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Kostüme
Tanz, Theater, Karneval


Cotte und Surcot-Frage

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  #6  
Alt 02.09.2006, 11:42
Fela Fela ist offline
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AW: Cotte und Surcot-Frage

Hallo,

ich bin zwar auch nicht so der "A"-Held, aber wenn du es wirklich authentisch haben willst, solltest du dich genau einlesen. Es gibt auch hier im Forum eine tolle Linksammlung zu dem Thema. Beachte Stoffauswahl, Farbe, Herstellung. Halte es so einfach wie möglich, wahnsinns Schnitte (z.B. Wiener Naht) kannten die da noch nicht, hihi. Nähe es von Hand. Das hört sich schlimm an, ist es aber eigentlich nicht - man sieht den Unterschied! Säume sehr einfach, KEIN Schrägband! Wie das mit Belegen ist, weiss ich nicht genau.

Ich habe die letzten Gewänder auch nicht "A" genäht, weil es schnell gehen musste. Bei dem nächsten Gewand wollte ich mir aber wie du mal mehr Mühe machen.

Wichtig wäre auch, mal zu wissen, welchen Stand du darstellen willst und aus welcher Zeit!

Da ich derzeit nicht an meinem eigenen PC hocke, kann ich dir die Links noch nicht posten. Das hole ich nach, versprochen^^

Vielleicht können wir uns ja zusmamen da was erarbeiten

LG,
Tanja
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  #7  
Alt 02.09.2006, 14:27
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Emerelle Emerelle ist offline
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AW: Cotte und Surcot-Frage

Hallo Tanja,

Links habe ich auch schon etliche und gelesen habe ich schon so viel, daß mir der Kopf schwirrt . Mein Problem ist eigentlich hauptsächlich, daß ich Nähanfängerin bin und mich vor der Umsetzung fürchte. Aus diesem Grund habe ich meinen teuren Wollstoff jetzt auch erst einmal liegenlassen und mir das IKEA-Leinen geschnappt .

Beim Stand bin ich mir noch unschlüssig. Adel ist mir zu hoch, Bauer zu nieder gestellt. Ich dachte eigentlich an das "obere Bürgertum", finde aber wenig Informationen zu diesen Menschen und wie genau sie gelebt haben. Vermutlich lese ich wieder in den falschen Büchern . Zeitlich befinde ich mich im Jahr 1200.

LG

Bianca, die sich schon vor den Gêren fürchet .
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  #8  
Alt 02.09.2006, 16:43
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Rumpelstilz Rumpelstilz ist offline
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AW: Cotte und Surcot-Frage

Zitat:
Zitat von Emerelle
Meine jetzige Umsetzung sollte nach Möglichkeit authentischer sein. Meine Idee war folgende: Ich nehme einfach die komplette mittelalterliche Webbreite von 70 cm und verjünge auch dies ab den Hüften nach meinen Maßen. Zwischen die Seitennähte möchte ich Gêren einsetzen (also auch so ab Hüfte), wobei ich noch keine Ahnung habe, wie ich das machen soll. Halsausschnitt möchte ich wie einen Schlüssellochausschnitt gestalten und jetzt die leidige Ärmelfrage: Soll ich einfach den Schnitt einer Armkugel aus einem beliebigen Burdaschnitt übertragen?
Aaaalos - nachfolgendes ohne Gewähr, ich bin keine extreme MA-Expertin und diese Szene kann teilweise sehr heikel sein

Zu Anfang dies:
Bei allem, was du nähst und für authentisch hältst: Es gibt für praktisch alles irgendwo irgend eine Ausnahme. Du wirst immer für alles jemanden finden, der anhand irgend eines Bildes oder Fundes "beweisen" kann, dass "es" doch nicht zwingend so war, wie du dachtest. Das ist aber bei allen historisch angehauchten Arbeiten so und man sollte sich davon nicht drausbringen lassen, finde ich.
Ich habe bei meinen MA-Kleidern auch ewige Recherche betrieben, was ich auch spannend finde. Aber irgendwann muss man einfach nähen und mit dem zufrieden sein, was man zur Zeit weiss und kann.

