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Schritt für Schritt: Entstehungsprozesse

Anderen beim Nähen über die Schulter zu schauen kann eine spannende Sache sein. Man lernt neue Tricks und Kniffe, verfolgt Freude und manchmal auch Verzweiflung und bekommt Ideen für eigene Kreationen. Hier könnt Ihr Schritt für Schritt den Entstehungsprozess Eurer Werke dokumentieren, angefangen vom Stapel mit den ausgesuchten Stoffen und dem Schnitt bis hin zum fertigen Stück. Am besten schreibt Ihr während Ihr näht, dann können andere mitfiebern und Ihr werdet gleichzeitig motiviert.


selbstgebaute Schneiderpuppen

Schritt für Schritt: Entstehungsprozesse


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  #1  
Alt 23.04.2006, 16:58
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Anja66 Anja66 ist offline
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selbstgebaute Schneiderpuppen

Gestern haben wir nun bei mir Schneiderpuppen gebaut.

Die Technik lässt sich sicher noch verfeinern und die Ergebnisse sind noch nicht in vollem Umfang zufriedenstellend, aber auf jeden Fall ein guter Ansatz.

Leider haben wir das mit dem Fotographieren etwas verschlafen, so dass nicht alles im Bild festgehalten ist. Verzeichnis der bilder: http://www.die-vielseitige.de/Kolma/schneiderpuppe/

Das verwendete Material:

- 1 Termopuppe als "Gußform"
- elastische Binden (möglichst viel) mit Verschlusshäckchen
- pro Person 3-4 Dosen 1-Komponenten-PU-Montageschaum (Aushärtungszeit lt. Gebrauchsanweisung 2 Std.) (der billigste Montageschaum von Obi)
- viel geknülltes Zeitungspapier
- 1 großer fester Plastiksack (Müllsack)
- eine handvoll Wäscheklammern
- ca. 1 Stunde Zeit

Der Montageschaum braucht Wasser und Luft zum Aushärten. Daher werden mit dem geknüllten Zeitungspapier, das vor Verwendung kurz in Wasser getunkt wird sowohl Wasser und Luft in die Mischung eingebracht, als auch die Schaumdicke an jeder Stelle der Puppe so gering gehalten, dass der Schaum zügig aushärten kann.

Unser Vorgehen:

Als erstes wird die Termopuppe über ein Verlängerungskabel in die Steckdose gesteckt und solange aufgewärmt, bis das Material lederartig weich wird. Die abzuformende Person sollte möglichst wenig Kleidung tragen, aber natürlich die formende Unterwäsche (BH und so), die für die zu nähende Kleidung auch üblicherweise getragen wird. Wer sehr wärmeempflindlich ist kann z.b. ein dünnes T-shirt anziehen. Anschließend bekommt das arme opfer die Puppe angezogen (meine hat die Verschlüsse hinten, ich weiß aber nicht, ob das immer so ist). Jetzt sollte es schnell gehen, da das gute Stück auf der Haut dann reichlich warm wird. Nach der Gebrauchsanweisung der Puppe mit elastischen Binden die Puppe an den Körper anschmiegen. Wir haben allerdings mehr gewickelt, als laut gebrauchsanweisung eigentlich vorgesehen ist, da besonders bei den dünnen Damen die Puppe an der Hüfte oft nicht "von alleine" anliegt (Bilder 001-003 und 005). Sowie die Wickelei fertig ist (evtl. schon etwas vorher) wird der Stecker gezogen und das Opfer muss für ein paar Minuten still stehen (und nicht so rumhampeln wie wir es für die bilder gemacht haben ;-) damit die Puppe in der richtigen Position wieder fest wird.
Dann vorsichtig auswickeln, die Verschlüsse öffnen und sehr vorsichtig die Puppe abnehmen, dann die Verschlüsse wieder schließen und stehend noch etwas weiter auskühlen lassen.

Die Puppe auf den Kopf stellen und entweder festhalten oder irgendwo stabil abstellen (hier ein drahtstuhl). Den Plastiksack in die Puppe stülpen (vorsicht, keine Löcher reißen) und am oberen Rand und evtl. an den Armlöchern und am Hals mit Wäscheklammern befestigen (Bilder 006 und 007). Darauf achten, dass keine zu tiefen Falten entstehen.

Ob es sinnvoll ist, die Armlöcher zu verschließen (auf Bild 6 mit Klebeband) hat sich nachträglich als nicht schlüssig erwiesen. Auf jeden Fall spart es Material. Aber birgt wohl auch die Gefahr, dass im Endeffekt die Schultern nicht ausreichend abgeformt sind.
Jedenfalls gibt die Puppe auch im kalten Zustand dem Druck des Montageschaums etwas nach, so dass es wohl notwendig ist mit hilfe der schon zum abformen verwendeten Binden einen zusätzlichen Halt zu bieten. Insbesondere an dieser Stelle besteht definitiv noch Forschungsbedarf.

