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Grundschnitt in Individualschnitt abwandeln?


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Hallo liebe Nähgemeinde!

 

Ich hab mir zum Ziel gesetzt, einen Wintermantel zu nähen. Dazu hab ich dieses Modell ausgewählt. Ich hab mir ein Nesselmodel in meiner Größe angefertigt, was furchtbar ausgesehen hat. Ist wie ein Sack völlig formlos rumgehangen. Hab dann das ganze mit einer Größe kleiner nochmal versucht. Das Ergebnis war kein bisschen besser. Um den Busen hats gespannt, aber am Rücken ist es abgestanden.

 

Nachdem das nicht mein erstes frustrierendes Erlebnis mit Fertigschnitten war hab ich mir gedacht ich versuchs mal ganz anders. Ich hab mir aus dem Buch von Hofenbitzer einen Grundschnitt für ein Oberteil erstellt (mit Berücksichtigung der Passformklasse für einen „eng angliegenden“ Mantel). Der Schnitt hat ja am Rücken einen Schulterabhäher und 2 Taillenabnäher. und eine etwas taillierte Mittelnaht am Rücken.

 

Diesen Grundschnitt würde ich gerne an den Schnitt des Mantels annähern. Der hat ja keine Teilungsnaht am Rücken und einen Halbgürtel hinten. Und eine  Wiener Naht vorne.

 

Von den Maßen sieht das Rückenteil bei mir so aus, dass der seitliche Abnäher 3 cm beträgt, der mittlere Abnäher 4 cm und in der Mittelnaht 2 cm weggenommen sind. Meine Idee wäre den mittleren Abnäher bis zur Schulter verlängern und den dafür 6 cm breit zu machen und den seitlichen Abnäher wegzulassen. Das Teil ist dann halt nicht mehr so schon angeformt denke ich aber trotzdem tailliert oder denke ich da falsch? Im Buch ist da schon eine Anleitung für Prinzessnaht drin, aber da bleibt der seitliche Abnäher und den will ich weghaben.

 

Fürs Vorderteil denke ich komm ich mit der Anleitung aus dem Buch klar.

 

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Liebe Grüße 

 

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Edited by Steinradlerin
Fotos konnten nicht hochgeladen werden
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Ach ja, was im Rückenteil auch noch zu beachten ist, ist dass das mittlere Rückenteil im Originalschnitt 20 cm breit ist (an der Taille) meines wäre nur 16 cm, (wenn ich die mittlere Naht weglasse und somit die 2 cm mehrweite hab) das ist dann denke ich für den halben Gürtel zu knapp, also sollte ich die Naht wohl etwas zur Seite versetzen oder?

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Wenn Deine Massenverteilung an der Stelle nur ein Maß von 16 cm her gibt, dann ist das erst mal so.

(Das ist übrigens ein Taillenriegel, kein Halbgürtel.)

Abgesehen davon... solange Du eine gefällige Nahtführung hinkriegst, kannst Du die Naht durchaus verschieben. Wobei 2 cm nach außen schon massiv viel ist. (Wenn Du den äußeren der beiden Abnäher aufteils, und je zur Hälfte in die Teilungs- und die Seitennaht schiebst und den inneren Abnäher etwas nach außen schiebst... könnte Dir das die gewünschte Breite für's rückw. Mittelteil geben.)

 

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Hast Du denn den konstruierten Grundschnitt schon probegenäht? Und was das Zusammenlegen der Abnäher betrifft - wenn die (gerade bei dickerem Mantelstoff) zu viel Inhalt haben - dann kann das zu Schrägzügen führen.

 

Und - hast Du ansonsten mal die Weitenmaße Deines konstruierten Schnittes mit dem Original-Mantelschnitt verglichen?  Für mich klingt Deine Beschreibung (am Busen zu eng, am Rücken zu weit) so, als wenn Du eine größere Körbchengröße hast, als das im Schnitt angenommen wurde (dort vermutlich B) ...

