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Eva-Maria

Mein Vergleich Janome CP 1000 - BLCS

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Posted (edited)

Moin,

 

ich möchte Euch meine Erfahrungen und meine Entscheidung hier konzentriert mitteilen, damit alle etwas davon haben - ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit ...

 

Am 9.4. hatte ich im Nähcafé geschrieben, wie ich darauf kam, die beiden Maschinen zu vergleichen. Hier mein etwas erweiterter Text:

 

"Gestern habe ich es ja immerhin geschafft, meine Hosen in die Galerie zu stellen. Das nächste Nähprojekt ist immer noch offen. Seit gestern mache ich nämlich Nähtests - mit meiner Cover (Janome CP 1000). Die habe ich mir 2006 (?) gekauft, und ich habe sie wenig genutzt, weil es doch irgendwie kompliziert war. Nun gibt es Freitag/Sonnabend in Kiel Babylock-Aktionstage, und ich hätte Lust, die hochgerühmte BLCS mal auszuprobieren. Natürlich sollte man dafür Testobjekte bereithalten und am besten vorher nochmal die eigene Maschine in Gang setzen. Gestern habe ich ganz viel gelesen, Forum rauf und runter und auch in den unendlichen Weiten des Internets, und das erste Probestück erstellt. Vielleicht täte es ja auch die Janome CPX 2000 (oder ist die doch nicht so viel anders?). Auf die habe ich allerdings keinen Zugriff. Ich bin selbst gespannt, was dabei herauskommt ... "

 

Daraufhin kamen in dem Thread, beginnend auf Seite 4 mit Crowley, eine Menge Antworten mit Covererfahrungen, die in verschiedene Richtungen gingen und die ich natürlich verschlungen habe. Am selben Tag (Montag) setzte ich mich noch an meine Maschine, kam aber nur noch so weit, sie einzufädeln und das allerste Teststück zu bearbeiten, was natürlich in die Hose ging, weil ich mich erst wieder "einfuchsen" mußte.

 

Am Dienstagabend hatte ich außerdem noch ergänzt:

 

"Nun aber zu meinen heutigen Ergebnissen: Ich habe Stoffproben vorbereitet, von BW-Flanell über fiese Jerseys bis hin zu dickem Fleece. Jeweils eine senkrechte Overlocknaht gemacht und einen "Saum" umgelegt. Die ersten habe ich noch gebügelt, die von heute nicht mehr. Der allererste Probelappen hatte ein paar Fehlstiche, die ich aber selbst verschuldet habe - nach jahrelanger Cover-Abstinenz mußte ich mich erst wieder 'reindenken.

 

Einstellungen: 4 - 4 - 4 - 3, NFD 13 mm, Stichlänge 3 oder 4, Diff. je nach Stoff 0 - 2,0. Fehlstiche kamen keine (wörtlich: keine!) mehr vor. Einen Nadelfaden habe ich ausgetauscht, weil die Stiche nicht so schön aussahen wie die anderen (Schwarz macht ja gern Probleme). Bei der rechten Nadel bin ich teilweise auf 3 gegangen. Von links waren die Nähte prinzipiell in Ordnung; für Ziernähte (Greiferfaden auf rechts) besteht bei einigen Stoffen noch Verbesserungspotential, das ich heute keine Lust hatte auszutesten. Auch ein Doppelripp und der eklige Stretchköper von der rosa Hose (dessen Reste ich aus dem Textilmüll gefischt habe) ließen sich klaglos verarbeiten. Einzig zwei sehr dünne, stark dehnbare Wirkstoffe warfen Wellen - hier reichte Diff. 2,0 nicht aus. Aber mit Soluvlies waren auch die zu bewältigen. Ein Badestoff war durchaus nähbar; mit ein paar Tricks (NFD, Soluvlies) wäre die Naht sicher auch schön geworden. Ein paar Versuche habe ich noch mit zwei Nadeln gemacht, auch kein Problem. Gummibänder u.ä. nähe ich sowieso lieber mit der Nähma an ...

