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Aus einem Rockbeleg einen Formbund machen - Oberkante von Rock und Beleg sind verschieden lang


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Basisschnitt ist ein gerader Rock, die Oberkante geht bis zur Taille. Der Rock wird laut Schnittmuster ohne Bund genäht, stattdessen wird ein verstärkter Beleg nach innen umgeklappt.

Ich möchte aber gerne oben einen extra-Bund (Formbund) haben. Also wollte ich jetzt einfach den Beleg als Bundschnitteil nehmen und die entsprechende Höhe des Bundes vom Rock oben abschneiden. Fertig.

Jetzt das Problem: Die Rockoberkante vom Rock ist wesentlich länger als der obere umzuklappende Bundbeleg und soll vor dem annähen des Beleges eingehalten werden. Der Gesamtunterschied Umfang Bund/Rock beträgt etwa 3,2 cm. Nehme ich einfach das (oben kürzere) Belegteil als Bund oder zeichne ich mir vom Rockteil oben den (längeren) Bund ab?

Was ist üblich?

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Hallo Ellentie,

 

das der Rock eingehalten werden soll macht prinzipiell schon Sinn aber 3 cm erscheint mir relativ viel. 

Ist es möglich das der Rock einen Abnäher hat und der Beleg nicht? Das würde die Differenz erklären.

 

Generell wird der Formbund erstellt in dem man die gewünschte Bundbreite parallel zur Oberkante einzeichnet und dann entlang dieser Linie die Teile trennt. Abnäher werden beim Bundteil weggefaltet, dadurch erhält er eine stärkere Rundung. Bei deinem Beleg müsste es eigentlich auch so sein.

Im Rückenteil wird der restliche Abnäher ausgenäht, im Vorderteil (sofern es einen Abnäher hat) bleibt normalerweise nur ein sehr kleiner Abnäher übrig. Den kann man einhalten oder an der Seitennaht wegnehmen. 

 

Hilft dir das?

 

LG

Adam

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Hallo Adam,

die Abnäher habe ich dabei berücksichtigt, habe die Rocknahtoberkante abzüglich der Abnäherbreite gemessen. Der Beleg hat keine Abnäher. Mir kommt das auch viel vor... Die 3 cm verteilen sich komplett um die Bundoberkante, genau genommen ist jedes Viertel-Teil des Beleges 0,8 cm kürzer. Ich hatte noch kein Rock-Schnittmuster, bei dem die Oberkante so eingehalten wurde. Der Rock-Grundschnitt geht bis hoch zur Taille hoch. Soll denn der Beleg schmaler sein, damit der Rock nicht runterrutscht? Ich habe vorhin ein Nesselmodell genäht (mit dem Beleg), die obere Kante ist wirklich sehr gerafft, ist echt schon grenzwertig. Man könnte es aber fast so lassen, sicher bin ich mir aber trotzdem nicht. Vor allem wie ich den Formbund machen soll. Ich kenne es ja auch so, dass einfach vom Rock oben der Bund abkopiert wird, die Abnäher werden zugeklappt, vielleicht alles noch schön runden falls nötig und fertig. Durch die 3 cm Längenunterschied frage ich mich jetzt, ob ich als Formbund einfach das Rockschittteil nehme und wie eben beschrieben abkopiere oder ob ich den Beleg nehme, dann wäre die Oberkante des Formbundes 3 cm kürzer im Umfang...

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Hallo Ellentie,

 

also generell macht das Einhalten schon Sinn. Der gesamt Rock ist normalerweise ca. 2 cm weiter als der Bund. 3 cm klingt schon viel. Bei einem Wollstoff würde man das gut wegkriegen, bei Baumwolle bin ich da skeptisch. 

Ich würde entweder den Beleg nehmen und etwas weiter machen oder mir einen Formbund konstruieren und ihn ein klein wenig enger machen. Den Formbund würde ich außerdem innen und außen mit Einlage verstärken. 

