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Dactylorhiza

WIP Jeans 101 von 1083 (gratis Schnittmuster)

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Liebe Freundinnen und Freunde der Schneiderkunst,

 

bisher habe ich primär mitgelesen und selbst nicht so viel zu den Hilfestellungen und Diskussionen etc. beigetragen. Nun möchte ich zum ersten Mal auch ein WIP-Projekt hier im Forum beginnen.

 

Anlass ist, dass mein Schatzi neue Jeans benötigt und er leider (wie wir alle) aufgrund seiner Körperkonturen oft Probleme hat, Passende zu finden. Da ich für mich selbst aktuell so gut wie gar nichts nähe, habe ich ihm vorgeschlagen, eine Jeans für ihn zu nähen. Dazu muss ich sagen, dass es das erste Mal ist, dass ich überhaupt eine Jeans nähe. Ansonsten habe ich auch noch nicht so richtig viel Erfahrung mit Hosen generell. Aber da ich eh nicht so gerne ohne konkreten Nutzen nähe (und man hinterher nur einen weiteren Staubfänger rumliegen hat), ist dies einfach jetzt mein Einstieg in die Welt der Hosenschneiderei. Man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben. :D

 

Zuerst habe ich mich also auf die Suche nach einem Schnittmuster gemacht. Nach einigem Recherchieren bin ich auf einen Blog gestoßen (darf oder muss ich den hier nennen?), der einige kostenfreie Jeans-Schnittmuster der fanzösischen Firma 1083 verlinkt hatte. Soweit so gut. Hierbei ergeben sich nun 2 zusätzliche Herausforderungen: das Schnittmuster ist in französisch (ok, für die einzelnen Schnittteile und die Materialliste hilft ein Wörterbuch meiner Wahl) und außerdem gibt es keine Anleitung dazu. Gut, dachte ich mir, der Schnitt wird sich nicht grundsätzlich von anderen Jeansschnitten unterscheiden und ich wurde dann in demselben Blog fündig, der bereits die Schnittmuster verlinkt hatte (allerdings für einen anderen Schnitt). Dort wird ein ausführliches 13-teiliges Sew-Along zum Nähen einer Jeans veröffentlicht.

 

Ok, zugegeben, es ist eine wirkliche Herausforderung, zumal ich auch noch vorhabe den Übertritt an das eine Beinschnittteil, wie anscheinend bei anderen Schnittmustern üblich, und (auf Wunsch meines Schatzis) einen Reisverschluss anstatt einer Knopfleiste anzubringen. Darüber hinaus sieht man auf den Seiten des Schnittmusterherstellers, der eigentlich fertige Jeans produziert, dass bei den Modelfotos (nach meinen laienhaften Verständnis der Passformspezifika) die Schrittkurve zu flach zu sein scheint (Falten an den Oberschenkeln vorne und unter dem Gesäß in Richtung der Schrittnaht). Auch in einem anderen Blog, deren Autorin dieses Modell genäht hat, sieht man meiner Einschätzung nach auf den Fotos, dass die Hose etwa auf Höhe der Hüfte nicht richtig sitzt. Das bedeutet, ich werde zuerst ein Probemodell aus Nessel anfertigen.

 

Soviel zur Planung. Das Schnittmuster habe ich in 2 Etappen zusammengeklebt. In der ersten Etappe habe ich ca. 1,5h gebraucht, bis mir das Klebeband ausgegangen ist. Daher musste ich leider warten, bis mein Schatzi von nächsten Einkauf Neues mitbringt. Nachdem ich die ersten 2 Reihen fertig geklebt hatte, habe dann zumindest schon einmal alle anderen Teile des Schnittmusters (also die Bögen) so zugeschnitten, dass ich sie gut aneinanderkleben kann. Heute habe ich es dann endlich fertig kleben können, was, auch wenn ich nicht auf die Uhr gesehen habe, sicher auch noch einmal eine Stunde in Anspruch genommen hat.

