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Wie sehe ich denn aus? - Hilfen zur Figuranalyse


Capricorna
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Larkey habe ich auch und gelesen, fand ich aber nicht so 100% hilfreich, weil es sich imemr selbst wieder spricht.

Da die Schultern "so" sind, muss das Kleidungsstück "so" sein, da aber der Po "anders" ist, darf das Kleidungsstück eben nicht "so" sein.

Okay, ich gebe zu, ich habe eine komische Figur (und habe noch dazu einiges zugenommen in der letzten Zeit), aber ich kam mir damit vor wie in einer Sackgasse.

 

Ich bin mal gespannt, was hier noch passiert

Rita

 

Das Problem habe ich mit allen mir bisher bekannten "Methoden". Für meine in jedem Punkt von burda oder anderen Herstellern abweichenden Maße oder auch nur Volumenverteilungen bräuchte ich einen Entscheidungsbaum "wenn, dann", der mich durchführt. :D

 

Was ich aus allen Methoden aber mitnehme - mal mehr, mal weniger: das Auge zu schulen und auf Proportionen überhaupt zu achten. Nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen - zuhause, bei der Arbeit, im Bus - achte ich unwillkürlich darauf, was die getragene Kleidung für oder auch gegen die Proportionen tut. Und mir zu überlegen, warum es gut ist oder wie man es optimieren könnte. :)

 

Im Laufe des Abends werde ich die Brenda Kinsel-Reihe noch abschließen, dann hätten wir diese Methode abgehakt.

 

Liebe Grüße,

Velvet

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Noch gute anderthalb Stunden bis Mitternacht: genügend Zeit, um Euch die letzten Methoden nach Brenda Kinsel (BK) vorzustellen; dies ist der drittletzte Beitrag - der Countdown läuft! :D

 

Wir kommen nun zu den Besenstiel-Übungen. Die erste ist der von Kerstin gezeigten Übung nach Jan Larkey sehr, sehr ähnlich - aber nicht identisch.

 

Wir rufen unseren Partner und greifen uns einen Besenstiel - oder was auch immer ca. 1m lang, unbiegsam und nicht zu dick ist - und halten ihn genau waagerecht auf Schritthöhe. Der Partner mißt nun von der Schritthöhenlinie bis zum Fußboden. Ich nenne dies die Strecke G: ____________ cm

 

BK geht nun stillschweigend davon aus, daß wir unsere Körpergröße in cm kennen, gemessen vom Scheitelpunkt des Kopfes bis zur Fußsohle.

Ich nenne dies die Strecke H: ____________ cm

 

Nach BK sind die Idealproportionen nun 2x G ≈ H. Wer sich noch an seinen Mathematik-Unterricht erinnert, könnte auch sagen: G ≈ H/2. :D

 

Und wenn G nun größer ist als H/2? Dann herzlichen Glückwunsch: lange Beine gelten ja als Schönheitsideal. Wer jedoch seine Beine optisch verkürzen will, dem rät BK zu Hüfthosen, zum Weglassen von Taillengürteln sowie zu Auffälligem und Buntem und/oder Gemustertem an der unteren Körperhälfte.

 

Und wenn G kleiner ist als H/2, dann gibt es (a) etliche Schicksalsgenossinnen und (b) die Tips von BK:

  • den kürzeren Unterkörper optisch verlängern durch einen Gürtel in der Farbe des Rocks oder der Hose.
  • den längeren Oberkörper optisch unterbrechen durch waagerechte Linien wie Querstreifen oder auch Säume von kurzen Jacken

 

Dies sind mit Sicherheit keine erschöpfenden Ratschläge von BK, sondern geben nur einige wenige Ideen.

 

Mein persönliches Fazit: den Tips kann ich zwar im Grundsatz zustimmen, aber auch hier gilt Vorsicht: wenn z.B. der Oberkörper lang ist, die Taille aber kurz ist, dann ist ein Gürtel in der Farbe des Rocks oder der Hose absolut kontraproduktiv. (Fragt mich, woher ich das weiß ...)

