücklich daraufhingewiesen sich bei der Auswahl der Größe nicht an der Kaufgröße zu orientieren, sondern an der Maßtabelle. Anhand eines Modells wird zwar gezeigt, dass die Maße über der Unterwäsche genommen werden sollten, allerdings taucht dieser Hinweis nicht explizit in den Erläuterungen zum Maßnehmen auf.

     

    Hinweise zu Schnittanpassungen

    Leider beschränken sich die Hinweise zum Anpassen der Schnittmuster nur darauf, für eine Weitenanpassung zwischen den Schnittmusterlinien der Größen zu wechseln und eine Abweichung in der Länge auf Ober- und Unterteil zu verteilen. Ich bin 5 cm größer als die Maßtabelle das mit 1,68 m vorsieht, danach müsste ich bei einer Hose nur 2,5 cm zugeben wenn ich allerdings die von mir gemessenen Seitenlänge mit der Maßtabelle vergleiche, muss ich hier 6 cm zu geben.

     

    Es gibt weitere Kapitel über Schnittmuster auf den Stoff übertragenund den Zuschnitt von Jersey Stoffen.Das sind alles Dinge, die jemand, der nähen kann, sicherlich beherrscht. Hier wird auch darauf hingewiesen, dass die Schnitte im Buch bereits 1cm Nahtzugabe beinhalten, dies aber bei anderen Schnittmusterherstellern nicht unbedingt der Fall ist.

     

    In dem Kapitel Grundlagen wird kurz das Applizieren, das Ansetzen von Bündchen und Belegen, Anbringen von Druckknöpfen,  Matratzenstich und ähnliche nützliche Dinge erläutert. Alles in allem haben die ganzen Hinweise und Erläuterungen bereits die ersten 47 Seiten des Buches eingenommen. Allerdings wird bei den einzelnen Modellen auf diese Erklärungen Bezug genommen. Sie sind daher (zumindest für Anfänger) auch erforderlich.

     

    Es fehlt allerdings ein Hinweis, dass die zugeschnittenen Teile zunächst geheftet und anprobiert werden sollten. Ich habe also auch (Try and error) gleich alles zusammengenäht und erst das fertige Teil angezogen. Bei 1cm Nahtzugabe hat man eh nicht viel Spielraum.

     

    Schnittmuster 

    Die Schnittmuster des Buches werden in drei Kategorien: easy,  medium und tricky eingeteilt. Beginnen kann man mit dem Knopfschal, den man auch schon als freebook bzw. als freie Anleitung auf der Seite von Leni P. finden und nachnähen kann. Der ist wirklich so einfach, dass man auch als Anfänger sofort ein Erfolgserlebnis hat. Den hat meine Nichte mit null Erfahrung anhand dieser Anleitung ihrer Mutter zu Weihnachten genäht. 

     

    Dass die Schnittmuster zum Teil auf dem gleichen Grundschnitt basieren, wird nicht verschwiegen. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass man zum Beispiel den Kragen des Pullis auch durch die Kapuze der Jacke ersetzen kann. Aus diesem System ergeben sich eben auch noch weitere Möglichkeiten hier untereinander zum Beispiel die Taschen oder auch die Längen der verschiedenen Teile zu variieren, soweit man sich das zutraut. 

     

    Der Abschnitt zu jedem Schnitt beginnt mit einem Foto und einer Modellskizze, auf der genau gezeigt wird, welche Schnittmusterteile man von welchem Schnittmusterbogen für genau dieses Modell braucht. Allerdings fehlen auf diesen Skizzen und auch ganz generell Abbildungen zu den einzelnen Teilen des Schnittmusters und auch ein Schnittauflageplan wäre sicherlich gerade für Anfänger wichtig. Die Skizzen sind auch insoweit nicht vollständig als mir aufgefallen ist, dass der Pulli mit dem netten Namen „Chill dein Leben“ Abnäher hat, die auf der Modellskizze nicht zu sehen sind.

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    Die Schnittmusterbögen (übersichtlich, gut zu kopieren, mit Einschränkungen)

    Es gibt drei Bögen die jeweils mit Vorder und Rückseite bedruckt sind. Dabei wurde versucht die Teile für ein Modell jeweils auf einem Bogen zusammen zu fassen, da der Pullover und das Shirt aber verschiedene Varianten haben, ist dies nicht ganz gelungen. Anhand der Beschreibung auf der Aufbewahrungstasche ist leicht zu finden, welche Bögen man für welches Modell braucht. Die Bögen an sich sind nicht überladen, allerdings da sie nur schwarz-weiß sind und die Linien für die einzelnen Größen teilweise sehr fein, war ich gespannt, wie es mit dem Kopieren klappt. Ich habe mich für das Modell der Jogginghose mit dem netten Namen „Patch me if you Can“. 

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    entschieden, da sowas gerade in meinem Kleiderschrank fehlt. Das Modell wird für mich allerdings nicht so bunt sondern aus graumeliertem Sweatshirt Stoff mit Kniepatches aus einem Rest meiner Sternensweatjacke genäht werden.

     

    Das Kopieren ging eigentlich ganz gut. Blöd nur, dass sich die Schnitteile gerade da kreuzen, wo Passzeichen oder eine Größenbezeichnung war. Da habe ich doch einige Male irritiert innegehalten und überlegt, wo ich falsch abgebogen bin. Passzeichen sind  übrigens dünner gesät, als ich es von Burda, mccalls oder aus der Fashion Style gewohnt bin. An der Hose mit Eingrifftaschen gibt es nur welche den Hosenbeinen (oder sind das die in der Einleitung angekündigten Linien zum Verlängern/ Kürzen? Wer weiß. Ich hab sie sowohl zum verlängern als auch als Passzeichen benutzt) und am Hosenbund eine Makierung, wo dieser die Seitennaht treffen soll.

