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warum muß das Futter so gemacht werden?


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Hallo,

nachdem mir mein erster ungefütterter Mantel aus Softshell wirklich gut gelungen ist, habe ich nun vor einen gefütterten Mantel zu nähen. Dieses anschließende Verstürzen (über einen Schnitt im Ärmel) kann ich mir nicht so recht vorstellen.

Kann man nicht einfach den Futterstoff auf den Mantelstoff aufnähen und den Mantel dann "normal" nähen wie einen ungefütterten? (Man könnte ja sogar, damit nicht alles zu dick wird, die Nahtzugabe freilassen bzw 1 cm am Rand den Futterstoff festnähen?

Warum muß Futter immer als Extrajacke eingenäht werden? Mir kommt das so kompliziert vor und meine Variante viel einfacher.

Oder übersehe ich da etwas?

Grüße, Christiane

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Klar kann man das auch so machen, wie Du es vorschlägst - nur hast Du dann halt innen die ganzen Nahtzugaben unschön sichtbar.... Und Futterstoff auf Mantelstoff aufnähen - ist jetzt auch nicht so ganz banal - erst recht nicht, wenn der Futterstoff auch noch kleiner sein soll als das Obermaterial wegen der Dicke..... Und weniger Nähte sind es auch nicht - Du mußt dann ja bei jedem Schnittteil 4 Nähte setzen, um das Futter zu befestigen (und eingeltich, damit es eben wirklich schön aussieht, auch noch alle Nahtzugaben einzeln mit Schrägband einfassen)....

 

Sabine

 

 

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Kannst schon so machen, wird dann halt kacke. :nix:

 

Die Konstruktion mit zwei getrennten Jacken hat ihren Sinn in ganz vielen Punkten und Details - man hat sich da durchaus was dabei gedacht.

Wenns schnell und einfach sein soll, kauf dir nen Mantel.

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quick & dirty sieht leider auch so aus.............. das kann man bei *...tinchen* auf youtube *bewundern* :( ( :entschuldigung: - ist mir so durch den Kopf geschossen)

 

je mehr Liebe und Geduld du in ein Kleidungsstück steckst - da sieht man. Und dazu gehört eben auch Technik - grad bei einem gefütterten Mantel

 

Nach deiner Methode fehlt in der RW-Mitte die Bewegungsfalte, die Zugaben an Saum und Ärmel damit der Saum nicht zieht und man easy in den Ärml schlüpfen kann........ und ist insgesamt trotzdem weniger Arbeit als die von dir vorgeschlagene

 

Laß dich nicht entmutigen von der langen Nähanleitung, kommst du nicht zurecht - hier wird dir immer geholfen............. und sei es auch mit einer Antwort, die du vielleicht nicht hören wolltest, die aber von erfahrenen Näherinnen kommen :)

 

Wenn du dir über einzelne Nähschritte unsicher bist, machst du vielleicht einen eigenen Strang auf? Nachfragen kostet nichts :classic_smile:, ok - die Antwort kommt vielleicht nicht in den nächsten 5 Minuten, dafür aber sicher

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Noch ein Grund spricht für 2 separate Teile: nicht selten ist das Futter nach ein paar Jahren durchgescheuert, und dann kannst du es einfach raustrennen und aus deinem Schnittmuster ein neues Futter nähen und einsetzen :)

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Im Prinzip kann man zwei Lagen als eine verarbeiten.

 

Sobald die Teile größer werden, wird das aber schon in der Verarbeitung schwierig, denn schnell verrutschen die Lagen gegeneinander, im schlimmsten Fall ist das Futter am Ende kleiner und man hat komische Falten im Oberstoff. (Es gibt die Technik, den Oberstoff mit einem zweiten Stoff zu unterlegen. Da wird alles als eine Lage verarbeitet. Da muß man aber wenn die Teile nicht recht klein sind die beiden Lagen aufeinander befestigen. Sichtbar wäre eine Sache der Optik, von rechts unsichtbar von Hand ist zeitaufwendig. Das ist manchmal sinnvoll, aber nicht schnell.)

