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Schritt für Schritt: Entstehungsprozesse

Anderen beim Nähen über die Schulter zu schauen kann eine spannende Sache sein. Man lernt neue Tricks und Kniffe, verfolgt Freude und manchmal auch Verzweiflung und bekommt Ideen für eigene Kreationen. Hier könnt Ihr Schritt für Schritt den Entstehungsprozess Eurer Werke dokumentieren, angefangen vom Stapel mit den ausgesuchten Stoffen und dem Schnitt bis hin zum fertigen Stück. Am besten schreibt Ihr während Ihr näht, dann können andere mitfiebern und Ihr werdet gleichzeitig motiviert.


FiP: Gips mir! ;)

Schritt für Schritt: Entstehungsprozesse


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  #61  
Alt 01.01.2007, 19:00
Benutzerbild von Dida
Dida Dida ist offline
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AW: FiP: Gips mir! ;)

Oh das war ja spannend und schön geschrieben!!

Mina Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Endergebnis!

Ich habe einen kaputten Deckenfluter und hätte nie gedacht, das ich mich darüber mal so freuen würde Nur noch ein paar Kilo/cm weniger am Original und ich will auch. Danke für diese tolle Anleitung.
__________________
Liebe Grüße
Dida
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  #62  
Alt 02.01.2007, 09:49
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AW: FiP: Gips mir! ;)

Hallo ihr Lieben!
Klar gibt's Bilder mit dem endgültigen Bezug, das werde ich wahrscheinlich diese Woche in Angriff nehmen. Bisher ist MiniMe auch noch nicht zum Einsatz gekommen, da ich seit Weihnachten nicht genäht habe. Aber auch das wird sich wahrscheinlich diese Woche ändern, wir fahren nämlich Ende Januar nach Hamburg und sehen uns dort "Dirty Dancing - die Show" an. Dafür brauch ich ein angemessenes Kleid

Falls jemand vorhat, ebenfalls die geschlossene Variante zu machen hab ich hier noch ein paar Detail-Infos, die ich bisher ausgelassen hab.

* Was Beklemmungsgefühle und Ohnmacht beim Eingipsen angeht: wer ein ordentlich geschnürtes Korsett "erträgt", kann sich imho auch eingipsen lassen. Das einzige, was ich persönlich als letztes machen würde (und auch gemacht hab): den Hals. Man sieht meiner kurzhälsigen MiniMe auch an, dass ich das nicht gut vertragen habe - Beklemmungsgefühle lassen grüßen.
Ich hatte auch eine Unterhaltung per PN *wink*, ob es nicht doch möglich wäre, immer nur eine Hälfte des Körpers zu gipsen, um eventuelle Ohnmacht oder Panik zu vermeiden. Irgendwann kamen wir dann drauf, dass es vielleicht klappt, wenn man erst die linke, dann die rechte Körperhälfte macht - so fällt die Form nicht frühzeitig ab. Das einzige, was dann noch gelöst werden müsste, wäre die Frage: wie markiert man einen geraden "Schnitt" vorne und hinten, an dem dann die Hälften hinterher aufeinandertreffen sollen? Diese Markierung sollte am besten schon vorm Eingipsen vorhanden sein und beide Durchgänge überstehen... *grübel*

* Das Auskleiden der beiden Hälften mit Frischhalte-Folie hab ich mit ein paar Klecksen Kraft-Kleber von Pattex gemacht. War von der Klebekraft her überdimensioniert, aber das einzige lösunsmittelfreie Klebewerk, das ich auf die Schnelle zur Hand hatte. Pastös, ergiebig und vor allem: die Frischhaltefolie liess sich hinterher mit ein wenig Gefühl von den paar Klebestellen wieder entfernen, ohne den Gips kaputt zu machen.

* Die Gipshälften habe ich vorm erneuten Zusammengipsen mit Mullbinden aus einem abgelaufenen Verbandskasten zusammengebunden: 1x um die Taille, 1x um die Hüfte und je 1x die Armkugel. So war genug Zug vorhanden, dass kein/kaum ein Spalt entsteht und ich in Ruhe gipsen konnte. Je eine Lage Gipsbinden längs und eine quer über die Naht - hat bombenfest gehalten, obwohl ich nur ca. 7h gewartet hab, bis dann das Ausschäumen losging.

