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Langlebig und leicht reparierbar nähen?


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Ich bin amodisch und habe seit 30 Jahren die gleiche Kleidergröße. Ich trage meine Kleidung, so lange es geht. Gerade selbst genähte Sachen sollten definitiv viele Jahre halten. Nun würde mich interessieren wie man langlebig und leicht reparierbar näht*. 

Mir fallen haufenweise Fragen dazu ein. Hat jemand Antworten oder Ideen? 

 

Langlebig? 

  • Worauf muss man bei der Stoffauswahl achten? Welche Stoffe nutzen sich schnell ab, welche sind haltbar? Viskose? Stoffe mit Elasthan? Woran erkennt man haltbare Stoffe?
  • Wie kann man änderungsfreundlich nähen? Breite Nahtzugaben lassen? Dann kann man aber nicht mehr mit der Overlock nähen. Gibt es bessere Techniken? Gibt es änderungsfreundlichen Schnitte? 


Gut reparierbar

  • Kann man Kleidung so zusammennähen, dass man RVs leichter austauschen kann? 
  • Gibt es Konstruktionen, die "Verschleißelemente" an Kleidung (z. B. Manschetten, Innenseite Oberschenkel, Ellenbogen, etc) leichter austauschbar machen. Könnte man z. B Zwickel benutzen gegen Verschleiß im Schritt? 


* Das schlägt nämlich die EU für Konfektion in ihrer Textilstrategie vor: "Festlegung von Design-Anforderungen für Textilien, um sie langlebiger zu gestalten und leichter zu reparieren und zu recyceln" https://ec.europa.eu/commission/presscorner/api/files/attachment/872170/Textiles Factsheet_de.pdf.pdf

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Das finde ich spannend. Ich habe eher das Problem, dass ich seit 30 Jahren immer Inder um 3 - 4 Kleidergrößen schwanke. Jetzt habe ich mal wieder Größe 38/40 erreicht und hoffe, da zu bleiben. 
 

Wenn Du mit breiten Nahtzugaben nähen willst, kannst du mit der Ovi versäubern, das liegt meist recht flach. Allerdings, wenn du dann später was rauslässt, wird man das möglicherweise sehen, da der Stoff unterschiedlich ausbleicht , vor allem direkt an den Nähten, dann könnten so helle Streifen bleiben. 
 

(Gewebte) Viskose ist bei mir tatsächlich sehr langlebig, viskosejersey nicht. 
 

T-Shirts nähe ich gern aus nicht zu dünnem Baumwolljersey mit etwas Elasthan. Die letzten mussten weg, weil ein paar Flecken partout nicht raus gehen wollten. Nach 4 Jahren hatten die ihre Pflicht und Schuldigkeit dann auch getan. 
 

Bei gemusterten Stoffen würde ich drauf achten, dass die Muster nicht aufgedruckt, sondern eingewebt/-gestrickt sind..

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Insgesamt würde ich auf hochwertige Stoffe achten, eher Webware, sowie zeitlose Schnittmuster. 

 

Versäubern mit der Overlock ist selbstverständlich möglich und damit kann man auch etwas breitere Nahtzugaben lassen. 

 

Bei Hosen ist ein zweigeteilter Bund änderungsfreundlich, im Gegensatz zu einem durchgehenden Bund. Oder gleich ein Teilstück mit verstellbarem Gummizug einplanen. 

 

Bei Blusen würde ich ein Schnittmuster mit Teilungsnähten bevorzugen.

 

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Tja, es wäre schön, wenn die EU-Pläne dann auch mal umgesetzt werden:rolleyes: Aktuell ist ja immer noch Fast Fashion Trend:rolleyes:

Meine Sachen trage ich auch sehr lange (weit über 10 Jahre). Bei Jersey kaufe ich ausschliesslich Interlock aus Baumwolle. Der ist formstabiler als Singlejersey. Dass ich meine T-Shirts genäht habe, dürfte schon über 15 Jahre her sein. Allerdings trage ich kurze Ärmel eher selten. Nur wenn es wirklich heiß ist oder wir in den Urlaub oder an den See fahren.

