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Wer ist Constanze Derham? Ein Interview mit der Autorin.

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Das Buch von Constanze haben wir ja schon vorgestellt, doch zumindest ich war auch neugierig auf die Autorin und habe sie um ein Interview gebeten. <img src="https://pictures.hobbyschneiderin24.net/images/redaktion/nowak/constanzederham.jpg" align="right" width="400" height="265" vspace="10" hspace="10" alt="Constanze Derham, Autorin von ABC der Handarbeiten: Nähen" />Das wurde mir auch glücklich gewährt. :)

(Leider mußte ein E-Mail Interview genügen, Zeit für einen kleinen Trip in die Hauptstadt hatte ich leider nicht ;) )

 

 

Liebe Constanze, erst einmal Danke dafür, daß du bereit bist, uns ein paar Fragen zu beantworten. Und meinen herzlichen Glückwunsch zu deinem Buch! „E-Books“ und auch „Books-on-Demand“ sind heute ja nichts so besonderes mehr, aber ein Buch bei einem „richtigen“ Verlag, das ist schon was anderes. Wie ist es denn dazu gekommen?

 

Letztes Jahr kontaktierte mich der Verlag mit einer Anfrage, ob ich ein Nähbuch aus ihrem Programm auf meinem Blog rezensieren wolle. Ich sagte zu und besprach das Buch, und gegen Ende das Jahres kam dann eine Anfrage, ob ich es mir vorstellen könne, für sie im Rahmen der „ABC Handarbeiten“-Reihe ein Buch übers Nähen zu schreiben. Wir trafen uns dann einmal zum „Beschnuppern“ und wurden uns ziemlich schnell einig. Ich fand es sehr reizvoll, so ein Buch komplett, also Text und Fotos, zu konzipieren, und ich hatte im Rahmen der Reihengestaltung ziemlich freie Hand, was den Inhalt und die Bilder angeht. Da ich mich früher beruflich mit Fremdsprachendidaktik beschäftigt hatte, waren mir die Prinzipien des Lehrbuch-Schreibens auch nicht ganz fremd, und es war eine interessante Aufgabe, die Grundlagen des Nähens auf wenigen Seiten so herunterzubrechen und zu vereinfachen, ohne unpräzise zu werden, so dass Nähanfänger nicht überwältigt werden.

 

Ich lese deinen Blog ja schon lange und gerne. Dabei fällt mir immer wieder auf, daß dein Blick nicht beim Nähen stehen bleibt, sondern offen für andere Formen der Kreativität ist.

Was bedeutet Kreativität für dich?

Welchen Stellenwert hat sie in deinem Leben?

 

„Kreativität“ ist für mich ein etwas zu hochgestochener Begriff, den würde ich auf das, was ich mache, gar nicht anwenden wollen. Ich beschäftige mich gerne mit Textilien, habe Vorstellungen im Kopf, die ich versuche umzusetzen. Manchmal gelingt das, manchmal nicht, manchmal kommt etwas ganz anderes dabei heraus. Ich bewundere ja Leute, die bei einer Sache bleiben können und auf ihren Gebiet daher immer besser und besser werden – das kann ich nicht, ich probiere gerne verschiedenes aus, und nach dem Ausprobieren ist dann oft schon der Reiz weg. Seitdem ich immer ein Notizbuch bei mir habe, lässt sich die Kreativität (wenn man es so nennen will) übrigens viel besser in den Alltag integrieren: da kann man die Einfälle schnell notieren, auch wenn man eigentlich gerade etwas ganz anderes machen sollte. Mein eigentlicher Schreibtischjob (Uni-Forschung) ist auch nicht gerade unkreativ, aber die Ergebnisse sind nicht besonders greifbar.

 

Dein Buch befaßt sich nun mehr mit den technischen Aspekten des Nähens. Für viele Hobbyschneiderinnen ist das der lästige und gegenüber der Kreativität weniger wichtige Teil. Wie ist das für dich?

Was machst du besonders gerne?

Gibt es Arbeitsschritte, die du gar nicht magst?

 

Die beiden Aspekte sind ausgewogen – ich würde nicht nähen, wenn mir die technische Umsetzung keinen Spaß machen würde, und ich habe schon den Anspruch, die beste Verarbeitung hinzukriegen, die mir mit meinem momentanen Wissen und mit vertretbarem Zeitaufwand möglich ist. An einem wahnsinnig kreativen, aber irgendwie zusammengetackerten Teil hätte ich keine Freude, wobei ich es aber völlig legitim finde, wenn Nähanfänger einfach erstmal kreativ drauflosnähen. Mein Maßstab gilt nur für mich, jeder und jede muss selbst entscheiden, was ihm oder ihr momentan wichtig ist.

