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Wie sehe ich denn aus? - Hilfen zur Figuranalyse


Capricorna
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Hallo Ihr, ich bin völlig sprachlos über die Wissenssammlung, die Ihr in so kurzer Zeit zusammengestellt habt. Ich möchte gern mittun, bin aber momentan noch verreist. Zum Fotografieren fällt mir momentan nur ein, die Verzerrung des eigenen Gerätes über das Aufnehmen von gezeichneten oder am Mobiliar vorhandenen Quadraten zu überprüfen. Liebe Grüße, Deo

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N´Abend :)

 

Jetzt kommt der dritte Test von Larkey; ein sehr interesanter, wie ich finde:

 

Test 3: Hab ich einen langen oder kurzen Oberkörper?

 

Dazu bindet man sich zuerst ein Gummiband um die schmalste Stelle der Taille, und macht dann am besten ein paar Rumpfbeugen, damit es dahin rutscht, wo es gerne hinwill, und wo auch unsere Kleidung sich unweigerlich nach einigen Bewegungen "sammeln" wird. Das ist eure echte Taille.

 

Dann stellt man sich wieder vor den Spiegel, diesmal seitlich.

 

Wie verläuft das Gummiband?

 

Verläuft es fast waagerecht? Dann geht es direkt weiter zum nächsten Stöckchentest weiter unten.

 

Rutscht es vorne deutlich hoch? In dem Fall kann man annehmen, dass man ein ernsthaftes (major) Problem mit einem kurzen Oberkörper hat.

 

Rutscht es hinten deutlich hoch? Dann hat man ein major problem mit einem langen Oberkörper.

 

Diese beiden Beurteilungen richten sich nach der Ansicht, die man dann frontal auf sich hätte! Wenn mein Gummiband vorne deutlich hochrutscht (z.B. wegen Haltungsfehlern, nach hinten kippendem Becken oder einem Bauch) wird der Bund meiner Kleidung vorne nach oben wandern wollen, so dass der Rocksaum "gefühlt" direkt unter der Brust beginnt oder die Hose "bis unter die Achselhöhlen" hochgezogen erscheint. Diesen Eindruck gilt es daher zu mindern, um ausgeglichener zu erscheinen.

 

Wenn mein Gummiband hinten hochrutscht (z.B. wegen nach vorne kippendem Becken, Hohlkreuz und/oder ausgeprägtem Po aka "Entenarsch" wie meine Mutter das immer so charmant nennt) wird der Bund von Rock oder Hose vorne nach unten gezogen, so dass der Oberkörper von vorne gesehen länger erscheinen wird.

 

Nun zum nächsten Stöckchentest, der laut Larkey nur dann gemacht werden muss, wenn man in der Seitenansicht keine großen Differenzen sieht. Dazu ist jetzt eine zweite Person oder eine Kamera mit Selbstauslöser hilfreich, wenn man nicht über eine ausgefuchste Aufstellung von zwei oder drei Spiegeln verfügen kann; man muss sich nämlich von hinten ansehen können - ohne sich dabei irgendwie zu verrenken!

 

Man hält selbst ein Stöckchen direkt unter den Po, als ob man sich darauf setzen würde, aber ohne das wirklich zu tun! Der Po darf nicht verformt (und gar kleiner) werden.

 

Eine mittlere Linie verläuft auf der Gummibandhöhe, also hintere Taille.

 

Die obere Linie verläuft direkt über den Schulterpunkten.

 

larkey_4_taille.jpg

 

Nun vergleicht man die Länge der beiden Abschnitte:

 

- obere Hälfte ein wenig länger als die untere? Das ist Durchschnitt - kein Problem.

 

- obere Hälfte gleich oder kleiner als untere Hälfte? = Problemzone kurzer Oberkörper

 

- ober Hälfte deutlich länger als untere? = Problemzone langer Oberkörper

 

Generelle Tipps bei einem kurzen Oberkörper:

- gerade = aufrecht stehen! (wobei ich das auch Menschen mit langem Oberkörper, z.B. bei Hohlkreuz empfehlen würde, also das Becken möglichst gerade halten und sich nicht nach hinten ins Kreuz fallen lassen oder mit hängenden Schultern nach vorne versumpfen)

- schmale Gürtel in der Farbe des Oberteils tragen (also gerade nicht der übliche Tipp, dass der Gürtel die Farbe der Schuhe oder Hose haben sollte!)

- Oberteile mit optisch streckenden Längslinien wählen (also auch nichts taillenkurzes, wenn die echte eigene Taille damit gemeint ist)

- Oberteile lose über den Gürtel fallen lassen, wenn man sie unbedingt im Bund tragen möchte; nicht ganz straff ohne jede Mehrweite hineinstecken. Ich schlussfolgere daraus mal, dass z.B. Blusenbodys für diese Problemzone nicht so gut geeignet sind.

 

Generelle Tipps für einen langen Oberkörper:

Achtung: Ein leicht längerer Oberkörper ist laut Larkey ein Pluspunkt, keine Problemzone! Wenn er tatsächlich "zu lang" ist:

- breite Bünde, Gürtel u.ä. (Kummerbund, Schärpen, etc.) tragen in der Farbe des Unterteils

- Oberteile mit breiten Ausschnitten (z.B. U-Boot), (Schulter)Passen, Querstreifen oder (aufgesetzten) Taschen verkürzen optisch

Trinny und Susannah empfehlen in "What not to wear" zum Beispiel auch, zwei verschieden lange Oberteile in Kontrastfarben anzuziehen, z.B. zwei T-Shirts übereinander. Auch Lagenlook-Teile können beim Selbernähen gut in dieser Richtung angepasst werden.

 

Was man hier nicht vergessen sollte: Man trägt heutzutage den Bund von Hose und Rock ja nicht mehr in der echten Taille, wie das vielleicht zuletzt in den 50ern mal war. Wenn ich mir mein Foto so anschaue, habe ich selbst einen etwas kurzen Oberkörper. Ich trage trotzdem gerne Blusenbodys, weil meine Jeans etwas hüftiger sitzen und eben nicht in der echten Taille, so dass mein kurzer Oberkörper optisch ausbalanciert wird. Zu hüftig darf es aber nicht sein, das würde wiederum meine etwas zu kurzen Beine noch zusätzlich optisch verkürzen, was ich mit gerade geschnittenen, langen Hosenbeinen wieder ausgleiche.