Für Hosen, Kleider, Röcke, Oberteile und Schlafanzüge verwende ich gern Baumwollsatin, weil der edel aussieht, sich angenehm trägt, vielseitig verwendbar und robust ist. So ein Kleid, Rock oder Bluse aus Baumwollsatin hält bei mir ewig. Hosen verschleissen etwas leichter und Schlafanzüge muß ich etwa alle fünf Jahre zwei neue nähen.

Allgemein würde ich aus meiner Erfahrumg sagen, dass Stoffe in Köperbindung etwas haltbarer sind als Stoffe in Leinwandbindung.

Gute Wollstoffe zahlen sich auch immer aus. Die reinigen und glätten sich quasi von selbst.

Änderungsfreundlich brauchst Du doch eigentlich gar nicht, wenn Deine Figur seit 30 Jahre gleich bleibt:confused: Unsere Figuren bleiben glücklicherweise auch konstant (wenn ich nochmal einen Hosenschnitt zeichnen muß, schreie ich:fetch: , also eine gute Motivation, auf seine Figur aufzupassen:D).

Nicht mit der Mode gehen, sondern seinen eigenen Stil finden, halte ich im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit auch für sehr wichtig. Mode interessiert mich nicht die Bohne und der Thread im "Mode"-Unterforum über altbackene Kleidung hat mich traurig gemacht. Wenn ein Kleidungsstück jemandem steht und gefällt, ist es doch vollkommen wurscht, ob das gerade aktuell ist oder nicht:nix:

 

P.S.: Hosen bekommen bei uns grundsätzlich ein Stoßband verpasst. Das verhindert, dass die Hosensaumkante aufscheuert. Das scheint heute auch kaum jemand noch zu kennen.

 

P.P.S.: Danke für das Thema! Nachhaltigkeit ist mir ein großes Anliegen. Hoffentlich beteiligen sich hier viele Leute, dass wir noch viele interessante Denkanstöße bekommen:)

Edited by Luthien
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(Über "altbackene kleidung" zu reden, muss niemanden traurig stimmen. 

Altbackenes ist nämlich was, das viel mit Gefühl zu tun hat - es ist an der Person nicht stimmig -, und nicht so viel mit was grad Mode ist...)

 

Elasthan fördert die Langlebigkeit in der Regel nicht - der Kunstgummianteil altert. Und wenn er als Faden eingearbeitet ist, gibt's  früher oder später die aus dem restlichen Gewebe rausguckenden, dann glitzernden, Fadenbruchenden...

 

Unifarbene Stoffe ohne Drucke bleiben "in".  Drucke/gemusterte Stoffe  sind deutlich schneller modisch von gestern...

Was als Musterstoff bleibt, sind so Sachen wie Schottenkaros.

Auch bestickte und gesteppte Stoffe fallen schneller als alt auf.

 

Qualität  kostet erstmal mehr, wird aber durch die Langlebigkeit dann richtig günstig - dummerweise kann man auch grottige Stoffqualitäten sehr viel Geld hinlegen.

 

(Was den haltbareren Interlock angeht... ich hab da mal Pech gehabt. Toller Stoff auf dem Ballen, genau meine Farbe - ein wunderschönes, dunkleres, warmes Curry - und als genähtes Teil fing er nach 2, 3 Wäschen an zu pillen. (Die Vorwäsche hat er noch problemlos überstanden, und ja, er hat das Pflegeleichtprogramm zum baden bekommen.)

Pilling war weder von der Machart noch von der Materialangabe her absolut zu erwarten. Und günstig war der auch nicht.)

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vor 10 Stunden schrieb Polarigel:

Worauf muss man bei der Stoffauswahl achten? Welche Stoffe nutzen sich schnell ab, welche sind haltbar? Viskose? Stoffe mit Elasthan? Woran erkennt man haltbare Stoffe?

Leider "erkennt" man haltbare Stoffe nicht wirklich :nix:

Viskose ist nicht allzu verschleissfest und scheuert gern an den Kanten durch.

Elastan altert; die Fasern brechen, der Stoff verliert an diesen Stellen den Rücksprung und beult.

In beiden Fällen gibt es aber riesige Unterschiede - es gibt auch solche Stoffe, die recht haltbar sind, nur weiss man das vorher nicht. Qualität schlägt sich zwar im Preis nieder, aber umgekehrt heisst das nicht, dass teure Stoffe grundsätzlich "besser" oder haltbarer sind.

