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Nähen - gemeinsam und motiviert

Jeden Monat neu - ein Thema, dem wir uns nähend widmen.
Die Teilnahme ist freiweillig und es gibt keine Probleme, wenn man es nicht schafft. Der aktuelle Monat ist hier, die vergangenen sind einsortiert in Unterforen.


Shirts nähen mit Biggi -3. Motivationsquartal

Nähen - gemeinsam und motiviert


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Alt 01.07.2013, 12:09  
Shirts nähen mit Biggi -3. Motivationsquartal
cucitrice cucitrice ist offline 01.07.2013, 12:09
Bewertung: (3 votes - 5,00 average)

Hallo zusammen !

1. Juli.... der Beginn eines neuen Motivationsquartals!

Wie es oben ja schon steht, wird es die nächsten drei Monate um das Nähen von Shirts gehen.

Hierbei verwende ich einen absoluten Basisschnitt, mit dem wir uns den wichtigsten Themen beim Shirtnähen widmen können: Richtige Schnittwahl,richtige Stoffauswahl, Schnittmuster, Zuschnitt, Halsauschnitt, Zusammensetzen der Teile und das Finish in Form von schönen Säumen.
Ich werde die Verarbeitung mit Nähmaschine und Overlock bzw. Cover zeigen, aber werde auch für alle ohne Ovi erklären , wie man nur mit der Nähmaschine ein Shirt nähen kann. Wenn irgendetwas unklar bleibt oder gar nicht zur Sprache kommt, was Euch interessiert, meldet Euch bitte! Ich nähe zwar viele Shirts, aber ich bin kein Profi, wenn jemand also zu irgendeinem Schritt eine bessere Idee oder Vorgehensweise hat, würde ich mich freuen, wenn das hier gepostet würde. Ich versuche, so oft wie möglich hier hereinzuschauen und werde versuchen, evtl. Fragen so zeitnah wie möglich zu beantworten. Da ich leider gerade auf allen möglichen Fronten sehr eingespannt bin, kann das aber auch mal einen Tag oder so länger dauern.

Zum Ablauf:

Ich werde im ersten Monat jeden Mittwoch die jeweilige Wochenaufgabe für ein Basisshirt vorstellen. In den Folgemonaten können wir dann die Abwandlungen, Spezialfragen etc. behandeln.

Ihr braucht für das Shirt:

Schnitt, Stoff,ein wenig (20-30 cm) Formband, Garn in passender Farbe, Folie oder Pergamentpapier, je nach dem welche Form des Kopierens Ihr bevorzugt, Stift, Scheren (Stoffschere und normale), Maßband und evtl. Handmaß, Bügeleisen etc. wie immer beim Nähen...


Ich verwende den Shirtschnitt aus der Ottobre 2/07. Für alle, die das Heft nicht haben oder nicht mehr bekommen, habe ich mich aber ein bisschen umgeschaut und noch ein paar Quellen für Basisshirts gefunden:

-Ottobre Creative workshop 303 (Mehrgrößenschnitt mit unterschiedlichen Ausschnitten und Armlängen),

-Burda 7916 (für Sie und Ihn),

-Jalie 2805,

-oder ein kostenloses Schnittmuster von der Burdaseite: Nr. 108-042012 DL.

Falls hier nichts für Euch dabei ist, könnt Ihr natürlich jeden anderen simplen Shirtschnitt verwenden, den Ihr mögt.



Los geht's....

Was muss man bei der Wahl des Schnittmusters beachten?

Eigentlich nicht allzu viel.

Ein Mehrgrößenschnitt wäre gut, denn dann kann man evtl. bei Bedarf ganz einfach mehrere Größen kombinieren, um einen auf die eigene Körperform angepassten Schnitt zu bekommen. Aber keine Angst, auch bei einem Einzelgrößenschnitt ist es nicht schwer, hier und da ein bisschen was zuzugeben oder wegzunehmen. Aber dazu kommen wir später.


