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glj

Phoenix 82 renoviert

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Hallo, ich bin neu hier und habe zu Beginn des Jahres eine schöne Phoenix 82 "aus beruflichen Gründen" erstanden. Ich hatte nicht die geringste Ahnung von Nähmaschinen und vom Nähen mit ihnen. So bin ich hier gelandet. Dieses Forum ist eine wertvolle Wissensquelle. Was sich hier angesammelt hat, hat mir schon extrem geholfen. Ich wollte unbedingt für meinen Job ein neues Werkzeug für Reparaturen und Modifikationen. Bisher hatte ich alle Näharbeiten von Hand erledigt. Das sollte jetzt schneller werden und sauberer aussehen (gerade bei Nähten die mehr als ein paar Zentimeter lang sind). Dass es eine Maschine mit Tretantrieb ist, hat abgesehen vom Platzbedarf, für mich keine gravierenden Nachteile. Ohne zusätzlichn Stromverbrauch zu arbeiten empfinde ich als sehr angenehm. Das Treten ist sehr viel einfacher als ich dachte.

 

Das hier ist die Maschine im Zustand nach dem Kauf:

picture.php?albumid=3952&pictureid=44595

 

So sieht sie jetzt nach vielen Stunden Arbeit aus:

picture.php?albumid=3952&pictureid=44600

 

Die Maschine selbst ist in einem technisch guten Zustand und vollständig. Sie kam mit einer Menge Füßchen, Kantenlineal, Bakelitlampe, Geradstichplatte und Spulen. Die Abriebspuren an der Grundplatte lassen auf eine regelmäßige Nutzung schließen. Ich denke, dass es auch der einzige Grund dafür war, dass die Maschine im wesentlichen noch lief. Innen und Außen wurde sie offenbar viel zu selten gereinigt. Nur wenige Stellen waren nicht mehr sehr leichtgängig. Die gesamte Maschine war von einer unangenehmen und hartnäckigen Patina überzogen. Diese klebrige, müffelnde, grün-bräunliche Schicht zu entfernen hat am meisten Zeit verschlungen. Alles, was ich irgendwie mit Pinsel und Tuch erreichen konnte habe ich gereinigt. Hartnäckige Stellen (nur Metall) haben ein paar Tropfen Aceton gesehen, der Rest wurde mit Isopropanol aus der Apotheke gereinigt. Dabei habe ich gleich ein paar kleine Einwegspritzen und Kanülen mit eingekauft. Aus Sicherheitsgründen schleife ich die Kanülenspitzen ab. Damit hat man einen supergünstigen Öler, der auch "halbe Tropfen" tief in die Maschine bringen kann. Vieles hatte ich zerlegt und konnte so das Maschinchen kennenlernen.

Ein paar Bilder davon:

 

Greiferbereich und Transporteur:

picture.php?albumid=3952&pictureid=44593

 

picture.php?albumid=3952&pictureid=44587

 

Unterseite Transporteur:

picture.php?albumid=3952&pictureid=44594

 

Grausam:

picture.php?albumid=3952&pictureid=44588

 

Rund um den Faden:

picture.php?albumid=3952&pictureid=44589

Gereinigt, fein geschliffen (1000er Wasserschleifpapier) und poliert:

picture.php?albumid=3952&pictureid=44590

 

picture.php?albumid=3952&pictureid=44586

Patina?... Dreck!

picture.php?albumid=3952&pictureid=44585

 

Spuler:

picture.php?albumid=3952&pictureid=44591

picture.php?albumid=3952&pictureid=44583

picture.php?albumid=3952&pictureid=44584

 

Zickzack-Bedienung:

picture.php?albumid=3952&pictureid=44592

 

Ein paar Meter habe ich nun schon damit genäht, alles privat :) , wie sollte es auch anders kommen. Unter anderem ein Lila Boxsack aus 500er Cordura mit Hello Kitty Applikation. Das Monster hängt jetzt zur Freude der Familie, bei häufiger Nutzung, im Kinderzimmer. Drei Lagen Polyestergurt + Cordura mit 40er Serafil ließen sich ganz ordentlich (so gut das eben ein Anfänger kann) verarbeiten. Die Maschine macht Geradstich und Zickzack, näht vorwärts und rückwärts, sticht leicht durch viele Lagen Stoff, hat verstellbaren Näfußdruck. Mehr brauche ich vorerst nicht. Nach dem Reinigen und wiederholter Nutzung läuft sie jetzt noch gleichmäßiger und ist noch einmal deutlich leiser geworden. Der Klang ist eine wahre Freude. Bei normalem Nähgut ist sie absolut nicht zu bremsen. Für Kunstleder, Fahrradschlauch und andere klebrige Sachen mit etwas Eigenstabilität habe ich einen kleinen Rollfuß gebaut. Jetzt muss ich nur noch die 2x18m Saum nähen, für die ich die Maschine eigentlich gekauft habe...