 

Falls Du keine Synthetikphobie hast:  Kunstfaser ist i.a. sehr abriebfest, stapazierfähig und haltbar. Ein guter Markenfleece hält z.B. buchstäblich Jahrzehnte.

Grundsätzlich ist wichtig, dass man den richtigen Stoff für den richtigen Zweck nimmt.

 

vor 10 Stunden schrieb Polarigel:

Wie kann man änderungsfreundlich nähen?

Es kommt darauf an, was Du ändern willst. Weitenänderungen sind es bei Dir ja wohl nicht.

 

 

 

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Das Thema ist auch meins! Ich kaufe schon ganz selten Kleidung, aufgrund meiner Körpermaße (159 "groß", A-Cup, für meine Länge immer noch recht kurze Arme ...). Richtige dicke Winterjacken nähe ich zum Beispiel ungern, aber da gibt es schon mal etwas: Kurzgröße, gerade geschnitten, evtl. noch Umschlagärmel.

 

Für mich habe ich inzwischen ein paar passende oder passend gemachte Schnitte, die ich 'rauf und 'runter nähe. Einer davon ist für eine lockere schrittbedeckende Jacke, ursprünglich ein Kinderschnitt für Größe 158-164. Den Taillengummizug habe ich auf die richtige Höhe gebracht, die Ärmel auf die passende Länge, ich nähe ihn wie vorgesehen mit RV, habe aber auch schon auf Knopfverschluss umgebaut und verlängert für Mäntel mit Gürtel.

 

Bei meinem Hosenschnitt war es ähnlich. Schmale Rockschnitte lassen sich an den Seitennähten ändern, auch durchaus am Stoffbruch, natürlich allen in Maßen. Bei weiten Röcken bevorzuge ich 6-Bahnen-Schnitte, zum Teil mit angeschnittenen Godets. Auch da kann man den Nähten "drehen".

 

Mit eigener Schnittkonstruktion klappt es nicht so gut. Bei meinem figurbetonten Blusen-, Westen- und Jackenschnitt habe ich von stofftante entscheidende Hilfe bekommen. Schnitte mit englischen Nähten (Teilungsnähte aus der Schulter) sind am günstigsten. Gut verändern lassen sich Details: Kragen, Ausschnitt, Ärmel u.ä.

 

Als Material für Blusen und Kleider liebe ich Mischgewebe, BW-Seersucker, bei Shirts BW- oder Viskose-Interlock.

 

Für Hosen nehme ich Jeans, BW-Cord, BW-Köper oder feste strukturierte Baumwolle, normalerweise einfarbig (eine einzige mehrfarbige ist vorhanden).

 

Bei Röcken habe ich mehr Auswahl: Mischgewebe, BW-Feincord, bei glatten Röcken darf es auch Leinen sein, aber auch rein synthetische Stoffe kommen vor.

 

Vor fast vierzig Jahren habe ich mir mal eine Farbberatung gelaeistet, die sich m.E. gelohnt hat. Muster müssen in erster Linie mir gefallen.

 

Ich hätte durchaus noch mehr zum Thema zu sagen, zum Beispiel über Konstruktionsprogramme, aber der Haushalt ruft ... In meiner Galerie gibt es reichlich Beispiele für meine selbstgenähte Kleidung.

 

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Interessantes Thema! 

 

Qualitativ hochwertige Stoffe setzte ich mal voraus. Ebenso zeitlose Muster und Schnitte. 

 

Da ein Kleidungsstück mit jeder Wäsche etwas an Form/Farbe/Qualität verliert, würde ich dort, wo es möglich ist, hochwertige Wollstoffe verwenden, die nur selten gewaschen werden müssen. 

Hier spielt auch die Farbwahl eine Rolle: je empfindlicher die Farbe, desto häufiger muss gewaschen/gereinigt werden. 

 

Aus der historischen Mode kenne ich es so, dass Kragen und Manschetten (zum Teil auch ganze Ärmel) als separate Teile gefertigt und getragen werden. Auf diese Weise muss nicht immer das ganze Kleidungsstück gewaschen/ausgewechselt werden, wenn nur Kragen/Manschetten schmutzig bzw. abgestossen (sorry, meine Tastatur hat kein sz) sind. 