 

Bei durchgehenden Teilen wie Kleidern, oder bei langen Röcken, könnte ich aber umgekehrt mit einer Teilungsnaht bzw. dem Bund in der echten Taille meine Beine optisch länger schummeln.

 

Wer einen langen Oberkörper hat, kann daher wohl generell eher seinen Bund in der echten Taille tragen, und sollte eher Hüfthosen vermeiden, sofern die Beine nicht auch länger sind.

 

Wie man sieht, gilt es also immer, gut zu überlegen, welches Detail der aktuellen Mode welche Wirkung hat und wie man klug kombiniert. :)

 

So, das waren die "Stöckchen-Tests". :)

 

In den nächsten Tagen geht es dann noch weiter mit einem scharfen Blick auf Hals/Kinn, Schultern, Arme, Körbchen, Bauch, Po, Beine und Waden/Fesseln. Dazu wird jeweils nur der ehrliche Blick in den Spiegel genutzt, keine Messungen.

 

Liebe Grüße,

Kerstin

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Zum Fotografieren fällt mir momentan nur ein, die Verzerrung des eigenen Gerätes über das Aufnehmen von gezeichneten oder am Mobiliar vorhandenen Quadraten zu überprüfen. Liebe Grüße, Deo

 

Das ist ein toller Tipp! Das werde ich mir für künftige Fotos merken. :)

 

Dein umfangreiches Wissen über Passform wäre eine tolle Bereicherung! Wäre super, wenn du nach dem Urlaub noch Zeit finden würdest... :)

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Hallo velvet-sateen,

 

du schreibst:

"Dafür lassen wir die Länge des Gesichtes vom Haaransatz bis zur Kante des Kinns ausmessen: ____________ cm. Nennen wir dieses Maß Strecke A."

 

Beim Messen stellte sich mir die Frage:

- Messe ich vom Haaransatz zur Kante des Kinns über den Nasenrücken entlang o d e r

- Messe ich am Haaransatz zur Kante des Kinns neben dem Nasenrücken vorbei?

 

Bei den zwei Meßarten ergibt sich bei mir eine Differenz von 1 cm.

 

Herliche Grüße *Mika*

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Alles wunderschön gleichmäßig proportioniert (die untere Hälfte unmerklich kürzer als die obere) bei einer Größe von 1,67m. Also dürfte ich so ziemlich machen, was ich will. Leider weit gefehlt. Ich bin ständig bemüht, die Wirkung des großen Busens zurückzunehmen, über meine nichtvorhandene Taille hinwegzutäuschen und den Gesamteindruck nicht zu massig werden zu lassen.

 

Die Taille wird bei Larkey thematisiert (siehe mein Post # 68 direkt unter deinem Beitrag); auch auf die Größe des Busens/Körbchengröße gehen wir da noch ein.

 

Der Hauptteil von Larkey besteht dann aus einer detaillierten Auflistung von Schnitt-Details, und dort teilt sie die einzelnen Ausschnitte, Kragenformen etc. danach ein, welche davon z.B. gut oder schlecht für viel oder wenig Busen etc. sind. :)

 

(Ich überlege noch, wie ich diesen Teil am besten aufbereiten kann; es ist ein ganzes Schnitt-Lexikon, wirklich viel...)

 

Ich habe gerade an den Bildern meine optimale Rocklänge ausprobiert und lande bei Mini in allen Variationen. Und dabei dachte ich, in meinem Alter (51) wäre die Minirock-Phase längst abgeschlossen. Ich trag diese Länge aber gern weiter. ;)

 

Gute Rocklängen (Hosen natürlich auch) sind laut der Stilberaterin, die ich aufsuchte, immer auch die Stellen, an denen das Bein jeweils am schlanksten ist (weil wir beim Angucken unbewusst erstmal davon ausgehen, dass es darüber genauso schlank weitergeht; wir verlängern unbewusst jede Linie, die wir sehen). Ich habe diese Längen auf deinem Foto mal markiert, soweit zu erkennen. Kannst du ja mal vor dem Spiegel testen... :)

 

Ich sehe mit Shirt in Hose sehr seltsam aus, weil der Bund dann gefühlt kurz unter dem UBB des BH's sitzt...

 

Das hört sich an, als ob dein Oberkörper proportional zu kurz ist. Schau dir mal meinen neuesten Beitrag # 77 an. :)

 

Ah, ich sehe gerade, deine aktuellen Messungen bestätigen diesen Eindruck. :)

 

@Capricorna: ich habe C,D und F mit jeweils 42 cm, E dagegen mit nur 33 (war geschockt, weiß aber jetzt, warum ich Caprihosen liebe und kurze Röcke noch nie gemocht habe). In dieser Größenordnung ist das aber schon ein "major" Problem, oder nicht?? :(

 

Bei Larkey gibt es leider keine Mess-Größen wie bei Kinsel, daher ist das schwer zu vergleichen. Laut diesen Zahlen ist dein Unterkörper also 75 cm lang, dein Oberkörper 84, richtig? Wobei Kinsel erst vom Haar-Ansatz aus misst; alles darüber müsste man also noch zusätzlich zum Oberkörper hinzuzählen, ca. 3 cm oder so? (Bist du also ca. 1,60 m groß?) Also eher 87:75? Ja, das liest sich schon danach, als ob deine Beine proportional zu kurz sind, bei dir also im Oberschenkel zu kurz. - Meine Larkey-Liste der optimalen Hosen- und Rocklängen listet tatsächlich eine Länge von oberhalb des Knies bis knielang als schlecht für kurze Beine; die Capri verhält sich neutral beim Thema kurze Beine. Das bestätigt also absolut deinen persönlichen Eindruck. :)

 

