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Promenade in Arsengrün - ein 1870er Tournürenkleid in Grüntönen


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@ akinom017: Klingt spannend. :)

 

 

So, los geht's mit dem Unterrock:

Da ich ja den Rock des Kleides wahlweise mit oder ohne Schleppe tragen möchte, muss der Unterrock auch variabel sein. Das löse ich mit einem schleppenlosen Unterrock, der bei Bedarf mit einer anknöpfbaren Schleppe ergänzt werden kann.

 

So soll das aussehen:

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Für den Unterrock nehme ich schwarze Baumwolle, dekoriert mit Organzaspitze.

 

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Die Spitze ist ein bisschen kitschig. Meine ersten Gedanken zum Thema Western-LARP war ja irgendwas kitschiges in pinken Satin mit Spitze, wie es in so manchem Western-Film auftaucht. :p

Aber ich würde das glaube ich nie wieder anziehen, da lohnt sich die Arbeit nicht. Ausserdem soll es stilistisch ja zur Arbeitskleidung des Charakters - Krankenschwestern-Tracht - passen.

In dem Zuge habe ich mich auch gegen die Krinoline entschieden, die in so einer Provinzstadt auch 1870 durchaus noch angesagt wäre. Modetrends brauchten von den Metropolen auch Monate bis mitunter Jahre, um auch die in die hintersten Nester vorzudringen. Aber zum Spielen finde ich die Tournüre praktischer.

Und da der Charakter gerade erst aus Boston angereist ist, kann sie sich da von ihrer modesüchtigen Cousine noch mal gut eingekleidet haben lassen. :D (Man braucht nur für alles die passende Legende. ;))

Ausserdem ist es ja LARP und kein Reenactment.

 

Ok, zurück zum Unterrock:

Jetzt errechne mir jetzt mein Schnittmuster für den Unterrock. Wer mag, kann das Schema gern auf seine eigenen Maße anpassen.

Mein Unterrock wird ein zweistufiger Rock mit extra Weite am Hintern für die Tournüre.

Die untere Stufe bekommt einen Verstärkungsstreifen aus Leinen am Saum und zwei unterschiedlich hohe, übereinander gesetzte Rüschen wobei die unten liegende, schmalere die darüber liegende von innen stützt. Dieses System mit den zwei Rüschen hat sich bereits bei mehreren Unterröcken gut bewährt.

 

Zuerst brauche ich die Vordere Rocklänge (VR) und die Hintere Rocklänge (HR).

Meine ideale Rocklänge für den Kleiderrock beträgt vorn 95 cm. Der Unterrock soll 3 cm kürzer werden, also 92 cm. Das ist meine Vordere Rocklänge.

Der Rocksaum wäre dann auf der Puppe 11 cm vom Boden entfernt. Für die Hintere Rocklänge messe ich von der Taille über die Tournüre bis zum Boden und ziehe die 11 cm wieder ab, zusätzlich zwei weitere Zentimeter damit der Unterrock nicht zu nah am Boden hängt, wenn das Gewicht der Röcke auf der Tournüre lastet und sie ein wenig nach unten drückt. Die Hintere Rocklänge beträgt also 105 cm. Die Differenz zwischen VR und HR wird später hinten in der oberen Rockstufe ausgeglichen.

 

Jetzt muss ich mir überlegen, wie ich die Höhen der Stufen und der sichtbaren Saumrüsche verteile, so dass es am Ende harmonisch aussieht.

Das mache ich nach Gefühl. Hauptsache ich komme auf die benötigten Lägen.

 

Ich beginne mit der unteren Stufe.

Sie wird fertig inklusive vier Biesen 50 cm hoch und ca. 4,30 Meter weit. Das ist großzügig, aber schaden kann es nicht, damit der Rock später nicht in zusammen fällt. (Es gibt auch Unterbauten für die erste Tournüren-Ära mit Reifen im Saum, aber da habe ich schlechte Erfahrungen mit sich nach vorne schiebenden Reifen gemacht, grade bei schweren Röcken.)