 

Lange Röcke hatten aus demselben Grund oft eine nur angeheftete Rüsche unten. Auch praktisch für eine leichtere Längenanpassung. 

 

Futter und Aussenstoff als eine Lage zusammen verarbeitet, vereinfacht mögliche Weitenänderungen. Wird die NZ mit Schrägband versäubert, sieht das trotzdem sehr ordentlich aus innen. 

 

Schnürungen helfen ebenfalls, die Weitenanpassung flexibler zu gestalten. 

 

Wenn es kein Teilgummizug sein soll, kann man auch mit einem zweigeteilten Riegel im Rücken arbeiten (wie bei klassischen Westen oft zu sehen). 

 

In einer Farbfamilie zu bleiben, kann auch hilfreich sein. Zum einen braucht man weniger Kleidung, wenn alles gut zusammenpasst, zum anderen hat man weniger unterschiedliche Waschladungen. 

 

Re- und Upcycling setze ich auch mal voraus, z.B. Flicken setzen, Sashiko oder Ärmel kürzen bei abgeschubberten Ellenbogen o.ä.

Passt das vom Stil her nicht, lassen sich die noch guten Stoffteile bestimmt noch für etwas Neues verwenden (z.B. Tasche oder Quilt...). 

 

 

 

 

 

 

 

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Ich denke gerade  über Teile in meinem Kleiderschrank nach, die schon richtig lange bei mir sind, zehn Jahre und mehr. Beispiele:

- Teile aus Libertystoffen (ein Rock von vor vierzig Jahren lebt auf zwei kurze Röcke verteilt in den Schränken der Töchter weiter). Teuer, aber unglaublich haltbarer Stoff (als enges Kleid etwas weniger, da ist mehr Spannung drauf).

- Eine kastenförmige bunte Steppjacke aus BW-Stoff. Die ist völlig zeitlos im Stil und paßt einfach zu mir. Und der Schnitt sitzt luftig genug, daß der Stoff nicht viel strapaziert wird.

- Langarmshirts aus Qualitätsjersey (z.B aus dem Fabrikverkauf von Amor Lux). 

 

 

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Bei Sommerblusen gibt es noch das Problem mit dem Licht. Ich habe mehrere schwarze Blusen, älter als 5 Jahre, die durch die Sommersonne ungleichmäßig verblichen sind (Schultern). Sonst sind sie noch „gut“. Vielleicht ginge sogar nach färben, aber ich färbe nicht gerne. 

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Fleckig verblichen lässt sich schlecht überfärben. Ich habe das mal an einer Baumwollhose probiert. Die Flecken waren noch da, halt nur in einer anderen Farbe:rolleyes:

Recycling mache ich besonders gern mit Teilen verschlissener Herrenhemden. Da hat mein Mann so schöne Stoffe:)

 

P.S.: Füher konnte man bei Herrenschlafanzügen das Gummi in der Hose problemlos austauschen, heute leider nicht mehr. Das sollten die Hersteller unbedingt wieder ändern!

Edited by Luthien
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Martin, der bei ....ach, Entschuldigung...bei einem großen Bekleidungshändler... gearbeitet hat (kennt den hier noch jemand?) hat mal einen genilalen Tip gegeben, den ich seither bei allen Kleider anwende: Kleine Druckknöpfe in die Achseln nähen, an denen man  aus recycleten Jerseystoffen selbstgenähte Achselpads anknöpfen kann. So muß das Kleid seltener gewaschen werden, wenn man nicht ernsthaft zum Schwitzen neigt.

Edited by Luthien
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vor 1 Stunde schrieb Luthien:

Füher konnte man bei Herrenschlafanzügen das Gummi in der Hose problemlos austauschen, heute leider nicht mehr. Das sollten die Hersteller unbedingt wieder ändern!

das läßt sich austricksen: eine etwa vorhandene Mittelsteppnaht auftrennen, von links einschneiden und ein Gummiband einziehen, den Einschnitt von Hand versäubern/ mit Knopflochstich einfassen.