 

LG

Adam

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vor 23 Stunden schrieb sewing Adam:

Der gesamt Rock ist normalerweise ca. 2 cm weiter als der Bund

Ist damit nur die Rockoberkante gemeint oder auch die Stelle, an der der Beleg unten endet? Also nehmen wir an, der Beleg wäre 4 cm hoch. Dann wäre der Gesamtumfang des Beleges an der oberen Kante Rockoberkante minus 4 cm. Muss dann die Belegunterkante auch 4 cm kürzer sein? Ich möchte dort das Futter anbringen...

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Ellentie,

 

eigentlich sollte nur die Oberkante etwas enger sein, nicht die Ansatznaht/Belegunterkante. 

Und die 2 cm beziehen sich auf den gesamten Rock, also auf den halben Rock 1 cm. 

 

LG

Adam

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vor 34 Minuten schrieb Luthien:

Da ich immer gern dazulernen möchte: Warum hält man die Rockoberkante eigentlich ein?

ich vermute jetzt mal daß es ähnlich ist wie bei Ober- und Unterkragen: das innere/ untere etwas kleiner, damit nichts nach oben/außen klappt und eine gute Form gegeben ist.

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Posted (edited)
Am 21.5.2021 um 08:38 schrieb Luthien:

Da ich immer gern dazulernen möchte: Warum hält man die Rockoberkante eigentlich ein?

 

 

Hallo Luthien,

Ich weiß nicht ob es fachlich korrekt ist aber aus meiner Sicht:

Bei einem Rock mit normalem Bund entspricht der Bund dem Körpermaß. Wenn der Rock glatt angesetzt werden sollte müsste der auch Körpermaß haben - das funktioniert erfahrungsgemäß nicht so gut.

 

Beim Formbund ist es denke ich ähnlich: man muss die Oberkante kurzhalten damit sie auf Körpermaß kommt - oder nah dran - und der Oberstoff Mehrweite hat um über den Körper zu fallen.

Edit: Außerdem dürfte es die Kante zusätzlich gegen ausleiern sichern.

 

LG

Adam

Edited by sewing Adam
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Posted (edited)

OK, danke für die Erklärung!

Bei meinen Röcken und Hosen mache ich den Bund immer zwei Zentimeter weiter als das Körpermaß, weil ich es nicht mag, wenn meine Kleidung zu eng sitzt Vielleicht geht es bei mir deshalb auch ohne Einhalteweite:verwirrt:

Bei Röcken mit geradem Bund habe ich allerdings auch schon ganz brav die Einhalteweite eingefügt (und natürlich auch beim Nähen entsprechend eingehalten). Eine Verbesserung der Passform habe ich nicht bemerkt, war halt nur anders. Einen geraden Bund mache ich allerdings sehr selten, weil ich es für meine Figur optisch ansprechender finde, wenn die Oberkante des Rockes in der Taille endet und nicht noch höher geht.

 

P.S.: Gegen ausleiern fasse ich , auch als Dekoelement, an der oberen Kante normalerweise ein Satinpaspelband mit. Das ist quasi schon mein Markenzeichen:D Sonst sieht mir der Rock/die Hose zu schlicht aus.

Edited by Luthien
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Am 22.5.2021 um 17:13 schrieb sewing Adam:

Außerdem dürfte es die Kante zusätzlich gegen ausleiern sichern.

Ich habe gelesen, dass man auch ein Twillband an der oberen Rockkante in Bundlänge mitnähen kann. Leider habe ich die Technik nicht richtig verstanden. Wo genau soll das Band angelegt werden? Nehmen wir an, dass ich einen Beleg an die obere Rockkante (zum nach Innen klappen) annähen möchte. Der verstärkte Beleg (mit Vlieseline) ist ca. 2 cm kürzer als die Rockkante, die ja eingehalten wird. Die Nahtzugaben betragen 1,5 cm. Das Band zur oberen Verstärkung soll 6mm sein.

1) Wird das Band auf das Rockteil oder den Beleg genäht?

