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Schritt für Schritt: Entstehungsprozesse

Anderen beim Nähen über die Schulter zu schauen kann eine spannende Sache sein. Man lernt neue Tricks und Kniffe, verfolgt Freude und manchmal auch Verzweiflung und bekommt Ideen für eigene Kreationen. Hier könnt Ihr Schritt für Schritt den Entstehungsprozess Eurer Werke dokumentieren, angefangen vom Stapel mit den ausgesuchten Stoffen und dem Schnitt bis hin zum fertigen Stück. Am besten schreibt Ihr während Ihr näht, dann können andere mitfiebern und Ihr werdet gleichzeitig motiviert.


Autositzbezug - reparieren

Schritt für Schritt: Entstehungsprozesse


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  #1  
Alt 29.12.2013, 19:49
anonymus
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Autositzbezug - reparieren

Oh weh, schon im 15. Jahr sieht der Fahrersitz meines Suzuki-Jeeps an einer Stelle arg mitgenommen aus.



Da muss doch was zu machen sein?

Kunstleder wird nicht allein durch die Farbe und Narbung unterschieden. Wenn auf Ebay überhaupt Materialqualitäten genannt werden ausser "sehr strapazierfähig" usw., dann in Gramm.
Als erstes lernen wir, daß schlaue Händler damit "Gramm pro laufendem Meter" meinen, andere "Gramm pro Quadratmeter" angeben. Da der laufende Meter gewöhnlich 1.40 mtr. breit ist, ist also die Qualität "1400 Gramm pro lfm" identisch mit "1000 Gramm pro qm". Eine von mir gekaufte Qualität hat ca. 990 Gramm pro Quadratmeter und kommt dem Original-Bezug gefühlsmäßig sehr nahe. Eine Qualität, die mir als "900 Gramm pro lfm" verkauft wurde (und in Wirklichkeit nur ca. 790 Gramm hatte), taugt wohl eher zur Fertigung eines Buch-Einbandes.

Wie vorgehen? Nun, Autositze sind überraschend leicht zu demontieren. Diese hier haben links und rechts je eine Schiene, befestigt mit 12-mm-Sechskopfschrauben.

Vorne:


Hinten:


Diese vier Schrauben losgedreht, und der Sitz steht schon mal im warmen Wohnzimmer:


Geändert von Naehman (29.12.2013 um 22:54 Uhr)
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  #2  
Alt 29.12.2013, 22:54
anonymus
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AW: Autositzbezug - reparieren

So, sehen wir uns mal an, wie der Sitzbezug befestigt ist.

Hier sind Clips entlang des Blechrahmens, das sieht ja einfach aus:



Woanders sind Drahtringe, die man aufbiegen könnte:



Aber solange die Sitzlehne dran ist, kann man nicht den Sitzbezug unten abziehen. Sie ist auf einer Seite mit nur einer Schraubenmutter befestigt:



... auf der anderen Seite, nach Abnehmen einer Plastik-Kappe, mit zwei großen Sechskantschrauben:



Runter damit, und nur noch die Sitzfläche liegt vor uns.
Es wird dankbar vermerkt, daß man auch die Sitzlehne gesondert mit sogar nur drei Schrauben aus dem Auto abmontieren könnte. An ihr zeichnet sich nämlich auch ein Riss ab, aber den kann ich dann später einmal reparieren, sogar ohne den Sitz im Ganzen herausnehmen zu müssen.

Jetzt stört aber, daß unter den Sitz auch noch die Schienen links und rechts geschraubt sind. Vier Schrauben ab (mit einem Rohrschlüssel oder einer Nuss, denn Gabel- oder auch gekröpfte Ringschlüssel sind zu dick für die Stelle):



Und schon können wir ringsum die Clips abhebeln:



Folgen als nächstes an der vorderen und hinteren Seite die Drahtringe, die recht mühsam mit zwei Zangen oder einer Zange und einem großen Schraubenzieher aufgebogen werden müssen:



... und sich zusehends immer tiefer verstecken, zumal auch in Form eines eckigen "U" mitten in der Polsterfläche welche eingebettet sind:



Doch irgendwann liegt der Bezug, freigestellt von Polster und Rahmen, auf dem Tisch:



