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Motorschaltung bei "Serenade 10"


Guest Naehman

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Guest Naehman

N' Abend,

kaum ist die Garantiezeit von 25 Jahren um, läuft meine Singer Mod. 6233 nicht mehr richtig. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass der offene Motor trotz aller Sorgfalt (wenig) eine Menge von der Petroleumdusche abgekriegt hat, mit der ich das alte Fett aus dem Antrieb rausgebürstet habe. Der Motor läuft einige Zeit langsam und normal, wenn ich gaaanz wenig Spannung per Fußpedal draufgebe (das war gut zum Schmieröl verteilen), wird aber bei mehr Gas heiss und zeigt ein umlaufendes Bürstenfeuer (nicht Wunderkerze, sondern Atombombe, ohne Blitzchen, Unterbrechung oder dunkle neben hellen Strecken), und nimmt eine immer niedrigere Umdrehungszahl an.

Am Anlasser liegt's nicht, ich habe auch mal das Originalkabel mit ungeminderter Spannung eingestöpselt.

 

Der Motor hat auch nicht die serienmäßige Ansteuerung; ich habe den pneumatischen Geber nicht zwischengeschaltet, sondern dem Spannungseingang der Maschine einen üblichen Widerstandsanlasser vorgeschaltet. (Leider habe ich schon lange keinen Oszi mehr. Mit einem (billigen) LCD-Testgerät schien die Ansteuerungsplatine dem Motor dieselbe Versorgung anzubieten, aber je nach Welligkeit eines vermuteten Gleichstromausganges zeigt das Messgerät, insbesondere bei seinem geringen Innenwiderstand, nichts sehr Aussagekräftiges an). Bei einem Test "vor Reinigung und Schmierung" lief die Maschine damit über die gesamte Länge einer kleinen Nahtreparatur sehr schön.

 

Okay, ich wette, wenn ich das Federchen der Kohlen etwas reindrücke und das Messingwinkelchen, auf das sich die Federchen abstützen, nach der Seite raushole, kann ich sie ausglühen oder auswechseln und will ausserdem den Kollektor ein bisschen mit Aceton oder sonstwas putzen.

 

Aber was sind das für zwei graue, 2-polige Dinger, die je einer in Serie vor die Kohlen geschaltet sind, Aufschrift "RBK7R8"? Wenn ich eines davon ablöte (der, den ich angefasst habe, ist nämlich während des jetzt Störungen unterliegenden Betriebes warm geworden), läuft der Motor nicht, brummt nicht und wird nicht warm. Also hat das Teil regulär Durchgang oder der Motor wird mit Hochfrequenz betrieben und es ist doch ein Kondensator :confused: . Entstörkondensatoren kenne ich nur parallel zur Spannung (oder kleine von Spannung an Masse). Und warum sind da zwei Diode zwischengeschaltet? Das wäre eine Erklärung dafür, dass ich den Eindruck hatte, er wolle mit Gleichstrom versorgt werden.

Und warum hat er überhaupt drei Drähte, Gelb, Blau und Schwarz? Ich hätte zwei Drähte erwartete. Schwarz geht über einen dünnen Draht an die Statorwicklung, Gelb geht über eins der grauen Elemente an eine Kohle und über die Diode an Schwarz, Blau geht über eine zweite Diode und einen dünnen Draht auch an die Statorwicklung.

Bin für jede Aufklärung dankbar, damit ich jetzt, wo der Motor draussen ist, die Maschine korrekt instandsetzen kann - soll nämlich für meine ganz normalen Näharbeiten im Haushalt sein. Ich gehe aber davon aus, dass der Motor wieder sauber läuft, nachdem die Kohlen ausgeglüht (wenn nötig) und die Kollektorsegmente von dem komischen silbrigen Film befreit sind, der auch die Spalte zwischen ihnen überdeckt.