* Beim Ausschäumen: 5 Dosen (2,5l) waren DEFINITIV zu viel. Vier hätten es auch getan, aber sei`s drum. Beim Ausschäumen hab ich drauf geachtet, zuerst die Brust vollständig auszuschäumen bis dass der Schaum an den Rücken im Schulterbereich drückt. Danach sofort mit Schaum durch das Halsloch den oberen Torso-Bereich ausgeschäumt (ca. zur Hälfte), nochmals durch die Armlöcher in die Schulter was nachgegeben. Bis dahin waren's dann schon 3 Flaschen... Die letzten beiden gingen dann in den unteren Torso-Bereich. Wie schon geschrieben: erst unten mit Folie "verschliessen", also so weit eine Barriere mit der Folie herstellen, dass der Schaum nicht einfach der Schwerkraft folgt, sondern erstmal bis an den Rücken anstößt. Ich war im Nachhinein recht froh, keine Öffnung zugegipst zu haben. Mit der Folie kann man kurzzeitig eine Barriere schaffen, aber der Schaum wird so nie vollends daran gehindert, sich seinen Weg zu bahnen. Von Zeit zu Zeit hab ich mit einem alten Messer in den überstehenden Schaum gestochen, damit die Flußwege für den noch nicht ausgehärteten Schaum nicht zugehen. Darf ich hier eigentlich sagen, welchen Bauschaum ich gekauft hab?

* PU-Schaum und geschlossene Räume: ist wirklich nicht soo der Hit, aber es ging. Während des Schäumens alle Fenster aufreissen die man hat, dafür unbedingt alles Getier und Kinder (falls vorhanden ) aus dem Raum verbannen. Für Matschkinder wie mich: Mülltüte als Kittel anziehen und ein Paar Spülhandschuhe o.ä. Mein Freund schaffte den ersten Versuch ohne sich einzusauen, aber ICH kann sowas nicht. Das ist der Künstler in mir Momentan aber auf gar keinen Fall draussen schäumen, das geht wg. der Temperaturen in die Hose.

* Faktor Wasser: ich hab meinem ehem. Baustoff-Fachverkäufer zwischenzeitlich sogar schwarz auf weiss mittels Datenblatt beweisen können, dass 1K-PUSchaum definitiv Wasser zum Quellen benötigt (H2O ist quasi die zweite Komponente). Ich hab beim Ausschäumen vorher und immer zwischendrin großzügig Wasser mit der Blumenspritze draufgesprüht und wohl Glück gehabt: hinterher las ich nämlich bei Würth, dass zu viel Wasser auch das Gegenteil bewirken kann, der Schaum hinterher an Volumen verliert und nicht formstabil ist. Wie viel "zu viel" ist, stand natürlich nicht dabei...

* Ich hab mir ja schon ein wenig Sorgen gemacht, dass MiniMe am Schluss zu dick ist, da die Gipsform meine Maße im geweiteten, eingeatmeten Zustand hatte und ich gerne den neutralen Zustand gehabt hätte: weder ein- noch ausgeatmet. Diese Sorge hatte sich dann aber erledigt, denn beim Entfernen der Schale zeigte sich, dass zwischen Gips und Schaum immer ein wenig Luft war. Ob das eine Schrumpfung wg. zuviel Wasser war? Bisher ist sie auf jeden Fall formstabil und: ihre Maße entsprechen meinen atmungsneutralen Maßen.

* Wer die geschlossene Variante wählt: das Entfernen der Gipsschale ist mitunter eine Qual - besonders an den Achseln. Die Rosenschere sollte also nicht frühzeitig entsorgt werden. Besonders die Extraschichten Gips an den Nahtlinien erschwerten mir das Aufschneiden. Ob ich ohne Billig-Dremel ausgekommen wäre? Schwer zu sagen - aber auf jeden Fall hat er alleine nicht gereicht.