In den Plastiksack kommt als erstes etwas wasser (1-2 hand voll), dann eine Schicht Montageschaum, da hinein das Zeitungspapier drücken, dann wieder Montageschaum, wieder Zeitungspapier und so weiter bis die Puppe bis ca. 20 cm unter dem oberen Rand gefüllt ist. Beim Füllen insbesondere auf das Ausfüllen der Busenrundung achten! Soweit möglich darauf achten, dass das Zeitungspapier nach außen von Schaum bedeckt ist (Bilder 006 und 007).
Auf die oberste Schicht Montageschaum evt. noch etwas wasser spritzen und dann soweit möglich den Plastiksack schließen (die quellende Masse wird ihn irgendwann aufdrücken aber es ist besser, wenn sich nicht gleich an der Außenluft eine "kruste" bilden kann.

Warten.

Nach ca. 45 minuten ist die Masse fest genug (Druckprobe!), dass man die Puppe wieder öffnen und entfernen kann. Und die Abformung sieht etwa so aus (Bild 004 und 008-010).

Jetzt die Bauschaumpuppe weiter fest werden lassen und inzwischen das nächste Opfer einwickeln.

Der Plastiksack lässt sich vom Montageschaum problemlos abziehen (auf die Falten achten). Dann muss man noch mit einem scharfen Messer unten gerade abschneiden und ggf. Beulen, die durch Bauschaum, der durch das Gitter gedrückt hat entfernen. Das Zeitungspapier braucht natürlich noch etwas Zeit zum Trocken, hierfür evtl. mit einer Stricknadel o.ä. Löcher reinbohren.

Als Ständer einen angespitzten Stock oder Metallstab oder ... ? Wir haben da verschiedene Ideen ventiliert aber ich jedenfall hab noch nichts gemacht.

Hier die Ergebnisse unserer Bemühungen: Bilder 004, 009 und 010.

Wie auf Bild 009 zu sehen, sollte man auf jeden Fall Kleidung tragen, die nicht mehr für die Öffentlichkeit bestimmt ist - ob der Bauschaum beim Waschen rausgeht halte ich für mindestens zweifelhaft.

Alles in allem ein ausgefüllter Tag ;-)

Bei meiner Puppe sah ich mich um der Passform willen nachträglich doch veranlasst die 6cm Hüftweite, die meine Mitstreiterinnen netterweise weggemogelt haben wieder "ranzukleben" (Bild 011) ;-)

Von mir aus gerne wieder ;-)

LG
Anja
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  #2  
Alt 23.04.2006, 17:26
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AW: selbstgebaute Schneiderpuppen

Hallo Anja,

vielen Dank für diese detaillierte Anleitung.

Auch ich habe so eine Thermobüste. Das letzte mal haben wir sie am 31.12.05 an meinen Körper angepaßt und schon Mitte März haben 4 cm Brustumfang gefehlt (ja, ich hatte mehr!)! Und nicht, weil ich zugenommen habe, sondern irgend wie ist meine dicke Erna "verrutscht" .

Deshalb habe ich schon im letzten Fred, wo du von diesem Vorhaben berichtet hast, kräftig mitgelesen. Ich glaube, ich werde so was auch mal ausprobieren . Ob ich jetzt die dicke Erna stehen habe, oder ihr alter ego und sie selbst zusammengelegt in den Schrank lege ist ja doch wurscht!

Gruß
Julia
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  #3  
Alt 23.04.2006, 17:51
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AW: selbstgebaute Schneiderpuppen

Das Passformproblem durch das Quellen des Bauschaums, der relativ unkontrolliert und unberechenbar auf das Drahtgeflecht drückt, lässt sich vielleicht beheben, indem man "einfach" zwei halbe puppen macht, was inanbetracht der doch relativ kurzen Aushärtungszeit auch nicht so viel zeit beanspruchen würde.
Wenn man also die puppe einmal auf dem Bauch und einmal auf dem Rücken liegend bis ca. der hälfte füllen würde, nach dem Aushärten die hälften gerade schneidet und dann zusammenklebt (mit ?? Styroporkleber?) passen sie vielleicht besser. Wobei dieses vorgehen bei schlanken damen bestimmt nicht einfach zu machen ist. .....

Vielleicht hat ja noch jemand eine gute idee.

LG
Anja
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  #4  
Alt 23.04.2006, 17:57
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AW: selbstgebaute Schneiderpuppen

Hallo Anja,

ob das wohl auch mit einer Puppe aus Drahtgeflecht, aber ohne Thermofunktion geht?

Ich glaube ich werde das mal ausprobieren!
Obwohl ich dann den Besenstiel oder was auch immer als Ständer direkt mit einschäumen würde. Dann kann man die Puppe später in einen Christbaumständer stellen.
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Andrea


Wie soll einer, der das Häßliche nicht kennt, wissen, was schön ist? [Werner Mitsch, dt. Aphoristiker, 1722-1873]




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  #5  
Alt 23.04.2006, 18:08
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AW: selbstgebaute Schneiderpuppen

ich kann mir nicht vorstellen, dass es mit einer normalen drahtpuppe geht - allenfalls die "halbformen" variante. Das zeug drückt schon ganz schön ;-7

Das mit dem eingeschäumten Besenstiel hatten wir auch überlegt, nur ist das füllen ein ziemliches Gematsche und Gewackel und wenn du die "Form" nicht irgendwo "einspannen" kannst, dann wird der Stiel wahrscheinlich schief und das ist dann m.E. noch schlechter als ihn hinterher reinzubohren - Der schaum ist ja nicht schwer zu bearbeiten.
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