 

 

Achja, neben den Lagern ist je eine Filzscheibe. Soll ich da Nachschub an Öl draufträufeln? Er dreht leicht, spielfrei und geräuschlos.

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Edited by Naehman
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Hallo Forum!

 

 

Das "graue Teil" dürfte eine Drossel (Induktivität) sein - dient der Entstörung zusammen mit Kondensatoren.

 

Ich würde mal ausmessen, welche Leistung der Motor zieht. Wenn sie wesentlich über der Nennleistung liegt, dann ist die Wicklung hinüber.

Bürstenfeuer kann auch die Ursache in defektem Entstörkondensator haben - auch ein Gleichstrommotor benötigt den, weil auch da im Rotor die Stromrichtung gewechselt wird.

 

Petroleum würde ich mit Reinigungsbenzin entfernen, dann aber ausreichend lüften, sonst gibts wirklich noch eine Verpuffung.

 

 

Alles Gute!

 

Ramses298.

 

P.S.: Es kann natürlich auch sein, daß Du bei der ganzen Bastelei das Ganze falsch verdrahtet hast.

Wenn der Motor mit Gleichstrom betrieben wird, dann ergeben sich andere Möglichkeiten der Regelung (<-> diverse Anschlußkabel).

Du kannst ja mal googeln nach Nebenschlußmotor und Reihenschlußmotor.

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Guest Naehman

Danke. Ja, das kann sein, die grauen Dinger haben einen zylindrischen Innenkörper, einen kürzeren zylindrischen Körper drauf und einen Schrumpfschlauch über alles. Über dem kürzeren Innenzylinder scheint der Schrumpfschlauch eine feine Struktur wie eine Wicklung abzubilden.

 

Es wäre Zufall, wenn die Wicklung gerade dann durchgebrannt wäre, wenn der Kollektor eine Art Versilberung verpasst gekriegt hat.

 

Einen Entstörkondensator habe ich an dem ganzen Ding nicht gefunden. Nun wissen wir ja von der 401G, dass Singer eine exzellente Begabung hatte, diese im Motorinneren zu verstecken. Dummerweise ist dieser Motor hier vernietet und nicht verschraubt, man kann ihn daher nicht aufmachen und suchen.

 

Danke für die Warnung mit dem Reinigungsbenzin. Da ich dies Arbeiten in meinem WaschküchenKellerWerkzeugTiefkühlschrankLagerBacköfchenraum durchführe, könnte ich zumindest das Aufbacken meiner Brötchen auf eine andere Zeit legen als das Hantieren mit Benzin :mad:

 

Vielleicht wird es auch mal wieder Zeit, die Mitlesenden bzw. die das hier im Archiv finden, darauf hinzuweisen, dass ich einen Hintergrund u.a. als Arbeiter in einer Schaltgerätefabrik und später als Technischer Sachbearbeiter in der Elektrotechnik hatte, und die regelmäßigen Teilnehmer dieser Bastelthreads wohl ebenfalls Vorkenntnisse haben. Viele Leute haben eine abergläubische Angst vor Gasexplosionen, aber, liebe Mitleser, durch Strom kommen hundertmal so viel Leute um.

Was die Ansteuerung des Motors betrifft, so bin ich mit Änderungen auf den Bauch gefallen. An die Anschlüsse, wo der pneumatische Geber dran war, den Widerstandsanlasser (Fußpedal) dranzuhängen, den Motor (jedenfalls die zwei hübschen bunten Drähte von den dreien) direkt an 230 Volt, das hat alles nichts geholfen (er lief aber hinterhier immer noch einwandfrei). Die Grund-Idee war, die teure und angeblich störanfällige Platine auch überflüssig zu machen, vielleicht zu verticken und den Kaufpreis der Maschine damit wieder reinzukriegen. Dem war aber nicht so, daher habe ich schön wieder die Motordrähte an die Platine angesteckt. Von außen habe ich die Spannung eines älteren Fußanlasser (Widerstand) an die Platine, also an den (bei den pneumatischen Modellen nur 2-poligen) Stromanschlußstecker angelegt, mit bestem Erfolg. Sogar das Nählicht wird jetzt damit entsprechend der Motordrehzahl gedimmt :o

 

So, jetzt mach' ich wohl besser meine Hausaufgaben bei Google ...