 

IMG_20200329_165411610 - Kopie (2).jpg

 

Als ich das Schnittmuster dann heute fertig zusammengeklebt hatte, konnte ich folgende Erkenntnisse festhalten: Es ist vermutlich keine gute Idee, die Teile in Reihen ohne die anderen angrenzenden Reihen anzupassen zu kleben, da dies dann beim Zusammenkleben der Reihen zu minimalen Abweichungen bei den anzupassenden Teilen führen kann. Der beigefügte Plan, wie die Teile auf die einzelnen Blätter verteilt sind, ist eher als grobe Richtgröße anzusehen. Manche Teile sind etwas ungünstig auf den Seiten platziert (bspw. ein 2-mm Abschnitt auf einer neuen Seite). Die E-Reihe kann man sich mehr oder weniger fast komplett sparen auszudrucken (außer vielleicht bei den ganz großen Größen), da diese nur vereinzelt Ausschnitte von Schnitteilen aufweisen. Auch habe ich festgestellt, was in dem anderen Blog bereits erwähnt wurde, dass anscheinend bei einem der Hosenbeine (Nr. 2) und einem weiteren Teil (Nr. 9) ein Fehler im Schnittmuster aufgetreten ist. Die Schnittmuster-Teilbögen (wie auch immer man das richtig nennt) passen an diesen Stellen nicht richtig zusammen (die Bögen sind auf dem Bild nicht exakt aufeinander gelegt, aber ich denke, man kann die Fehler erkennen).

 

IMG_20200329_165603275_LI.jpg

 

Ok, an dieser Stelle höre ich jetzt erstmal wieder auf. Den Nesselstoff habe ich heute erst bestellt und erwarte die Lieferung frühestens übernächste Woche. Bis dahin ist noch etwas Zeit um die Teile fertig auszuschneiden und einige Anpassungen vorzunehmen. Ich kann Euch leider nicht versprechen, dass ich hier jede Woche regelmäßig etwas einstelle, da ich auch noch viele andere spannende Hobbys habe, aber ich möchte ja auch für meinen Schatzi mittelfristig eine neue Hose fertig haben. :)

 

Also dann bis die Tage und viele Grüße

 

Dactylorhiza

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Oh, da setze ich mich gerne dazu ... vor einigen Jahren habe ich etliche Jeans für mich genäht - inzwischen müssten auch mal wieder ein paar Hosen entstehen.

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Hallihallo,

 

lang, lang ist's her, seit ich zuletzt hier geschrieben habe. Der Probestoff kam bereits vor Ostern (ich hatte 10m Nessel bestellt, der dann gleich auf einem Ballen geliefert wurde) und ich hatte mich schon darauf gefreut hatte, an den Ostertagen zur Tat zu schreiten. Leider ist mir dann ein kleines Malheur passiert, so dass ich erstmal 2 Wochen nicht mehr nähen konnte (zu Details möchte ich mich hier nicht äußern). :silly:  Die letzten Tage konnte ich dann langsam mit dem Zuschnitt beginnen.

 

Da ich das Schnittmuster nicht vollständig zerschneiden wollte, habe ich die Teile mit Kopierpapier auf den Stoff übertragen. Die Hosenbeine habe ich einzeln aufgetragen und den Bund in der Mitte geteilt, so wie es in dem Blog gemacht wurde, in dem über den Nähprozess dieses Schnittmusters geschrieben wurde. Ich habe mich vorerst auf die Teile beschränkt, die ich voraussichtlich für das Probemodell benötige. Abgesehen davon möchte ich ja einen Reißverschluss anbringen anstatt einer Knopfleiste. Den Beleg habe ich wie in dem Blog an die Schrittnaht des Vorteils geklebt und direkt mit zugeschnitten.