 

 

Kurze Zeit zum Durchschnaufen ... und dann zum vorletzten BK-Beitrag.

 

Liebe Grüße,

Velvet

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Zweite und letzte Besenstiel-Übung nach Brenda Kinsel (BK)!

 

Nun kommt der zweite Besenstiel zum Einsatz, der Partner sollte auch noch keine Ermüdungserscheinungen haben und es empfiehlt sich, sich vor einen großen Spiegel zu stellen, in dem man sich von Kopf bis Fuß sehen kann.

 

Dem Partner kommt nun die ehrenvolle Aufgabe zu, die Besenstiele links und rechts längs gegen unsere Seiten zu halten: oben an die Schultern gelehnt, unten an die Hüften gelehnt. Wir hingegen schauen in den Spiegel: sind die Besenstiele einigermaßen parallel? Oder laufen sie oben oder unten auseinander?

 

Nur wenn sie unten auseinanderlaufen, also die Schultern schmaler sind als die Hüfte, empfiehlt BK zur optischen Täuschung zu greifen und die Schultern zu verbreitern: durch Schulterpolster (sic!!!) oder durch Halsausschnitte, die sich in Richtung Schulter entlang des Schlüsselbeins strecken wie ein Bateau-Ausschnitt (na also, geht doch auch ohne die blöden Polster).

 

 

Mein persönliches Fazit: nicht falsch, aber ich bevorzuge die Einteilung in Figurtypen, die auch die restliche Silhouette (sprich: die Taille) mit einbezieht - so holzschnittartig und fehlerbehaftet die auch sein mag. Davon in späteren Beiträgen mehr.

 

Euer Partner sowie die Besenstiele und das Maßband haben es geschafft, wir hingegen schnaufen ein letztes Mal durch und stellen uns vor den Spiegel ... bis gleich!

 

Liebe Grüße,

Velvet

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Tadadadaaaaaaaaaaah! Die letzte Übung der Methoden von Brenda Kinsel (BK) steht uns bevor, und ich ahne es: Ihr freut Euch auf die Pause! :D

 

Wir stellen uns vor den großen Spiegel und betrachten uns in Unterwäsche, Spaghettiträgershirt oder Tanktop und Leggins von vorne von Kopf bis Fuß. Wenn Ihr Eure Silhouette betrachtet: wie würdet Ihr sie beschreiben? Ist sie eher gerade oder kurvig oder abgerundet dazwischen? Fallen Euch irgendwelche Körperteile ins Auge wie ausgeprägte Schultern, eine schmale Taille, ausgeprägte Hüften und/oder Oberschenkel?

 

Nun ein kritischer Blick von der Seite. Wie sieht das Profil aus? Eher flach oder eher hügelig? Oder von allem etwas an verschiedenen Stellen?

 

Überraschenderweise gibt BK nun ausschließlich (und leider äußerst wenige) Tips, die uns als Hobbyschneiderinnen interessieren: die Verwendung von verschiedenen Stoffen und Formen der Kleidungsstücke.

 

Den tendenziell Hügeligen unter uns empfiehlt sie kurvenfreundliche Materialien, wie z.B. Strickstoffe. Oder auch locker fallende Stoffe, die Rundungen elegant überspielen wie Jerseystrick. Für Vollschlanke (was für ein schreckliches Wort) rät sie auch zu Kleidern mit vielen Abnähern oder in schräggeschnittenem Fadenlauf.

 

Den eher Flachen unter uns empfiehlt sie gerade, kastenförmige Schnitte. (Hmmm ...)

 

Mein persönliches Fazit: ich stimme uneingeschränkt zu, daß Kurvige steife Stoffe vermeiden und eher zu fließenderen Materialien greifen sollten. Aber Strick? Oder Jerseystrick? Das kann selbst mit Shapewear zu traumatischen Betrachtungen im Spiegel führen. Und aus meiner Sicht müssen Flachere sich nicht auf gerade und kastenförmige Schnitte beschränken, sondern können auch figurbetontes tragen - und sehen oft auch in steiferen Stoffen gut darin aus.