 

Da ich mit üblichem, 1,45cm breitem Baumwollstoff arbeite, schneide ich drei Bahnen zu und setze sie an den Webkanten aneinander, schließe die Stufe aber noch nicht zum Ring. Das erleichtert mir das Aufsetzen der Rüschen.

Ich habe jetzt also eine lange Stoffbahn. Eine der langen offenen Kante besetze ich jetzt mit einen Streifen schwarzem Köper, um den Saum zu verstärken: Ich reiße 17 cm breite Streifen, setze sie an den schmalen Kanten aneinander und bügel die Nahtzugaben aus.

 

Den Streifen stecke ich 2 cm von der Kante entfernt auf die linke Stoffseite. Die Kante des Baumwollstoffs schlage ich einmal ein und auf den Verstärkungsstreifen. Das ergibt den Rocksaum.

Die noch offene Kante des Verstärkungsstreifens schlage ich schmal ein, stecke sie fest und steppe anschließend beide Saum und Streifenkante.

 

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Jetzt geht es an die erste Rüsche und zwar an die schmale Saumrüsche:

Ich schneide genug 15 cm breite Streifen für 9 Meter Rüsche zu, nähe sie aneinander und versäubere eine lange Kante mit dem Schmalsäumer.

 

Nun lege ich die offene Kante mit Hilfe des Plissierautomates (mit meiner Brother-Maschine, an die Pfaff passt er nicht) in Falten. Die Rüsche ist nun soweit fertig, dass sie an den Rock gesetzt werden kann.

In regelmäßigen Abständen markiere ich mir auf der Rockstufe den Abstand von 14 cm vom Saum. An diese Markierung wird nun die offene Kante der Rüsche gesetzt, allerdings falsch herum.

 

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Im nächsten Schritt wird die Rüsche nach unten geklappt und festgesteppt. So wird auch gleichzeitig die Nahtzugabe verpackt.

 

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Die zweite, später sichtbare Rüsche wird aufwendiger:

Sie wird fertig 25 cm breit, bekommt vier Biesen und eine Spitzenkante.

Ich beginne mit 30 cm breiten Streifen, die ich wie bei der ersten Rüschen aneinander setze und die Nahtzugaben ausbügele.

 

Weiter geht es mit der Spitze:

Im ersten Schritt setze ich sie mit der später über den Saum hinausstehenden Kante Richtung Rüsche auf die linke Stoffseite. Die Naht ist 2 cm von der durch die Spitze scheinenden Rüschenkante entfernt, die Spitze ragt etwa 1 cm über die Kante hinaus.

 

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Jetzt wird die Spitze auf die rechte Stoffseite umgeklappt, gebügelt und knapp an der linken Spitzenkante festgesteppt. So ist die Nahtzugabe sauber verpackt.

Im Anschluss bekommt die Rüsche vier Biesen.

 

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Mir gefällt es sehr gut, dass die Spitze ein Stück über den Saum hinaussteht. Ausserdem steift der recht steife Organza die Rüsche auch noch etwas weiter aus.

Die offene Kante lege ich nun mit dem Ruffler in Falten und setze sie richtig rum auf die erste Rockstufe. Die Nahtzugabe wird von einer Spitze abgedeckt.

 

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Damit ist die erste Stufe fertig. :)

 

Die zweite - obere - Stufe besteht aus zwei Teilen, einem vorderen und einem hinteren. Der vordere Teil ist einfach ein Stoffstreifen, die hintere ist an den Seiten so hoch wie der vordere Teil, in der Mitte wird die benötigte Mehrlänge zugegeben.

Der zur Hälfte gefaltete hintere Teil, der Bruch ist links:

 

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Der hintere Teil ist eine Stoffbreite (=140cm) breit, der vordere 100cm.