Sehr kurze und sehr lange Längen werden von ihr für kurze Beine empfohlen, sowie Capri-/halbe Höhe Wade sowie "cropped", das ist etwa Fußknöchel-Länge. Von langen Hosen mit Aufschlag rät sie ab (logisch, verkürzende Quer-Linie). Ich denke, lange, gerade geschnittene Beine ohne Aufschlag sind aber gut; besonders mit etwas Absatz, wenn die Hose bis zur halben Höhe Absatz geht; das täuscht auch mehr vor. Bei mir funktioniert das, und "What not to wear" zeigt das auch mit Fotos sehr gut... :)

 

Liebe Grüße,

Kerstin

 

Liebe Grüße,

Kerstin

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Liebe Kerstin, danke, alles seeeeehr hilfreich. :) Das mit dem "sehr kurz" habe ich im Alter von 30 gesehen, da hatte ich zu dunklen Strumpfhosen dunkelblaue Shorts, darüber einen weißen Blazer, der nur einen Streifen der Shorts hat sehen lassen. (Aber, das war doch Querteilung am Oberschenkel? An der verkehrten Stelle, grübel? Und ja, ich bin 162 cm groß.)

Wo kann man ein dickes Dankeschön anbringen für alle, die sich hier abschuften?

Liebe Grüße

Gitta

Edited by laquelle
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Im Buch > die Kleiderdiät< von Linda Deslauriers schlägt sie vor, daß man ein Foto von sich machen läßt im Gymnastikanzug/ Bodysuit, einmal von vorn und einmal von der Seite. Das mehrmals ausdrucken, den Umriß nachzeichnen oder wie Kerstin von Photoshop machen lassen und dann daran ausprobieren, wie unterschiedliche Längen, Weiten, Ausschnitte usw. wirken.

Klingt ein wenig wie das, was ich mache:

Steht mir das – oder nicht? - Hobbyschneiderin 24 - Forum

 

Mich hat das schon vor etlichen tft bewahrt. Meist versuche ich, das, was mir vorschwebt, in einem Laden anzuprobieren. Oft geht das gut - weil aber ab Größe 46 "schwarz" die vorherrschende Farbe ist, hat bis jetzt jede Verkäuferin eingeshene, dass ich das nicht tragen kann - eben weil schwarz so gar nicht mein Ding ist.

 

LG Rita

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Hallo velvet-sateen,

 

du schreibst:

"Dafür lassen wir die Länge des Gesichtes vom Haaransatz bis zur Kante des Kinns ausmessen: ____________ cm. Nennen wir dieses Maß Strecke A."

 

Beim Messen stellte sich mir die Frage:

- Messe ich vom Haaransatz zur Kante des Kinns über den Nasenrücken entlang o d e r

- Messe ich am Haaransatz zur Kante des Kinns neben dem Nasenrücken vorbei?

 

Bei den zwei Meßarten ergibt sich bei mir eine Differenz von 1 cm.

 

Herliche Grüße *Mika*

 

Hallo Mika,

 

leider schweigt sich Brenda Kinsel dazu in ihrem Buch aus. Ich persönlich würde aber neben dem Nasenrücken messen, denn es geht ja um den Blick von vorne, wo i.d.R. die Länge der Nase nicht so in den Vordergrund tritt.

 

Bei nur einem Zentimeter Differenz wäre es wahrscheinlich auch nicht tragisch, wenn Du das Maß über den Nasenrücken nähmst.

 

Liebe Grüße,

Velvet

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Hallo,

 

das Thema finde ich auch wahnsinnig interessant. Danke, Velvet und Capricorna, daß ihr euch diese Mühe macht, das für uns auszuarbeiten. :hug:

 

Bisher gehe ich bei mir eher "intuitiv" vor, wobei ich schon denke, daß ich die Grundproportionen von mir soweit kenne. Zumindest weiß ich im groben, was zu mir paßt und was eher nicht.

Das Buch von Bradley Bayou habe ich auch hier stehen; es hat mir meine "Intuitionen" im Grunde bestätigt. Trotzdem finde ich es sehr interessant und habe es stets griffbereit, wenn ich hin und wieder mal ein paar Minuten Zeit zum Blättern habe.

 

Zudem schaue ich auch gern bei meinen lieben Mitmenschen, wie sie sich kleiden - und was dieser jeweilige Stil bei ihnen bewirkt. Daraus habe ich schon sehr viel gelernt. Daß ich trotzdem noch diverse "Fehler" begehe, ist eher der Bequemlichkeit geschuldet - oder der Tatsache, daß es zu wenig Kaufkleidung gibt, die wirklich für mich paßt. Mit meiner Erdnuckelgröße von stattlichen 1,54 m :o bin ich da doch erheblich unter dem Standardmaß für Konfektionsgrößen (und immer noch 6 cm unter der offiziellen Kurzgröße!).

 

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich schau euch gern über die Schulter und lese weiter mit. :)

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Hallo an alle,

ich lese hier schon seid ein paar Tagen mit und kann folgendes berichten: Ich hatte vorher schon a la Linda Deslauries Fotos von mir gemacht (in diversen Outfits, sehr erhellend!) in Strumpfhose und Body. Die Fotos verzerren tatsächlich etwas im unteren Bereich, obwohl aus Nabelhöhe geschossen, da der Abstand offensichtlich nicht stimmt. Wenn ich die Maße regulär nehme, kann man das anhand von Dreisatz leicht überprüfen. Ich habe ja nicht gerade ne Problemfigur, (die meisten hauen mich jetzt wahrscheinlich) bei 170cm 63kg Gr 38, aber trotzdem interessant, die Proportionen zu sehen. Das bestätigt übrigens den Inhalt meines Kleiderschrankes und meine Abneigungen. Ich habe viel Platz im Dekollete und zwischen Knie und Fuß. Ich trage fast nur relativ kurze Röcke, obwohl die Oberschenkel eigenlich zu kurz sind, aber immer ohne Bund und die Oberteile sind relativ kurz, dafür figurnah, da kurvig gebaut. Mit Busen und Hintern und Taille. Sieht man auch schön in der Seitenansicht.