Gut wäre, gerade für Anfänger, die mehr Abwechslung möchten und die sich das Verändern eines Schnittes vielleicht noch nicht so ganz zutrauen, wenn ein Schnitt gleich mehrere Abwandlungen (unterschiedliche Ausschnitte, Ärmel...) mitliefern würde, wie z.B. der Ottobre Workshop-Schnitt.

Die Art und Form des Shirts sollte zur Körperform, den Proportionen und zur Gesichtsform passen. Banal, aber wahr. Z.B. jemand, der ein rundes Gesicht und etwas mehr Busen hat, wird häufig mit einem V-Ausschnitt mehr für sich tun als mit einem enganliegenden, höheren Rundhalsausschnitt, Rollkragen oder einem hochgeschlossenen Raglanschnitt. Ein leicht tailliertes Shirt, dass nicht zu eng gewählt wird, hilft vielen nicht ganz schlanken Frauen manchmal mehr als ein geradegeschnittenes, eher an einem herunterhängendes Shirt. Das sind jetzt hier natürlich nur ganz allgemeine, beispielshafte Aussagen, es hängt natürlich von Euren Vorlieben und Bedürfnissen ab.

Sehr praktisch ist es auch, wenn das Schnittmuster viele Angaben enthält, wie z.B., den Brustpunkt, die Taille, Hüfte und ein paar Passzeichen enthält. Burda hat meist nur die Taille eingezeichnet, den BP oder HP habe ich selten gefunden. Gut für viele Angaben/Passzeichen sind die Big Four (Butterick, Vogue, Simplicity und McCalls), diese liefern oft auch gleich Angaben darüber mit, wie weit das fertige Kleidungsstück in der betreffenden Größe werden wird. Wenn diese Punkte eingezeichnet sind, kann man durch provisorisches Zusammenstecken und Anprobieren der Schnittteile sehr schnell sehen, ob sie auf der richtigen Höhe liegen und sie ggf. verändern.



Welcher Stoff eignet sich für Shirts?

Jersey.

Hierbei ist es eine Frage der persönlichen Vorliebe, ob es sich um leichteren oder festeren Baumwolljersey, leichten oder schwereren, oft als kühler empfundenen Viskosejersey, Seiden- oder anderen Jersey (z.B. Polyester, Modal, mit Bambusfasern etc....) handelt.

Allgemein würde ich sagen: Nehmt für ein Basisshirt ein Material, in dem ihr Euch wohlfühlt und dass nicht zu leicht ist. Sehr leichter Viskosejersey z.B. ist wunderbar für drapierte oder gewickelte Shirts, weil mehrere Lagen sonst zu viel auftragen oder es nicht schön fällt. Für ein einfaches Basisshirt sollte der Jersey so sein, dass er Euch umschmeichelt, aber nicht jedes noch so kleine Röllchen oder Bh-Schleifchen abbildet.

Ich persönlich bevorzuge leichte Baumwoll- oder etwas schwerere Viskosejerseys für solch einfache Shirts.


Schnittmuster

Wenn Ihr euch für einen Schnitt entschieden habt, gibt es mehrere Möglichkeiten, mit ihm zu arbeiten. Ihr könntet ihn, wenn es ein dafür vorgesehener Schnitt ist, einfach in Eurer Größe ausschneiden, auf den vorbereiteten Stoff legen , ausschneiden, fertig. Das hat aber den Nachteil, dass euch dann unweigerlich ein paar Größen von Eurem Mehrgrößenschnitt verloren gehen. Im Übrigen ist das Papier oft eher eine Katastrophe und man wird ihn nicht allzu oft verwenden können, ohne das hier und da etwas reißt.

Daher würde ich empfehlen, dass Ihr den Schnitt kopiert. Das hat zum einen den Vorteil, dass das Schnittmuster intakt bleibt, aber auch den Vorteil, dass man evtl. Änderungen gleich auf dem Kopierpapier/der Folie etc. einzeichnen kann, also z.B. die 2 cm, die das Shirt ab der Taille weiter werden soll oder die Länge, die um 5 cm gekürzt werden soll.