2) Kommt das das Band direkt mittig auf die Naht, an der Rock und Beleg zusammengenäht werden? Oder wird es mit der Kante über oder unter die Nahtlinie angelegt?

3) Beim Zusammennähen an der Nähmaschine sollte der Teil mit dem Band oben oder unten liegen?

4) Sind 6mm Breite beim Verstärkungsband zu empfehlen?

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Ganz ehrlich - das weiß ich nicht, habe das noch nie gemacht. Ich kenne nur das man einen gedehnten Futterstreifen (schräg geschnitten) in der Naht mitfasst. Wobei meiner Meinung nach der kürzere und mit Einlage versehene Beleg ausreichend sein sollte.

Aber jemand anderes hat das sicher schon gemacht - ich bin gespannt auf die Antworten.

 

LG

Adam

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Ein Twillband muß es gar nicht sein. Man kann auch einfach die Webkante des jeweiligen Stoffes zum Band schneiden und auf der Innenseite genau auf der Ansatznaht aufnähen. Das funktioniert super. Bis ich, weil ich es einfach dekorativer finde, zu sichtbaren Satinpaspeln übergegangen bin habe ich das so gemacht.

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Ich würde auch mal denken, dass diese Bänder früher direkt auf die innere Kante genäht wurden. So, wie man auch Stoßbänder am Hosensaum eingesetzt hat - hält die Form und schützt vor Reibung.

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Wenn ich den inneren Beleg mit Vlieseline verstärke und danach darauf direkt mittig auf die Nahtlinie ein Band nähen würde (6mm Breite) und dann den Beleg annähe, an der Nahtkante nach innen verstürze, dann ist doch die obere Rockkante ziemlich dick, oder? Durch das Verstürzen (sagen wir je nach Stoff liegt ja die äußere schöne Oberkante des Rocke so 2-3 mm nach innen. Dann habe doch an der Oberkante: 2x den Außenstoff, 2x den verstärkten Beleg und dann auch noch das Band, das ja auch noch durch das Verstürzen doppelt liegt...

Oder soll es so sein, dass das Band zwar mittig auf der Nahtlinie des Beleges liegt, aber durch das Verstürzen quasi die Nahtlinie 2-3mm nach innen versetzt ist und das Band somit garnicht geknickt wird sondern "glatt" liegt?

 

Am 24.5.2021 um 12:44 schrieb Luthien:

Ein Twillband muß es gar nicht sein. Man kann auch einfach die Webkante des jeweiligen Stoffes zum Band schneiden und auf der Innenseite genau auf der Ansatznaht aufnähen. Das funktioniert super. Bis ich, weil ich es einfach dekorativer finde, zu sichtbaren Satinpaspeln übergegangen bin habe ich das so gemacht.

@Luthien: Hast du vielleicht ein Beispielfoto? Mich würde interessieren, wie das dann aussieht...

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Ich kenne das so, dass ein Band nur aufgenäht wird, wenn der Rock ohne Bund und Beleg genäht wird. Also Rockstoff mit Futterstoff, dann kommt oben bündig an die Kante ein Twillband oder Ripsband zur Verstärkung, damit der Rock die Form behält und nichts ausleiert. Das Ripsband bei meinem Beispiel ist nur auf das Futter genäht.

 

 

IMG_9614.JPG

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@Ellentie
Ein Foto habe ich leider nicht, weil ich das schon lange nicht mehr gemacht habe. Bei mir geht es auch um Röcke, bzw. Hosen, die gar keinen sichtbaren Bund haben. Weil die Kante des Beleges bei mir wegen eines großen Unterschiedes zwischen Taillen-und Hüftweite bei mir sehr rund ist, brauche ich ein undehnbares Band (in welcher Form auch immer) als Leierschutz. Runde, schräge geschnittene Bereiche eines Stoffes können sich sonst, trotz Einlage schonmal etwas ausdehnen.

Die Nahtzugaben der verschiedenen Stofflagen schneide ich stufig mit der Zackenschere zurück, so dass es keinen Wulst an der Oberkante gibt.

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