Ansonsten verfolge ich das hier gespannt und bin beeindruckt von eurem Wissen.

lg hajulina

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Achtung, langer Beitrag! :D

 

Eure Reaktionen und Diskussionen freuen uns riesig, und es macht auch uns viel Spaß!

 

Bevor wir den nächsten Jan-Larkey-Test machen, schieben wir hier kurz noch eine andere Bestimmungsmethode und Empfehlungen zum Thema rein, die zu ähnlichen Ergebnissen kommt wie Jan Larkey (JL), aber für mich dennoch einen Aha-Effekt hatte.

 

Vorher noch ein organisatorischer Hinweis: am Ende des Threads werden wir versuchen, alles von Kerstin, mir und Euch sinnvoll am Anfang des Threads zusammenzukopieren. Bis dahin möchten wir die Diskussionen hier - denn ist ja genau das, was wir uns erhofft haben! - nicht durch zu heftiges Hin- und Herspringen zwischen Thread-Anfang und -Ende limitieren; davon abgesehen haben einzelne posts eine Zeichenbeschränkung. :) Wann immer möglich formatiere ich den Namen des Autors in fett und blau zur besseren Orientierung.

 

Kommen wir also nun zu der Taillen-Schritt-Bein-Betrachtung von Veronique Henderson (VH) (nachzulesen im Buch Colour Me Confident, Kapitel Size doesn't matter, shape does)!

 

Sie unterscheidet 5 verschiedene Typen (frei übersetzt, und die Buchstaben findet man nicht im Buch - nur falls jemand das parallel lesen sollte):

A: kurze Taille + kurzer Schritt + lange Beine

B: kurze Taille + langer Schritt + normal lange oder kurze Beine

C: lange Taille + kurzer Schritt + normal lange oder kurze Beine

D: lange Taille + langer Schritt + kurze Beine

E: normale Taille + normaler Schritt + normale Beine

 

Mein persönliches Fazit: ich bin nicht davon überzeugt, daß es wirklich nur 5 Typen gibt, aber es könnten die sein, die am häufigsten vertreten sind.

 

Nun kommen wir zur Bestimmungsmethode, die etwas .. ähem ... unorthodox ist. Man könnte auch sagen: ungenau. Oder schlampig. :D Aber seht selbst:

 

  1. Man stelle sich vor einen körperlangen Spiegel.
  2. Hände in die natürliche Taille stützen. (VH geht dann nicht weiter drauf ein, wie man sich die Stelle merken soll; wer mag, wickelt sich ein dünnes Band um die Taille.)
  3. Nun eine Hand mit der Handfläche waagerecht unter eine Brust legen (als ob man die Hand auf den Bauch legt, aber weiter oben und links oder rechts): dort, wo die Unterbrustbandkante (UBBK) des BH verläuft und so, daß man sich eine Handbreit Richtung Taillenlinie bewegt.
  4. Nun die zweite Hand waagerecht unter die andere Hand legen und schauen, wo man landet:

  • Passen beide Handbreiten zwischen UBBK und natürliche Taillenlinie? Dann hättest Du laut VH eine lange Taille.
  • Passen noch nicht mal anderthalb Handbreiten zwischen UBBK und natürliche Taille? Dann, so VH, hast Du eine kurze Taille.
  • Wenn Du ungefähr anderthalb Mal die Handbreite zwischen UBBK und natürliche Taille hast, dann teilt Dich VH als normal ein.

 

Anweisungen, wie man einen kurzen oder langen Schritt bestimmt oder kurze, normale oder lange Beine: Fehlanzeige, außer einen Blick in den Spiegel. Nun ja, das machen JL und BK besser. :rolleyes:

 

Warum ich Euch das trotzdem zeige? Trotz der Pi-mal-Daumen-Methode ist es die einzig mir bekannte, wo der Abstand UBBK und Taille angeschaut wird - und für jede von uns mit mehr als A-Körbchen kann das relevant sein, wie die folgende Abbildung hoffentlich zeigt:

 

Taille-Henderson.jpg.b1bd8c83feb2f43eba3ce768e4e37cb5.jpg

 

Die "Ladies" sind gleich groß und breit, Schulter-, Taillen- und Schrittlinie sind auf identischer Höhe. Nur die UBBK liegt auf unterschiedlicher Höhe - und schaut mal an, was das optisch für einen Unterschied macht! Jedenfalls für mein Auge.

Daher finde ich die VH-Methode sehr interessant, trotz aller Ungenauigkeiten (unser aller Handbreiten dürften ziemlich unterschiedlich sein ...)

 

Kommen wir nun zu ihren Empfehlungen. Für "Normalos" (= die E-Klasse) eine gute Nachricht: es gibt keine Empfehlungen! :)

 

Für die Klasse A gilt: Oberkörper optisch verlängern durch

  • leicht tiefgelegte Taillenlinie inkl. leicht hüftig sitzenden Hosen und Röcke
  • Hosen und Röcke ohne Bund
  • hüftig sitzende Gürtel
  • lange Jacken und Oberteile*
  • lange Röcke und lange Oberteile*
  • voluminöse oder gemusterte Kleidung am Unterkörper*
  • keine Oberteile in Rock/Hose stecken

 

Für Klasse B gilt ebenfalls, den Oberkörper optisch zu verlängern, aber die Beine zu verkürzen!

  • noch hüftiger sitzende Hosen und Röcke
  • Hosen und Röcke ohne Bund
  • hüftig sitzende Gürtel
  • hohe Absätze
  • lange Jacken und Oberteile kombiniert mit schmalen Röcken oder Hosen*
  • Unterkörper nicht durch viele Details optisch verkürzen
  • keine Oberteile in Rock/Hose stecken

 

Für die C-Klasse gilt es, die Taille optisch nach oben zu holen, ohne die gleichzeitig die Beine zu verkürzen (ja, genau so steht es da, ich schwöre)

  • Gürtel sowie Oberteile in Rock/Hose stecken
  • kurze Oberteile
  • minimale Details in der Schritt-Zone (Taille-Schritthöhe)
  • kurze Jacken mit kurzen oder langen Röcken*
  • gerade oder gegürtete Kleider*
  • hohe Absätze
  • Beine nicht durch viele Details optisch verkürzen

 

Schließlich noch die D-Klasse: auch hier die Taille optisch nach oben holen, aber gleichzeitig die Beine verlängern.