Beide Teile setze ich mit zwei Kappnähten zu einem Ring zusammen, in eine Naht baue ich einen 15 cm langen Schlitz ein.

Anschließend bringe ich die erste, mit Rüschen besetzte Stufe mit dem Ruffler auf die Weite der 2. Stufe und setze beide Stufen rechts auf rechts aneinander.

Um die Nahtzugaben zu sichern, schneide ich die gerüschte Nahtzugabe zurück, schlage die andere Nahtzugabe darum und steppe knapp an der Kante entlang. So erhalte ich eine Kappnaht. Auf der rechten Seite ist nur eine Naht auf dem Rüschenteil zu sehen.

 

DSCF0296.jpg.d146d9475365f4e89dd1e09ae3ce9dd1.jpg

 

Dann habe ich fest gestellt, dass ich die obere Stufe falsch herum angesetzt habe und so die weniger schöne Seite der Kappnaht aussen liegt. :rolleyes: Ich hatte aber keine Lust, die Stufen wieder auseinander zu trennen, also bleibt es jetzt so. Den Schlitz musste ich allerdings wieder auftrennen und die Kanten auf die andere Stoffseite einschlagen.

Das Ende vom Schlitz habe ich mit einer Fliege gesichert.

 

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Für meine erste Fliege bin ich recht zufrieden, würde aber beim nächsten mal dünneres Garn nehmen.

 

Jetzt fehlt noch der Bund:

Um die obere Stufe auf Bundweite zu bringen lege ich sie in Falten.

Um die Weite richtig zu verteilen, messe ich aus, wie breit die Tournüre an der Taille ist (bei mir 30 cm) und lege den hinteren Teil der oberen Stufe auf 30 cm in Falten.

Die Weite der vorderen Hälfte ergibt sich durch die benötigte Bundweite.

 

Für den Bund schneide ich einen 7cm breiten Streifen zu und setze ihn an den in Falten gelegten Rockteil. Den Streifen schlage ich zwei mal ein und steppe ihn fest.

Geschlossen wird der Rock mit einem Knopf.

 

Fertig. :)

 

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Hier sind noch mal die beiden Rüschen zu sehen:

 

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Und der Saumbeleg:

 

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Eigentlich würde es jetzt mit der Schleppe weiter gehen, ich werde aber erst mal den Rock machen, um so besser die Länge und den benötigten Saumverlauf der Schleppe bestimmen zu können.

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Danke Euch! :hug:

 

Weiter geht es mit dem Basisrock:

Bevor ich den Basisrock zuschneide, kümmere ich mich erst um die Garnierung.

Grund ist der, dass ich schauen will, wie schwer die Dekoration wird und ob ich den Satin zur Stabilisierung füttern muss oder ob es so geht.

Ich will ja nicht, dass mir nachher eine zu schwere Deko den Rock verzieht.

 

Ich fange mit dem aufwendigsten Teil der Garnierung an - den beiden Faltenreihen. Ich möchte das meine Falten im Hauptteil aus Satin bestehen, aber einen Samtstreifen am Saum haben. Fertig werden die Streifen 14 cm hoch.

 

Als allererstes muss ich also Streifen schneiden. Viele Streifen. 12 Laufmeter pro Faltenreihe... Leider ließ sich der Satin nicht reissen und ich musste alle Streifen schneiden. War ich froh über Lineal, Schneidematte und Rollschneider. :cool: Der Cordsamt war da pflegeleichter, der ließ sich gut reißen. ;)

 

Die Streifen habe ich anschließend aneinander gesetzt und die Nahtzugaben ausgebügelt.

