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Grüezi mitenand

 

Als ganz neues Mitglied in diesem Forum möchte ich mich zuerst gerne ganz kurz vorstellen: Weiblich, wohnhaft in der Zentralschweiz, "gut" Mitte 30 Jahre alt ;), eher eine schlanke Kurzgrösse mit 162 cm und seit ca. 2 Jahren versuche ich, meine Garderobe selber zu nähen, insbesondere nach Burda-Schnittmustern. Da gibt es jedoch immer sehr viel abzuändern...

 

Nun habe ich schon immer folgendes Problem gehabt und nie herausgefunden, wie es zu lösen ist (und in der Suchfunktion hier im Forum auch nichts gefunden):

Wenn ich bei einem Oberteil für den Halsausschnitt den Besatz mit Vlieseline (meist G785) verstärke, zieht es mir den nach aussen. Das heisst, der Aussenseiten-Stoff zieht wie nach unten und zieht somit den Besatz mit nach aussen. Dies geschieht natürlich besonders bei schwererem Jersey, aber kürzlich passierte es (wenn auch nur im kleinen Ausmass) bei einem sehr weichen und leichten Viskose-Webstöffchen, das im Ausschnitt in Falten gelegt wurde und dadurch in diesem Bereich ein kleines bisschen schwerer wurde.

Ich habe schon bei Jersey versucht, die Kante ca. 0.5cm breit abzusteppen, so dass der Aussenstoff und der Besatz miteinander vernäht wurden. Doch dann hat es den Besatz immer noch nach aussen gezogen und zudem noch den abgesteppten Rand im fast 90°-Winkel nach aussen verdreht. Kein schönes Resultat. :(

 

Kennt jemand hier dieses Problem auch und könnte mir Tipps geben? Bei einem ähnlichen Beitrag ("V-Ausschnitt wellt sich") habe ich gelesen, dass man allenfalls den Besatz etwas kleiner zuschneiden kann? Würde das funktionieren?

Den Oberstoff ebenfalls verstärken möchte ich eigentlich nicht unbedingt, da man das Aufgebügelte halt je nach Stoff von aussen sehen kann.

 

Für euer aufmerksames Durchlesen meines langen Textes bedanke ich mich und grüsse herzlich,

 

Chrigi14

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Willkommen im Forum Chrigi14

 

Bilder helfen immer mehr als Beschreibungen :). Vielleicht machst du Bilder vom Problem, innen und außen? Dann kann dir wahrscheinlich besser geholfen werden ;)

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Hallo,

 

ja, den Besatz minimal kleiner schneiden, hilft. Bei nicht-dehnbaren Stoffen muss das nicht so viel sein, ein halber cm an jeder Nahtkante müsste reichen.

 

Bei dehnbaren Stoffen ist das Problem, dass die sich beim Nähen gerne ausdehnen; das gilt für Halsbündchen, Säume und eben auch Belege. Bei Halsbündchen an Jersey-Shirts schneide ich pi mal Daumen das Bündchen 10 % kürzer zu als die Ausschnittkante. Bei einem Beleg (habe selbst noch keine Beleg in Jersey verarbeitet, glaube ich) könnte das gleiche gelten, aber das hängt sehr stark vom Stoff und dessen Dehnfähigkeit (und der Nähmaschine) ab.

 

Gegen das nach außen rollen hilft es außerdem, wenn man den Beleg nur auf den Nahtzugaben knappkantig neben der ersten Naht annäht; dann legt sich die Kante auch schöner und der Beleg blitzt nicht mehr nach außen. Das nennt sich understitching oder untersteppen; mit diesen Begriffen müsstest du hier oder im Netz vielleicht auch bebilderte Anleitungen finden. Zusätzlicher Vorteil: Man sieht an der Kante von außen keine Naht; das sieht edler aus.

 

Bei Jersey würde ich auch gar nicht verstärken; das macht den Stoff ja idR nicht-dehnbar, was bei einem kleineren Halsausschnitt unter Umständen kontraproduktiv sein kann. Bei Webstoffen macht das aber Sinn.