  • Gürtel sowie Oberteile in Rock/Hose stecken
  • kurze Oberteile und Jacken
  • Details wie Taschen etc in der Schritt-Zone (Taille-Schritthöhe)*
  • möglichst monochrom anziehen (Farben von Kopf bis Fuß gleich oder ähnlich)
  • gerade oder gegürtete Kleider*
  • hohe Absätze
  • Beine nicht durch viele Details optisch verkürzen

 

Mein persönliches Fazit: Die mit * gekennzeichneten Ratschläge würde ich mit extremer Vorsicht genießen. In meinen Augen hängt es von vielen anderen Faktoren ab, ob dies wirklich vorteilhaft aussieht.

Die anderen Ratschläge können, müssen aber auch nicht praktikabel sein. Zum Beispiel sind hohe Absätze sind jederfraus Sache ...

Für alle mit kurzer Taille und mit B-Körbchen aufwärts finde ich einen guten BH, der gegen die Schwerkraft arbeitet :D, am allerwichtigsten.

 

Das war's für heute von mir zum Thema Taillen-Schritt-Bein-Proportionen. Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Liebe Grüße,

Velvet

Edited by velvet-sateen
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  1.  
  2. Nun eine Hand waagerecht unter eine Brust legen: dort, wo die Unterbrustbandkante (UBBK) des BH verläuft und so, daß man sich eine Handbreit Richtung Taillenlinie bewegt.
  3. Nun die zweite Hand waagerecht unter die andere Hand legen und schauen, wo man landet:

 

Das fand ich jetzt erst mal ein wenig verwirrend, wenn ich meine Hand waagerecht wo hinlege, dann zeigt in meinem Sprachgebrauch die Handfläche zum Boden und der Handrücken zur Decke. Dass das nicht gemeint sein konnte war relativ schnell klar (sooo kurz ist keine Taille! :)), aber vielleicht sollte man das noch mal kurz klarstellen, es ist gemeint, dass man sich die Handfläche quasi auf den Bauch legt, in der Orientierung dass der Daumen an den Busen stösst und der Kleine Finger Richtung Boden positioniert ist.

 

Grüßlis,

 

frieda

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Kommen wir also nun zu der Taillen-Schritt-Bein-Betrachtung von Veronique Henderson

 

Warum ich Euch das trotzdem zeige? Trotz der Pi-mal-Daumen-Methode ist es die einzig mir bekannte, wo der Abstand UBBK und Taille angeschaut wird

 

Einen schönen Abend wünsche ich,

 

und meiner Mitstreiterin gute Besserung! :)

 

Den Henderson-Test finde ich sehr interessant! Der letzte Larkey-Test misst im Prinzip auch den Abstand Brust-Taille. Das wird leider nur auf zwei Zeichnungen gezeigt, auf denen eine Frau im Profil zu sehen ist - das eine mal mit erhöhter Taille, die kurz unter der Brust liegt (durch nach vorne gekipptes Becken/Bauch), die andere mit tiefer liegender Taille (durch Hohlkreuz, nach hinten gekipptes Becken, ausgeprägten Po). Ein kurzer Oberkörper nach Larkey heißt also, dass die Taille auch nicht weit entfernt ist von der Brust; bei einem langen Oberkörper ist die Entfernung größer.

 

Wenn man dazu noch die Beinlängen-Messung aus dem ersten Larkey-Test nimmt, hat man im Prinzip das gleiche Ergebnis wie bei Henderson, oder? Nur dass ich ihren UBB-Taille-Test sehr viel einfacher durchzuführen finde als den von Larkey! Wenn man die beiden einfach kombiniert, müsste man eigentlich auf das gleiche Ergebnis kommen, denke ich. Und die Stil-Empfehlungen stimmen auch ganz gut überein. :)

 

Ich glaube, ich habe den dritten Test in der Hinsicht etwas unscharf übersetzt, denn Larkey selbst spricht von long- und short-waisted. Ich hatte das etwas frei mit Oberkörper übersetzt, weil wir im Deutschen mit Taille ja idR den Umfang derselben meinen, und keine Länge nach oben und unten, und "kurz- oder langbäuchig" gar keine (mir) bekannten Ausdrücke sind. - Hätte nicht gedacht, bei etwas so "alltäglichem" wie dem Körper auf solche Probleme bei der Übersetzung zu stoßen!

 

Ich musste heute dringend ein bisschen Hausarbeit machen und etwas Nähen :D und morgen gehen wir Tanzen, daher wird es bei mir wohl erst am Donnerstag Abend weiter gehen... :)

 

Liebe Grüße

Kerstin

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Ich seh schon... kurze Taille, langer Schritt und lange Beine sind nicht vorgesehen... Ich passe nicht mal ins Raster der Problemfiguren. :D

Da simmer schon 2!

Wobei es noch darauf ankommt wie "lange Beine" definiert wird. Bei Kurzgröße ist bei mir das Bein oft zu kurz, bei Normalgröße Meilen (ca 9 cm) zu lang und das bei 1,60 (morgens). Ich umgehe das Beinproblem und nehme einfach B. Beinlänge geht einfach anzupassen.

LG

ma-san

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[Für Klasse B gilt ebenfalls, den Oberkörper optisch zu verlängern, aber die Beine zu verkürzen!