Edited by Naehman
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Hallo Forum!

 

 

Danke. Ja, das kann sein, die grauen Dinger haben einen zylindrischen Innenkörper, einen kürzeren zylindrischen Körper drauf und einen Schrumpfschlauch über alles. Über dem kürzeren Innenzylinder scheint der Schrumpfschlauch eine feine Struktur wie eine Wicklung abzubilden.

Dabei handelt es sich bestimmt um einen Kupferlackdraht, der auf einen Ferritkörper gewickelt ist.

Halte mal einen Magneten dran, Ferrit ist magnetisch.

 

 

Es wäre Zufall, wenn die Wicklung gerade dann durchgebrannt wäre, wenn der Kollektor eine Art Versilberung verpasst gekriegt hat.

Wenn die Wicklung durchgebrannt wäre, dann würde der Motor doch kaum laufen, oder?

 

 

Viele Leute haben eine abergläubische Angst vor Gasexplosionen, aber, liebe Mitleser, durch Strom kommen hundertmal so viel Leute um.

Das liegt aber mit Sicherheit daran, daß es wesentlich mehr Leute/Laien gibt, die sich an Elektrizität herantrauen als an Gasanschlüsse.

Dennoch geht von Gas eine nicht zu unterschätzende Gefahr aus.

Wir hatten im Haus auch über einen längeren Zeitraum eine Undichtigkeit, bis ich das einmal gemeldet habe. :rolleyes:

 

 

Die Grund-Idee war, die teure und angeblich störanfällige Platine auch überflüssig zu machen, vielleicht zu verticken und den Kaufpreis der Maschine damit wieder reinzukriegen.

Du meintest, Singer hat da etwas Überflüssiges eingebaut? :)

 

Du erinnerst mich an mich!

Als Kind habe ich immer die leeren Pralinenschachteln auseinander genommen in der Hoffnung, da wäre ein Geldschein versteckt! :D

 

 

Alles Gute!

 

Ramses298.

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N' Abend,

kaum ist die Garantiezeit von 25 Jahren um, läuft meine Singer Mod. 6233 nicht mehr richtig.

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Okay, ich wette, wenn ich das Federchen der Kohlen etwas reindrücke und das Messingwinkelchen, auf das sich die Federchen abstützen, nach der Seite raushole, kann ich sie ausglühen oder auswechseln und will ausserdem den Kollektor ein bisschen mit Aceton oder sonstwas putzen.

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Na Na Naehman

Du willst doch wohl nicht anfangen, kleine Hunde zu treten? ;) :D ;)

 

Zitat von Naehman am 27.10.2011

27.10.2011, 18:09

Naehman

Fängt an sich einzurichten Registriert seit: 04.09.2011

Ort: Siebengebirge/Westerwald

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AW: 3fach-Zickzack-Stichbei Pfaff 360 Automatic

 

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Ich glaube, ich bin schlecht zu überzeugen. Kunststoff-Zahnräder sind schon aus Geräusch- und Reibungsgründen in den ältesten Maschinen drin, wie z.B. in meiner Singer von ca. 1959. Ich sage mal, wer Azeton in Nähmaschinen kippt, tritt auch kleine Hunde

 

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Guest Naehman

Das liegt aber mit Sicherheit daran, daß es wesentlich mehr Leute/Laien gibt, die sich an Elektrizität herantrauen als an Gasanschlüsse.

Sachichja ;) . Wenn da irgend ein Ahnungsloser unsere diversen Motor-Threads mitliest und sich sagt :"ach so macht man das, hier einen Tropfen Öl und dort mal eben an den Anschlussdrähten fummeln", kann er schnell alle seine irdischen Sorgen los sein.