 

Dann ist der Tragekomfort meist besser, wenn sich Oberstoff und Futter unabhängig von einander bewegen können. (Ein Grund, ein Futter einzuarbeiten.)

 

Weiterer Komfort erfordert die schon genannte Bewegungsfalte im Futterrücken. (Wenn man will, auch noch an anderen stellen.)

 

Die Nahtzugaben wurden schon erwähnt. Damit die hinterher sauber aussehen, muß man sie z.B. mit Schrägband einfassen.

 

Wenn man es als eine Lage verarbeiten will (was manchmal sinnvoll sein kann...) macht man in der Regel erst mal einen "Quilt" aus den Stofflagen (bekommt also eine Steppoptik) und würde dann die Saumkanten und Nahtzugaben mit Schrägband einfassen.

 

In Summe geht es wesentlich schneller, ein Futter einzuarbeiten als eine Verarbeitung ohne Futter sauber zu erreichen. :o (Ich tat schon beides, daher weiß ich das...)

 

Wobei ich das mit dem Verstürzen auch nicht mag, aber es gibt auch andere Möglichkeiten, das Futter einzuarbeiten. Ich nähe es meist von Hand an den Belegen an. Das dauert etwas länger, aber man kann den Prozess gut steuern.

 

Eine andere Möglichkeit ist, dass man das Futter an den Kanten ohne Saumzugaben und Nahtzugaben näht, die Futterjacke separat näht, es dann in die Jacke zieht (erst mal festheftet) und danach die Belege über das Futter legt und die Säume näht. Dann muß man zwar die Kanten der Belege und der Säume vorher mit Schrägband hübsch machen, aber es braucht weniger "3D-Vorstellungsvermögen" als das Verstürzen. Und sieht auch sauber aus.

 

 

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vor 5 Stunden schrieb nowak:

Hallo Nowak,

danke, klingt alles plausibel!

Ja, mit Hand habe ich auch schon mal ein Futter eingenäht, aber das wollte ich eben nicht nochmal machen :-)

Die Idee mit dem Schrägband auf den Belegen finde ich gut.

Das habe ich ehrlich gesagt noch nie gemacht. Jacken ohne Futter hatten das auch nicht in der Anleitung, deshalb bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, daß es ohne blöd aussehen würde; aber stimmt schon: mit, kann ich es mir gut vorstellen.

vor 5 Stunden schrieb nowak:

 

 

 

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vor 6 Stunden schrieb Topcat:

Hallo Topcat,

quick & dirty sieht leider auch so aus.............. das kann man bei *...tinchen* auf youtube *bewundern* :( ( :entschuldigung: - ist mir so durch den Kopf geschossen)

Also von quick und dirty kann ja nicht die Rede sein. Keine Ahnung wie Du darauf kommst.

Tinchen kenne ich nicht.

 

vor 6 Stunden schrieb Topcat:

 

Laß dich nicht entmutigen von der langen Nähanleitung, kommst du nicht zurecht - hier wird dir immer geholfen.............

 

 

 

Das ist nett, aber dieses Verstürzen ist wohl schwer zu erklären. Und Videos die ich bislang dazu gesehen habe verbessern mein Verständnis dafür nicht.

 

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vor 6 Stunden schrieb c.schnuffelblau:

Also von quick und dirty kann ja nicht die Rede sein.

 

Dein Ansatz klingt für fremde Ohren sehr danach :hug: - ich bin ja nicht die Einzige, die es so aufgefaßt hat, du hast mich aus der Riege halt rausgefaßt

 

was du schnell aus meinem Post (gedanklich) gestrichen hast, war, daß ich versucht hab, dir die Punkte aufzuzählen, die für eine getrennte Verarbeitung sprechen............. noch ein Plus: die zusätzlich wärmende Luftisolation zwischen den zwei Stoffschichten

 

vor 6 Stunden schrieb c.schnuffelblau:

Und Videos die ich bislang dazu gesehen habe verbessern mein Verständnis dafür nicht.