 

 

Ladies, das war's von Brenda Kinsel! Zumindest zum Thema Proportionen: zu ihren sonstigen Ansätzen zu Stil und Garderobe werde ich in loser Folge was im Blog schreiben .

 

Wir klopfen uns anerkennend links und rechts auf die Schultern für unsere unerschrockene Tapferkeit, sich den Tatsachen zu stellen und den Durchhaltewillen, bis hierhin mitzumachen. Ich hoffe, Ihr hattet Spaß beim Analysieren und Ausprobieren, seid nicht in Weinkrämpfe ausgebrochen ;) und vor allem: habt einige Erkenntnisse über die Proportionen Eures Körpers gewonnen und ein paar Ideen bekommen, was funktionieren könnte und was auf der No-No-Liste steht.

 

Aber Ihr wißt ja: das war zu Beginn nur die erste von einigen Methoden-Sammlungen. Daher wünsche ich Euch jetzt viel Vergnügen mit Kerstins Serie der Jan Larkey-Methoden! :)

 

Liebe Grüße,

Velvet

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Sehr schön hier!

 

Ich habe das BK-Buch auch, und habe heute messen lassen.

 

Schulterbreite 1cm > 2x Gesichtslänge

 

1. Zimmer klein (35/36)

2. Zimmer größer (43)

3. Zimmer etwas kleiner (40/41)

4. Zimmer am größten (50!)

 

Scheitelpunkt-Schritt 90, Schritt -Fußboden 80, aber: meine Taille sitzt sehr hoch (ca. 30cm zwischen Schritt und Taille), so dass mein OK kürzer ist, als er es nach den o.a. Werten sein sollte.

 

Armspanne war nur wenig kürzer als Körperhöhe, die Besenstiele gehen Richtung Fußboden zusammen, auf jeder Seite von der Schulter bis zum FB 2cm von der Senkrechten nach innen, also auch nicht zu viel.

 

Ich trage Shirts meistens über der Jeans, Hüfthosen mag ich nicht, also muss ich zu diesem Verlängerungsmittel greifen. Und ich liebe 7/8-Hosen, wozu ich jetzt offiziell die Erlaubnis habe :D

 

So richtig interessant wird es aber werden, wenn es an die Seitenansichten geht :ohnmacht:

Ich habe eigentlich eine deutliche Taille, dafür Vorderbauchspeck, das verdirbt den Umfang...

 

Ich bin sehr gespannt, wie es hier weitergeht.

Vielen Dank für eure Mühe.

 

lg von AnneQ

 

Edit: Velvet hatte gerade weitergeschrieben, und da bin ich über "vollschlank" gestolpert. Ein wirklich schreckliches Wort, da hast Du Recht, vor allem so uneindeutig, entweder schlank oder voll. Und ich finde es als Übersetzung für das englische "curvy" bei Schnittmustern völlig unpassend, ich bin kurvig, jawohl!

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Erstmal vielen herzlichen Dank für alle eure Arbeit und euer Engagement, ich glaube, viele Mitglieder schätzen das sehr. :hug:

 

@Capricorna: ich habe C,D und F mit jeweils 42 cm, E dagegen mit nur 33 (war geschockt, weiß aber jetzt, warum ich Caprihosen liebe und kurze Röcke noch nie gemocht habe). In dieser Größenordnung ist das aber schon ein "major" Problem, oder nicht?? :(

Edited by laquelle
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Scheitelpunkt-Schritt 90, Schritt -Fußboden 80, aber: meine Taille sitzt sehr hoch (ca. 30cm zwischen Schritt und Taille), so dass mein OK kürzer ist, als er es nach den o.a. Werten sein sollte.

