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eboli

Schnittkonstruktion für große Größen, zur Zeit leider auf Französisch

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Posted (edited)

Gestern hatte ich endlich Zeit das zur Zeit wichtigste Buch für Plussizedamen durchzulesen: Coupe à plat: grandes tailles von Teresa Gilewska, ISBN-13 978-2212135732. Dabei handelt es sich um den Band 6 ihrer Lehrbuchreihe, von der aus unerfindlichen Gründen nach den Bänden 1 bis 5 gleich Band 7 übersetzt wurde. Glaubt der Verlag, es gibt im deutschen Sprachraum zuwenig Mollige?

Wie dem auch sei: für diejenigen, die französisch sprechen, kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Sogar diejenigen, die sich mit einer anderen romanischen Sprache ranwagen, werden davon profitieren, denn ich kenne kein einziges Buch, das sich dermaßen klug den Besonderheiten eines übergewichtigen Körpers widmet. Mollige sind ja keine groß gewachsenen Schlanken, denen man mit aufgeblasenen Größe 40-Schnitten gerecht wird...

Konkret werden folgende Themen behandelt: 

mehr oder weniger Busen

Bauch

Oberarme und Ämel

Taillenlinie

Rücken

Hose für Bauch- und Popogrößen, starke Oberschenkel

Zu jedem Thema gibt es zahlreiche Schnittvarianten.

Sehr zu empfehlen.

 

Übrigens habe ich bei der französischen Amazone gesehen, dass es im Französischen weitere Publikationen gibt, vor allem Fertigschnitte auf Bloggerinnen/Youtuberinnenniveau (*Hallo ihr Lieben, ich bin's wieder, die XY. Heute zeige ich Euch, wie man ganz easy ein Kleid näht...*.) während die Amis bei dem Thema total auslassen bzw. nur die hässlichen Bücher von Palmer Pletsch aufbieten können. Einzig Lorna Knight dürfte interessant sein, aber die ist auch Britin. Ich werde berichten, wenn das Buch gekommen ist.

 

 

Edited by eboli

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Oh, danke für den Hinweis. Ich hab's mir gleich bestellt.

 

Viele Grüße

Karin

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Mittlerweile habe ich dem Stiebner Verlag geschrieben, dass ich ihnen eine Übersetzung ans Herz lege. Es wäre schön, wenn nicht nur die Industrie, sondern auch die Buchbranche draufkommt, dass Mollige ein wichtiges Marktsegment sind.

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Das klingt interessant, auch wenn ich bei der Sprache streiken muss. Da verstehe ich nix. 

Aber der Ansatz klingt gut!

Ich freue mich auf einen Bericht. 

Mit dem üblichen Übergrößen Konstrukt komme ich gar nicht klar, da passt meine Figur noch eher zur "aufgeblasenen Gr. 40".

Aber jeder ist anders. 

LG Ulrike 

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Leider wurde ich von dem Buch enttäuscht. Ich habe es durchgeblättert und habe mich schon gefragt wo jetzt der Erkenntnisgewinn für mich sein könnte.

Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich mich schon lange mit Schnittkonstruktion beschäftige. Ende der 80er erfuhr ich, dass es sowas wie Müller & Sohn gibt, aber die Bücher waren unerschwinglich. In den 90ern kamen dann die Bücher von Jansen und Rüdiger auf dem Markt und die waren zwar immer noch teuer aber der Umfang an Schnitten allein im ersten Band versprachen Autonomie von dem Schnittmusterherstellern zu einem Preis, der deutlich unter dem von der Kollektion von Müller & Sohn lag. Denn Burda passte mir nicht mehr seit ich die Plusgrößen nehmen musste. Ich traute mich aber auch nicht die Nicht-Plus-Größen entsprechend zu gradieren. Dann konstruierte ich 2003 meine erste Hose nachem ich wochenlang versucht hatte eine im Laden zu finden. Die saß besser als alles was ich bis dahin an Schnitten und Konfektion anprobiert hatte. Aber die Passform der Hinterhose ließ, wie eigentlich bei den meisten Hosen, zu wünschen übrig. Alle Versuche das zu verbessern scheiterten. Ich habe allerdings wirklich eine Figur, die stark von der Norm abweicht. Ausgeprägter Po, Hohlkreuz, Reiterhosen und seit den Wechseljahren auch noch einen markanten Bauch. In den Nuller Jahren habe ich mir dann doch die Bücher von Müller & Sohn gekauft und versucht zu verstehen wie das mit der Hosenkonstruktion im Detail funktioniert. Die Ergebnisse waren kaum besser als mit Jansen & Rüdiger, aber meine Figur war mittlerweile noch schwieriger zu bekleiden als 2003 (Bauch). Seitdem habe ich viel recherchiert. Hier und anderswo im Internet und war auch schon zu der Erkenntnis gekommen Vorderteil und Rückenteil separat zu behandeln und nicht einfach die jeweilige Hälfte (Viertel) vom Taillen- und Hüftumfang abzutragen. Und insgesamt mutiger zu sein Regeln der Schnittkonstruktion zu hinterfragen und notfalls zu brechen, wenn sie nicht sinnvoll erscheinen. Wobei ich wirklich sagen muss, dass die Konstruktion von Oberteilen mit Müller und Sohn für mich tadellos funktioniert. Aber da habe ich auch eher eine Standardfigur nur mit überall ein bisschen mehr. Also keine großen Abweichungen hinsichtlich der zugrunde liegenden Proportionen.

 

Also für Leute, die sich schon intensiv mit der Schnittkonstruktion für Plus-Größen beschäftigt haben bringt dieses Buch, meiner Ansicht nach, keinen Erkenntnisgewinn. Für Leute, die bisher nur in den kleinen, unproblematischen Größen konstruiert haben oder die erst mit Schnittkonstruktion anfangen, ist es sicher lesenswert.

 

Ich werde es behalten, weil es auf Französisch ist und für mich eine gute Sammlung der französischen Begriffe darstellt aber schnitttechnisch hat es mich leider nicht weitergebracht.

 

Viele Grüße und einen schönen Sonntag

Karin

 

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Hallo Karin, 

 

Danke für deinen ausführlichen Bericht mit Hintergrund Informationen! 

 

Das klingt ja nicht so ermutigend. 

 

Trotzdem ist es toll, dass du dir einen Nutzen daraus ziehen kannst  - wenn auch anders, als erhofft. 

 

Hast du es irgendwann geschafft, ein passendes Hosenschnittmuster zu erstellen? 

 

LG Ulrike 

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Hallo Ulrike,

 

gepasst haben sie ja alle, sie sahen von hinten halt nicht so schön aus. Da sie allesamt besser waren als Kaufhosen und Kaufschnitte bin ich dabei geblieben. Ich habe es irgendwann aufgegeben daran herumzubasteln und mich von meinem Perfektionswahn verabschiedet. Ich glaube bei meiner Anatomie kriegt man das nicht besser hin. Entweder es sieht gut aus (Stehhose) oder es ist bequem (Gebrauchshose). Wichtig ist für mich eigentlich nur noch, ob die selbstgenähten Hosen im Alltag funktionieren. Also ob ich gut drin laufen kann, ob ich bequem damit 8 Stunden (und länger) im Büro sitzen kann, ob sie rutschen. Beim aktuellen Schnitt habe ich festgestellt, dass die Sitzhöhe etwas hoch geraten ist und ich überlege wie ich das am besten für die nächste Hose ändere. Wahrscheinlich so wie bei Burda beschrieben: Einfach zwischen Taille und Hüfte 1cm rausschneiden. Früher hätte ich den kompletten Schnitt neu gezeichnet. Heute bin ich da eher pragmatisch.

Es bringt meiner Ansicht nach nicht all zu viel zu versuchen das 100% hinzubekommen, weil jeder Stoff anders ist und sich anders verhält. Wichtig ist genug Nahtzugabe zu haben um z.B. die Schrittnaht etwas zu erhöhen oder an den Seiten was rauszulassen.

 

Viele Grüße

Karin

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Hallo Karin, 

Das mit der Perfektion kenne ich ☺

Ich habe nie eine Hose konstruiert, nur durch genaues Studieren der Statur und ein paar beherzte Versuche meine Besonderheiten heraus gefunden. 