 

Mein Fazit ist im Augenblick: Die BLCS möchte ich auf jeden Fall testen, schon, um sie mal in den Fingern gehabt zu haben. Bei der Gelegenheit versuche ich, ein LED-Leuchtmittel für die Janome zu bekommen. Wenn das klappt, warte ich wohl erstmal ab ... wenn es mich überkommt, teste ich noch die Janome CPX 2000 (bei einem anderen Händler). Meine 1000 hat sich jedenfalls heute erheblich besser geschlagen, als ich sie bisher kannte ... "

 

Am Mittwoch habe ich ein Shirt aus BW-Jersey mit 5% Elasthan als Testobjekt zugeschnitten und die ersten Nähte gemacht. Die folgende Nacht war nicht so toll (unabhängig davon ;)), sodaß wir erst am Nachmittag nach Kiel fuhren (da waren zwar noch keine Aktionstage, dafür aber Ruhe im Geschäft).

 

Eine der dortigen Damen setzte sich an die BLCS und widmete sich meinen Probestücken (die denen entsprachen, die ich zuhause an der Janome getestet hatte). Gelegentlich bekam sie Hilfestellung von einer Kollegin.

 

Ich habe die Nähte von links fotografiert, weil man so besser erkennt, wie gleichmäßig - oder auch nicht - die Maschine über die Overlocknaht genäht hat.

 

Zuerst - mit verfälschten Farben - ein sehr stretchiger Köper (der von der Hose) und ein ebenfalls sehr dehnbarer Synthetikjersey (auf diesem Bild nicht besonders gut zu sehen - die Stiche sind im Kreuzungsbereich schon etwas dichter ...).

 

BLCSTest02.JPG

 

Dann folgen ein Doppelrippjersey (praktisch ohne Rücksprung) und ein weicher Modaljersey:

 

BLCSTest03.JPG

 

Hier sieht man deutlich, daß die Naht nicht gleichmäßig ist und Wellen entstanden sind.

 

Das dritte Bild zeigt links einen Badestoff und daneben zwei verschiedene dünne und sehr elastische Jerseys, richtig fiese Stoffe!BLCSTest04.JPG

 

Bei allen drei Stoffen im letzten Bild sind die Nähte zwar nicht völlig gleichmäßig, aber - ohne irgendwelche Hilfsmittel - noch ganz passabel.

 

Auf den Probestoffen, die den ersten beiden Fotos entsprechen, hat sich die Janome mindestens genausogut geschlagen, wenn man beachtet, daß die Nadeln bei Nähbeginn und nach Anhalten im Stoff stecken - das ist bei der BLCS anscheinend nicht nötig. Auf den richtig fiesen Stoffen des dritten Fotos kam sie jedoch nicht ohne Hilfsmittel klar - ich mußte Soluvlies-Streifen drüberlegen. Dann war das Ergebnis aber gut.

 

Nun noch ein paar Fotos von Janome-Nähten, und zwar denen an meinem T-Shirt. Es ging mir um den berüchtigten Effekt "Auf den Probelappen funktioniert alles, aber am "echten" Teil geht nichts mehr". Zuerst habe ich die mit der Imagine genähten Passennähte mit dem Dreifach-Coverstich abgesteppt. Soweit ich nicht vom Weg abgekommen bin, sah das technisch gut aus, ich mochte es aber nicht und habe die Nähte wieder getrennt. Den Shirtsaum habe ich nur umgebügelt, nicht einmal gesteckt. Hier die Stelle, an der sich Anfang und Ende treffen, einmal von rechts und einmal von links:

 

nullJanomeCover1000CP_01.JPGnull

 

JanomeCover1000CP_02.JPG

 

Nun der Ärmelsaum, gebügelt, umgelegt und eingeschlagen und geheftet:

 

JanomeCover1000CP_03.JPG

 

JanomeCover1000CP_04.JPG

 

Den Halsausschnitt habe ich eingefaßt (wie mit Schrägstreifen, aber hier gerade geschnitten), weil ich das lieber mag als mit Bündchen. Für diesen Test habe ich den Streifen mit Kettenstich angenäht (nachdem ich ihn mit der Nähmaschine zusammengenäht hatte - die einzige Steppnaht im Shirt):

 

JanomeCover1000CP_05.JPG

 

JanomeCover1000CP_06.JPG

 

Mein Fazit:

 

Die BLCS näht für mein Empfinden nicht so viel besser als die Janome, daß ich bereit bin, den Mehrpreis in Kauf zu nehmen. Sie ist in der Handhabung teilweise bequemer (kein manuelles Versenken der Nadeln im Stoff bei Nähbeginn erforderlich, sie kann "aus dem Stoff" ketteln). Manche schwierigen Stoffe bewältigt sie auch ohne Tricks annehmbar.