Es macht nur ein bisschen mehr Arbeit, ist aber aus meiner Sicht hilfreich, gerade auch, weil z.B. die Folie haltbarer ist als das dünne Pergament. Wenn ein Schnitt einmal perfektioniert und öfter genäht werden soll, zahlt sich die Mühe aus.

Und hier noch ein Tip für die, die „ihren“ Grundschnitt gefunden haben:

Kauft Euch etwas festeren Karton und übertragt die Schnitteile auf diesen mit allen Passzeichen und Angaben.

Diejenigen, die nichts mehr verändern wollen oder den Schnitt nicht für evtl Ableitungen nutzen wollen, können die Nahtzugaben gleich mitanzeichnen und mitausschneiden. Dann kann man, wenn man sie auf dem Stoff gelegt hat, schön mit dem Rollschneider daran entlangrädeln und fertig ist die Laube.

Diejenigen, die den Grundschnitt öfter mal verändern wollen, sollten die Nahtzugaben weglassen. Dann kann man diese Pappvorlagen auf Schnittmusterpapier/Backpapier/Folie etc. legen, mit geeignetem Stift nachzeichnen und hat ein wunderbares Grundgerüst für die dann folgenden Änderungen.

Noch ein Hinweis, bevor wir loslegen:

Ich wasche alle Stoffe vor dem Zuschnitt, damit ich nachher keine Überraschungen erlebe. Meist muss dann auch mal kurz (von der linken Stoffseite aus!) gebügelt werden, damit man den Stoff gut auslegen kann. Bei Jersey solltet ihr aber sowohl beim Trocknen als auch beim Bügeln der Stoffe darauf achten, dass Ihr ihn nicht verzieht oder so trocknen lasst, dass sich nicht z.B. Beulen bilden können oder durch zu langes Herunterhängenlassen der nassen Stoffbahn der Stoff ausleiert. Passiert relativ leicht. Fragt mal, woher ich das weiß...


So, dafür, dass ich Euch heute ohne Vorankündigung mit dem neuen Thema überrascht habe, lasse ich Euch jetzt ein wenig Zeit zum Heraussuchen der Schnitte und evtl. Vorwaschen von Stoffe. Am Mittwoch machen wir uns dann an den Zuschnitt...

Ich freue mich auf die nächsten drei Monate Nähen mit Euch!

Liebe Grüße

Biggi
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cucitrice
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» AW: Shirts nähen mit Biggi -3. Motivationsquartal
23.07.2013, 17:45 #121
Doro56
Hilfsbereit und kreativ
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ich komm' als Nachzüglerin und setze mich erstmal ganz still in die letzte Reihe...

'Shirts nähen ohne Overlock' - das motiviert mich tatsächlich.
Stoff und Schnitt sind vorhanden (warten seit Monaten, um ehrlich zu sein)

allerdings habe ich eine arge Ladehemmung, ich habe mich an der Vorstellung festgebissen, ohne eine Ovi kriegt man die modernen elastischen Stoffe nicht verarbeitet.
und eine Ovi kann ich mir natürlich erst gönnen, wenn ich den Wiedereinstieg ins Nähen geschafft habe. Andererseits trau' ich mich an den Einstieg nicht heran, weil....siehe oben.

jetzt lese ich also erstmal mit, und wer weiß... (den Stoff hab ich immerhin schon gewaschen und flügeltürmäßig ausgelegt)

schön, dass es Euch und dies tolle Forum gibt.
liebe Grüße, Doro
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» AW: Shirts nähen mit Biggi -3. Motivationsquartal
23.07.2013, 20:43 #122
beldoza
Findet sich auch im Dunkeln zurecht
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Zitat:
Zitat von Doro56 Beitrag anzeigen
allerdings habe ich eine arge Ladehemmung, ich habe mich an der Vorstellung festgebissen, ohne eine Ovi kriegt man die modernen elastischen Stoffe nicht verarbeitet.
und eine Ovi kann ich mir natürlich erst gönnen, wenn ich den Wiedereinstieg ins Nähen geschafft habe. Andererseits trau' ich mich an den Einstieg nicht heran, weil....siehe oben.
doch, man kann ohne Ovi T-Shirts nähen.
Habe ich auch gemacht, bis ich mir eine zugelegt habe (und etliche HS haben gar keine Ovi oder wollen keine).

