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Schritt für Schritt: Entstehungsprozesse

Anderen beim Nähen über die Schulter zu schauen kann eine spannende Sache sein. Man lernt neue Tricks und Kniffe, verfolgt Freude und manchmal auch Verzweiflung und bekommt Ideen für eigene Kreationen. Hier könnt Ihr Schritt für Schritt den Entstehungsprozess Eurer Werke dokumentieren, angefangen vom Stapel mit den ausgesuchten Stoffen und dem Schnitt bis hin zum fertigen Stück. Am besten schreibt Ihr während Ihr näht, dann können andere mitfiebern und Ihr werdet gleichzeitig motiviert.


Reise ins Rokoko II - Besuch bei Hofe

Schritt für Schritt: Entstehungsprozesse


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  #46  
Alt 23.03.2014, 20:28
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Tarlwen Tarlwen ist offline
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AW: Reise ins Rokoko II - Besuch bei Hofe

Ja, also welche "Rokoko-Dame" den berühmten "Pompadour-Beutel" für ihren Kleinkram braucht, macht sich verdächtig.
Diese Beutel mit Zugband gab es zwar auch im 18. Jahrhundert, allerdings als Beutel für Handarbeiten und nicht als Handtasche.
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  #47  
Alt 24.03.2014, 20:31
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Tarlwen Tarlwen ist offline
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AW: Reise ins Rokoko II - Besuch bei Hofe

Weiter gehts - mit dem Unterrock:


Damit sich später beim Kleid die Reifen und besonders die untere Kante vom Panier nicht durchschlagen, brauche ich einen Unterrock.
Der bekommt eine Saumrüsche, die mir die Kante vom Panier abpolstern wird.
Für meinen Unterrock habe ich Taft (1€/m vom Wühltisch ) in einem helleren Grünton als das Kleid.

Zuerst messe ich aus, wie lang der Unterrock werden muss.
Das mache ich seitlich über das Panier, weil da der Weg zum Boden am längsten ist. Der Unterrock soll 10 cm über dem Boden enden, die Saumrüsche wird 30 cm breit. Das ziehe ich beides an der Strecke Taille - Boden ab und komme so incl. Nahtzugaben auf 94 cm.

Das ist also meine größte Rocklänge und danach schneide ich erstmal meinen Unterrock zu. Mein Panier hat einen Saumumfang von 3,70. Wenn ich drei mal die volle Stoffbreite nehme, komme ich auf fast 4.50, das dürfte reichen, zumal der Stoff ziemlich steif ist.
Als ersten Schritt nähe ich jetzt erst mal meine,Stoffbahnen an den Webkanten zusammen.

Als nächstes brauche ich meine Tadchenschlitze:
Unter dem Panier werden umgebundene Taschen für den üblichen Kleinkram getragen, das Panier hat dafür oben rechts und links einen Eingriff, um an die Taschen zu kommen, also müssen alle Röcke und die Robe darüber auch einen haben.

Die Schlitze muss ich in die erste und dritte Stoffbahn schneiden, damit der Rock vorn und hinten gleich weit wird. Die Eingriffe am Panier sind 25 cm lang, die Schlitze im Unterrock werden etwas kürzer, damit der Schlitz nicht über dem obersten Reifen auseinander rutscht und sich der Reifen durchdrückt.

Beide Schlitze fasse ich schmal mit aus dem Stoff geschnittenem Schrägband ein, die zweite Naht vom Schrägband (innen) mache ich mit der Hand.



Die Einfassung ist am Schlitzende nicht so toll geworden, der Stoff ist ziemlich steif.


Jetzt jage ich den Saum erst mal mit Zickzack durch die Maschine, da kommt später die Rüsche drauf.

Bevor ich die Rüsche mache, ist erstmal der Rockbund dran:
Im Gegensatz zur modernen Verarbeitung hat man die Saumanpassung im 18. Jahrhundert oben am Bund gemacht, nicht am Saum.
Da mein Rock ja an den Seiten länger sein muss, als in der vorderen und hinteren Mitte, muss ich da anpassen und oben an der Kante was rausschneiden.

Dazu messe ich zuerst die benötigte Länge in der vorderen Mitte aus. Das sind bei mir 68 cm; macht eine Differenz von 26 cm. Um das auszugleichen, falte ich meine Stoffbahn in der Mitte (Bruch = vordere Mitte), messe dort 26 cm von der oberen Kante runter und mache eine Kreidemarkierung. Anschließend halbiere ich die Strecke von der vorderen Mitte bis zu den Taschenschlitzen und zeichne von dort auch eine Markierung.
Von dort zeichne ich eine Kurve zur Markierung am Stofffbruch und schneide den überstehenden Stoff weg.
Das sieht dann so aus:
Die Stoffkante links ist der Bruch, rechts der Taschenschlitz.