Nicht so gern kopiere ich Schnittmuster heraus, vor allem, weil ich das meistens auf dem Fußboden machen muss. Aber alles, was man an der Nähmaschine näht (oder sogar mit der Hand...) macht mir großen Spaß. Interessant finde ich auch die unterschiedlichen Verarbeitungsweisen, die es gibt, ich probiere gerne verschiedene Methoden aus und lese manchmal Nähanleitungen als Bettlektüre.

 

Wie bist du zum Nähen gekommen?

Von wem hast du es gelernt?

 

Wahrscheinlich so wie die meisten: Bei uns zuhause gab es eine einfache Nähmaschine von Quelle, womit meine Mutter ab und zu Sachen für mich nähte und änderte. Sie zeigte mir, wie das geht, und wir nähten gemeinsam einige kleinere Sachen und einfache Sommerröcke. Ich durfte die Maschine dann immer benutzen, wenn ich wollte. Durch die Schnittmuster und vor allem durch die Anleitungen kämpfte ich mich dann nach und nach selber durch. Eines meiner ersten Projekte war übrigens eine langärmelige Bluse mit Kragen, Manschetten und Ärmelschlitz – den Schnitt gab es in irgendeiner Zeitschrift und Dank Bildanleitung habe ich das geschafft, obwohl ich keine Ahnung hatte.

 

Hast du Vorbilder?

Welche Bedeutung hat unser Forum für dich?

 

Das Forum entdeckte ich 2005/2006 und es gab mir noch einmal einen Schub. Mir wurde auf einmal klar, auf welchem Niveau man als Hobbyschneiderin nähen kann. Das war geradezu eine Offenbarung. Ich erinnere mich zum Beispiel an das Blazer-WIP von Darcy und das Tournürenkleid-WIP von Nagano, von denen ich schwer beeindruckt war. Das beantwortet auch die Frage nach Näh-Vorbildern: die finden sich immer wieder im Forum, weil da so viele Leute unterwegs sind, die ein enormes Expertenwissen auf bestimmten Gebieten haben und die mir zeigen, was man alles noch lernen und nähen kann.

 

Blazerwip Darcy:

Ein Blazer für Darcy - Hobbyschneiderin 24 - Forum

 

Tournürenwip Nagano

mein neues wip - ein tournürenkleid - Hobbyschneiderin 24 - Forum

 

Auch die Photos in deinem Blog fallen mir immer wieder positiv auf. Dein Buch zeichnet sich ebenfalls dadurch aus, daß die Bilder sowohl technisch gut als auch optisch ansprechend sind. Wie kommt es, daß du das so gut kannst? Hast du Tips für uns, wie man gute Bilder von seinen Projekten macht?

Mit welcher Kamera photographierst du?

 

Seit eineinhalb Jahren benutze ich eine Panasonic Lumix GF1, eine kompakte Kamera mit Wechselobjektiv, davor habe ich aber alle Bilder fürs Blog mit einer ganz simplen Digitalkamera für 69 Euro gemacht. Auch damit bekommt man gute Fotos hin, wenn man gutes Licht hat, am besten diffuses Tageslicht, keine direkte Sonne. Die meisten Bilder von kleinen Projekten mache ich auf einer breiten Fensterbank an einem Nordfenster oder auf dem Balkontisch.

 

Wenn ich Abends bei Kunstlicht fotografieren muss, gehe ich in die Küche – gute Beleuchtung, weiße Kacheln, weißer Kühlschrank, weiße Arbeitsfläche, das ist der hellste Platz in der Wohnung, so dass ich ohne Blitz fotografieren kann. Bei Kunstlicht ist es günstig, wenn man einen manuellen Weißabgleich macht, damit verhindert man farbstichige Bilder. Das können aber nur die etwas besseren Kameras.

Mich selbst im Selbstgenähten in der Wohnung zu abzulichten finde ich schwierig, dafür habe ich auch noch nicht den richtigen Platz gefunden. Es müsste eine helle Ecke sein, nicht im Gegenlicht, mit neutralem Hintergrund und mit genügend Platz, um das Stativ aufzustellen – so weit zur Theorie. Aber finde das mal in einer Wohnung, in der zwei Menschen mit Hobbies leben.

 

Ans Bildermachen habe ich mich langsam herangetastet und ausprobiert, vor allem auch Bilder von anderen bewusst angesehen und analysiert, was mir an ihnen gefällt. Dann mache ich meistens sehr viele Bilder und probiere verschiedene Bildaufteilungen und Perspektiven aus. Die Technik spielt für mich aber nur eine untergeordnete Rolle. Die große Kamera fühlt sich für mich immer noch neu an, weil ich bisher noch gar nicht alle ihre Möglichkeiten voll ausnutze.