... und das schadhafte Segment kann abgetrennt, beherzt von links auf Baumwoll-Stufe mit viel Dampf flachgebügelt und seine Form auf ein neues Stück übertragen werden:





Mal sehen. Die Dicke der Fäden, die ich aufgetrennt habe, sieht unter meinen hochfesten Garnen am ehesten dem Gütermann Mara 30 ähnlich.
Jetzt ist der Moment gekommen, in dem man die Anleitung der Nähmaschine zuhilfe nehmen muss. Nein, nicht, weil man nicht wüsste, wie man einfädelt oder sowas, aber diese Tabelle für meine Pfaff 8 ist wichtig:



Für Kunstleder ist laut moderneren Tabellen auch eine 90er Nadel mit 80er Garn ausreichend, aber die zentrale Fläche des Sitzes ist, wie auf dem vorletzten Bild zu sehen, mit Schaumstoffmaterial kaschiert und daher bleibe ich lieber erstmal bei den größten Stärken.
Ich gehe gleich in die unterste Zeile "Segeltuch, Leder, Sackleinen" und stelle fest, daß sich die Pfaff-"Lokomotive" 110er Nadeln und 30er Garn zutraut (Nadeln sind um so größer, je höher die Nummer; Garn ist um so dicker, je kleiner die Nummer). Jedoch sieht es mir so aus, als ob sie bei dieser Nadel- und Garnstärke nur Baumwollgarn oder Leinenzwirn durchzieht.

"Perlon-(Nylon)" Garn, also das hochfeste, ist bis Stärke 50 zugelassen, und auch davon habe ich eine Spule, Amann Saba, Farbe: passend dunkel. Die Farbe ist mir egal, da überall rechts auf rechts genäht wird.

Fortsetzung folgt!

Geändert von Naehman (30.12.2013 um 13:16 Uhr)
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  #3  
Alt 30.12.2013, 01:03
anonymus
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AW: Autositzbezug - reparieren

Die erste Naht an einer hier nicht beschriebenen Stelle (zu weit aufgetrennt) ist mit einer 110er Schmetz Ledernadel problemlos absolviert, in zwei bzw. an einer Stelle drei Schichten 1.1 mm Kunstleder, eine Seite davon mit einigen Millimetern Schaumstoff kaschiert.
Mir schien, als ob die Stichlänge zu gering sei und die Maschine langsamer, als ich sie in Erinnerung hatte, aber die Erklärung lag darin, daß die Zahlen am Stichlängenregler bei der Pfaff 8 nicht Millimetern entsprechen, sondern höchstens halben Millimetern.

Die Stichlänge ist original 5,5 Millimeter. Ich möchte mit ca. 4.5 Millimetern arbeiten, damit sich Stellen, wo die Nadel in die Nähe des alten Loches trifft oder dies gar aufweitet, möglichst wenig wiederholen (rechnerisch jedes 99ste Mal).

Geändert von Naehman (30.12.2013 um 13:15 Uhr)
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  #4  
Alt 30.12.2013, 13:51
anonymus
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AW: Autositzbezug - reparieren

Wenn man Angst hat, dass buchstäblich etwas "schief läuft" und etwas richtig Teures ruiniert wird, klebt oder besser heftet man vor. Das wird der nächste Schritt an der wichtigsten Naht, wo das neue Segment an das schaumstoff-verstärkte Sitz-Teil angenäht und gleichzeitig maßgenau ein Gewebeschlauch für die Drahtbefestigung mit in die Naht eingefügt werden muss. Jedes Auftrennen und Neu-Nähen schwächt das Material und das möchte man an so einem hochbeanspruchten Teil nicht haben:

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  #5  
Alt 30.12.2013, 17:03
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haniah haniah ist offline
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AW: Autositzbezug - reparieren

Hallo,

ich finde das super, dass Du das hier so deutlich zeigst und erklärst! Kleine Mini-Flick-Arbeiten musste ich auch schon am Sitz vornehmen, aber das hier ist besser

Falls die Klipse später nicht mehr halten: die haben wir beim Polsterer für ganz kleines Geld kaufen können. Die haben die natürlich auch in verschiedenen Größen. (nur, falls Du darauf noch nicht vorbereitet sein solltest - was ich nicht glaube)

Viele Grüße, haniah
__________________
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