 

Schnitteile Probemodell

 

Heute konnte ich dann endlich mit dem Zusammennähen des Probemodells anfangen. :freu:

 

Als erstes der Taschenbeutel (Teil 10), wobei ich mir das Teil 12 (hier fehlt noch die Münztasche) vermutlich erstmal hätte sparen können. Aber so kann ich gleich üben, wie man es zusammennäht. Da mir nicht ganz klar war, wie die beiden Teile zusammengehören, ich hoffe, dass es so richtig ist. Die Teile habe ich bündig an der Außennaht zusammengenäht, in der Mitte zur Taschenfalz ist noch etwas Platz, ich vermute, damit Platz für die Nahtzugabe von Teil 12 ist. Die andere Seite analog.

 

Taschenbeutel Probemodell

 

Als nächstes das Zusammennähen der Taschen an die Vorderteile. Leider habe ich das rechte Bein falsch herum zusammengenäht. Beim Zusammenstecken der Teile war ich zuerst verwirrt, dass ich die beiden Vorderseiten auf derselben Stoffseite zugeschnitten haben könnte (in derselben Ausrichtung). Dem war wohl doch nicht so. Dummerweise hatte ich die Nahtzugabe an der Innenseite des Tascheneingriffs bereits eingeschnitten, bevor es mir aufgefallen war. :klatsch:

 

Vorderteile Probemodell

 

Das heißt jetzt leider erstmal wieder trennen und dann hoffen, dass ich das Zusammennähen andersherum trotz der Einschnitte noch funktioniert... :classic_unsure: So gesehen war es dann wohl doch ganz gut, dass ich Teil 12 doch bereits mitverwendet habe.

Edited by Dactylorhiza

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So, ich konnte zum Glück die beiden Teile trotz der Einschnittte noch einmal andersherum zusammennähen.

 

DSCF0448.jpg

 

Als nächstes kamen die Schrittnaht und der Reißverschluss. Den Untertritt habe ich mir allerdings gespart. Ich hoffe, dass es beim Probemodell ohne geht. Zugegeben, die Nahtzugabe ist etwas großzügig. Ich wollte gerne mehr Nahtzugabe lassen, um das Probemodell besser anpassen zu können. Mal sehen, ob das eine gute Idee war. Die Nähte am Reißverschluss sind natürlich alle nur provisorisch, so dass es halt hält.

 

DSCF0449.jpg

DSCF0450.jpg

 

Aus dem geerbeten Nähfundus meiner Großmutter habe ich noch einen von der Länge her passenden Reißverschluss gefunden. Für die spätere Jeans werde ich aber wohl einen anderen nehmen, dieser hakt jetzt schon. Das möchte ich meinem Schatzi nicht antun.

 

DSCF0451.jpg

Edited by Dactylorhiza
Tippfehler

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Weiter geht es mit der Hinterhose. Sattel annähen und die beiden Teile des Bunds zusammennähen.

 

DSCF0452.jpg

 

Dann die hintere Schrittnaht. Leider ist die „Horizontal Balance Line“ (nach Sarah Veblen) keine durchgängige Linie geworden. Dies kann natürlich diverse Fehlerquellen haben: Unpräzises übertragen der Schittteile auf den Stoff, Vermessen beim Einzeichnen (ich habe mal 3,5 cm über der Schrittlinie genommen, leider sind in dem Schnittmuster keine Standardkennzeichnungen vorhanden, die Schrittlinie hatte ich selbst eingezeichnet), Lineal verrutscht…

 

 

DSCF0453.jpg

 

Als nächstes das Zusammennähen der Beininnenseiten. Da die Mitte des Schritts ein ziemliches drunter und drüber wegen der großzügigen Nahtzugabe war, habe ich vorgezogen, erstmal nur die Nahtzugabe beim Zusammennähen der Teile zu ignorieren. Mal sehen, wie sie sich später bei der Anprobe verhält.