Das gleiche wiederhole ich für die hintere Seite mithilfe des Abschnitts von eben, den ich als Schablone benutze. Die obere Kante zickzacke ich jetzt auch erst mal, weil der Stoff stark franst.

Die vordere Mitte markiere ich mit Heftfaden, die hintere Mitte bildet die noch offene Naht. Bevor ich die obere Kante Falten lege, schließe ich die letzte Naht.


Nach dem Abendessen gehts dann ans Bund-in-Falten-legen.
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  #48  
Alt 25.03.2014, 17:07
Möhrchen1976 Möhrchen1976 ist offline
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AW: Reise ins Rokoko II - Besuch bei Hofe

Zitat:
Zitat von Bineffm Beitrag anzeigen
Und vor allem -wie zum Teufel geht man damit irgendwo aufs Klo???

Sabine
Hallo zusammen!
Hallo Tarlwen (bin natürlich auch hechelnderweise dabei)

Mein Deutschlehrer hat uns damals erzählt, dass es zu dieser Zeit ja keine Toilletenräume (oder selten) gab. Was ähnliches Wie die Toi war der Leibstuhl. Also Stuhl mit Loch in der Mitte und Topf. Und der stand in den Privaträumen und war für Gäste unerreichbar. Die Herren der Schöpfung hatten es sehr leicht. Für deren Bedürfnisse gingen Dienstjungen mit Eimern um. Tja, und die Damen....mein Lehrer sagte Parfüm und Duftkugeln seien zu der Zeit sehr modern gewesen, weil die Damen es "vornehm an den Beinen runterrieseln ließen". Ob und in wieweit das stimmt weiß ich nicht. Aber alleine die Vorstellung
__________________
Das Leben ist ein Scheiß-Spiel!
Aber die Grafik ist super!

Mutter mit Autismus-Erfahrung

Meistens leicht bis mittelschwer gestörte Chaotin
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  #49  
Alt 25.03.2014, 20:06
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AW: Reise ins Rokoko II - Besuch bei Hofe

Jaja, und in Versailles pinkelte man permanent hinter die Vorhänge...

Die kleine Lehrstunde nicht bös nehmen, Möhrchen, aber genau durch solche Aussagen verbreiten sich Gerüchte und unausrottbare Mythen weiter.

Es gab im 18. Jahrhundert hauptsächlich Leibstuhl und Nachttopf, je nach Besitzer in noblerer oder simplerer Ausstattung.

Der Leibstuhl hatte den enormen Vorteil, dass er transportabel war und eben so auch für gewisse Bedürfnisse herbei geholt werden konnte, sollten sehr sehr weite Wege das nötig machen. Gabs auch für Gäste. Ansonsten ging man eben zum Stuhl. (Kennen wir ha heut noch, da kommt das Wort her. )
So können die zum Beispiel für Adlige Hintern aussehen:



(Ja, das Foto darf ich so verwenden, ich hab's gemacht und eine Genehmigung zur Veröffentlichung)

In den Korpus vom Stuhl kommt in dem Fall ein Porzellantopf, der nach dem Geschäft vom Personal entleert wird. Der geflochtene Teil der Sitzfläche wurde hoch geklappt, darunter befindet sich ein runder Holzdeckel, der fürs Geschäft abgenommen wird.
Wenn der Stuhl nicht gebraucht wird, macht man die Deckel zu und hat einen normalen Stuhl. Multifunktionsmöbel waren sehr modern.
Der Leibstuhl wurde entweder im Ankleidezimmer oder Schlafzimmer aufgestellt oder es gab ein angrenzendes extra Kämmerlein dafür. (In meinem Foto die offene Tür hinter dem Stuhl)

In ganz modernen Schlössern gab es sogar Toilettenanlagen mit einem Kanalsystem. Benrath in Düsseldorf (ein kleines Jagdschloss, Baujahr 1755-73) hatte vier Toiletten. Und zwei davon waren für (hochrangige) Gäste.

Dass die Herrschaften in der Regel einfach laufen ließen kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen; versaut Kleidung und Interieur, vom Geruch mal ganz abgesehen. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen.
Die Notwendigkeit für Parfum führe ich da eher auf die allgemeinen hygienischen Umstände und Wohlgeruch als Statussymbol zurück. (Nein, ich mein damit nicht, dass man sich nie gewaschen hätte, nur eben weniger und anders, als wir es heute gewohnt sind.)

Ok, genug zum Thema stilles Örtchen, zurück ins Nähzimmer.

Geändert von Tarlwen (25.03.2014 um 20:38 Uhr)
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  #50  
Alt 25.03.2014, 21:39
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AnnaGamba AnnaGamba ist offline
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AW: Reise ins Rokoko II - Besuch bei Hofe

Ich bin mal in einem Nachttopfmuseum gewesen, da gab es u.a. auch Bordalous, aber die waren vielleicht später?
Inzwischen gibts das auch in modern.
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Mein schlafendes UWYH
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18. jahrhundert , robe a la francaise , rokoko

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