     

    Anleitung zum Schnitt

    Ich habe genau nach der Anleitung genäht, obwohl ich es intuitiv teilweise anders gemacht hätte. Man kann den Erklärungen gut folgen, auch wenn zum Teil auf die Erläuterungen an anderer Stelle verwiesen wird, und man dafür etwas hin- und Herzblättern muss. Das war aber für die Hose nur an wenigen Stellen der Fall, das konnte ich gut verschmerzen.  

     

    Seltsam fand ich, dass zunächst die Schrittnähte vorn und hinten geschlossen, dann die patches aufgesetzt und dann erst die Seitennähte geschlossen wurden. Hat aber gut funktioniert.

     

    Genähtes Stück

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    Für mich kam die Auswahl der Größe L gut hin, ich fand sie zunächst (wie hier auf dem Bild) am Oberschenkel etwas eng, obwohl mein Oberschenkelumfang geringer ist, als in der Maßtabelle für Größe L. Aber Jersey/ Sweat gibt ja beim Tragen etwas nach. Jetzt passt sie gut...

     

    Eigentlich wollte ich für meine Tochter noch was draus nähen. Sie ist aber mit ihren 21 Lenzen zu schlank für die Maßtabelle. Daher habe ich für mich noch den Schnitt „Bubkragenliebe“ ausprobiert, 

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    allerdings mit kurzem Arm, da ich nicht genug Stoff da hatte. Da ich aber ein D, tlw E Körbchen habe, habe ich hier den Schnitt nach der Oberbrustweite gewählt und eine FBA eingebaut, was, wie bei mir eigentlich immer, auch in der Taille den Platz fürs Bäuchlein schafft. Auch hier hat alles mit den Erläuterungen gut geklappt, sogar das Mitfassen einer Paspel war kein Problem. Das einzige Problem war, dass ich in meinem Elan die Maße des Oberarmes nicht mehr verglichen habe. Der ist jetzt sehr knapp. Noch blöder war, dass ich gleich ein weiteres Shirt danach zugeschnitten habe, mit dem glatten Ärmel. Ich werde den Ärmelschnitt um die fehlenden cm aufspreizen und habe mir noch von den verwendeten Stoffen nachkaufen können.

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    Insgesamt 

    Ich war zunächst skeptisch, viel Vorgeplänkel, wenig Schnitt. Das Buch hat mich aber positiv überrascht. Beide von mir probierten Schnitte haben eine - für mich, Anfang 50, leichtes Bäuchlein - gute Passform. Die Erläuterungen sind ausreichend, auch mit Bildern hinterlegt. Der Shirtschnitt gefällt mir so gut, dass er evt. meinen bisher geliebten Mccalls ShirtSchnitt als Grundschnitt ablösen wird.  

     

    Das Buch ist meiner Meinung nach auch und gerade für Anfänger geeignet, die sich über einfache Projekte an kompliziertere Schnitte heranarbeiten wollen. Für Alte Hasen? Nun ja, viele solcher oder ähnlicher Schnitte haben wir schon im Schrank. Mir gefällt aber, dass gezeigt wird, wie mit wenig (Basis) Schnitten verschiedene Varianten gebaut werden können.

     

    Weniger gefallen haben mir fehlende Passzeichen und nicht so schöne technische Zeichnungen zu den Modellen.

     

    Nicht nachvollziehen kann ich die Kritik, die ich bei Amazon gelesen habe, die Schnitte fielen „sackartig“ aus. (Vielleicht den Schnitt nach der Kaufgröße gewählt?) Wenn ich mich an der Maßtabelle orientiere, passen sie. Sie sitzen aber eher knapper, als die Bilder im Buch das vermuten lassen.

     

    Enthaltene Grundschnitte und Varianten:

    Zum Probieren: Knopfschal und Turbanstirnband (vermaßte Teile, nicht auf den Bögen)

     

    Grundschnitt Shirt

    Kurzarm, Langarm, jeweils als gerader und Puffärmel jeweils mit und ohne Bundabschluss

    mit Saumbund oder gerader Abschluss, 

    auch mit Plastroneinsatz und Knopfleiste

    mit Beleg, mit (Bubi)Kragen, großer Umschlagkragen

    Auch in Kleidlänge, auch als Vokuhilakleid

    ärmel- und trägerloses Tubetop

     

    Grundschnitt Pulli

    Kurzarm, langarm, mit Bündchen oder Ohne

    Verschiedene Längen

    Halsbündchen, Stehkragen, Kapuze

    Auch als Jacke

    Bauchtasche und seitliche Eingrifftaschen

     

    Grundschnitt Jogginghose

     

    Grundschnitt Leggings

    Auch in Caprilänge mit seitlicher Schleife

     

    Basisrock gerade, leicht ausgestellt 

     

    Basisrock ausgestellt, leicht glockig

    Auch mit Raffung und Unterrock

     

    Kombi aus Hose und Shirt > Jumpsuit 

    Kombi aus Rock und Shirt > Kleid

     

    So, ich glaube, das wars. Vielen Dank für die Möglichkeit, das Buch zu testen!

    Ich werde bestimmt noch mehr daraus nähen.

     

    Das war meine erste Rezension. Fehlt Euch was? Was möchtet Ihr noch wissen? Soll ich was nachlesen, oder weitere Fotos anhängen? Mach ich gern!

     

     

    Die Bildrechte für das Titelbild liegen beim Verlag EMF

    Die Bildrechte der anderen Bilder liegen bei Paula38

    Das Buch wurde uns vom Verlag EMF als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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