  • noch hüftiger sitzende Hosen und Röcke
  • Hosen und Röcke ohne Bund
  • hüftig sitzende Gürtel
  • hohe Absätze
  • lange Jacken und Oberteile kombiniert mit schmalen Röcken oder Hosen*
  • Unterkörper nicht durch viele Details optisch verkürzen
  • keine Oberteile in Rock/Hose stecken

 

Velvet

 

mit kurzer Taille, langem Unterkörper und langen Beinen pass ich am ehesten in diese Kategorie. Aber ehrlich, das ist so gar nicht was mir steht. Da ich eine augeprägte Sanduhrform habe sind Hüfthosen so das Hinterletzte was ich anziehen sollte, wenn ich nicht wie eine Tonne durch die Gegend laufen möcht ;)

 

Zwischen UBBK und Taille sind bei mir gerade mal 6 cm, dennoch fand ich es für mich immer sehr vorteilhaft meine natürliche Taille zu betonen. Die Beine wirken dann schnell ewig lang, aber bei meiner Masse ist das schon ok, ich hab genug "Breite" dafür ;)

Mein Oberkörper sieht dann halt eher mal aus als wäre er auf Brüste reduziert, aber stört mich nicht sehr. Ist mein Körper, der besteht halt fast nur aus Brüsten, Hintern und Beinen. Sind doch alles schöne Körperteile :D

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Ja, hüftig geht bei mir auch nicht, das ist die breiteste Stelle.

 

Lange Jacken gehen nur in Verbindung mit Hosen, mit Röcken... nono. Es sei denn, der Rock geht nur knapp bis zum Knie und die Jacke ist genauso lang. Aber dann ist sie eher ein Mantel. :o

 

Hohe Absätze wären gut, da machen nur leider meine Füße nicht mehr mit. :o

 

Abgesehen davon: Warum sollte ich meine Beine optisch verkürzen wollen? :cool:

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Hohe Absätze wären gut, da machen nur leider meine Füße nicht mehr mit. :o

 

Abgesehen davon: Warum sollte ich meine Beine optisch verkürzen wollen? :cool:

 

was gilt denn als "hoch"? Ich hab letztens 6cm Absätze für mich entdeckt. Sehen elegant aus, sind für mich bequem und ich bin dann "nur" 1.81 gross :D

 

Das mit den Beinen verkürzen habe ich mich auch gefragt :)

 

______________

ich will natürlich nicht euren wertvollen Thread zuspammen, ich find die hier vorgestellten Techniken absolut faszinierend! Aber ich dachte ich merke mal an dass auch diese Ratgeber sich auf gewisse Merkmale konzentrieren müssen.

ich denke schlussendlich liegt es an uns die für uns besten Regeln rauszupicken. Diese Techniken regen zum Nachdenken und Experimentieren mit der eigenen Garderobe an, und das ist genial :)

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Hallöchen :)

 

weiter geht es mit den Tests 6 bis 10 nach Larkey. Diese - wie auch alle noch folgenden - werden gemacht, indem man seinen Körper mit Illustrationen im Buch vergleicht. Da ich diese aus rechtlichen Gründen natürlich nicht hier wiedergeben kann und meine Zeichenkünste sich auf gerade Linien mit dem Lineal beschränken, wird das folgende dann eher theoretischer Natur sein. Ich vertraue da mal ganz in eure Fähigkeit zur realistischen Selbsteinschätzung! :D

 

Und nicht vergessen: Wenn man sich unsicher ist, ob eine Figureigenheit ein größeres oder kleineres Problem ist, ist sie laut Larkey immer ein kleineres Problem - analog zu der These, wenn ich mich frage, ob ich verliebt bin, bin ich es wohl nicht - wenn doch, wüsste ich es sicher. ;)

 

Also seid nicht zu kritisch mit euch selbst. :bier:

 

Abgeglichen werden hier folgende Sachen:

 

Test 6 - kurzer Hals/Doppelkinn - das Doppelkinn ist am besten im Profil zu sehen - wenn es von vorne deutlich zu erkennen ist, definiere ich das mal als major problem. :o Einen zu kurzen Hals erkennt man in der Frontalansicht auch ziemlich gut, wenn da nicht viel Abstand zwischen Kopf und Schultern ist.

 

Stiltipps: Kragen offen tragen; Halsausschnitte unterhalb des Schlüsselbeins endend tragen (das auf englisch bezeichnenderweise auch "collarbone" heißt).

Hochgesteckte Haare oder "off the neck" (weg vom Hals - z.B. auch Pferdeschwanz?). Zu vermeiden sind kurze Halsbänder/-ketten (Kropfband in der Dirndlmode fällt mir da ein) und hochgeschlossene Kragen.

 

Test 7 - der Gegentest - zu langer Hals

Ein etwas längerer Hals ist auch wieder ein Pluspunkt. Zu lang kann er aber unproportioniert wirken.

 

Stiltipps: Das Gegenteil von oben - hochgeschlossene Kragen, kurzer/enger Halsschmuck, Haare mindestens bis zum Genick tragen

 

Test 8 - runde und/oder abfallende Schultern

 

Das sind jetzt zwei verschiedene Dinge, die zusammen auftreten können, aber nicht müssen!

 

Zuerst schauen wir uns die Schulterschrägung von hinten an. Hier habe ich wieder ein Bildchen für euch; das kann man auf Fotos von hinten sehr gut beurteilen, im Vergleich zu der roten Geraden auf Schulterpunkthöhe:

 

larkey_5_schultern.jpg

 

Ich halte meine Schulterschräge für recht durchschnittlich. Stärker abfallende Schultern haben eher den grünen Verlauf links. Das Gegenteil, sehr gerade Schultern, rechts in blau; auf die wird im Buch aber nicht so eingegangen.

 

Seitlich angeschaut, kann man gut feststellen, ob man runde, nach vorne fallende Schultern hat; bei Büroarbeitern wie mir leider ziemlich weit verbreitet. Vergleicht den Verlauf der Wirbelsäule im oberen Bereich, den Nacken und die Richtung/den Winkel, die die Schulter im Vergleich dazu nimmt:

 

larkey_6_seite.jpg

 

Meine Schultern fallen nach vorne; meine Schulterschrägung ist aber normal. Wie gesagt, man kann eines und/oder beides haben. :)

 

Stiltipps gegen runde/abfallende Schultern: HALTUNG! HALTUNG! (Hervorhebung im Original) Schulterpolster unter allem tragen. Bei ungleichen Schultern verschieden dicke Schulterpolster tragen. Schulterfreie Kleidung ist zu vermeiden.