 

Sabine

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Danke für die Begriffserklärung!!!

 

Wenn ich jetzt Änderungen am Schnitt vornehme muß ich da immer ein neues Nesselmodell anfertigen, oder kann ich da auch Stoffbahnen dazwischennähen?  Bzw. anders herum, da das Grundgerüst ja ziemlich paßt, kann ich da jetzt einfach alle Abnäher auflösen und mal die Verschobenen Linie wie beim Draping an der Puppe abstecken?

 

Ja, ein Nesselmodell hab ich davon gemacht, das paßt recht gut. Verglichen hab ich die beiden Schnitte auch, da komm ich aber zu keinem Ergebnis. Das mit der unterschiedlichen Körbchengröße ist bestimmt richtig. Wenns nur das gewesen wäre hätte ich versucht beim Abnäher etwas mehr Stoff zu geben, aber da der Rest wie ein Cape runtergehangen ist hat mich der Mut (und vor allem die Näherfahrung) verlassen ; )

 

Gibt es einen Richtwert wieviel Inhalt Abnäher maximal haben sollen?

 

 

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Kleine Anmerkung: die 2 cm an der RM ist eine Rückeneinstellung und hat mit der Taillierung nichts zu tun.  Du solltest sie nicht einfach weglassen, um mehr Taillenweite zu bekommen.

Wenn Du hinten Stoffbruch willst, wird das Rückteil gedreht. Du machst eine durchgehende senkrechte Linie. Legst den hinteren mittleren Halslochpunkt an diese Linie und drehst das Schnittteil so, das es in Hüfthöhe an diese Linie stößt. Kannst auch den Saum nehmen (dann wird in der Taille mehr Weite hinzugefügt). Um auf die richtige Länge zu kommen, muß der Saum unten noch rechtwinklig angepaßt werden.

Auch vor einer übermäßigen Taillierung der Seitennaht ist abzuraten. Du kannst den hinteren seitlichen Abnäher ruhig weglassen bei einem Mantel. Der mittlere TaillinAbnäher kann bis zu 4 cm Inhalt gut verarbeiten. Beim Brustabnäher geht da mehr - hängt aber auch mit der Länge des Abnähers ab.

lg

heidi

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Na nicht ganz so. :-)

Hier das Bild.

1. Bild ist die Hüfte an die Senkrechte

2. Saum an Senkrechte.

Du siehst bei Hüfte hast Du ungefähr 1.5 cm mehr in der Taille

und bei Saum sind es 2 cm mehr in der Taille auch der Rücken wird schon oben etwas weiter und die Hüfte unten auch..

Bei der Hüfte mußt Du unten mehr ausgleichen als beim Saum.

Beim Mantel würde ich den Saum nehmen

lg

heidi

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vor 9 Stunden schrieb Steinradlerin:

Gibt es einen Richtwert wieviel Inhalt Abnäher maximal haben sollen?

 

Ich stelle die Frage mal umgekehrt, magst du uns mal ein paar Maße von dir mitteilen? ;)

 

Ich kenne die Zentimeter-Maße nicht, wie viel Inhalt ein Abnäher normalerweise hat; was ich jedoch weiß ist, dass Schnitte in der Regel für ein B-Körbchen ausgelegt sind; das mal so als Anhaltspunkt. Wenn du mehr hast, brauchst du einen größeren Abnäher (= mehr Weite und mehr Länge, nur im Vorderteil!)

 

Es würde dann wesentlich mehr Sinn machen, mit einer kleineren Ausgangsgröße zu starten und die nötige Länge und Weite für das Körbchen hinzuzufügen. Dann änderst du nur an der einen Stelle, wo du es brauchst, und nicht sämtliche anderen Stellen. Das führt vermutlich sowieso nur zu einer verzogenen Passform, und das wäre dann ja auch doof... :)

 

Wichtig in dem Zusammenhang sind die Maße Unterbrustmaß, Brustumfang (stärkste Stelle) und Oberbrust (auf Höhe der Achseln, also ca. auf halber Höhe der Brust). Daraus kann man berechnen, welche Größe du verwenden solltest und um wieviel du die Vorderteile ändern musst.