 

Guten Morgen, Anne,

ja, das kommt mir doch sehr bekannt vor :D ... Wenn frau dann deutlich jenseits Größe 38 ist und sich auf Schritthöhe die breiteste Körperstelle befindet, sollte man in meinen Augen die Tips von BK mit großer Vorsicht genießen: u.U. verbreitern sie diese Zone optisch noch! :eek:

 

Nicht in jeder Situation passend, aber in Röcken und Kleidern sieht man die Schritthöhe nicht und kann so lange Beine vorgaukeln. :)

 

Liebe Grüße,

Velvet

Edited by velvet-sateen
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Oh danke Kerstin, das Buch habe ich mir auch bestellt. Leider wird es erst nach meinem Nähurlaub kommen :rolleyes: Aber egal.

 

Eure Idee finde ich super 2 veschiedene Techniken vorzustellen! Vielen Dank dafür :hug:

Allerdings finde ich es etwas schwierig der einzelnen Techniken zu folgen, da sie durch die andere Technik immer wieder unterbrochen werden :o

 

Vllt als Anregung für ein nächstes mal: Verschiedene Techniken schon in einem Thread darstellen, aber erst einmal alle Schritte einer Technik hintereinander dokumentieren. Danach die Diskussion. Ich glaube, dass wäre für mich übersichtlicher und ich könnte den einzelnen Technike besser folgen. Aber vllt bin ja auch nur ich das :o

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Toller Thread, Danke dafür.

 

Ich werde morgen mal ans Messen gehen und die BK-Methode ausprobieren. Wobei ich da durchaus auch denke, dass die Halslänge, Verteilung der Oberweite, Taillenlinie und auch die Stärke von Hüfte und Oberschenkel relevant sind um festzulegen, was einem steht.

 

Ich bin jedenfalls auf die folgenden Berichte gespannt.

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Guten Morgen, Anne,

ja, das kommt mir doch sehr bekannt vor :D ... Wenn frau dann deutlich jenseits Größe 38 ist und sich auf Schritthöhe die breiteste Körperstelle befindet, sollte man in meinen Augen die Tips von BK mit großer Vorsicht genießen: u.U. verbreitern sie diese Zone optisch noch! :eek:

 

Nicht in jeder Situation passend, aber in Röcken und Kleidern sieht man die Schritthöhe nicht und kann so lange Beine vorgaukeln. :)

 

Liebe Grüße,

Velvet

 

1. Ich liebe Kleider und Röcke!

2. Eigentlich Sanduhr (von vorn), Hüfte ganz gering schmaler als Schultern, und Hosen gehen bei mir immer bis zur Taille (Du kannst Dir vorstellen, was ich für eine Durststrecke in den elenden Nur-Hüfthosen-zu-bekommen-Jahren hatte), dadurch gehört auch die Po-Region mit zu den Beinen (ich höre Heidrun schon wieder anrauschen :D), und die ist dann insgesamt lang genug.

 

Ich sehe mit Shirt in Hose sehr seltsam aus, weil der Bund dann gefühlt kurz unter dem UBB des BH's sitzt...

 

Und schon wieder dazwischen gequatscht.

 

lg AnneQ

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so, nun hat mein Mann beim Vermessen geholfen:)

nach Bk

A 20 cm, B 40 cm, C 42 cm, D 38 cm, E 44, F 45, G 82 bei 168 cm Gesamthoehe

 

Was ich schon immer empfunden habe, mein Oberkoerper ist im Verhaeltnis kurz, dabei ist die Taille nicht sehr ausgepraegt, egal , wieviel ich wiege.

Also der Bund sitzt immer zu hoch optisch gesehen, reinstecken von Blusen etc. geht gar nicht.

 

Die Hueften sind unmassgeblich breiter als die Schultern. Seitenansicht, Bauch steht vor.

Eigentlich hat sich das bestaetigt, was ich erwartet hatte.

Nun geht es dran, die besten Tipps zum Kaschieren zu finden.

 

Danke fuer Eure Muehe, die Methoden vorzustellen.

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@AndreaS,

 

ich kopier mir die Beiträge der einzelnen Methoden raus und speicher mir die Methoden ab, druck sie auch aus und kann dann nebeneinanderlegen und vergleichen.