Ich habe mir billigen (sprich preiswerten) Stoff gekauft und losgelegt.
Die sind nicht alle tragbar geworden, etliche sind in der Tonne gelandet, aber mit jedem wurde es besser.
Also trau Dich !

Gruss,
Doris
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» AW: Shirts nähen mit Biggi -3. Motivationsquartal
25.07.2013, 13:02 #123
cucitrice
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Hallo!

Entschuldigt, dass es gestern nicht mit dem letzten Teil unseres Basisshirts geklappt hat, aber wir waren auf Spritztour und ich kam gestern zu spät (und zu müde) zurück, um noch zu posten. Dafür mit Sonne vollgetankt, sodass es heute nachmittag energiegeladen an die Beendigung unseres Shirts gehen kann.

Bis nachher!

LG
Biggi
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» AW: Shirts nähen mit Biggi -3. Motivationsquartal
25.07.2013, 18:24 #124
cucitrice
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Hallo!

Nur noch ein wenig Arbeit und Geduld und Ihr habt Euer T-Shirt vollendet!
Also dann legen wir am besten gleich los...

Wenn Ihr Euer Shirt letzte Woche probiert habt und evtl. kleine Änderungen durchgeführt habt, geht es jetzt ans Finish: die Säume. Für alle, die nicht schon die Ärmelsäume gecovert oder sonstwie vorbereitet haben, heißt das also, Ärmel und Saum müssen auf die richtige Höhe festgelegt und optisch schön genäht werden.

Die Länge des Shirts hängt stark von Eurer Figur und Euren Vorlieben ab. Da hier viel hineinspielt und ich Euch ja nicht alle kenne, beschränke ich mich hier einmal auf eine Faustregel: Das Shirt sollte nicht gerade an Eurer stärksten Stelle aufhören. Ansonsten ist auch hier ein wenig Rumprobieren oder Orientieren an schon existierenden und geliebten Shirts sehr hilfreich.

Wo Euer Saum an den Ärmeln sitzen soll, ist reine Geschmackssache, aber auch ein bisschen eine Frage des Stils des Shirts. Ganz kurze Ärmelchen sehen bei erwachsenen Frauen manchmal ein wenig fipsig aus (Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel, es kann ja gerade der Gag daran sein...), etwas zu lange Ärmel, die aber noch nicht als halblange bis dreiviertellange Ärmel durchgehen, sehen ab und an etwas „reifer“, aber eben je nach Proportion auch angezogener aus. Es lohnt sich, hier ein wenig zu experimentieren, womit Ihr Euch am wohlsten fühlt. Diese Maße einmal notiert, helfen später auch immer wieder weiter (Stichwort: Serienproduktion).

Wenn Ihr die Länge an den Ärmeln festgelegt habt, kümmern wir uns um das Säumen an sich:

Ich habe meine Säume bisher immer mit ca. 3 cm Breite genäht, da bin ich dann so gut wie sicher, dass sich nichts so schnell umschlägt . Wenn man die Saumbreite zu klein wählt, kann es je nach Stoff und Gegebenheit passieren, dass sich die linke Seite mal gerne nach außen kämpft und das wollen wir ja eigentlich nicht so gerne. Ich persönlich würde ungern weniger als 2 cm Breite nehmen.