 

Bei meiner Janome muß ich bestimmte Dinge beachten: zum Beispiel Nadeln bei Nahtanfang im Stoff, mit einer gewissen Geschwindigkeit über Hubbel nähen, bei bestimmten Stoffen Soluvlies benutzen. Sie hat aber auch Vorteile gegenüber der BLCS aufzuweisen, den großen Durchgangsraum zum Beispiel.

 

Selbst die Verbesserungen, die die Janome 2000 CPX bietet, rechtfertigen aus meiner Sicht die Kosten eines Umstiegs nicht. Falls ich mal den größeren Differentialbereich vermissen sollte, kann ich es zunächst mit Soluvlies versuchen. Wenn das nicht klappt, kann ich - wenn es so wichtig ist - immer noch umsteigen. Ob sie mehr Füßchenhub hat, weiß ich gar nicht, habe ich aber bis jetzt nicht vermißt (auch 300er-Polarvlies mit Overlocknaht ließ sich übernähen). Anstelle des bequemen Hebels zum Umstellen dünne/dicke Stoffe kann man die Greiferspannung mit dem Drehrad regulieren. Und für die Beleuchtung gibt es jetzt auch eine Lösung: Ich habe mir inzwischen ein LED-Leuchtmittel bestellt, das die Firma Flach entwickelt und u.a. für die Janome-Cover getestet hat.

 

Meine Janome CP1000 bleibt also bei mir und wird in Zukunft öfter benutzt werden!!!

 

 

 

image.png

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Edited by Eva-Maria

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Posted (edited)

Ich möchte noch anmerken....Beim Nähbeginn die Nadeln in den Stoff zu versenken ist gut.Wenn man aber am Rand des Saumes anfängt sollte man unbedingt  auf einem Probelappen  beginnen.Wenn der Nähfuß schräge steht, dann werden auch gerne Stiche ausgelassen...(Deshalb gibt es auch einen kürzeren Nähfuß als Sonderzubehör...) Der Anfang trennt nicht auf, also kannst Du danach ganz knapp abschneiden ...das Ende nähe ich immer ein paar Stiche über den Anfang...dann kann man die verwahrten Fäden besser verstecken...

Bei Badestoff wird in der Regel der Umschlag mit dem  Gummi mit der Cover versäubert...das ist schon noch mal eine andere Herausforderung, die ich mit meiner Janome nicht meistern konnte....

 

Edited by jadyn

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Danke Eva-Marie, dein Bericht erweitert doch wieder meinen Coverlock-Horizont.

 

Ich schätze, ich muss doch Lotto spielen und gewinnen, damit ich mir die Gloria zulegen will. Bislang sträubt sich mein Igel in der Tasche ja vor dem vielen Geld. Irgendwie sehe ich das nicht ein 🧐

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Deine Erfahrungen decken sich mit meinen, die ich beim Testen der Elna 444 - Juki MCS-1500 -BLCS gemacht hatte. Daher ist meine Alte 444 bei mir geblieben :)

Ich hatte auch keinen dringenden Tauschbedarf.

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@Eva- Maria Glückwunsch- dann hast Du tatsächlich Glück mit Deinem Schätzchen. Man hat ja schon häufiger gehört, dass es die Janome in einer sehr breiten Streuung gibt. Meine war Mist - und ich habe wirklich alles beachtet, auch dass die Nadel immer ganz versenkt werden muss ... einfach alles!! Schön, dass Du mit Deiner mehr Glück hast. 

 

 

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@Eva-Maria: kluge Entscheidung ! Ich habe die BLCS, eine super Maschine, ABER: ich habe schon mehr als einmal den viel zu kleinen Durchlass verflucht. Ich würde das nächste mal lieber Kompromisse beim nähen machen und dafür eine Cover mit deutlich größerem Durchlass kaufen.

LG Helga

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Vielen Dank, Eva-Maria, dass Du uns an Deinen Erfahrungen hast teilhaben lassen! 

 

Ich bin Cover-Neuling, habe eine gebrauchte Janome CP 1000. Abgesehen davon, dass sie losrast wie ein Rennpferd, ist es in meinen bisherigen Versuchen völlig egal gewesen, wo die Nadeln sich wann befanden und auch, welches Garn ich ihr vorsetze, scheint ihr schnuppe zu sein. An Nahtkreuzungen werden die Stiche dichter, sie lässt mir aber auch keine Zeit für einen Hund oder ähnliche Hilfsmittel - wie gesagt, sie hat's immer eilig. 

