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innere Saumkante bei Feinloden verstärken?


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Hallo ihr Lieben, :)

 

ich hab mal eine Frage an die "Süddeutschen" unter euch, bzw. an die, die schon mal Loden verarbeitet haben :D

 

Ich nähe gerade an einem Langzeit-Ufo, der Franzius-Jacke, herum, und bin jetzt bei der Stelle, wo die vordere Kante, eingefasst mit einem Schrägstreifen, in der Breite von 4,5 cm nach innen geklappt und dann festgenäht wird. Also quasi ein einfacher umgeschlagener Saum von der Machart her.

 

Nun habe ich zum ersten Mal Loden unter der Nadel, noch dazu ein Feinloden, und musste feststellen, dass dieser Stoff bei weitem nicht so stabil ist wie ich mir immer vorgestellt hatte. Das Gewebe ist eher auf der dünneren Seite, im Gegenlicht sieht man sogar jeden einzelnen dünnen Kett- und viel dickeren Schussfaden. Nun fürchte ich, dass die umgeschlagene Kante vorne schnell durchscheuern könnte... :o

 

Ich habe mal gelesen, dass man den Saum in solchen Fällen mit einem Schrägstreifen Stoff verstärken könnte, aber was nimmt man da am besten? Würde einfach Vlieseline reichen (410 vielleicht, schräg zugeschnitten?), oder besser ein gewebter Stoff, wenn ja, welcher? Hat jemand Erfahrung mit Feinloden und seiner Verarbeitung? :confused:

 

Dieser Stoff ist der bislang teuerste meiner Nähkarriere, und ich würde das Teil ungern verpfuschen oder nach kurzer Zeit schon was dran flicken müssen... :o

 

Würde mich über Ratschläge freuen. :) - Ein paar Stoffreste zum Testen hätte ich gsd auch noch da.

 

Liebe Grüße

Kerstin

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Hallo Kerstin,

sehr schönes Projekt.

Zu Deiner Frage: Was meinst Du genau?

Einen Verstärkungsstreifen, der innen im Stoffumbruch liegt und die Kante stabilisieren soll?

Wenn ja, dann würde die Kante sicher mehr Halt und Stand von innen bekommen, ähnlich wie bei einer Einlage. Den Abrieb an der Außenseite kannst Du damit allerdings nicht verhindern. Eher im Gegenteil: Wenn die Kante steifer wird, bilden sich beim Tragen eher 'Knicke' statt weicher Wellen.

Die Ecken der Knicke werden dann umso eher beansprucht und dann genau dort, wo sie die kleinen Brüche bilden, beginnen abzuscheuern.

Wenn Du andererseits die Kanten schon profilaktisch unterfüttern möchtest, damit im Falle eines Durchscheuerns noch Substanz vorhanden ist, dann würde ich das mit dem Originalstoff tun: Schrägstreifen in doppelter Besatzbreite unterlegen, beim Versäubern an den Besatzinnenkanten mitfassen, Umbruch liegt links auf links in der Innenseite des Belegs. Beatzstreifen IM Umbruch unsichtbar mit kleinen Rückstichen befestigen.

Im Teil liegende Schnittkanten des Schrägstreifens mit losen Hexen- oder Saumstichen unsichtbar UND möglichst flexibel (nicht zu stark anziehen!) annähen. (Vearbeitung wie Gewebeeinlage)

Gruß aus Wien,

Martin

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meine Erfahrungen dazu: mit einer Art Stütznaht innerhalb des nachher eingefassten Schrägstreifens arbeiten. Ein genähter Zickzack, die Stichlänge und -breite etwas vergrößern, die rechten Zacken (weg von der Schnittkante weisend) liegen exakt unter der späteren Schrägbandfixierung.

Alternativ nimmst Du die Overlock und stellst Stichlänge und - breite größer.

Ich nehme bei sowas meistens einen Abstand (Stichlänge) von etwa 4 mm.