 

liebe Grüße

Lehrling

 

Stimmt auch ne Methode! Gut, dass wir uns hier so ergänzen :)

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@Quetschfalte/Anne: genau aus diesem Grund liebe ich wie Du Kleider und Röcke! Allerdings auch, weil ich bei Hosenanpassungen immer grandios gescheitert bin (von Kaufhosen wollen wir gar nicht erst anfangen). Will das aber für Jeans jetzt doch mal angehen.

 

@DoroDu + Gruene Insel: ich persönlich fahre mit keiner der mir bisher bekannten Methoden gut, sondern einer Kombination aus allem:

die Brenda-Kinsel-Methode finde ich interessant, weil sie die senkrechten Proportionen berücksichtigt.

Meine Erstorientierung erfolgt aber an der Einteilung nach Figurtypen - und dann gucke ich nach den Kinsel-Proportionen und berücksichtige, wie Du so richtig schreibst, Doro, dann noch die Volumenverteilung (vorne, seitlich, hinten, rundherum?) und andere Charakteristika wie Halslänge und -stärke, Oberschenkel-/Wadenform etc ...

 

Die Figurtypen kommen auch noch in diesem Thread vor, ich mache im Hintergrund ein paar Zeichnungen dazu ... aber erstmal geh' ich wieder an die NäMa, die fühlt sich schon vernachlässigt. :D

 

Liebe Grüße & allen viel Spaß & neue Erkenntnisse oder Bestätigung des Bauchgefühls,

Velvet

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Eine sehr interessante Methode! Vielen Dank für die tolle ausführliche Darstellung. Das war ja eine ganz schöne Mühe. :hug: Ich bin natürlich auch gleich mit Feuereifer dran gegangen. An einigen Stellen mußte ich allerdings über die Ideen den Kopf schütteln. Die Tips können ja ganz schön nach hinten losgehen; der Körper ist einfach viel mehr als nur das Verhältnis seiner Längenproportionen. Vermutlich fällt mir das deshalb besonders auf, weil mein Körper im Detail ziemlich stark vom Ideal abweicht.

 

Da ich weder einen Fotoapparat noch Photoshop noch einen engagierten Fotografen an der Hand habe, bin ich ganz einfach bei der 20.-Jahrhundert-Methode gelandet (mit einigen Verrenkungen wie man sieht:D):

Figurtypbestimmung.JPG.dc6694b53a63446e450064b4129587e5.JPG

Alles wunderschön gleichmäßig proportioniert (die untere Hälfte unmerklich kürzer als die obere) bei einer Größe von 1,67m. Also dürfte ich so ziemlich machen, was ich will. Leider weit gefehlt. Ich bin ständig bemüht, die Wirkung des großen Busens zurückzunehmen, über meine nichtvorhandene Taille hinwegzutäuschen und den Gesamteindruck nicht zu massig werden zu lassen. (Taille ist da, wo der Bund einschneidet. :mad:) Ich kann echt von Glück sagen, daß ich nicht auch noch Proportionen ausgleichen muß! Kein Wunder, daß es so kompliziert ist, die optimale Kleidung zu finden.

 

Ich habe gerade an den Bildern meine optimale Rocklänge ausprobiert und lande bei Mini in allen Variationen. Und dabei dachte ich, in meinem Alter (51) wäre die Minirock-Phase längst abgeschlossen. Ich trag diese Länge aber gern weiter. ;)

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So,

 

weiter geht es mit dem zweiten Teil von Larkey - Schulter-Hüfte-Proportion. Der Test ist der gleiche wie bei Kinsel; hier als kleine Hilfe mit einem Foto von mir gezeigt.

 

2. Test: Sind Schultern und Hüfte visuell ausgeglichen?

 

Die Hüfte ist dabei definiert als die breiteste Stelle in der Frontalansicht. Bei mir, wie bei vielen anderen Frauen, sitzt die breiteste Stelle unterhalb der eigentlichen Hüfte.

 

Bei der Schulter orientieren wir uns am Schulterpunkt. Diesen findet man heraus, wenn man den Arm waagerecht anhebt; dann sollte sich eine kleine Kuhle bilden, die den Übergang von Schlüsselbein zu Armkugel definiert - oben auf der Schulter mal reindrücken, die ist eigentlich auch ganz gut zu erspüren. Bis hierhin wird bei den Schnittvermessungs-Systemen idR auch die Schulterbreite gemessen.