 

Naja, Schulterpolster unter T-Shirts etc. würde ich nur in sehr schweren Fällen empfehlen, aber geschickt eingebaut kann das natürlich Wunder wirken. Hier merkt man vielleicht auch ein bisschen die Herkunft des Buches aus den 80er Jahren?

 

(Sofern die Fehlhaltung auf einem krummen Kreuz oder sonstigen Knochenproblemen herrührt (Skoliose, Lordose, habe ich z.B. beides) sind eine Physio und die richtigen Schuh-Einlagen auch sehr hilfreich!)

 

Weiter geht es mit

Test 9 - dünne Arme

Test 10 - dicke Arme

 

Am besten auch wieder von der Seite zu beurteilen; Vergleich besonders der Oberarme mit dem Rest des Körpers und das Verhältnis der beiden. Wer insgesamt kräftig gebaut ist, kann natürlich mit kräftigeren Armen gut leben und vice versa.

 

Stiltipps: Zu dünne Arme sehen besser in bedecktem Zustand aus. Lange Ärmel tragen, oder kurze Ärmel mit Manschette/Aufschlag. Empfohlen werden außerdem am Saum geraffte, weite Ärmel mit anliegender Manschette; Dolman/Fledermausärmel (beide zum Saum hin enger werdend).

 

Sehr weite, kurze Ärmel vermeiden, überhaupt sehr weite Ärmel/Säume, wie z.B. Trompetenärmel, Kimonoärmel, amerikanischer Armausschnitt, angeschnittene weite Ärmel - einfach alles, was mit viel losem Stoff am Saum endet, weil der dünne Arm darin verloren aussieht. Sie rät auch von angekrausten Schulterpartien ab, vermutlich weil diese den Gegensatz zum folgenden dünnen Arm betonen.

 

Das Gegenteil davon gilt also für zu dicke Arme.

 

Notabene: Lange Ärmel mit Manschette kleiden sowohl den zu dünnen wie den zu dicken Arm; kurze angeschnittene Ärmel sind für beide Typen schlecht, ebenso wie Puffärmel, amerikanischer Ausschnitt sowie kurzer und weiter Glocken-/Flügelärmel.

 

Das war es für heute. :)

 

Morgen gehts ein bisschen früher weiter; da muss ich nur den halben Tag arbeiten... :)

 

Ich wünsche einen schönen Abend, liebe Grüße

Kerstin

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Sodele,

 

eigentlich wollte ich ja schon gestern weitermachen, aber beim Schreiben des Beitrags hatte ich reichlich zu knapsen, und hab lieber noch mal eine Nacht drüber geschlafen. Obwohl mich das Thema selbst gar nicht betrifft, aber mit den gegebenen Tipps hatte ich so meine Schwierigkeiten.

 

Diesmal geht es um das Thema Körbchengröße und die Frage:

 

Test 11 - voller und/oder tiefer Busen

Test 12 - kleiner Busen

 

Dazu stellt man sich wie gehabt vor den Spiegel und vergleicht die Körbchengröße und ihre Beziehung zum Rest des Körpers.

 

Ein großes Problem liegt hier laut Larkey nur vor, wenn die Brust proportional so groß oder klein ist, dass sie vom Rest des Körpers ablenkt, wenn sie also in der einen oder anderen Richtung auffällig ist.

 

Interessanterweise geht sie hier auch nicht nach Körbchengrößen! Sie erzählt von einer Frau, die der Überzeugung war, dort eine Problemzone zu haben, mit Größe 95 D. Larkey war hingegen der Auffassung, dass diese Größe sehr gut zu der Frau von 1,75 m und 73 kg passte und nicht im mindesten auffiel!

 

Es kommt also wie immer bei Larkey nicht auf die absoluten Zahlen an, sondern auf das Verhältnis des Teils zum gesamten Körper.

 

Mich würde interessieren, wie ihr das seht! Schnitt-technisch ist es natürlich ein Problem, wenn man mehr als B bis maximal C hat, weil die Schnittmuster und die Kaufkleidung darauf ausgelegt sind. Aber kann man auch mit mehr oder weniger Körbchen eine ausgewogen proportionierte Erscheinung haben, die zum Rest des Körpers passt; unabhängig davon, ob ich meine Schnitte verändere oder nicht?

 

Den Rest des Beitrags möchte ich mich mit ihren Tipps für viel/tiefen Busen beschäftigen; dazu gibt es sehr viele Stil-Bewertungen und ich hatte teilweise so meine Probleme, diese nachzuvollziehen.

 

Allgemein ist zu sagen, dass ein guter BH Wunder wirken kann, besonders, wenn die Schwerkraft nicht mehr nett ist; bei viel Busen empfiehlt sie einen Minimiser. Ziel: Anhebung und "Glättung" der Silhouette.

 

Zu vermeiden sind Stile, die die Schultern runder erscheinen lassen, sowie breite Hosen- und Rockbünde, die den Oberkörper optisch verkürzen.

 

Von Raglan, Dolman und Kimono-Ärmeln wird deswegen abgeraten, weil sie Schultern abrunden. Ebenso raus sind Puffärmel sowie andere füllige, kurze Ärmel, ob kurzer weiter Glockenärmel oder kurzer Arm mit Aufschlag und Riegel. Diese Stile fügen zusätzliche Breite kurz über oder direkt seitlich von der Brust hinzu. Kurze Ärmel (halbe Länge Oberarm) sind generell mit negativ bewertet. Auch von ärmellos im Stile eines amerikanischen Arm-Ausschnitts rät sie ab; da besteht das Problem vermutlich auch darin, den schrägen Armausschnitt so zu schneidern, dass er die Rundungen darunter gut "im Zaum hält".

 

Direkt positiv wirkt sich keine Ärmelform bei viel Busen aus. Neutral ist der klassische lange Ärmel mit Manschette, überhaupt alle Arten von Manschetten sowie am Ärmelsaum angekrauste, weite Ärmel. Auch leichte Schulterpolster oder Schulterriegel sind hier neutral (das hängt vermutlich von der Schulterbreite ab). Funktionieren kann auch eine leicht überschnittene Schulter ohne Ärmel.