 

Das versteh ich - aber du solltest die Anleitung Schritt für Schritt befolgen - dann klärt sich vieles :) - du bist nicht die Einzige, der das räumliche Verständnis fehlt - ich gehör auch zu der Fraktion und hab zwar keinen Mantel, aber schon etliche gefütterte Jacken genäht, auch eine bei der ich mir das Futter selbst reinkonstruiert hab, weil es gar nicht vorgesehen war ;)

 

Aber es steht jedem frei selbt zu entscheiden - hinter uns steht ja keine Polizei und sagt, du darfst nicht. Wenn du dir gern mehr Arbeit machst als nötig.............. tu das. Wenns nachher nicht so wird/paßt,  wie es in deiner Vorstellung war - auch gut :classic_rolleyes: :classic_smile:

Edited by Topcat
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Es ist schon vieles gesagt.  Was ich noch ergänzen möchte.

 

das Futter direkt auf den Stoff aufzunähen würde ich nur bei kleinen Schnittteilen  anwenden, denn da ist die Gefahr geringer, dass sich der Stoff verzieht. Würde ich nur bei halb gefütterten Hosen anwenden, da die Nahtzugaben dann schön mit einer Overlocknaht versäubert werden kann.

 

Versäuberst Du am Schluß alle sichtbaren Kanten mit Schrägband sieht es zwar sauber aus, macht aber zum einen mehr Arbeit, da es ein zusätzlicher Arbeitsschritt ist und macht die Kannten etwas wulstiger, kann gegen den Tragekomfort sprechen.

 

Vielleicht ist es eine Gelegenheit, sich jetzt mit dem Einnähen von Futter zu beschäftigen. Hier im Forum bekommst Du sicherlich Hilfe und es wertet das Kleidungsstück immens auf.

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Also wenn du dir das komplette Verstürzen mit der Maschine nicht zutraust (man muss das nicht unbedingt verstehen, es reicht, wenn man genau macht, was in einer guten Anleitung beschrieben wird - wenn du Englisch kannst, such mal nach "bag out a lining"), dann lass dir ne Wendeöffnung in Rückenmitte und mach nur die Ärmel von Hand - das geht auch ohne Grübeln.

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Bei einem Mantel kann man ja durchaus das Futter unten lose lassen - irgendjemand schrieb mal, dass das bei weiteren Teilen sogar empfohlen wird. Damit ist eine große Wendeöffnung vorhanden. Somit muss man das Futter nur an die Belege nähen. 

Und den Saum kann man immer noch nachträglich per Hand anstaffieren. 

Edited by sikibo
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vor 11 Stunden schrieb Topcat:

 

Dein Ansatz klingt für fremde Ohren sehr danach :hug: -

 

Ja, mag sein. Nicht bei allen, aber wohl bei einigen. Das hat mich, ehrlich gesagt, auch etwas schockiert.

vor 11 Stunden schrieb Topcat:

 

was du schnell aus meinem Post (gedanklich) gestrichen hast, war, daß ich versucht hab, dir die Punkte aufzuzählen, die für eine getrennte Verarbeitung sprechen............. noch ein Plus: die zusätzlich wärmende Luftisolation zwischen den zwei Stoffschichten

Stimmt, das sind Argumente. Ich werde es also mal mit dem Füttern versuchen, ist vielleicht wirklich so, daß man nicht alles verstehen muß was man macht...und nur nach Anweisung arbeiten sollte, in so einem Fall.

LG, Christiane

vor 11 Stunden schrieb Topcat:

 

 

 

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Ich schreibe mal noch, wie ich das mit dem Futter am Liebsten mache, das ist eine Mischung aus Handarbeit und Maschine.