Letztendlich würde ich davon ausgehen: alles einfach halten. Einfache und stoffsparende Methoden anwenden. Die meisten Leute waren nicht in der Lage, hochpräzise zu arbeiten. Es gab wohl kaum superscharfe Scheren, man benutzte deutlich dickere Nadeln, Stoff war teuer etc.


Gehe mal davon aus, dass man im Mittelalter noch keine eigentlichen "Schnitte" kannte.
Meiner Meinung nach ist es ganz gut, erst mal einfach von einer Stoffbahn von 70cm Breite auszugehen.
Meist waren Stoffe wohl in etwa in dieser Breite gewebt.

Du kannst - natürlich nur wenn du magst - in etwas so vorgehen:

Du nimmst also deine 70cm breite Stoffbahn.

Länge: so lang wie 2x deine Grösse Knöchel (wenn das Kleid knöchellang werden soll) bis Schulter. In der Mittel ein "Loch" rein (oder - schöner - eben ein Schlüssellochausschnitt) - voila, das ist die Grundlage der MA-Kleider.

Am Oberkörper ist das Ganze dann natürlich zu weit. Deshalb misst du die Breite deiner Schultern - so breit muss der Stoff auf Schulterhöhe sein.

Beim Rumpf kommt es drauf an, wie du ihn arbeiten möchtest. Meist wird eine Schnürung, an der Seite oder vorn oder hinten eingearbeitet. Entsprechend kannst du den Stoff um die Taille herum zuschneiden. Was willst du für eine Schnürung?

Armkugeln gab es im Mittelalter noch nicht (auch hier: es finden sich einzelne Ausnahmen). Der Stoff bleibt also "grad", wie z.B. bei Strickpullis.

Ärmel:
hier kannst du von einem Rechteck ausgehen, das einmal längs gefaltet wird. Oben wird es ans Armloch angenäht oder nur angenestelt.
Aber grad bei den Ärmel gibt es bei MA-Kleidern viele tolle Varianten, Trompentenärmel die bekannteste. Wann was genau "in" war müsste man nachlesen. Grundsätzlich gilt hier wie überall: Je mehr jemand arbeiten musste, desto funktioneller und weniger "schön" der Ärmel.

Dann kannst du dir überlegen, wie weit das Kleid unten sein soll: Das ist die Saumweite. Durch die Stoffbahnen hast du schon mal 140cm.
Wenn du z.B. 250cm möchtest, dann fehlen noch 110cm.
Auch hier gilt: je reicher der Besitzer, desto weiter der Rock.
Am einfachsten ist es, links und rechts je eine Gere einzunähen: Du misst die Länge von dort an, wo die Geren anfangen sollen (Taille, Hüfte,...) bis zum Knöchel = Gerenlänge
Dann zeichnest du ein Dreieck auf. Die untere Linie ist die Hälfte der fehlenden Saumweite, also 55cm. Die Höhe ist die eben gemessene Gerenlänge.

Das Einnähen von zwei Geren ist sehr einfach: Webkante des vorderen Teil des Kleides mit einer Dreiecksseite der Gere zusammennähten, Webkante des hinteren Teils mit der anderen - fertig.

Willst du mehr als zwei Geren (v.a. bei sehr weiten Kleidern empfehlenswert), dann musst du das Kleid längs schlitzen und dort die Geren einnähen. Das ist etwas komplizierter (v.a. die Spitze).


Ist das verständlich??
Das soll nur ein einfaches "Strickmuster" sein. Es lassen sich bestimmt Punkte finden, die nicht perfekt *A* sind. Und natürlich kann man auf dieser Basis endlos verfeinern.
Die meisten Möglichkeiten für Zierde und Aufwand bieten meist die Schnürung, die Ärmel, die Borten. Hier sollte man immer im Auge behalten, was man darstellen will: mit Trompetenärmeln und Goldborte am Kochtopf ist einfach unpraktisch.

Ich hoffe, das hilft ein bisschen.
Ich würde dir auch empfehlen, die entsprechenden WIPs hier im Forum zu lesen. Und dann würde ich einfach mal anfangen und bei Bedarf nachfragen.
Nähtechnisch sind MA-Kleider zum Glück recht einfach.
Willst du mit der Maschine oder von Hand nähen?