Alternativ kannst Du Nahtband aufbügeln (nicht das längsverstärkte Kantenband) oder du schneidest Saumfix in sehr schmale Streifen. Streifenbreite knapp unterhalb des später längsgefalzten Einfassungsschrägband. Was Dir lieber ist oder angenehmer zum arbeiten.

Alle drei Möglichkeiten stabilisieren im Bereich der Einfassungsnaht. Du muß nur sehr exakt aufbügeln oder zickzacken, sodaß man nachher, wenn das Einfassungsschrägband aufgenäht wird, weder Vlies noch Stiche sieht.

Grundsätzlich dürfte nichts abscheuern.

Nochwas: näh das Einfassungsschrägband mit kleinem Zickzack an - Stichlänger größer, -breite ziemlich schmal, die Kante liegt flacher und deutlich schöner als bei Geradstich.

Und wenn Du farblich passenden Futterstoff hast, schneide daraus die Schrägstreifen. Viskosefutter, eventuell feines Viskose/BW-Futter - beide haben etwa die Stärke von feinem Batist und matten BW-Glanz. Das sieht bei Feinloden besser aus als der Flanz von Venezia oder Nevaviscon oder Acetat.

Gekaufte BW Schrägstreifen sind zu starr.

LG

Kerstin

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Guten Abend, :)

 

Zu Deiner Frage: Was meinst Du genau?

Einen Verstärkungsstreifen, der innen im Stoffumbruch liegt und die Kante stabilisieren soll?

 

Ja, genau so :)

 

Wenn ja, dann würde die Kante sicher mehr Halt und Stand von innen bekommen, ähnlich wie bei einer Einlage. Den Abrieb an der Außenseite kannst Du damit allerdings nicht verhindern. Eher im Gegenteil: Wenn die Kante steifer wird, bilden sich beim Tragen eher 'Knicke' statt weicher Wellen.

Die Ecken der Knicke werden dann umso eher beansprucht und dann genau dort, wo sie die kleinen Brüche bilden, beginnen abzuscheuern.

 

Hm, das stimmt natürlich.... Im original ist es so, das bei dem Modell aus Wolletamin (was immer das ist?) die vordere Kante ohne jede Verstärkung einfach umgebügelt wird. Und da der Loden ja recht weich ist und anscheinend auch eher locker gewebt, befürchte ich, dass sich die Fäden mit der Zeit dort verschieben oder eben zu schnell durchscheuern könnten. Ich weiß aber nicht, ob ich den Loden mit Vlieseline bebügeln könnte, um das zu verhindern.... Ich hab an einer Stelle zu heiß oder mit zuviel Dampf gebügelt und hatte prompt Wellen drin, die ich so halbwegs mit nochmal anfeuchten und in Form bügeln wieder rauskriegen konnte, aber das Gewebe scheint mir daher recht empfindlich zu sein, und deswegen bin ich jetzt grad ziemlich verunsichert... :o

 

Wenn Du andererseits die Kanten schon profilaktisch unterfüttern möchtest, damit im Falle eines Durchscheuerns noch Substanz vorhanden ist, dann würde ich das mit dem Originalstoff tun: Schrägstreifen in doppelter Besatzbreite unterlegen, ...

 

Die Idee ist gut, aber ich fürchte, in doppelter - oder eher vierfacher - Lage ist mir der Stoff dann doch zu dick. Ich hatte diese Methode mit dem untergelegten Stoffstreifen im Saum bei Haute-Couture-Modellen gesehen, wo z.B. ein Rocksaum möglichst weich bleiben soll und nicht scharf gebügelt wird.

 

Hmm, ich glaube, ich wage mal an einem Rest einen Bügeltest mit Vlieseline... Bei den lose gewebten Chanel-Wollstoffen meine ich auch schon mal gelesen zu haben, dass man die vor der Verarbeitung komplett mit Vlieseline, z.B. G785, hinterbügeln sollte. So eine Verstärkung, die möglichst wenig den Griff des Stoffes verändern sollte, schwebt mir auch vor, wird mir grad klar, glaub ich. :)

 

Danke für's Mitdenken :)

 

Liebe Grüße

Kerstin

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