Als letztes: ich denke ich hatte einfach Glück mit meiner Puppe. Ich gebe keinerlei Gewähr, dass diese Methode ein zweites Mal klappt
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LG, Marina
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  #63  
Alt 03.01.2007, 00:53
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AW: FiP: Gips mir! ;)

Zitat:
Zitat von Mina
...Das einzige, was dann noch gelöst werden müsste, wäre die Frage: wie markiert man einen geraden "Schnitt" vorne und hinten, an dem dann die Hälften hinterher aufeinandertreffen sollen? Diese Markierung sollte am besten schon vorm Eingipsen vorhanden sein und beide Durchgänge überstehen... *grübel*
Vorne und hinten einen Streifen Tesamoll mittig auf die Haut kleben?
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Liebe Grüße,
Birgit
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  #64  
Alt 12.06.2011, 14:35
seenixe seenixe ist offline
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AW: FiP: Gips mir! ;)

Ich möchte einen weiteren Erfahrungsbericht beisteuern. Inklusive Beweisfotos

Der Reihe nach: Gips besorgt (Vater hatte vom Modelleisenbau noch ca. 25 Jahre alte Gipsbinden zu Hause, haben aber immer noch super funktioniert).

Körper in Frischhaltefolie eingewickelt und eingegipst.1.jpg

Rausschneiden war nicht ganz einfach, selbst mit Gipsschere schweißtreibend für die Helferleins. Aber irgendwann hatte ich den Trick raus, habe mich klein gemacht im Gips und zur anderen Seite gedrängt. So waren ca. 2 Finger breit frei zum schneiden.

Gips trocknen gelassen.3.jpg Tage später mit Paketklebeband innen ausgeklebt und wieder zusammengegipst. Zur Sicherheit noch ein paar verstärkende Lagen Gips dazu gemacht. Tage lang trocknen lassen.

PU-Schaum besorgt. Den teuren um 10.- pro Flasche mit wenig Liter Inhalt.

Gips auf den Kopf gestellt, befestigt. Mit Silikonspray ausgesprüt damit der Schaum dann nicht zu sehr am Klebeband heftet.

Von einem alten Besen verabschiedet und als neue Stütze fürdie Puppe ernannt.
Nun in den Schulterbereich ein wenig PU-Schaum rein. Besen drauf, rundeherum weiter geschäumt. Da ich zu wenig Dosen gkauft hatte Tage später einfach weiter geschäumt. Hat sich super mit altem Schaum verbunden, war kein Problem.

Nach Tagen mit Spezialsäge (muss Mann mal fragen wie sich das nennt, schaut aus wie eine kleine Trennscheibe wo ein Stück fehlt) Gips aufgeschnitten und den Schaum befreit.

Nun hat sich gezeigt dass zwischen den Flaschen mit verschiedenen Kappen (eine rund, die anderen eckig, sonst aber komplett gleiche Flasche, gleiche Beschriftung etc.) ein Unterschied war: der grüne Schaum hat gut ausgeschäumt, der gelbe ist total löchrig, fast nur Luft.

Somit wird in den nächsten Tagen noch eine Dose PU-Schaum gekauft und das innere der Puppe vorsichtig nachgeschäumt. Auch im grünen Schaum sind innen riesen Löcher, aber der Schaum selbst wäre recht stabil. Aber sicher ist sicher.

Dann kommt noch ein Bezug drauf, der aber erst noch genäht werden muss.

Da die Arme zu lang waren um irgendetwas darüber zu ziehen, habe ich sie schon ein Stück gekürzt. Ich fürchte, ich werde sie noch mehr kürzen müssen damit ich ihr alles mögliche anziehen kann.
Unten habe ich noch ein Stück vom überflüssigen PU-Schaum dran gelassen, damit der Stiel gut befestigt ist bis ich sie innen nochmal ausgeschäumt habe.

Aber ich muss sagen es hat sich gelohnt. War ein sehr interessantes Projekt für alle Beteiligten und das Ding hat wirklich meine Größe. Auch wenn ich im Gips 2 Finger breit Raum hatte, wenn man nachmisst, hat sie denselben Umfang wie ich.4.jpg5.jpg

Lg, Seenixe
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  #65  
Alt 12.06.2011, 14:49
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AW: FiP: Gips mir! ;)

Zitat:
Zitat von seenixe Beitrag anzeigen
Körper in Frischhaltefolie eingewickelt und eingegipst.
Oh je, du Arme, konntest du noch atmen?
__________________
Viele Grüße, Bloomsbury

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