 

Wenn du dir das Thema anschauen möchtest, ist das beste Stichwort dazu FBA = full bust alteration. Mit dem Suchwort findest du im Netz zahlreiche Anleitungen und Infos

 

(Natürlich sind alle anderen Maße ebenso wichtig, um eine gute Passform zu erreichen! Aber dieser Punkt scheint bei dir ja erstmal der wichtigste zu sein)

 

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@Capricorna Was die Oberweite betrifft hab ich ein C Körbchen. Ansonsten sind die wesentlichen Maße Ober-BW 84, BW 94, Unter BW 73, Taille 70, Hüfte 100

Das macht es mir schwer zB Etuikleider von der Stange zu kaufen. die Hüfte wäre immer die 40, bei einer 38 Steht dann aber dennoch ums Armloch alles weg. Ohne Ärmel fühl ich mich in Kleidern mit engem Oberteil und weitem Rock in einer 36 am wohlsten, mit Ärmel ist es bei den Schultern natürlich zu eng. 

Da ist bei Fertigschnitten recht viel anzupassen. Die FBA Methode kenne ich, bis jetzt hab ich mich aber noch nie über die Anpassung der Schultern und somit Ärmel getraut.

Jetzt hab ich mal einen Grundschnitt nach meinen Maßen gemacht und der scheint mir gar nicht mal so schlecht zu passen.

 

Ein Problem ist bei der Umformung zu Wiener Nähten am Vorderteil aufgetreten. Ich hab die Nahtlinie aus dem Armloch geformt und den Abnäher an der Schulter durch schwenken geschlossen. Jetzt paßt der Schulterwinkel nicht mehr. (Macht einen Knick, hab ein Foto angehängt.)  Der war am Vorderteil ja 22° und hat gut gepaßt. Wenn ich den wieder mit 22° einzeichne fehlen mir im Armloch ca 2 cm, wenn ich ihn zum höchsten Punkt an der Schulter angleiche sinds nur 16°.

 

Wo hab ich jetzt schon wieder einen Fehler eingebaut?

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Kein Fehler gemacht, nur ein bißchen ungenau gewesen. Ist aber nicht schlimm. Schulterpunkt mit Hals-Schulterpunkt verbinden. Dazu etwas Papier unterkleben. Das paßt schon.

Wenn Du zweifelst, wegnehmen kannst Du immer noch. Deshalb bei Musterstoff Ärmel immer erst nach der Anprobe zuschneiden

lg

heidi

 

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Die Naht sollte über den Brustpunkt laufen. Wenn sie allerdings 2 cm daneben liegt (dort wo der Abnäher üblicherweise endet), dürfte es auch gut sein. Aber das kannst du durch das Probieren am Körper anschauen. Ich denke, derzeit bist noch komplett in der Konstruktionsphase. Da brauchst du ohnehin noch ein Probemodell. :classic_biggrin:

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Macht man wegen der Optik. Warum nicht? Gerade beim Mantel gibt das oben mehr optische "Breite" zum Ausgleich zur Hüfte. Besonders bei einer Wiener Nahtführung. (und da wird alles nach rechts verschoben). Es wird über den Brustpunkt gedreht (immer vom Ursprung des Abnähers), darum dort horizontal einschneiden, dann drehen. Und jetzt hast Du etwas unterschiedliche Nahtlängen. Das wird bei einem Wollstoff durch Einbügeln ausgeglichen. Du kannst auch den Seitenteil an der Stelle ein bißchen öffnen _ einschneiden bis Armloch und hochdrehen..

lg

heidi

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@Stopfwolle mindestens eines... mit Naht über dem Brustpunkt. :rolleyes:   

 

@stofftante Ok, das hab ich jetzt verstanden. Da fang ich am Besten mit dem Zeichnen nochmal von vorne an, sonst wirds zuviel gemurks. 