 

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Leider fransen die beiden Stoffe wie Teufel, deswegen habe ich mich hier für die Overlock entschieden (jaa... die pööööse un-A-Overlock :rolleyes: aber man sieht ja am Ende nix mehr davon :p)

 

Den Samtstreifen habe ich zur Hälfte gefaltet und mit der Overlock an den Satin genäht. Das Falten war ursprünglich nicht so vorgesehen, aber so spare ich mir einen Saum und eine sichtbare Maschinennaht. Die Entscheidung ist erst nach dem zurecht-reissen der Streifen gefallen, so wird der Faltenstreifen am Ende zwar einen cm schmaler bzw. niedriger als geplant aber damit kann ich leben. Die andere Kante habe ich auch durch die Overlock gejagt, die sieht man später auch nicht mehr.

 

Nach dem Ausbügeln der Naht zwischen Samt und Satin kanns losgehen mit den Falten:

 

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Die Falten werden je 2 cm breit, die Einteilung auf der Schneidematte hilft beim gleichmäßigen Faltenlegen. Um das Ganze besser gut bügeln zu können, nehme ich Stecknadeln ohne Kopf.

 

Viele viele viiiiiiele Falten später... jeder Faltenstreifen muss eine Länge von guten vier Metern haben. Ja, ich bin irre.... :silly:

Ich habe nach dem ersten halben Meter ernsthaft überlegt, die ganze Chose an eine Plissieranstalt zu gaben, aber das ist ja ein weitestgehend ausgestorbenes Gewerbe.

 

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Nachdem die erste Faltenreihe fertig gesteckt war, habe ich die Falten unter einem Stück Baumwollstoff stückweise heiß eingebügelt und immer gut auskühlen lassen.

Damit sich die Falten während des Verarbeitens nicht wieder auseinander falten, hefte ich die Falten mit Reihgarn zusammen. Knapp neben der oberen Kante habe ich die Falten schon mal zusammen genäht. (Weniger zu heften. ;))

 

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Nach dem Heften habe ich die Falten noch mal unterm Tuch gebügelt, um die Abdrücke von den Stecknadeln wieder los zu werden.

 

Status quo: Erste Faltenreihe ist geschafft, wir brauchen ja noch eine zweite. Ich geh dann mal falten...

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Meine Güte, ist das eine Fleißarbeit! Mich strengt das schon beim Zuschauen an. Aber schön wird es. Gutes Gelingen und Ausdauer wünsche ich Dir weiterhin. Freue mich auf das Endergebnis.

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Ooooh, kann ich mich noch schnell auf die Bank quetschen?

Die letzte Mail hatte ich mal wieder nur angeschaut aber nicht abgeschickt.:rolleyes:.

Tarlwen,

es ist eine absolute Freude Dir bei der Arbeit zuzuschauen. Ein Lehrstück ordentlicher/penibler Schneiderarbeit.

LG Maruscha

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Vielleicht wäre das was für den nächsten Faltenmarathon: klick

 

Bis zu einer gewissen Breite kann man dafür ganz banal eine Gabel benutzen.

(Deshalb haben meine Kostümsachen alle gabelbreite oder zweidrittelgabelbreite Falten. :o)

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Bis zu einer gewissen Breite kann man dafür ganz banal eine Gabel benutzen.

(Deshalb haben meine Kostümsachen alle gabelbreite oder zweidrittelgabelbreite Falten. :o)

 

Mir ist das bekannt ;) Aber frau will ja nicht immer Gabelbreite.

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  • 2 weeks later...

Mit verschiedenen Gabeln kann man ja verschieden breite Falten machen. ;)

Für die Gabelmethode fand ich den in Falten zu legenden allerdings zu breit. Da ging das so freihand irgendwie besser.

Die Faltschablonen find ich aber auch ne klasse Idee, das müsste man auch gut aus Pappe oder dicker Folie selber machen können.

 

Die Deko (bzw. ein Teil davon) ist ja fertig, als nächstes ging es an den Rock:

Der gewählte Truly Victorian Schnitt ist ein 7-Bahnen-Schnitt mit Schleppe.

Hier der Zuschnitt der drei hinteren Bahnen, die je zwei mal zugeschnitten werden und der vorderen Bahn. (unten rechts).