Hoffe der Beitrag hilft vielleicht auch anderen Besitzern dieser Maschine. Sie ist jede Minute wert, die ich da reingesteckt habe.

Irgendwie macht das aber süchtig. Verwandte und Freunde halten mich für bekloppt, denn mittlerweile habe ich schon eine zweite Maschine zu neuem Leben erweckt.

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Hallo glj,

 

herzlich willkommen hier – und mein Kompliment, die Arbeit hat sich gelohnt! Ein echtes Schmuckstück. :)

 

Für Kunstleder, Fahrradschlauch und andere klebrige Sachen mit etwas Eigenstabilität habe ich einen kleinen Rollfuß gebaut.

 

Sehr interessant - dazu würde ich gern mehr wissen. ;)

 

Verwandte und Freunde halten mich für bekloppt

 

Man lernt damit zu leben ...

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Hallo haca,

das ist das Ausgangsmaterial:

ein paar Skizzen und Messungen an anderen Füßchen, Standardfuß als Referenz und ein kurzer Aluminiumblock von einer Stange aus dem üblichen Baumarktprogramm.

 

picture.php?albumid=3952&pictureid=44615

 

Mit einem Satz kleiner Feilen habe ich mich Stück für Stück an die Endform herangetastet und dabei auf einen senkrechten Sitz über der Stichplatte geachtet.

picture.php?albumid=3952&pictureid=44616

 

Dann noch ein Loch gebohrt, M3 Gewinde geschnitten und mit einer Stahlschraube aus der Restkiste die 3x10x4mm Kugellager angeschraubt. Die inneliegenden Scheiben dienen zur Einstellung der Distanz als Spacer (nicht sehr elegant aber funktioniert). So drehen die Rollen frei und schleifen nicht am Aluminium. Die Mutter ist mit einem kleinen Tropfen Sicherungslack befestigt und hat sich bisher noch nie gelöst. Auch ein Verheddern des Fadens an den Rollen (so hatte ich zunächst befürchtet) kam noch nie Zustande.

 

So sieht er aus:

picture.php?albumid=3952&pictureid=44618

picture.php?albumid=3952&pictureid=44617

 

Ein Foto im eingebauten Zustand finde ich gerade nicht.

Was man beachten muss. Das Ding läßt wirklich jede Bewegung zu. Auch unbeabsichtigte Fehler beim Führen des Stoffes. Um Kurven geht es natürlich gut. Die Achse der Rollen würde ich beim nächsten mal noch höher setzen, so dass die Sohle beim Austritt der Nadel aus dem Stoff schneller in Kontakt mit dem Nähfuß kommt. Bei steifem Material ist das kein Problem, weiches Material hat jetzt etwas zu wenig Gegendruck beim Hochziehen der Nadel.

 

Neben dem Standard Zickzack-Fuß benutze ich am häufigsten den kleinen Rollschuh, das Konzept funktioniert und wenn ich Zeit finde verbessere ich am Prototypen noch ein paar Dinge.

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Hallo glj!

 

 

Hallo, ich bin neu hier und habe zu Beginn des Jahres eine schöne Phoenix 82 "aus beruflichen Gründen" erstanden.

Aus beruflichen Gründen, erstehst Du ein Altertümchen? :confused:

 

Wenn man aber weiterliest, dann scheint doch ziemlich viel Spaß bei der Sache dabei zu sein! :)

 

Der Rollfuß dürfte viele käufliche Varianten übertreffen - zumindest in der Lebenserwartung! :)

 

 

Alles Gute!

 

Ramses298.

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Hallo Ramses298,

die ursprüngliche berufliche Intention waren kleine und große Hintergrundstoffe zum Fotografieren. Da brauche ich einfach keine Zierstiche und Kunststoffgehäuse. Da man Tretmaschinen aus Vollmetall fast geschenkt bekommt, hat es sich einfach so ergeben. Jetzt muss das Ding für Reparaturen an Outdoorkleidung, Transporttaschen und Studiomaterial herhalten und das macht sie bisher richtig gut. Nebenbei habe ich, wie du ganz richtig erkannt hast, jede Menge Spaß. Und vielen Dank für die zuversichtliche Einschätzung meiner Bastelei.