 

Wir stellen uns mit leicht nach hinten genommenen Armen wieder frontal vor den Spiegel und halten einen oder zwei Stöcke an die Seiten, von der Außenkante Hüfte bis zum Schulterpunkt oben außen. Am Winkel der Linien sieht man dann, ob die beiden (hoffentlich) breitesten Stellen meines Körpers ausgeglichen sind, oder ob ein Ende mehr oder weniger deutlich breiter ist.

 

larkey_3_schulterhuefte.jpg

 

Bei mir ist die Hüfte ein wenig breiter; ich definiere das mal nach Larkey als kleineres Figurproblem, weil der Unterschied nicht sehr ausgeprägt ist.

 

Bei der Gelegenheit machen wir auch gleich

Test 13: Habe ich eine Taille?

Ist von der geraden Linie eine deutliche Einbuchtung zur Taille hin zu erkennen, oder eher nicht?

 

Leicht breitere Schultern als Hüften definiert Larkey als "assett", als Pluspunkt für die Figur. (Das ist natürlich der derzeit herrschenden Mode geschuldet; es gab in den letzten Jahrhunderten auch Zeiten, wo eine ausgeprägte Hüfte und schmale, runde Schultern en vogue waren.)

 

Ausgeprägte Unterschiede, ob breitere Schultern oder Hüften, sind ein Problem.

 

Das führt uns zur zweiten Stilregel:

Schräg auseinander laufende Linien verbreitern optisch, zusammen laufende Linien verschmälern.

 

diagonalen.png

 

Dieses Prinzip gilt es z.B. zu beachten bei der Gestaltung von Aufschlägen an Jacken, bei allen Arten von schräg laufenden Teilungsnähten, bei offen oder geschlossen getragenen Jacken, bei der Ausstellweite von Hosen und besonders Röcken.

 

Details wie Bateaukragen, U-Boot-Kragen, Spatenkragen, Reverskragen (besonders die aufsteigenden), Schulterpassen, etc. verbreitern optisch meine Schultern. Auch aufgesetzte Schulterriegel, angekrauste Ärmel, einfach alles, das mehr Stoff an dieser Stelle hinzufügt, kann mich breiter erscheinen lassen.

 

Unterhalb der Schulter getragener Carmen-Ausschnitt, sehr weite Dekolleteés, eine Schulter frei lassende Ausschnitte, alle trägerlosen Sachen, überschnittene Schultern, Raglan, Dolman und Kimono verschmälern optisch die Schultern.

 

Auf der Hüfte endende Bündchen (z.B. Blouson-Stil bei Jacken), Ein-Knopf-Jacken, die über der Hüfte auseinander gehen, breite Doppelreiher, aufgesetzte Taschen in Hüfthöhe (auf Jacken, Hosen, Röcken etc.), Stufenröcke (besonders die angerüschte Sorte), stark eingereihte Hüfte/Hüftpassen verbreitern optisch die Hüften. Hosen und Röcke sollten mindestens bis kurz vor dem Knie enden, empfiehlt sie, und nicht kürzer sein, also keine Shorts oder Miniröcke für deutlich zu breite Hüften.

 

Auch mit einer einzigen Linie kann man diesen optischen Effekt erzielen: Je länger die diagonale Linie ist, desto schmaler wirkt man; je mehr sie sich der waagerechten nähert, desto mehr verbreitert es optisch:

 

diagonalen_2.png

 

Das kann zum Beispiel wichtig sein bei der farblichen Aufteilung der Kleidung und bei ihren Säumen: Ein hüftlanges, helles Shirt über einem kurzen, dunklen Rock getragen wird mich optisch breiter wirken lassen, zum Beispiel (ganz rechte Illu)

 

Und wie immer muss man all diese Tipps natürlich nicht befolgen, wenn man das nicht möchte. Bei breiten Hüften rät Larkey z.B. von Bleistiftröcken ab. Es bleibt aber natürlich jedem unbenommen, sich statt dessen die Monroe oder Joan Harris aus "Mad Men" zum Beispiel nehmen, und seine weiblichen Kurven im Gegenteil zu betonen!