 

Bei Gelegenheit stelle ich sie meinem Nähmaschinenmenschen vor, ob man die Geschwindigkeit besser regeln kann. Ich bin bislang sehr zufrieden mit der Maschine und habe Freude daran.

 

Viele Grüße, haniah

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@haniah Katja, das habe ich bei allen 3 Maschinen erlebt, daß die Stiche an den Nahtkreuzungen kürzer werden. Liegt wohl auch daran, daß dort der Stoff deutlich mehr ist und damit die Stichlänge im Stoff verschwindet. Heißt, die evtl. locker sitzende Spannung der Stichlänge verschwindet im Stoff ;) Ich hoffe, ich konnte mich einigermaßen verständlich ausdrücken.

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Man kann anzuhalten versuchen, wenn der Hubbel an der Nähfuß-Spitze angekommen ist, dann natürlich die Nadeln im Stoff versenken, die Stichlänge erhöhen und über den Hubbel nähen, Stichlänge wieder zurückstellen ... es kann klappen.

 

Hätte ich mit meinen Versuchen letzte Woche keinen Erfolg gehbat, wäre mein nächster Schritt die Werkstatt gewesen - eine fachgerechte Einstellung (der Fadenspannungen) soll schon Wunder gewirkt haben! Und dann kann man auch gleich die Empfindlichkeit des Pedals regulieren lassen.

 

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vor 5 Stunden schrieb haniah:

 

...., ist es in meinen bisherigen Versuchen völlig egal gewesen, wo die Nadeln sich wann befanden und auch, welches Garn ich ihr vorsetze, scheint ihr schnuppe zu sein.

 

 

Die ist Kummer gewohnt :D

 

vor 5 Stunden schrieb haniah:

 

An Nahtkreuzungen werden die Stiche dichter, sie lässt mir aber auch keine Zeit für einen Hund oder ähnliche Hilfsmittel - wie gesagt, sie hat's immer eilig.

 

Stoppen, bevor die dicke Stelle unter dem Füßchen ist, dann diese rechts und links vom Füßchen mit Gefühl runterdrücken und dann ebenso gefühlvoll im Tempo der Maschine mitführen.

Vorher bügeln oder flach klopfen hilft auch enorm. Genau diese Maschine mag gut Gebügeltes :classic_smile:.

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Posted (edited)

@sikibo: ich glaube mittlerweile, du bist eine echte Maschinenversteherin. Und kannst es noch dazu gut vermitteln im geschriebenen Wort, was Sache ist. :super:

 

Danke, ich glaube, dies hilft mir an anderer Stelle weiter. Werde es ausprobieren, das gilt sicherlich auch für die eine oder andere Naht mit Näma oder Ovi. Mein bisher bestes Mittel war drüberbrettern:D, was auch nicht ganz erfolglos ist muss ich sagen. Sonst nähe ich ja eher Schneckentempo an schwierigen Stellen. Überwiegend bisher. Aber frau darf sich ja auch weiterentwickeln.

 

Und sicher ist die Erklärung von @Quälgeist genau richtig, da wird auf Basis der erhöhten Stoffdicke an Nahtkreutungen ganz anders Faden verbraucht. War mir vorher noch nie so bewusst.

 

Merci! 

 

PS: Ich vermisse deinen alten Avatar 😇 😢. Der war so wunderschön sympathisch. Nix gegen die Katze natürlich!

Edited by Marieken

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vor 11 Stunden schrieb Marieken:

@sikibo: ich glaube mittlerweile, du bist eine echte Maschinenversteherin. Und kannst es noch dazu gut vermitteln im geschriebenen Wort, was Sache ist. :super:

 

Danke :o

 

vor 11 Stunden schrieb Marieken:

 Mein bisher bestes Mittel war drüberbrettern:D,

 

Das ist so gar nicht mein Stil, ich nähe eher zu langsam. Wurde mir letztens noch beim Testen der Gloria gesagt: Geben Sie mal 'n bisschen Gas, Sie quälen die Maschine :eek:. Bei einer fremden bin ich natürlich noch zaghafter.

 

vor 11 Stunden schrieb Marieken:

 

PS: Ich vermisse deinen alten Avatar 😇 😢. Der war so wunderschön sympathisch. Nix gegen die Katze natürlich!

 

Ich suche ihn noch - also den Avatar...

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