 

(Die zweite Maschine ist übrigens eine Veritas, für die dein Herz ja besonders zu schlagen scheint. Ich kann gut nachvollziehen, warum das so ist.)

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Guest Naehman
Sie ist jede Minute wert, die ich da reingesteckt habe.

Echt cool :-)

Irgendwie macht das aber süchtig. Verwandte und Freunde halten mich für bekloppt, denn mittlerweile habe ich schon eine zweite Maschine zu neuem Leben erweckt.

HÖR AUF! Vorsicht, sonst ist es zu spät! Bei mir lief's genauso! Erst 'ne neuere Singer im Auftrag einer autolosen Freundin, dann 'ne Veritas, dann noch 'ne Veritas, dann strahlt mich auf dem Flohmarkt eine 50 Jahre alte Singer an, und jetzt (wenige Wochen später) sieh' mal, wo ich gelandet bin:

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Edited by Naehman

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Genau das befürchtet meine Familie. Ich fühle mich gleich viel wohler. Aber ich habe mir fest vorgenommen nur weitere Maschinen herzurichten, wenn ich mich auch wieder von Ihnen trennen kann... (Das glaubt ihr mir bestimmt!)

Ich habe da schon wieder etwas angepeilt, ein neues Maschinenprojekt mit einem anderen Einsatzgebiet. Irgendeine Rechtfertigung findet sich immer. Ich muss vorsichtiger werden sonst übernehmen die Maschinen die Kontrolle :D

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Irgendeine Rechtfertigung findet sich immer.

 

Das ist ein Warnsignal, deutet aber auf einen kreativen Menschen hin. :cool:

 

Deinen Rollenfuß finde ich super, sehr inspirierend! Ein wenig habe ich über so etwas auch schon nachgedacht, aber mangels Bedarf fehlt bei mir derzeit der „Druck“. Was ich nicht verstehe ist diese Passage:

 

Die Achse der Rollen würde ich beim nächsten mal noch höher setzen, so dass die Sohle beim Austritt der Nadel aus dem Stoff schneller in Kontakt mit dem Nähfuß kommt. Bei steifem Material ist das kein Problem, weiches Material hat jetzt etwas zu wenig Gegendruck beim Hochziehen der Nadel.

 

Müsstest du die Achse dann nicht tiefer setzen? :confused: Wenn du die Achse höher setzen willst, könntest du dann nicht alternativ die U-förmige Aussparung für die Halteschraube noch weiter nach unten verlängern?

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Guest Naehman

Müsstest du die Achse dann nicht tiefer setzen? :confused: Wenn du die Achse höher setzen willst, könntest du dann nicht alternativ die U-förmige Aussparung für die Halteschraube noch weiter nach unten verlängern?

(Nochmal genau hingeschaut) glj, ich denke, Du wünschst Dir, dass der Aluminiumkorpus den Stoff gerade so eben berührt und damit niederhält, und das geht wegen der Rollen nicht - es ist, als ob du mit dem Auto eine Maus überfährst, zwischen den Rädern hat sie Platz genug.

Vielleicht kannst Du den Feinausgleich ja mit selbstklebender Alu-Folie herstellen, auch wenn die nicht unbedingt Deinem hohen technischen Standard entspricht. In DSLR-Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Wiederherstellung eines Cullmann 52013 Statives sieht man in Bildern, wie das Zeug in der Reparatur eines Foto-Stativs eingesetzt wurde.

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Hallo glj

Auch von mir ein herzliches Willkommen.

Da hast du dich ja gleich super im den Kreis der alten Näma Fan's eingeführt. Sehr schöne Arbeit, besonderst dein Rollschuh gefällt mir sehr gut. Solltest du kein Patent drauf anmelden ;), werde ich ihn wohl im Laufe des Winters nachbauen.

Liebe Grüße Andreas

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@Calenberger

Solltest du kein Patent drauf anmelden , werde ich ihn wohl im Laufe des Winters nachbauen.

Das würde mich freuen, dann kann man diese kleine Idee gemeinsam verbessern. Erfahrungswerte habe ja im Moment nur ich und ich bin Anfänger, also ist das nicht viel.

 

@haca & Naehman

Ich habe mich etwas umständlich ausgedrückt und die Sache unnötig kompliziert gemacht.