 

Hast du mal Beispiele von Schnitten, bei denen das passiert ist, und/oder Fotos von den Teilen? Das wäre auch hilfreich. :)

 

Liebe Grüße

Kerstin

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Herzlich willkommen Chrigi14.

 

Ja, dein Problem kannte ich zur Genüge.

 

Wenn der Besatz kleiner zugeschnitten wird, passiert das nicht mehr.

Ich schneide beide Teile gleich zu und schneide dann am Besatz 2 mm, bei dickeren Stoffen auch mehr weg.

Zusätzlich hilft es eine Geradstichnaht ganz knapp neben der Naht aber nur auf den Nahtzugaben zu machen, die man von außen nicht sieht. (= Understitching). Das heißt der Oberstoff wird dabei nicht mitgefasst.

 

Bei einem Seidenkleid hab ich diese Technik auch angewandt:

Vorder- und Rückenteile sind doppellagig. Die Innenteile wurden alle an den Verstürzungskanten um 2 mm verkleinert. Beim Verstürzen liegen dann beide Kanten exakt aufeinander, die Innenteile sind aber minimal kleiner und können nicht nach außen klappen oder vorstehen.

Zusätzlich das Understitching.

Früher ärgerte ich mich, weil sich das Futter herausschob.

 

Bin heute auch bei Hofenbitzer drüber gestolpert: " Belegweite reduzieren ... an oberer Kante 0,3 cm. Da sich der Beleg im Inneren des Kleidungsstückes befindet, braucht er weniger Weite."

 

Wirst sehen, das Problem ist weg.

Liebe Grüße

Samba

Edited by samba
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Da sind wir ja einer Meinung. :)

 

Je länger der Beleg, desto mehr kann man wegnehmen; die 0,5 cm waren, glaube ich, eher so was wie die Maximalangabe.

 

2 mm kann man aber auch leicht beim Zuschnitt ungewollt selbst produzieren, zuviel oder zuwenig, durch nicht ganz genaues Zuschneiden. Am besten den in Originalgröße zugeschnittenen Beleg auf den Oberstoff legen und dann an der Nahtkante ein bisschen was wegnehmen. Ausschnitte dehnen sich durch den gebogenen und daher meist irgendwo auch schrägen Fadenlauf ja etwas; deswegen lässt sich das durch minimales Dehnen des Belegs immer noch gut annähen.

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super erklärt. danke

 

eine Frage habe ich aber noch:

 

Ist mit Nahtkanten die Kanten gemeint, wo die Besatzteile an ZB den Schultern zusammengenäht werden

 

oder auch die Kanten des Beleges, die an den Oberstoff / Ausschnitt gnäht werden?

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Vielen herzlichen Dank für eure sehr hilfreichen und aufschlussreichen Antworten! Zukünftig werde ich somit den Besatz jeweils etwas kleiner zuschneiden.

Wegen dem Absteppen (Understitching): Sieht man dann die Naht auf dem Beleg? Oder werden nur die beiden Nahtzugaben zwischen Beleg und Oberstoff mit Geradstich vernäht, so dass man sie überhaupt nicht sieht?

 

Leider habe ich grad keine aussagekräftigen Fotos zur Hand, aber gerne kann ich zwei Schnittmuster von Burda bekannt geben, wo mit Jersey und einem verstärkten Besatz gearbeitet wird:

113-022013 + 114-022013

Bei diesen beiden zieht es vor allem im Rücken den Besatz nach aussen.

 

Und dann ist noch ein Schnittmuster, bei dem ich jedoch einen leichten Webstoff verwendet habe:

106-042013

Werde versuchen, da mal Fotos zu machen, sofern ich das irgendwie hinkriege.

 

Liebe Grüsse

Chrigi

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Wegen dem Absteppen (Understitching): Sieht man dann die Naht auf dem Beleg? Oder werden nur die beiden Nahtzugaben zwischen Beleg und Oberstoff mit Geradstich vernäht, so dass man sie überhaupt nicht sieht?

 

Liebe Grüsse

Chrigi

 

Du steppst die Nahtzugaben auf dem Beleg fest - sprich - innen (am Beleg) siehst Du die Naht - außen (am Oberstoff) siehst Du nichts...

 

Sabine

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