 

Wie schon gesagt, ist die vorherrschende Silhouette immer dem Zeitgeist geschuldet, und jeder kann tragen, was er mag! :)

 

Wobei ich ganz allgemein ein Fan davon bin, zu wissen, was man tut. Also, wenn ich Stil X trage, sollte ich wissen, welche Außenwirkung dieser erzeugt und ob der so von mir gewünscht ist bzw. ob der mir vielleicht auch ganz egal ist. Um eben nicht den eingangs geschilderten Effekt zu haben, dass man auf Fotos ja doch ganz anders aussieht, als man immer dachte... :o

 

Ich hoffe, die Ausführungen hier helfen euch ein bisschen dabei, bewusstere Entscheidungen bei der Kleidung zu treffen! :)

 

Um die praktische Anwendung zu zeigen, würde ich gerne am Ende der Reihe ein paar aktuelle Modelle, z.B. aus der Burda, stil-technisch analysieren. Die Frage "Steht mir das oder nicht?" lässt sich nämlich imho mit diesem Wissen sehr gut beantworten; ganz egal, ob das Model, das die Kleidung auf dem Foto trägt, dünn wie ein Stock ist oder ein Plusmodell. :)

 

Morgen (hoffentlich) folgt dann Larkey Teil 3, lange oder kurze Taille in Wort und Bild. :)

 

Liebe Grüße,

Kerstin

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Im Buch > die Kleiderdiät< von Linda Deslauriers schlägt sie vor, daß man ein Foto von sich machen läßt im Gymnastikanzug/ Bodysuit, einmal von vorn und einmal von der Seite. Das mehrmals ausdrucken, den Umriß nachzeichnen oder wie Kerstin von Photoshop machen lassen und dann daran ausprobieren, wie unterschiedliche Längen, Weiten, Ausschnitte usw. wirken.

Eben nicht Barbie, nicht Ruby, sondern man selbst als Model. Fadennudel zeigt es ja, allerdings ist es besser, wenn man sich fotografieren läßt, weil dann die Haltung der Arme anders ist.

 

liebe Grüße

Lehrling

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... An einigen Stellen mußte ich allerdings über die Ideen den Kopf schütteln. Die Tips können ja ganz schön nach hinten losgehen; der Körper ist einfach viel mehr als nur das Verhältnis seiner Längenproportionen. Vermutlich fällt mir das deshalb besonders auf, weil mein Körper im Detail ziemlich stark vom Ideal abweicht. ...

 

Du hast völlig recht, die Längenproportionen sind nur ein Teil des Puzzles.

 

Ich greife jetzt schon mal ein bißchen vor, denke aber, daß es einigen so geht wie Dir:

Es gibt bei den Figurtypen, wo die Silhouette im Mittelpunkt steht, zum Glück auch Methoden, die die "Dimension" berücksichtigen. Konsequent für alle Figurtypen setzt das Bradley Bayou um, der auch Körpergröße und Gewicht berücksichtigt.

 

Die Schwachpunkte seiner Methode aus meiner Sicht: er mißt rundherum und kennt "nur" vier Grundtypen ...

  • rectangle
  • triangle
  • inverted triangle
  • hourglass

 

...in 12 verschiedenen Dimension, die sich aus den folgenden Kombinationen ergeben:

  • Körpergröße --> short, average und tall
  • Gewicht --> petite/slender, medium, full, plus

 

Das Rundherummessen sehe ich kritisch, da folgendes passieren könnte: eine Frau hat von vorne betrachtet die Silhouette eines Rechtecks, also ohne ausgeprägte Taille, Schultern und Hüfte sind in etwa gleich breit.

Wenn sie nun einen nach hinten prominenten Po hat und dann auch noch ein bißchen "back fat", dann kann sie sich nach Bayous Messungen schnell in der Sanduhr-Kategorie wiederfinden ... !