 

Nicht zuletzt habe ich mir wegen der Bilder fürs Blog ein wenig mit der Bildbearbeitung mit Gimp, einem kostenlosen Programm beschäftigt. Auch da nutze ich nur einige Grundfunktionen, denn ich will die Bilder ja nicht großartig verändern, sondern nur zuschneiden, Farbstiche beseitigen und etwas schärfen.

 

Gibt es eigentlich Treffen oder gar Signierstunden, bei denen man dich persönlich kennen lernen kann?

 

Regelmäßig einmal im Monat trifft sich hier in Berlin eine Quiltgruppe, da bin ich meistens dabei (berlin modern quilt guild) und am 16. Dezember stelle ich ab 15.00 Uhr im Stoffgeschäft Volksfaden das Buch vor, außerdem kann man dort unter anderem mit mir Weihnachtsschmuck aus Stoff basteln.

 

Und nun noch einige wichtige biographische Daten...

Auf welcher Maschine nähst du?

Immer noch auf einer vollmechanischen Singer von 1991, die ich mir damals vom gesparten Taschengeld gekauft hatte.

 

Dein bevorzugtes Zuschneidewerkzeug?

 

Genauso minimalistisch: eine geschmiedete Zuschneideschere, die ich genauso lange habe, wie meine Maschine.

 

Lieblingsnähgarn?

 

Da bin ich nicht sonderlich wählerisch – meistens die großen Standardgarnrollen vom Stoffmarkt, für besondere Farben und Qualitäten schaue ich bei Coats, das gibt es da, wo ich einkaufe.

 

Lieblingsstoff?

 

Wollstoffe! Ich freue mich jedes Mal darüber, wie leicht sie sich verarbeiten lassen.

 

Auf welches Nähwerkzeug möchtest du nie mehr verzichten?

 

Ein kleines Alulineal aus Dänemark mit Markierungen für die gängigsten Saum- und Nahtzugabenbreiten.

 

Welches Nähwerkzeug ist aus deiner Sicht völlig überflüssig?

Der Schrägbandformer – ich habe meinen ein Mal zum Ausprobieren benutzt und nähe selbstgemachtes Schrägband immer noch ungeformt an.

 

Die drei wichtigsten Nähbücher für dich?

 

Ann Ladbury, Du Monts Handbuch Nähen, Köln 1987. Das Buch ist mehrfach unter verschiedenen deutschen Titeln aufgelegt worden und war mein erstes richtiges Nähbuch. Da vom Nähen von Bekleidung, Vorhängen, Deko bis zu Reparaturen, Schnittänderungen und Patchwork fast alles abgedeckt wird, schaue ich auch heute noch ab und zu hinein. Die Erklärungen sind sehr reduziert, dazu gibt es sehr deutliche Zeichnungen, die Schritt für Schritt zeigen, was zu tun ist.

 

Lieselotte Kunder, Schneidere selbst, Stuttgart u. a. 1966. Kunder erklärt viele Verarbeitungstechniken, die in modernen Büchern gar nicht mehr vorkommen – außer bei Claire Shaeffer, und die nennt das dann „Couture“. Besonders schön finde ich die Kapitel, in denen es um das Herstellen von Borten, bezogenen Knöpfen und Gürtelschnallen, die Verarbeitung von Spitze und andere dekorative Verzierungen geht, die mit minimalen Maschinen- und Materialaufwand umgesetzt werden können.

 

Natalie Chanin: Alabama Studio Sewing + Design, New York 2012. Derzeit das wichtigste, weil das neueste. Hier geht es um komplett handgenähte Kleider aus Jersey mit sehr aufwendigen, ebenfalls handgearbeiteten Verzierungen. Die Originale der Designerin kosten wohl so viel wie Couture-Modelle, aber das Buch zeigt, wie man die Teile nacharbeiten kann, Zeit, Geduld und Geschick vorausgesetzt.

 

Hast du ein Motto/ einen Wahlspruch beim Nähen? Welchen?

 

An meiner Nähmaschine bin ich Kapitänin!

 

Ich danke dir, daß du dir die Zeit für unsere Fragen genommen hast und wünsche dir viele schöne Nähprojekte und natürlich auch viele verkaufte Bücher!

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Danke für das schöne Interview! Das Buch habe ich (natürlich) auch gekauft und ich werde es auch einmal verschenken. Und Contanzes Blog besuche ich auch sehr gerne.....

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