 

DSCF0456.jpg

 

Ok, perfekt ist es sicher nicht geworden, aber ganz schlecht scheint es auch nicht geworden zu sein.

 

DSCF0457.jpg

 

Das Zusammennähen der Außenseiten war eine Herausforderung. Ich musste mehrfach wieder auftrennen und neu nähen. Leider sind auch hier die Nahtlinien nicht exakt aufgetragen (oder Folgefehler durch vorhergehende Verarbeitungsschritte). Das eine Bein wellte sich und Anfang und Ende passten nicht richtig aufeinander. Interessante Erkenntnis an dieser Stelle für mich: Die Beine der Hinterhose sind breiter als die der Vorderhose. Das hätte man zwar auch schon an den Schnittteilen erkennen können, aber so richtig aufgefallen ist es mir erst beim Zusammennähen.

 

DSCF0458.jpg

 

Die Probehose ist heute schon ziemlich weit fortgeschritten: Es fehlt noch der Bund, der in den nächsten Tagen folgen wird.

 

N.B.: Leider musste ich das Ganze jetzt noch ein zweites Mal verfassen, dass beim ersten Mal nur die Bilder gespeichert wurden, aber der Text war verschwunden.

Edited by Dactylorhiza
Text verschwunden

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Um den Bund fertig zu nähen, habe ich gemerkt, dass es etwas voreilig war, die Seitennähte vorab zu schließen. Auch habe ich die sehr großzügige Nahtzugabe noch etwas gekürzt, da sie sich sonst nicht mehr ohne stark aufzutragen nach innen klappen ließ. Nur an den Enden ist es jetzt etwas arg knubbelig. Das läuft dann unter "hinterher ist man immer schlauer". :classic_biggrin: Der Bund ist dran, dann kann es bald mit der Anprobe losgehen. Anstatt einen Knopf anzunähen, werde ich es erst einmal mit einer Sicherheitsnadel versuchen.

 

Fertiges Probemodell

Edited by Dactylorhiza

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"Um den Bund fertig zu nähen, habe ich gemerkt, dass es etwas voreilig war, die Seitennähte vorab zu schließen."

 

Hallo,

kannst du das näher erklären? Ich würde das genauso machen. Oder hast du einen Bund in mehreren Teilen?

 

Die Seitennähte bei angenähtem Bund zu schließen ist sonst doch Frickellei.

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Die Hose passt nicht! :ups: Dabei hatte ich mich an der Kaufgröße meines Schatzis orientiert. Er kann nicht einmal den Reißverschluss schließen. Die Kaufhosen haben allerdings auch einen Elasthan-Anteil. Möglicherweise auch hier wieder ein Anfängerfehler... Also wieder trennen... :classic_huh:

 

@Großefüß Ich orientiere mich an einem Sew Along in einem Blog. Da wird es, so wie ich es verstehe, genauso bzw. so ähnlich gemacht, wie du es nicht machen würdest. Zumindest ist man etwas flexibler, wenn der Bund ursprünglich länger war, als notwendig. Dann kann man ihn an der fertigen Hose noch mal kürzen. Ich verstehe es zumindest so. Da ich nicht weiß, ob ich den Blog hier verlinken darf, versuche ich es zu beschreiben: Lange Naht der Bundteile schließen, Innenseite des Bunds an die Hose nähen, kurze Seitennähte des Bunds schließen, dann Bund hochklappen und feststeppen. Aber es wird sicher mehrere Wege geben, die nach Rom führen. Ich wollte mich eigentlich weitestgehend an die Anleitung halten, aber das habe ich ja eigentlich schon dadurch über Bord geworfen, dass ich ein Schnittmuster mit Knopfleiste gewählt habe. :classic_biggrin:

 

Nach diesem Fauxpas werden ich mich erst einmal wieder anderen Dingen widmen und in den nächsten Tagen weitermachen.