 

Kommen wir zu den Halsausschnitten. Auch hier gibt es nicht viel Positives, leider. V-Ausschnitt und herzförmiger, tiefer Ausschnitt sind gut, auch eine über der Brust verlaufende, waagerechte Passe ist gut. (Weil sie die Fläche optisch teilt und damit aufbricht?)

 

Generell kann und sollte man mit viel Busen Dekolleteé zeigen, weil man da auch was zu zeigen hat. :)

 

Alles, was durch mehr Stoff noch mehr Volumen hinzufügt, ist logischerweise zu vermeiden, ebenso wie tiefe Rundungen, z.B. schmaler tiefer runder Ausschnitt (U-Form), Lätzchen-Einsätze (bib), Smok, geraffte Ausschnitte, egal ob am Hals oder tiefer als geraffte Carmen-Bluse. Trägerlos geht auch nicht.

 

Neutral: hoher Rundhals (crew, jewel), Rüschen an der Knopfleiste runter (das find ich jetzt ein wenig fragwürdig zum Beispiel), Schlüsselloch-Ausschnitte, weiter Rundhals (scoop), Bateau-/U-Boot-Ausschnitt.

 

Bei den Kragen haben wir ein ähnliches Bild: Direkt positiv bewertet sie keinen einzigen für diese Problemzone.

 

Ein aufsteigendes Revers, in Verbindung mit Blazer oder Jacke, kann aber positiv sein. Für sich genommen zählt dieses Detail als neutral.

 

Neutral sind weiterhin: weicher, hoher Rollkragen, Stehkragen, Rollkragen, großer Rollkragen (cowl), Matrosenkragen, Schillerkragen, Bubikragen, langer (spitzer, nach unten zeigender) Umlegekragen.

 

Abgeraten wird von schulterbreiten Umlegekragen, Dackelohr-Kragen (tiefer, breiter und runder Umlegekragen), Schalkragen.

 

Dass mit dem Rollkragen finde ich fragwürdig. Trinny und Susannah haben in "What not to wear" mit ihren Fotos für mich ziemlich überzeugend gezeigt, dass man mit viel Körbchen von diesem Stil besser die Finger lässt.

 

Wie gesagt, beurteilt sie einige Kragenformen in Verbindung mit einem längeren Oberteil positiver als für sich genommen. Das soll wohl gegen den vermutet zu kurzen Oberkörper dienen, der bei einem tiefen Busen leicht auftreten kann. Da muss wohl wieder jeder für sich beurteilen, ob das auf einen zutrifft.

 

Alle Oberteile, die die Brustlinie und die Taille betonen, kommen bei ihr schlecht weg; konkret nennt sie z.B. tube top, alle direkt unter der Brust endende oder taillenkurze Oberteile, Nackenträger, sowie Blusen und Westen mit auftragenden Details über der Brust und stark definierter Taille (z.B. ein Westernhemd mit aufgesetzten Brusttaschen und starker Taillierung).

 

Positiv bewertet wird das Wickeloberteil! (Kreuzung unterhalb der Brust, also tief; wodurch ein tiefer V-Ausschnitt entsteht.)

 

Auch lose fallende Oberteile wie Sweatshirts oder alles, was im Blouson-Stil fällt, findet sie gut, sowie alle Jacken und Oberteilen mit streckenden Längslinien, z.B. verschlusslose, hüftlange Westen, seitlich offene Überwürfe (Tabard); Jacken mit gerader Passe über der Brust, weiche lange Jacken mit aufsteigendem Revers; offen getragene Blazer mit aufsteigendem Revers sowie Poncho, Schals und Stolen und alles, was sonstwie um den Oberkörper drapiert werden kann und also viele streckende Längsfalten erzeugt.

 

Abgeraten wird von allen Arten von taillenkurzen Westen und anderen Elementen, die die Taille betonen, wie z.B. auch von Oberteilen mit Gürteln, z.B. Trench. Sowie natürlich von allem Doppelreihigem. Wobei wir ja am Anfang gelernt hatten, dass auch der Abstand der Knopfreihen oder Längslinien eine Rolle spielen kann; daher finde ich diese Tipps in der Absolutheit auch nicht richtig!

 

Wiederum bei "What not to wear" finde ich sehr schöne Bilder von weichen, langärmeligen Shirts mit tiefem Ausschnitt und betonter, enger Taillle, oder einem langen, taillierten Mantel mit tiefem Ausschnitt und aufsteigendem Revers.

 

Was den von Larkey positiv bewerten Blouson-Stil angeht, bin ich ebenfalls skeptisch. Auch das ist vielleicht der Zeit geschuldet; ich finde jedenfalls die feminin betonten Oberteile von WNTW schöner als die lose fallenden "Säcke", die man den Übergrößen immer noch so oft verkaufen möchte.

 

In diesem Punkt finde ich ihre Empfehlungen also etwas durchwachsen, und bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen dazu. :)

 

Liebe Grüße

Kerstin

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bleibt ja nicht mehr viel übrig was vollbusigen Ladies noch tragen können, oder?

Minimizer finde ich jetzt gar nicht gut. Hatte mich kürzlich mit einer Freundin darüber unterhalten die noch mehr als ich zu bieten hat in dem Bereich, und wir waren uns einig, dass Minimizer zwar platt drückt, aber die Brust seitlich nach außen ausweicht und somit eine breitere Silhouette von vorne gibt. Macht optisch also fetter.

Hoher Rundhalsausschnitt finde ich auch nicht gut. Das wirkt ähnlich wie Rollkragenpulli.

Ansonsten kann ich wenig dazu sagen, 80E bei 1,72 finde ich eigentlich gut proportioniert. Da kann ich mich nicht beklagen.

Was sie vorschlägt scheint wirklich viel mit der Zeit in dem das Buch geschrieben wurde zusammen zu hängen, Blouson find ich z.B. schrecklich bei mehr Oberweite.

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