Es geht um die Sohle des Aluminiumblocks zwischen den Rollen. Dazu habe ich das Bild mal geändert und mit Hinweisen versehen:

 

picture.php?albumid=3952&pictureid=44637

 

Der Vorschlag von Naehman trifft also den Kern und würde zum Ziel führen. Das werde ich im Kopf behalten und bei Bedarf ausprobieren.

Mit der U-förmigen Aufnahme am oberen Ende versetzt man den gesamten Fuß. Das habe ich während der Bauphase angepaßt bis es genau der Höhe von anderen Nähfüßen entsprach. Ich hoffe ich konnte die unglückliche Ausdrucksweise etwas entwirren.

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Aha, Danke, jetzt habe ich es verstanden! Lag vielleicht an mir. Aber dann würdest du doch den Roll-Effekt tendenziell vermindern? Da es nur darum geht, den Stoff im Bereich der Nadel nicht hochkommen zu lassen, könnte ich mir auch eine Art schmale V-förmige „Nase“ (unterhalb des Sockels) vorstellen, die nur minimal bremst, und nur dort, wo die Nadel wieder herauskommt, den Stoff unten hält. Ich hoffe, ich habe mich verstehbar ausgedrückt - es ist nicht immer leicht. ;)

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Hallo glj

Von diesen Klebestreifen halte ich nicht so viel, die lösen sich doch mit der Zeit und meistens, wenn man in der Mitte einer langen Naht ist. Da du den Fuß so toll gebaut hast, würde ich ihn nicht mit einem Notbehelf verderben.

Ich würde alles demontieren, die Achsbohrung so vergrößern, dass an der Unterkante des Fußes noch ein schmaler Steg stehen bleibt. Ein Durchmesser von 6.00-8.00mm wäre gut, je größer, desto besser. Als nächstes ein Stück Rundmaterial, passend zum Bohrdurchmesser, auf Fußbreite ablängen. In diese Buchse eine Bohrung(= Achsdurchm.) setzen, die so aus der Mitte gelegt wird, dass am Rand der Buchse ein schmaler Steg stehen bleibt. Nun von Oben eine Bohrung ( für Gewinde ) in den Fuß anbringen, Gewinde schneiden. Die Achse in die Buchse setzen, alles fertig montieren und in das Gewinde eine Madenschraube drehen. Wenn alles fertig zusammen gebaut ist, kannst du durch Verdrehen der Buchse den Abstand zwischen Fußsohle und Stofflage verändern.Nachdem du die richtige Einstellung gefunden hast, Madenschraube anziehen und die Buchse ist geklemmt.

Ich vermute, dass deine Achse 3.00mm Durchmesser hat, somit solltest du auch bei einer 5.00mm Bohrung für die Buchse, genug Verstellweg haben, um deine optimale Höhe zu finden.

Wenn du einen Bohrständer, pass. Maschine und einen Maschinenschraubstock hast, sollte es kein Problem sein, diese Änderung vor zu nehmen. Das du sowas kannst, hast du ja schon bewiesen.

Ich hoffe, du bist durch mein Geschreibe durchgestiegen.

Liebe Grüße Andreas

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Hallo Forum!

 

 

Eine Buchse benötigt diese Konstruktion nicht zwingend, da sich die Achse dank der Lager nicht drehen muß/sollte.

Ich fände eine eingepreßte Buchse aber eleganter, weil die sie Scheiben überflüssig machen würde.

 

Was mir aber auffällt ist, daß dem Fuß ein Stichloch fehlt.

Bei starkem Leder nicht lebensnotwendig, aber ein Fuß hat nicht nur die Aufgabe, den Stoff zu führen, sondern er verhindert auch, daß der Stoff ins Stichloch in Richtung Greifer gezogen wird oder daß die Nadel den Stoff/das Leder nach oben zieht.

Aus diesem Grunde sind bei sehr feinem Stoff noch echte Geradstichfüße und eine Geradstichplatte von Vorteil.

 

 

Alles Gute!

 

Ramses298.