 

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Weil mir der Satin allein zu fließend fällt, habe ich alle Teile zusätzlich aus Organza zugeschnitten, um dem Rock mehr Stabilität zu verleihen. Zusätzlicher Vorteil des Organzas: er wiegt fast nix. Im 19. Jahrhundert wurden Röcke oft mit Baumwolle oder Leinen und manchmal mit Seidenorganza gefüttert.

 

Oberstoff und Organzafutter habe ich getrennt voneinander zusammen genäht, in der hinteren Mitte bleibt ein 10 cm langer Schlitz offen. In die rechte Naht zwischen vorderem und hinterem Seitenteil kommt noch eine einfache Nahttasche.

 

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Anschließend habe ich Oberstoff und Futter ineinander gesteckt und am Bund zusammen gesteckt, die Nahtzugaben liegen alle innen.

Den Schlitz habe ich versäubert und hübsch gemacht, indem ich auf der einen Seite einen Streifen Satin aufgesetzt und nur durch den Organza festgenäht und anschließend die offene Seite eingeschlagen und mit der Hand anstaffiert habe. Die andere Seite hat einen Untertritt aus einem Streifen Satin bekommen, der zwischen Oberstoff und Organza gefasst ist.

Auch wenn man den Schlitz am Ende nicht mehr sieht, finde ich es mit Untertritt hübscher.

 

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Die obere Kante der hinteren beiden Rockbahnen habe ich in Falten gelegt (aber vergessen ein Foto zu machen :o) und festgeheftet.

 

Der Bund ist einfach ein fadengrader Streifen Satin, verstärkt durch einen Streifen Leinen, der angesetzt, zwei mal eingeschlagen und mit der Hand innen im Rock angenäht wird. Auf dem Foto seht Ihr noch eine von zwei mit gefassten Schlaufen zum Aufhängen.

 

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Auf der Puppe lasse ich den Rock erst mal aushängen und passe den Saum vom Organzafutter an den Satin an. An dieser Stelle habe ich die Schleppe um fast 20 cm gekürzt, für ein Tageskleid waren mir 45 cm Schleppe einfach zu viel.

 

Bevor ich den Saum mache, bekommt der Rock nach bei mir bekannter Manier einen 12 cm breiten Beleg aus Leinen. Der Beeg wird genau so zugeschnitten wie die Rockbahnen, d.h. er wird aus mehreren Teilen zusammen gesetzt, die Nähte ausgebügelt und innen aufgesetzt. Die untere Kante kommt 2 cm entfernt von der Saumkante zu liegen und wird festgesteckt, die obere Kante des Belegs wird schmal eingeschlagen und knapp neben der Kante fest gesteppt.

 

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Auf dem Foto ist die Saumkante zwei mal um den Beleg eingeschlagen, das sah mir aber am Ende zu unordentlich aus, also habe ich alles wieder aufgetrennt, die Zugabe zurückgeschnitten und die Kante mit Schrägband eingefasst.

 

Um den empfindlichen Satin vom Boden weg zu halten besetze ich den Saum von innen mit einer Rüsche aus Baumwolle mit Organzaspitzenkante. Die Rüsche habe ich genau so hergestellt wie beim Unterrock.

 

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Damit ist der Rock in der Rohform fertig und wartet auf seine Dekoration. :)

Die aussen sichtbare Naht von Beleg und Rüsche wird später gnädig von der Dekoration verdeckt.

 

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Hier ist das mit der Rüschen noch mal zu sehen:

 

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Am Wochenende war ich mit dem Zug Unterwegs und habe mir Beschäftigung mit genommen: Knöpfe beziehen.