Viel Spass beim Nähen!
__________________
Martina
'Children of Winter Never Grow Old'
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  #9  
Alt 02.09.2006, 18:56
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AW: Cotte und Surcot-Frage

Zitat:
Zitat von Doro-macht-mit
das mit dem Bürgertum ist so eine Sache. Gabe es den Bürger nicht erst, als es Städte gab?
Doch, aber Städte gabe es doch schon um 1200. Niederer Adel klingt auch gut *grübel*.

Wegen der Webbreite: Ich möchte das nicht einfach steif und fest behaupten, es ist mir nur während meiner Recherchen mehrfach mit den 70cm Webbreite über den Weg gelaufen (ich bin allerdings auch nicht bis zu den Kelten zurückgegangen). Die Entstehung Deiner Gewandung habe ich verfolgt und finde, daß alles richtig klasse geworden ist :-))).

@Rumpelstilz
Zitat:
Zitat von Rumpelstilz
Aber irgendwann muss man einfach nähen und mit dem zufrieden sein, was man zur Zeit weiss und kann.
Das denke ich mittlerweile auch!

Vielen Dank für Deine ausführliche Beschreibung, insbesondere bei den Ärmeln hast Du mir eine Last von den Schultern genommen. So wie Du das schreibst verliere ich sogar meine Gêren-Furch .

Zitat:
Zitat von Rumpelstilz
Willst du mit der Maschine oder von Hand nähen?
Mit der Maschine. Ich werde auch keinen Leinenfaden benutzen, sondern Polyestergarn. Und mein Stoff ist von IKEA und nicht selbstgefärbt. Das sind so die Dinge, auf die ich keinen Wert lege, auch wenn viele A-ler dies tun (ich möchte aber nicht ausschließen, daß das auch noch passieren kann ). In erster Linie geht es mir darum, daß das Gewand den richtigen "Schnitt" und Stoff hat und daß die Kopfbedeckung passend ist. Auch ich sehe es so, daß es für jede Regel eine Ausnahme gibt und man nie 100% authentisch sein kann, auch wenn man das vielleicht möchte.
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  #10  
Alt 02.09.2006, 22:35
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Rumpelstilz Rumpelstilz ist offline
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AW: Cotte und Surcot-Frage

Zitat:
Zitat von Emerelle
Vielen Dank für Deine ausführliche Beschreibung, insbesondere bei den Ärmeln hast Du mir eine Last von den Schultern genommen. So wie Du das schreibst verliere ich sogar meine Gêren-Furch .
Ich hasse normalerweise Ärmeleinsetzen, aber beim MA-Kleid ist das echt kein Problem!
Und wenn du nur zwei Geren machst, dann ist das überhaupt kein Problem, das sieht eigentlich auch immer gut aus. Erst wenn man anfängt, den Stoff zu schlitzen und mehr als zwei Geren einzunähen, dann kann es u.U. kompliziert werden und ev. auch nicht mehr so toll aussehen, finde ich.

Und von wegen *A*: Mit Leinen würde ich höchstens von Hand nähen, mit Maschine immer mit Poly oder Baumwolle, da hast du völlig recht. Und auch mit dem Färben: Ich habe selber gefärbt, aber mit "böser" Chemie in der Waschmaschine Aber schliesslich möchte ich das Kleid auch einfach in der Maschine waschen können, ohne dass nachher das Futter die Farbe des Oberstoffs hat etc.
Und um "richtig" *A* zu sein, müsste man auch das Bioschaf selber scheren, Handspinnen, weben und dann mit Handgeschmiedeten Nadeln im Fensterglaslosen Gebäude am Feuer sitzen und nähen ... brrr...


Toll für das 12.Jh (wenn ich mich nicht irre) finde ich Brettchenweben, um schöne Broten zu bekommen. Falls dich das interessiert und du etwas Zeit hast, dann würde ich es mal probieren. Es ist kurzweilig und bringt sehr schöne Resultate! Eine gute Anleitung findest du bei Flinkhand!

@Doro
Danke für s Kompliment!
__________________
Martina
'Children of Winter Never Grow Old'
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