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Ja so einen Exzenter könnte ich mir gut vorstellen. Ich muss mal sehen ob das mit dem Platz über dem Fuß funktioniert. Die normalen Nähfüße sind ja nicht umsonst sehr flach gebaut. Da muss noch Platz für die Nadelaufnahme sein auch wenn der Fuß mit viel Material nicht nur einen Millimeter über der Stichplatte steht. Die Nadelaufnahme darf in der tiefsten Position nicht auf dem Fuß aufschlagen. Jetzt wirds langsam Zeit, dass ich die russische Handarbeit (aus einem Stück gefeilt) vermesse und nachsehe wieviel Platz da noch ist. Ich wollte ursprünglich möglichst viel Material stehen lassen, damit das Teil nicht auseinanderfliegt. Immerhin ist Aluminium wesentlich schwächer als Stahl und gerade bei schwingender Belastung neigt es zu Ermüdungsbrüchen. Wenn ich Zeit finde renne ich mal in den Keller (ja dort im Dunkeln fristet die Phoenix ihr Dasein) und messe nach. Auch wenn kein Platz für einen Exzenter sein sollte, würde eine gesteckte Achse mit einem zylinderförmigen Spacer + Madenschraube sinnvoll sein. Dann könnte man sich die Scheiben sparen und die seitliche Ausrichtung mit der Steckachse vornehmen. Das gefällt mir, neue Ideen frei Haus! Hoffentlich wirds nicht zu kompliziert :-) der Grundgedanke war ja einfach, unkaputtbar, aus vorhandenem Material.

Bis hier schon einmal herzlichen Dank für den ertragreichen Gedankenaustausch!

 

@Ramses298

Für feines Material wollte ich ihn nie benutzen, das funktioniert mit herkönmmlichen Füßen, die ja auch vorhanden sind, bisher zufriedenstellend.

Am Problem mit dem leicht angehobenen Stoff bei der Aufwärtsbewegung arbeiten wir ja gerade. Ein Stichloch wäre mir zu aufwändig. Ist ja nur Hobby :-)

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Guest Naehman

Was mir aber auffällt ist, daß dem Fuß ein Stichloch fehlt.

Bei starkem Leder nicht lebensnotwendig, aber ein Fuß hat nicht nur die Aufgabe, den Stoff zu führen, sondern er verhindert auch, daß der Stoff ins Stichloch in Richtung Greifer gezogen wird oder daß die Nadel den Stoff/das Leder nach oben zieht.

Hier mal die stofführende Unterkante meines Rufflers. Doch Vorsicht, der ist nicht direkt für reibungsloses Durch-Führen des Stoffes gedacht, sondern im Gegenteil zum Knüllen. (Daher auch die Zähnchen). Ob eine gut gleitfähige Blattfeder es verhindern kann, dass sich ein dickes klebriges Kunstleder mit der Nadel hochzieht (und je schräger das Werkstück dabei gerät, desto mehr drückt es sich an die Nadel), wäre noch herauszufinden.

Vielleicht reicht ja ein Drahtbügel, wie ich ihn mangels Aluminium-Rollfußrohlings hier an einem Knopfannähfuß demonstrierte habe.

Von diesen Hitech-Spezialbügeln habe ich noch einen Vorrat in der Schreibtischschublade aufbewahrt :p

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Edited by Naehman

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Immerhin ist Aluminium wesentlich schwächer als Stahl und gerade bei schwingender Belastung neigt es zu Ermüdungsbrüchen.

 

 

/////////////////////////////////////

 

Hallo glj

Schau dir mal die Füße von Aldimaschinen an, in Form gepresstes Blech und nen bisschen Plaste, aus die Maus. :klatsch: Ich meine bei Ebay auch schon Alufüßchen gesehen zu haben, die für Industriemasch. gebaut wurden. Solltest du noch andere Projekte planen, kann ich dir Messing empfehlen, läßt sich ähnlich gut spanend bearbeiten und ist wesentlich stabiler als Alu.

Liebe Grüße Andreas

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Gut Leute, das Aluminium wir wohl nicht so schnell den Geist aufgeben :o. Messing hatte ich auch in Erwägung gezogen, war bei Projektbeginn aber nicht in der Restekiste. Das Ganze ist mehr so ein recht gut gelungenes Experiment. Einen Drahtbügel/Stichloch könnte man nur irgendwie oberhalb der Rollen anbauen und nach unten führen. Der Platz zwischen den Rollen passt genau zum breitesten Zickzackstich. Da ist wirklich kein Raum für einen innen entlang geführten Bügel. Oben hätte man aber wieder ein Problem mit dem ausreichenden Platz für die Nadelaufnahme. Eine Lösung mit außen befestigtem Bügel könnte man ausprobieren, aber das käme wahrscheinlich einer Neukonstruktion gleich. Ich habe mich einfach an den einseitigen Rollfüßen für Leder orientiert und das Prinzip für etwas softeres Material auf einer kleinen Maschine angepaßt. Aus einseitig wurde zweiseitig. Auf der Plastik-Seite vom Kunstleder funktioniert es bestens, kein Vergleich zu einem herrkömlichen Fuß, der den Stoff flächig hält. Getestet habe ich mit zwei Lagen, linke Seiten aufeinander. Auf der Stichplatte und am Fuß hatten die klebrigen Seiten Kontakt zur Maschine. Beim Rollfuß funktioniert es einwandfrei, beim normalen Fuß kam es zu einer leichten Verschiebung der Stofflagen und zu unregelmäßig langen Stichen.