Du meintest, Singer hat da etwas Überflüssiges eingebaut? :)

 

Also wenn ich beim Kopfkissen stopfen etwas nicht für unbedingt notwendig gehalten hätte, dann ist es eine Fußluftpumpe ...

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Guest Naehman

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Na Na Naehman

Du willst doch wohl nicht anfangen, kleine Hunde zu treten? ;) :D ;)

Ich sage mal, wer Azeton in Nähmaschinen kippt, tritt auch kleine Hunde

Ich wusste, irgendwer, der ein fotografisches Gedächnis hat wie ich, würde die Stelle ausbuddeln :o . Ungewöhnliche Probleme bedingen eben ungewöhnliche Maßnahmen :p

 

Hmm, wenn ich jetzt nicht rangehe, traue ich mich nie ... also mutig die Streifen aufgebogen, die die Kohlen und Federn in der Halterung fixieren, Kohle und Halterung an derselben Position mit ein bzw. bei der anderen Kohle zwei Strichen markiert. Putzen mit Methylalkohol (wie Spiritus, nur teurer, weil hochrein und daher ohne Schlieren verdunstend - war für den Sensor meiner Digitalkamera gekauft) mit Wattestäbchen bringt tatsächlich die gewohnten riefigen Kupfersegmente unter der Silberschicht hervor. Ich werde weiter berichten.

Edited by Naehman
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Hallo Forum!

 

 

Putzen mit Methylalkohol (wie Spiritus, nur teurer, weil hochrein und daher ohne Schlieren verdunstend - war für den Sensor meiner Digitalkamera gekauft) mit Wattestäbchen bringt tatsächlich die gewohnten riefigen Kupfersegmente unter der Silberschicht hervor.

Ich hoffe, Du meinst Isopropylalkohol.

Mit dem giftigen Methanol würde ich nicht unbedingt ohne Not arbeiten wollen.

 

 

Alles Gute!

 

Ramses298.

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Guest Naehman

Ich hoffe, Du meinst Isopropylalkohol.

Mit dem giftigen Methanol würde ich nicht unbedingt ohne Not arbeiten wollen.

Ich meine Methanol aus der Apotheke, hat ca. zwölf Euro für die Literflasche (weniger ging nicht) plus einen strafenden Blick der Apothekerin gekostet.

Aber keine Angst, ich will ja nicht damit gurgeln :) . Dieses hochreine Methanol ist auch dasselbe, was es um zehn Euro pro 60-ccm-Fläschchen als Super-Reiniger für Kamerasensoren gibt, steht bloß "Eclipse" drauf.

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Guest Naehman

Du meintest, Singer hat da etwas Überflüssiges eingebaut? :)

Nee, Singer hat da schon etwas sehr Wichtiges für mich eingebaut, nämlich das Loch, wo der pneumatische Wandler nach aussen durchgeschoben ist. Abseits von dem dringenden Wunsch, den zur Mitfinanzierung der Maschine zu verticken, brauch' ich das Loch, um den kompletten Elektroanschluss mit geregelter als auch, für die Lampe, mit voller Spannung durchzuführen, ohne was anderes kaputt zu machen.

 

Der Motor läuft nach Reinigung des Kollektors und der Bürsten auch wieder.

 

:freu:

 

Ausglühen derselben habe ich mir als unnötiges Experiment gespart, zu Recht. Ich dachte, so'n Motörchen sei ja sowieso schwach auf der Brust, aber beim Versuch, die Zahnriemenscheibe abzubremsen, habe ich mir nur ein Stück Haut aus dem Daumen gefräst.

Der Motor lief handgehalten gezählte sechzig Sekunden mit Vollgas, ohne dass die Drosseln oder die Wicklungen warm wurden.

 

:jump:

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