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Ehrlich gesagt habe ich das jetzt nicht verstanden:o:confused: Die Gummis sind heutzutage ja auf ganzer Länge mit Overlock und mehreren Steppnähten festgenäht, so dass man keine Chance hat, die zerstörungfrrei herauszubekommen:confused:

 

 

 

Edited by Luthien
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Aus meinen Jerseyresten nähe ich alle meine Slips. Den Schnitt habe ich von einem gekauften abgenommen. Da kann ich auch je nach Größe der Reste Nähte verlegen und Teile anders zusammensetzen. Die selbstgenähten halten und halten ...

 

Einen klassischen Herrenslip mit Eingriff habe ich allerdingd nur einmal genäht - der Aufwand ist mir dann doch zu groß.

 

Dass sich Nachtwäsche hervorragend eignet, um als Probeteile für Shirts herzuhalten, ist ja bekannt.

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Interessantes Thema.:)

Es gibt wenige Firmen, die langlebige Kleidung verkaufen.

Eine habe ich neu kennengelernt, die gibt den Kunden eine „Reparatur-Garantie“. (… Outdoor-Ausrüster norrona aus Norwegen..)

Die Sachen sind hochpreisig, versprechen aber ein langes Leben. 
Nicht jeder verbringt die überwiegende Lebenszeit Outdoor.

;)

Ich habe viel bei hess-Natur für mich und meine Kinder gekauft. Die Kinderkleidung konnte man noch gut weitervererben. 
 

 

 


 

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vor einer Stunde schrieb Luthien:

Ehrlich gesagt habe ich das jetzt nicht verstanden:o:confused: Die Gummis sind heutzutage ja auf ganzer Länge mit Overlock und mehreren Steppnähten festgenäht, so dass man keine Chance hat, die zerstörungfrrei herauszubekommen:confused:

Wieso herausbekommen? Ich lasse die drin, trenne von der linken Seite die vordere Teilungsnaht am Gummi ein kleines Stückchen auf und ziehe in den Tunnel neben dem alten Gummi ein neues ein. Das zum Ring nähen oder knoten. Dann das kleine Stückchen auf getrennte Naht mit der Hand wieder zunähen, fertig.

 

Ich habe gerade wieder ein paar Schlafanzughosen von meinem Mann entsprechend zu reparieren. Ich finde es schade, dass die Hersteller da so sparen und so mindere Qualitäten verarbeiten, die so schnell hin sind.

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Ich mag keine Tunnellösung und nähe auch wie die Industrie, ein breites Gummiband auf oder ein. Wahrscheinlich ist die Qualität meines Gummis sehr gut, der Stoff so wie so (Trigema)...und es gibt keine ausgeleierten Gummis in Schlafanzughosen...

Ich habe gerade mal nachgesehen, ich habe die ersten Schlafanzüge  vor 7 Jahren genäht..

Also die Qualität ist doch von sehr entscheidender Bedeutung.

 

 

Edited by jadyn
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Die meisten meiner Sachen leben sehr lange bei mir. Manche häufig getragen, manche nicht so und manche landen auch mal ein paar Jahre in einem Schrank und kommen dann wieder vor. (Meine Pyjamas aus Webstoff halten in der Regel zwischen 15 und 20 Jahren. Die Sachen aus Jersey auch über 20 Jahre. Gummis waren in der Regel frühestens nach 10 Jahren fällig, bis auf einen Fehlkauf oder so.)

 

Was bei mir kaputt geht ist bei Hosen zwischen den Beinen am Oberschenkel. (Hinterhose.) Bei gekauften Hosen/Jeans stopfe ich da in der Regel, auch mehrfach. Bei selber genähten verstärke ich vorher. Wenn ich füttere, wird die Stelle vorher mit Vlieseline G785 bebügelt und das Futter auch. Das Zeug ist dünn, aber erstaunlich stabil. Nur auf der Haut kratzt es. Also zwischen Futter und Oberstoff.