Jede meiner selbst genähten Hosen, (egal in welchem Versuchsstadium und welcher Gewichtsklasse - ich nähe seit meinem etwa 16. LJ Hosen) war bequemer als jede Kaufhose. 

Ich wechsle nach einigen Jahren den Grundschnitt, da er dann der Mode und Figur angepasst verändert wird. Ich habe nun schon locker 10 Jahre ein angepasstes Ottobre Hosenschnittmuster, welches ich glaube ich mal modernisieren sollte. 

LG Ulrike 

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Am 28. April 2019 um 15:00 schrieb fusselmieze:

Leider wurde ich von dem Buch enttäuscht. Ich habe es durchgeblättert und habe mich schon gefragt wo jetzt der Erkenntnisgewinn für mich sein könnte.

Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich mich schon lange mit Schnittkonstruktion beschäftige. Ende der 80er erfuhr ich, dass es sowas wie Müller & Sohn gibt, aber die Bücher waren unerschwinglich. In den 90ern kamen dann die Bücher von Jansen und Rüdiger auf dem Markt und die waren zwar immer noch teuer aber der Umfang an Schnitten allein im ersten Band versprachen Autonomie von dem Schnittmusterherstellern zu einem Preis, der deutlich unter dem von der Kollektion von Müller & Sohn lag. Denn Burda passte mir nicht mehr seit ich die Plusgrößen nehmen musste. Ich traute mich aber auch nicht die Nicht-Plus-Größen entsprechend zu gradieren. Dann konstruierte ich 2003 meine erste Hose nachem ich wochenlang versucht hatte eine im Laden zu finden. Die saß besser als alles was ich bis dahin an Schnitten und Konfektion anprobiert hatte. Aber die Passform der Hinterhose ließ, wie eigentlich bei den meisten Hosen, zu wünschen übrig. Alle Versuche das zu verbessern scheiterten. Ich habe allerdings wirklich eine Figur, die stark von der Norm abweicht. Ausgeprägter Po, Hohlkreuz, Reiterhosen und seit den Wechseljahren auch noch einen markanten Bauch. In den Nuller Jahren habe ich mir dann doch die Bücher von Müller & Sohn gekauft und versucht zu verstehen wie das mit der Hosenkonstruktion im Detail funktioniert. Die Ergebnisse waren kaum besser als mit Jansen & Rüdiger, aber meine Figur war mittlerweile noch schwieriger zu bekleiden als 2003 (Bauch). Seitdem habe ich viel recherchiert. Hier und anderswo im Internet und war auch schon zu der Erkenntnis gekommen Vorderteil und Rückenteil separat zu behandeln und nicht einfach die jeweilige Hälfte (Viertel) vom Taillen- und Hüftumfang abzutragen. Und insgesamt mutiger zu sein Regeln der Schnittkonstruktion zu hinterfragen und notfalls zu brechen, wenn sie nicht sinnvoll erscheinen. Wobei ich wirklich sagen muss, dass die Konstruktion von Oberteilen mit Müller und Sohn für mich tadellos funktioniert. Aber da habe ich auch eher eine Standardfigur nur mit überall ein bisschen mehr. Also keine großen Abweichungen hinsichtlich der zugrunde liegenden Proportionen.

 

Also für Leute, die sich schon intensiv mit der Schnittkonstruktion für Plus-Größen beschäftigt haben bringt dieses Buch, meiner Ansicht nach, keinen Erkenntnisgewinn. Für Leute, die bisher nur in den kleinen, unproblematischen Größen konstruiert haben oder die erst mit Schnittkonstruktion anfangen, ist es sicher lesenswert.

 

Vielleicht liegt es daran, dass du das Buch nur durchgeblättert hast.

Ich beschäftige mich seit Jahren mit Maßschnitten und sehe, dass speziell die Fragen von dicken Oberarmen und großen Oberweiten von Müller, Hofenbitzer u.ä. nicht wirklich gelöst werden. Hier werden sie angesprochen und ich sehe meine Überlegungen und Erfahrungen bestätigt.

Aber ich sollte noch ergänzen, dass hier Schnittfragen diskutiert werden, die ich bei sogenannten Anschlussgrößen sehe. Also bei den Größen 44 bis 50. Mit größeren Größen habe ich mich nicht beschäftigt und will ich mich auch nicht beschäftigen.

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