 

Ich nähe das Körperfutter minus die jeweiligen Belege (also die Belegteile werden vom Schnittteil sozusagen "abgezogen", dabei Nahtzugaben beiderseitig nicht vergessen) und ich nähe die beiden Futterärmel.

 

Dann nähe ich das Körperfutter rechts auf rechts rundum an den Belegen fest, Saum und Armausschnitt bleiben frei.

Über den Saum wird gewendet.

Anschließend der Armausschnitt des Futters auf die Nahtzugabe der Ärmeleinsatznaht geheftet. (Große Stichen von Hand reichen.) Dabei kann man gut prüfen, dass das Futter am Ende nirgendwo zieht und denn die Nahtzugabe des Futters dann etwas schmaler ist, als die des eingenähten Ärmels macht das nichts. Zumindest nicht, wenn an wie ich mit 1,5cm Nahtzugabe arbeitet.

 

Die beiden Futterärmel werden Rechts auf Rechts an die Saumzugabe der jeweiligen Ärmel genäht. (Mit der Maschine.)

Danach kommt es drauf an, wie schwer der Stoff ist und wie der Ärmel geschnitten. Und was ich für den Saum vorgesehen habe. Wenn ich den Ärmelsaum mit der Maschine nähen will, dann stülpe ich Saum mit dran hängendem Ärmel nach innen und steppe den Saum.

Soll er unsichtbar sein, mache ich das dann von Hand (geht auch wenn der Futterärmel dran ist, das kann man sich passend stülpen) oder wenn das Material gut zu bügeln ist und nicht zu schwer, kann es sein, dass ich gar nicht säumen muß, weil der Futterärmel genügt, um den Saum am Ende oben zu halten. Oder auch das Ganze ergänzt durch eine "Stitch in the Ditch" Naht längs in der Ärmelnaht.

 

Die Futterärmel werden dann nach innen gezogen, die Nahtzugabe des Futterärmels oben eingefaltet (auch hier wieder drauf gucken, dass nichts zieht und ggf über die Nahtzugabe ausgleichen) und dann von Hand unsichtbar auf das Körperfutter genäht. (Hat man keine Schulterpolster oder Ärmelverstärkung geplant kann man auch erst das Körperfutter an den Belegen mit dem Oberstoff verstürzen und die Ärmel dann an Futter und Oberstoff nähen, während man sie einsetzt.)

 

Vorteil ist, dass man ein Futter hat, dass sich gegen den Körper soweit bequem bewegen kann, aber gleichzeitig das Ärmelfutter da gehalten wird, wo es hin soll.

 

Am Ende wird dann der Futtersaum von Hand eingeschlagen auf den fertigen Mantelsaum genäht.

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vor 42 Minuten schrieb Beaflex:

@nowak, das mit dem Ärmelfutter ist interessant, bisher habe ich es immer an das Körperfutter genäht und dann von innen das Futter und den Außenstoff an der Schulternaht  und unteren Naht des Ärmels festgenäht.

 

Kann man auch und erfüllt den gleichen Zweck.

 

Aber ich mag die Kontrolle, die ich beim Handnähen habe und weil ich da auch mal noch entscheiden kann, ob ich an der einen oder anderen Stelle doch noch etwas zusätzliche Mehrweite haben will. (Und auch da wird nur Futter auf Futter genäht, der Futterärmel wird nicht durch alle Lagen genäht.)

 

Und das Aufheften ist ja wirklich schnell erledigt.

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Am 8.10.2020 um 18:17 schrieb c.schnuffelblau:

Warum muß Futter immer als Extrajacke eingenäht werden? Mir kommt das so kompliziert vor und meine Variante viel einfacher.

wenn das so viel einfacher wäre und >gut<, dann hätten die Kaufsachen längst zu 90% diese einfache Verarbeitung innen.

 

 

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