 

Leute bei diesem Projekt bin ich jetzt guter Dinge, dass ich das Dank eurer Hilfe hinbekomme. 

 

Liebe Grüße, Sandra

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vor 21 Stunden schrieb Steinradlerin:

@Capricorna Was die Oberweite betrifft hab ich ein C Körbchen. Ansonsten sind die wesentlichen Maße Ober-BW 84, BW 94, Unter BW 73, 

 

@Steinradlerin Da die Maße meinen recht ähnlich sind, ist mir das ins Auge gesprungen: Ich denke nicht, dass Du nur ein C-Körbchen hast. Die gängigen Tabellen sagen schon 75D, ich trage tatsächlich 70E, mag aber mein UBB auch fester anliegend, weil es sonst immer hoch rutscht.

 

Das ist nicht nur bei fertigen Schnittmustern wichtig, sondern auch bei der Konstruktion, wenn Maße aus gemessenen berechnet werden. Das kann sonst schnell wieder zu groß an Schultern und Rücken oder auch am Armloch werden. 

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vor einer Stunde schrieb Großefüß:

@sunshine06 Die gängigen Tabellen passen alle nicht.  Ich habe das intensiv beobachtet. M. E. berücksichtigen die nicht, das die BHs ja elastisch sind. Da wird stur empfohlen, bei einer Unterbrustweite von 80 die Größe 80 zu nehmen. Die dehnt sich dann aber noch und ist zu weit.

Deswegen gibt es da zum einen eine Bandbreite von Maßen, zum anderen hat @sunshine06 doch darauf auch hingewiesen, daß da noch andere Faktoren hineinspielen? Sie näht ihre BH's seit vielen Jahren selbst und macht das für sich mit engerem Unterbrustband, genau wegen dieser Flexibilität.

Aber da es hier nicht darum geht, passende BH's zu nähen, ist der Hinweis ja auch nur dafür gedacht, nochmal zu prüfen, ob genug Stoff für die Oberweite eingeplant wird, ohne daß es zuviel am den Stellen oberhalb und unterhalb ist, der da dann doch nicht gewünscht ist. Dafür sind die Maße durchaus ein guter Hinweis.

 

Ich bin viele Jahre von einer falschen Körbchengrösse ausgegangen (wie ganz viele andere Frauen auch), mir hat leider nie jemand den Tip gegeben, das mal kritisch zu überprüfen... Durch Zufall bin ich heute schlauer. Vielleicht hilft es hier ja auch jemandem?

 

LG Junipau

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vor 2 Stunden schrieb Großefüß:

@sunshine06 Die gängigen Tabellen passen alle nicht.  Ich habe das intensiv beobachtet. M. E. berücksichtigen die nicht, das die BHs ja elastisch sind. Da wird stur empfohlen, bei einer Unterbrustweite von 80 die Größe 80 zu nehmen. Die dehnt sich dann aber noch und ist zu weit.

 

Genau aus dem Grund war ich mit Change Lingerie so zufrieden, die mir ein UBB in 65 in die Hand gedrückt hat, was mich sehr erstaunt hat, weil ich von den Maßen her eine glatte 70 bin. Dass die Materialien heute viel elastischer sind als früher, war exakt deren Begründung. Also, gute Verkäufer und Läden beziehen das mit ein... ;)

 

Mal so spaßeshalber, ich bin vor über dreißig Jahren mit 75B in das Leben mit BH gestartet; inzwischen trage ich 65C, und habe sogar ein Modell mit 65D hier liegen. Und meine Maße haben sich so gut wie gar nicht verändert. Aber ich habe jetzt zum ersten Mal im Leben ein Dekolleté... :D

 

Die meisten Frauen tragen ein zu weites UBB und ein zu kleines Körbchen. Wenn das Band hinten hochgezogen wird und es an den Seiten rausquillt, passt der BH nicht. Ist bei erstaunlich vielen der Fall.

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