Edited by Dactylorhiza

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An den Seitennähten die Bundteile offen zu lassen... für 'ne Probehose.

Für gut: Die Teilung in die hintere Mittelnaht.

Beide Hosenbeine fertig nähen, RV ist einsetzen, das Stückchen naht unter'm RV in der Vorderhose  auch schließen - so bis 2 cm über die Nahtkreuzung  unten mittig raus.

Bund jeweils von der vorderen Kante  aus ansetzen - offen.

Dann wird die hintere Mittelnaht geschlossen.

Als allerletztes den Bund nach innenklappen und fest- und absteppen...

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Also, als mir meine Mutter als Kind und Jugendliche Hosen genäht hat, hab ich die immer anprobiert, bevor der Bund dran kam. Die Höhe des Bundes wurde auf der großzügigen Zugabe festgelegt  , dann kam erst der Bund dran.

 

Die diversen Kaufhosen, die ich geändert habe  , waren im Bund immer getrennt angenäht, also erst Außenseite und dann innen.

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@SiRu Verstehe ich es richtig, dass Du eine Abfolge beim Zusammennähen der Hose vorschlägst, die meine hier Vorgestellte mehr oder weniger umkehrt (bis auf den Bund)? Sowie eine Teilung in der Mitte des Bunds? Ich habe gerade etwas Schwierigkeiten, mir vorzustellen, wie es genau abläuft, aber das liegt vor allem an meiner mangelnden Näherfahrung.

 

Meine Mutter hatte früher auch nach eigener Aussage viele Hosen genäht hat (vor allem für sich selbst); hat aber vor vielen Jahren damit aufgehört. Sie hatte mir erzählt, dass für das Schließen der Schrittnaht die beiden Hosenbeine ineinander gesteckt würden. Davon wird in dem Blog jedoch nichts erwähnt. Diese Anleitung ist sicher auch nur eine von vielen und, ob dies der Königsweg ist eine Hose zu nähen, kann ich nicht beurteilen. Der Bund beim Schnittmuster von 1083 besteht eigentlich nur aus einem Teil. Ich habe lediglich den Längsfalz durchgeschnitten und durch eine Naht ersetzt. Die Nahtzugabe des Nesselsstoffs ist mittlerweile auch so ausgefranst, dass ich das meinem Schatzi ohne Bund nicht zumuten wollte (beim nächsten Mal werde ich mir doch die Mühe machen und mit der Overlock versäubern). Und ich war auch etwas inkonsequent bei der "Nahtzugabe-Zugabe", so dass leider nicht überall genug vorhanden war, um daraus noch eine Bundhöhe zu ermitteln. Anfänger halt... :D

 

Ich habe wirklich keinerlei Erfahrung mit dem Nähen von Hosen, die aus mehr als 4 Teilen bestehen. Daher bin ich an Euren Tipps und Erfahrungen wirklich sehr interessiert und dankbar. :)

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Jupp.

(Ich hab nochmal nachgeguckt, hier steckt gleich eine kleine Abänderung noch drin.)

 

Ich näh die beiden Hosenbeine,  habe also Taschen drin/drauf, innere und äussere Beinnähte geschlossen, ggf. abgesteppt.

Wenn kein angeschnittener Schlitzbeleg  da ist, wird auch der jetzt schon angenäht. (Aber nur die sichtbare Strecke - die NZ unten bleibt frei.)

Dann werden die beiden Beine rechts auf rechts ineinander gesteckt, und das Stück vordere Mittelnaht unterhalb des RV-Schlitzes geschlossen - ein kleines Stückchen über den Treffpunkt der inneren Beinnähte raus.

 

Beine wieder auseinanderziehen - dann kann man die Hose nämlich noch flach vor sich legen. (Das ist ziemlich bequem zu arbeiten, und reduziert die Chance, die Hinterhose irgendwie einzunähen...)

Den RV einnähen, absteppen. Schlitzuntertritt wird auch dann eingesetzt.