Ich brauche am Ende über 100 Knöpfe, also kann ich schon mal anfangen. :ohnmacht:

 

Ich mag diese Knöpfe zum Beziehen von Prym nicht, die fallen immer auseinander, ausserdem werde ich da bei der Menge arm. Also beziehe ich einfache Knöpfe. Bei ebay habe ich vor kurzem einen ganzen Sack Knöpfe für genau den Zweck geschossen. ;)

 

Mein Material:

  • Knöpfe zum Beziehen (ich habe einfache Wäscheknöpfe mit 19 mm Durchmesser genommen)
  • Stoff zum Beziehen
  • Schablone (Kreis mit 40 mm Durchmesser) & Kreide zumAnzeichnen
  • Garn, Nähnadel, Schere
  • Kleber (ich habe Schmucksteinkleber genommen, was anderes geht aber auch)

 

So geht's:

 


  • [/
  1. Knöpfe bereit legen & Bezugstoff zuschneiden
  2. Stoffkreis mit einer Handnaht mit kleinen Stichen umranden, Fadenende lang lassen.
  3. Faden etwas zusammen ziehen & Knopf einlegen
  4. Faden fest zusammen ziehen und verknoten
  5. Offene Kante des Bezugs sternförmig überstechen. Faden dabei fest anziehen um den Bezug fester über den Knopf zu spannen
  6. Fäden verknoten und abschneiden
  7. Knopfrückseite mit Kleber betupfen um die Knoten zu sichern
  8. Fertig! :freu:
     
     

LIST]

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Mein Vorschlag wäre auch festes Papier oder Karton gewesen. Packpapierstreifen kann man auch als Bügelschablonen verwenden, damit die Falten messerscharf werden.

 

@Tarlwen: Falls du einmal einen Challenge aus einem anderen Jahrhundert suchst, würde ich 1930er Jahre vorschlagen. Ich brüte eben darüber, wie die Über- und Untertritte bei Modell 926 hier zugeschnitten und genäht wurden.

 

Die "Anno" Datenbank der österr. Nationalbibliothek ist für Mode des 19. und frühen 20. Jahrhunderts eine Fundgrube. Leider wurden die Schnittbögen nicht digitalisiert und die einzeln einscannen zu lassen, ist ein teures Vergnügen (30 Euro Basispreis für Sonderformate) und über die Durchführbarkeit wird von den zuständigen Archivar_innen je nach Zustand des Originals im Einzelfall entschieden. Gerade bei "Perfekt Mode" waren die Mehrzahl der Modelle allerdings Kaufschnitte, die wohl in keinem Archiv gesammelt worden sind.

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Ich brüte eben darüber, wie die Über- und Untertritte bei Modell 926 hier zugeschnitten und genäht wurden.

 

 

 

ich vermute das eine Seite die Zacken überstehen hat , die andere Seite ist durchgehend glatt. die Knöpfe auf der glatten Seite (Untertritt) sind nur Deko :rolleyes:

 

Damen schließen rechts über links . Also sind die Zacken auf dem rechten Vorderteil mit Knopflöchern. Alle Knöpfe sitzen auf der linken Seite. möglich das zwischen den Zacken unsichtbar noch kleine Druckknöpfe zwischen sitzen.

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  • 3 weeks later...

ju_wien, ein schickes Kleid, aber die 30er stehen mir absolut nicht. Da lass ich besser die Finger von.

So, hier ist es etwas weiter gegangen - der Basisrock und die angeknöpfte Schleppe vom Unterrock sind fertig! :freu:
Aber von vorne:
Wir waren ja beim fertig genähten, aber undekorierten Basisrock stehen geblieben.
Die Deko nähe ich vom Saum nach oben hin auf, weil sie dachziegelartig übereinander liegt. Die erste Etage bildet eine Tüllrüsche.
Um den Tüll vernünftig in Streifen zu schneiden, habe ich den Tüll parallel zur Webkante gefaltet, so dass er in vier Lagen übereinander liegt, gut fest gesteckt und mit Lineal und Rollschneider geschnitten. Die Streifen für die unteren beiden Rüschen sind 12 cm hoch und werden längs gefaltet vor dem kräuseln, das gibt eine schönere Kante und eine dichtere Rüsche. (Man soll ja nicht durch gucken können.)
Weil der Ruffler so Sachen wie den weichen Tüll nicht mag, ist wieder die Overlock dran.