Ohne Futter habe ich auch schon eine Lage Futterstoff (mit G785) oder dünne Baumwolle eingearbeitet

 

Bei Wollhosen tausche ich auch mal aus (so ich noch genug Stoff habe und der nach X Jahren noch farblich passt) Stoff aus. Dazu trenne ich die Nähte auf, schneide den Stoff passend aus und nähe dann einen Zwickel an. Das ist auch nicht mehr Arbeit, also gleich einen Zwickel einzuarbeiten und ich tausche dann da aus, wo es wirklich kaputt ist. (Und wenn es nicht kaputt geht, habe ich mir die Arbeit nicht gemacht.)

 

Für Gummizüge nähe ich hingegen lieber Tunnel, weil man die leichter austauschen kann. Und auch am fertigen Teil leichter endgültig anzupassen.

 

Generell halt haltbare Stoffe und das verstärken oder entsprechende Nahtzugaben dran lassen, wo man seine eigenen "Schwachstellen" hat. (Ich verwende z.B. bei Hosen schon lange kein Stoßband mehr, weil meine auch ohne nicht kaputt gehen. Zumindest nicht da. Oder da erst dann, wenn viele andere Stellen auch schon kaputt sind. Aber das ist bei jedem anders.

 

Und Markenreißverschlüsse, dann muß man sie nie austauschen. (RV austauschen ist tatsächlich bei mir auch kein Thema.)

 

Ich empfinde meine eigenen Sachen eh leichter zu reparieren (obwohl ich es hasse), weil ich weiß, was ich in welcher Reihenfolge genäht habe und dann auch weiß, was ich wo trennen kann.

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Ich finde es toll, dass dieses Thema auf so viel Interesse stößt!

Mit festgenähten, ausgeleierten Gummis habe ich meine Erfahrungen. Als ich 2017 wiede mit dem Nähen anfing, waren die Taillengummis aller Schlafanzug-, Jogging-, und Sporthosen ausgeleiert. Die Hosen wurden nur noch von Kordeln gehalten. Bei den Schlafanzughosen hatten sich die festgenähten Gummis auch noch durch den Stoff gesägt. Ansonsten waren die Hosen in Ordnung. Mein erstes Projekt war, meine Freizeithosen zu reparieren.  Bei Schlafanzughosen habe ich die Bündchen abgeschnitten, neue dran genäht und ein Gummi durchgezogen. Die Hosen sind immer noch in Gebrauch. Bei den Sport-Leggings habe ich das festgenähte Gummi mühsam abgetrennt, einen Tunnel genäht, und ein neues Gummi eingezogen. Auch diese Hosen werden noch benutzt. Bei den Jogging-Hosen habe ich wie Großefüße beschreibt ein neues Gummi durch den Tunnel des alten gezogen. Die Hosen sind noch brauchbar, aber ich benutze inzwischen selbstgenähte Hosen, die mit weniger Stoff besser passen und weniger Platz in der Waschmaschine beanspruchen (auch das ist nachhaltig). Meine Unterhosen hatten schon immer Tunnel, und sie werden normalerweise erst mit den 2. Ersatzgummi löchrig und reif für die Tonne.

Ich habe auch eine Hose aus den 80-igern mit einem festgenähten offen liegenden Taillengummi. Bei der ist jetzt der Hosenboden durchgewetzt- aber das Gummi ist noch gut. Man kann also auch Gummis guter Qualität produzieren. Macht nur keiner. 

Konklusion: Kleidung ist einfacher zu reparieren, wenn die Taillengummis in Tunneln liegen. Festgenähte Gummis können den Stoff zersägen und Kleidung damit weniger haltbar machen.  

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Auch Gummis im Tunnel können irgendwann Stoff zersägen... im meinem Fall eine Pyjamahose so nach... 15, 16 Jahren? Danach habe ich einen breiten Gummi für Herrenunterhose angenäht. Also einen, den man direkt annäht. Hatte ich noch.

 

Die Hose ist jetzt in der letzten Nutzungsphase, die ist in der Ferienwohnung und wenn der nächste Riss kommt, dann landet sie im Müll.

 

(Es gibt bei mir, auch bei der Unterwäsche, die Kategorie "Reisekleidung". Das ist welche, wo mir NACH dem Waschen aufgefallen ist, dass Stopfen nichts mehr bringt. Die gehen mit auf eine Reise aber one way... die werden dann statt waschen weggeworfen und im Koffer ist Platz für Stoffsouvenirs und Wollknäuel. :silly:)

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