(Es gibt da noch eine Variante mit zwischengefasstem RV. Dafür wird der Schlitzbeleg gesondert zugeschnitten, 1 x am Stück und 1 x geteilt - bei ca. 1 cm + NZ. Da wird der RV eingesetzt... dabei kann man den kompletten RV praktisch separat fertigen, und setzt das ganze "Gedöns" dann ähnlich einer Nahttasche in die Mitte der Hose. Das klingt kompliziert, ist aber ziemlich schnell und einfach.)

 

Der Bund - in der hinteren Mitte getzeilt!* -  (funktioniert auch bei Formbünden)  an die beiden Hosenteile rechts auf rechts aufsteppen, NZ in den Bund legen.

Vordere Kanten steppen, Ecken zurückschneiden.

Hosenbeine wieder rechts auf rechts ineinanderschieben, die restliche Schrittnaht durchgehend incl. der hinteren Naht im Bund durchgehend steppen.

Den kompletten Bund nach links wenden, gut bügeln, die lange Bundkante nach Geschmack versäubern (Schrägband um die offene Kante für schick, einfach overlocken oder zickzacken für praktisch, einschlagen wird mir immer zu dick, geht aber auch.)

Dann von rechts in der Anstznaht festnähen.  Gggf. absteppen. Knopfloch und Knopf anbringen...

 

Deine Mutter hat wahrscheinlich erst die hintere Naht incl. dem Stück unter'm RV-Schlitz geschlossen, dann den RV eingearbeitet, danach den Bund angesetzt: Das geht auch, und ist  z.B. die typische Burda-Herangehensweise.

 

*Die Teilung in der hinteren Mitte erlaubt auch eine nachträgliche Weitenänderung. Oder den "Knick" für's leichte Hohlkreuz. Herrenanzughosen lassen sich immer über die hintere Mittelnaht weitenanpassen - auch weil der Bund ebenfalls Weitenreserve vorhält.

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vor einer Stunde schrieb Dactylorhiza:

Sie hatte mir erzählt, dass für das Schließen der Schrittnaht die beiden Hosenbeine ineinander gesteckt würden. Davon wird in dem Blog jedoch nichts erwähnt. Diese Anleitung ist sicher auch nur eine von vielen und, ob dies der Königsweg ist eine Hose zu nähen, kann ich nicht beurteilen.

 

Diese Vorgehensweise steht, glaube ich, auch im Burda-Nähbuch. Wie Du schreibst, es ist eine Vorgehensweise von vielen. Ich finde die umständlich und nähe lieber die Innenbeinnaht in einem Rutsch durch, ohne vorher Beine ineinander zu stecken und mehrfach festzustellen, dass ich sie wieder falsch drin habe. Früher habe ich Hosen nämlich auch so genäht...

 

 

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@SiRu danke für die Erläuterung. Irgendwann bin ich so weit und nähe ganze Hosen selbst. Ich denke, meine Mutter hat so nach Burda genäht. Und die waren immer hinten zu kurz, da musste sie viel zugeben. (Heutehab ich dort auch noch oft Probleme bei Kaufhosen.)

Edited by Großefüß

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Ich find halt, beide Hosenbeine fertig arbeiten und dann die Mittelnaht zumindest schon mal heften... lässt ich anprobieren.

Und man kommt noch an alles ran - so für Änderungen.

 

Ausserdem... ab da, wo Taschen drin und drauf sind, Teilungsnähte usw. gemacht... hat man noch je 2 Vorder- und  2 Hinterhosenbeine. Die verheiratet: 2 Beine... übersichtlicher Puzzlerest.

 

(Es gibt soviele Möglichkeiten, 'ne Hose zusammenzubauen... wenn es für Dich funktioniert, dann mach es so. Und wenn's nicht funzt, such nach 'ner für Dich passenderen Nähreihenfolge.)

Edited by SiRu

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