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Guest Naehman

Schade ... wir nehmen gerne konstruktiv Anteil :p

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Schade ... wir nehmen gerne konstruktiv Anteil :p

Wenn Interesse besteht, vermesse ich das Teil, so dass geneigte Konstrukteure es als Basis für eigene Tests nutzen können. Nach den Ideen kommt die Schweiß- und Fleißarbeit...;)

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Hallo glj

Wenn du bei deinem tollen Füßchen noch das i Tüpfelchen aufsetzen willst, dann eloxier das Teil. Habe eine gute Anleitung im Netz gefunden. http://www.el-th.de/de/eloxieranleitung.html

Natürlich auch gleich ausprobiert, es funzt super und der Kostenaufwand ist lächerlich gering.

Schönes Wochenende und liebe Grüße Andreas

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@akinom017

Diesen Bernina und ähnliche Rollfüße hatte ich mir vorher auch angeschaut. Der Janome Raupenfuß gefällt mir auch sehr gut. Das ging mir aber alles zu sehr in Richtung Feinmechanik und geeignetes Rundmaterial für die Rollen+Achsen hatte ich nicht. So entstand am Ende meine "etwas" grobere Variante.

 

@Calenberger

Oh ja, eloxieren sähe bestimmt gut aus. Der Aufwand hat mich bisher immer abgeschreckt, besonders bei Teilen, die nicht nicht dauerhaft der Witterung ausgesetzt sind. Der Haken bei diesem Teil wäre eine saubere und kratzerfrei polierte Oberfläche. Eine Politur mit meinen Mitteln würde die gesamte Bauzeit vervielfachen. Dazu kommt, dass das Rohmaterial bereits farblos eloxiert war (wurde aber teilweise bei der Bearbeitung durch mich entfernt und beschädigt). So müsste ich auch die vorhandene Schicht noch entfernen.

Was hast du denn veredelt? Vielleicht überlege ich es mir noch einmal.

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Guten Abend glj

Ein Freund und ich restaurieren gerade einen Kinkelschneider von 1800 Schießmichtot. Wir schlachten noch selber und dies Gerät soll, wenn es wieder funktionirt, Fleischstücke in kleine Würfel schneiden. Die meisten Teile sind aus Aluguss und ein Bekannter riet uns ab, die Teile zu lackieren, er ist der Meinung, Lack hält nicht dauerhaft auf Aluguss. So hab ich im Netz gestöbert und bin auf die Eloxieranleitung gestoßen. Probeblech behandelt und das Resultat war sehr zufriedenstellend. Dann ein Gussteil eloxiert, wie beschrieben kam ein dunkel graues Teil dabei heraus, aber mit deutlich kratzfesteren Oberfläche. Dann habe ich das größte Teil genommen und mal in einen großen Kübel gelegt und so viel Wasser aufgefüllt, bis das Teil komplett bedeckt war, Ergebnis, ca 60 L Wasser. Wir hätten allso 30 L Bateriesäure kaufen müssen. Paralell habe ich einen guten Freund gefragt, er besitzt eine Industrielackiererei, was er für das Lackieren der Teile nehmen würde. Er ist deutlich billiger als das, was wir für die Schwefelsäure ausgeben müßten. Da er keine Bedenken hat, wegen der Haltbarkeit, weden die Teile jetzt lackiert.

In deinem Fall würde es sich lohnen, da dein Teil ja entsprechend kleiner ist. Um die Flächen kratzfrei zu bekommen, würde ich mir dunne Holzleisten zuschneiden und mit doppelseitigem Klebeband feines Schleifleinen aufkleben und damit die Flächen sauber abziehen. Wenn du mit 400er aufhörst. hast du einen feinen Strich auf der Oberfläche und es sieht aus, wie strichgebürstetes Material, mußt du sonst viel Geld für bezahlen.

Wenn ich deinen Fuß nachbaue, werde ich ihn auf alle Fälle eloxieren.

Wünsche dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße Andreas

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