 

Wie gundi2 und andere schon sagten und Du ja auch machst: nie blindlings einer Methode folgen, immer kritisch in den Spiegel schauen. :)

 

Liebe Grüße,

Velvet

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Bei einigen Schnittmustern sind die Symbole der einzelnen Figurtypen (nur die 4 Grundtypen) angegeben, für die der Schnitt besonders geeignet ist.

Vielleicht kannst Du da auch ein paar Beispiele herausnehmen?

 

Was würden wir nur ohne diese Unterforum machen...Und ohne die, die es mit interessanten Themen füllen!

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Bei einigen Schnittmustern sind die Symbole der einzelnen Figurtypen (nur die 4 Grundtypen) angegeben, für die der Schnitt besonders geeignet ist. ...

 

... meinst Du die Vogue-Schnitte? Da würde ich den Symbolen ganz oft widersprechen, mein Auge zumindest sagt mir da oft was anderes ... :D

 

Liebe Grüße,

Velvet

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Mannomann, toll wie belesen Du zu dem Thema bist, Velvet (und Du auch Capricorna)! Ich fand das auch immer interessant, aber ich wäre nie soweit gegangen, diverse Bücher darüber zu lesen. Ich kenne nur Carole Jackson "Color me beautiful" und Doris Pooser "Ihr persönlicher Stil" - beides uralt. Das Buch von Bradley Bayou scheint wirklich hilfreich zu sein; zumindest die Teile, die man als Vorschau lesen kann.

Für mich ist es einfach wichtig, mich mal wieder grundlegend mit dem Thema zu befassen. Das letzte Mal habe ich vor 20 Jahren genäht und seitdem hat sich meine Figur völlig verändert. Bei Kaufmode habe ich nicht wirklich Auswahl, da bin ich nur froh, wenn ich reinpasse und es nicht das ewiggleiche Schwarz ist. Stil war also nie Thema. Und Paßform auch nicht wirklich, dank Elastan. Ich werd mir das hier mal weiter durch den Kopf gehen lassen und weiter rumprobieren. :)

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Mannomann, toll wie belesen Du zu dem Thema bist, Velvet (und Du auch Capricorna)! Ich fand das auch immer interessant, aber ich wäre nie soweit gegangen, diverse Bücher darüber zu lesen. Ich kenne nur Carole Jackson "Color me beautiful" und Doris Pooser "Ihr persönlicher Stil" - beides uralt. Das Buch von Bradley Bayou scheint wirklich hilfreich zu sein; zumindest die Teile, die man als Vorschau lesen kann.

 

Aber beide Bücher aus meiner Sicht extrem gut und heute noch gültig! Daß Du Doris Pooser kennst, finde ich super - außer Dir und gundi2 ist mir noch niemand "begegnet", der ihr Buch hat. Ihr Theorie zu "rund", "abgerundet", "eckig" etc finde ich z.B. fast immer zutreffend. Das wollte ich (unterstützt von gundi2) in viel späterer Zeit hier erläutern. Als Finetuning sozusagen. :)

 

Liebe Grüße,

Velvet

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... meinst Du die Vogue-Schnitte? Da würde ich den Symbolen ganz oft widersprechen, mein Auge zumindest sagt mir da oft was anderes ... :D

 

Liebe Grüße,

Velvet

 

So genau habe ich mich damit nicht beschäftigt, mir ist es nur beim Durchstöbern aufgefallen, den Wahrheitsgehalt habe ich nicht überprüft...

 

Habe mich heute Abend vor der Chorprobe noch einmal gründlich gemustert: Mein Beinansatz nach der Haxen-hoch-Methode liegt ziemlich mittig, tendenziell sogar oberhalb der Halbierenden, und da endete auch mein selbstgenähtes Shirt. Das ist aber Zufall, weil ich durch FBA immer viel Vorderlänge zugeben muss, und da war es eben zu Ende. Beim nächsten achte ich garantiert auf die Fertiglänge.

 

lg AnneQ

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