DSCF0356.JPG  

 

Die Rüsche wird dann einfach auf den Rocksaum gesetzt - die untere Rüschenkante parallel zum Rocksaum.

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Darauf folgen dann die beiden Faltenstreifen und weitere Tüllrüschen. Die Lagen überlappen sich immer weit genug, so dass man den Ansatz der darunter liegenden Lage nicht sieht.
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Die dritte Tüllrüsche ist breiter, da sie den Raum zwischen den Zacken der Abschlussborte ausfüllen soll.
 

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Jetzt fehlt noch die Wimpelborte.
Die sieht kompliziert aus, ist es aber nicht. (Nur Arbeit... )
Alles beginnt mit einem Streifen Stoff (in meinem Fall Cordsamt), hier 8,5 cm. Das krumme Maß kommt dadurch zustande, dass die Wimpel oben genau so breit sind wie der Streifen breit und die benötigte Länge der Borte (gute dreieinhalb Meter wenn ich mich recht erinnere) durch die Breite der Wimpel teilbar sein sollte, damit es am Ende aufgeht und ich nicht irgendwo einen halben Wimpel über oder zu wenig habe.
   
Wenn das richtige Maß ermittelt ist, zeichne ich auf dem Streifen quer zur Webkante immer im Abstand von 8,5 cm eine Line, die ich dann bis einen cm vor dem Durchschneiden einschneide. Ich habe also jetzt quasi eine Fähnchenkette.
Weil die offene Stoffkante doof aussieht, schneide ich mir 3 cm breite Satinstreifen zu und fasse damit jeweils die rechte und die untere Kante von jedem Fähnchen ein.

DSCF0366.JPG 

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Die zweite Naht der Schrägbandeinfassung nähe ich im Nahtschatten der Vorderseite, durch den Flor vom Cord fällt die Naht quasi nicht auf.
Im Anschluß bekommt auch die obere Kante noch eine Schrägbandeinfassung.
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Die Zacken oder Wimpel entstehen dann, indem immer eine Seite der Abschnitte in Fältchen gelegt wird. Damit das besser fällt, drehe ich die Falten ein bisschen auf, bevor ich sie mit der Hand fixiere.
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Die Borte wird dann wieder im Nahtschatten auf dem Rock genäht:

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Jetzt kommen auch die Knöpfe ins Spiel, sie werden einfach auf die jetzt noch sichtbaren Nahtstellen der Raffung gesetzt.



 

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Weil so eine Schleppe bei schlechtem Wetter doof ist, habe ich noch einen "Schleppenaufzug" eingebaut:
Innen im Rock werden Knöpfe angenäht und dazu passend ein Ripsband mit Knopflöchern versehen.
Damit das Band nicht verloren geht (ich kenn mich... ) wird es am Bund an einer Seite angenäht und hängt bei Nichtgebrauch lose im Rock.
Das andere Ende bekommt eine große Öse, die in einen Haken am Bund eingehängt werden kann, wenn die Schleppe hoch gerafft wird.

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Von aussen sieht das auch nicht besonders toll aus, wird aber ja später von der Drapierung der Polonaise verdeckt. :classic_wink:

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Der Basisrock ist fertig! :happy:


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vor 28 Minuten schrieb Tarlwen:

Damit das besser fällt, drehe ich die Falten ein bisschen auf, bevor ich sie mit der Hand fixiere.

 

Boah, alleine der Basisrock ist die Wucht. Die Wipel finde ich sehr interessant, aber die Aussage von dir kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Würdest du sie mir bitte nchmal erklären?

 

LG

 

flocke1972

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