Für die Mitnäher, die eine Cover haben, ist das weitere Vorgehen simpel, sie bereiten den unteren Saum so vor (wie bei den Ärmeln), dass sie (nach evtl. Abschneiden von überflüssigem Stoff, wenn das Shirt kürzer werden sollte) ihn 3 cm (oder die breite, die ihnen sinnvoll erscheint) nach links umbügeln, stecken, einmal mit der Nähmaschine mit großer Stichlänge heften, einmal kurz anbügeln (bitte nicht die Stiche selbst bügeln, sondern nur den Saum, dass alles schön falten- und beulenfrei ist) und mit der Cover festnähen. Hier würde ich wieder die gleiche Einstellung nehmen, die Ihr schon bei den Ärmeln gewählt habt und auch die gleiche Art, ihn zu nähen (also wenn der Stoff stabil ist, so, dass die eine Nahtseite die offene Kante einfasst, bei flutschigem Stoff etwas weiter innen nähen und den Saum nachher beschneiden) Dann noch einmal bügeln – der Saum ist fertig. Ihr bräuchtet dann nur noch nach Geschmack Euer Label einnähen und die ganzen kleinen Fädchen im Inneren trimmen, einmal komplett ausbügeln und Euch mit Eurem Shirt bewundern lassen.

Für alle mit Ovi:

Wenn Ihr Euch den Shirtsaum auch so vorbereitet habt, dass Ihr ihn theoretisch nach links umbügeln könntet (also z.B. die vorgeschlagenen 3cm von Eurer gewünschten Shirtlänge entfernt) geht einmal mit der Ovi an der Kante entlang. Ganz wenig nur abschneiden, damit Ihr bei der Länge bleiben könnt, die Ihr Euch überlegt habt. Dann umbügeln und mit Stecknadeln feststecken. Dass ich Euch das Overlocken überhaupt hier vorschlage hat keinen wirklichen verarbeitungstechnischen Hintergrund, sondern eher den, dass es dann „professioneller“ von innen aussieht. Jersey franst nämlich in aller Regel nicht oder nur sehr wenig und müsste nicht auf diese Weise versäubert werden. Ich mag es aber ganz gerne, weil sich dann der Stich, mit dem ich den Saum mit der Nähma annähe, innen darin verliert und es nach dem Bügeln von innen sehr sauber aussieht.

Dann habt Ihr die Wahl, Ihr könnt die normale Nähmaschine mit einer Nadel und einem Zickzack- oder schicken, elastischen Zierstich nehmen und damit Euren Saum befestigen oder Ihr nutzt die Zwillingsnadel. Mit dieser habt Ihr von außen das Finish wie bei den meisten Kaufshirts, die doppelte (optische) Geradstichnaht, die Naht ist aber etwas elastischer (aber nicht so elastisch wie z.B. eine Covernaht oder enger Zickzack) und reißt nicht so schnell als wenn Ihr tatsächlich mit dem normalen Geradstich zwei Reihen untereinander nähen würdet (bei den Säumen absolut nicht zu empfehlen, Ihr braucht dehnbare Nähte!). So lange ich noch keine Cover hatte, habe ich für ganz schlichte Shirts fast immer die Zwillingsnadel gewählt.

Wenn Ihr noch nie mit einer solchen Nadel genäht habt, dann schaut in Eurer Bedienungsanleitung nach, wie Eure Maschine damit umgegangen haben möchte, insbesondere, auf welche Position ihr die Nadel einstellen müsst, damit sie auch gut mit dem Füßchen harmoniert. Im Zweifel erst einmal mit den Handrad probieren, ob sie gut durchkommt...Und hier noch ein Tipp für alle, die gerne ein wenig „schnell“ sind. Bei der Zwillingsnadel geht kein automatischer Einfädler (der geht bei dem Versuch, ihn zu benutzen eher gerne mal kaputt, je nach Position der Nadel!), da müsst Ihr von Hand ran....

Probiert vorher auf einem Stoffrest die Einstellungen dafür aus und prüft, ob die Zwillingsnadel ein schönes Bild gibt, also kein „Würstchen“ oder ähnliches produziert. Wenn die Naht nicht gut aussieht, könnt ihr die Tipps für die Nähmasolonäher/innen unten in Betracht ziehen.

Fadenspannung und Stichlänge eingestellt? Die unerfahreneren Zwillingsnadelnutzer sollten ein wenig langsamer nähen und wie sonst auch bitte nicht hinten am Stoff ziehen oder so. Die Zwillingsnadel ist eine tolle Erfindung, aber sie ist auch ein ganz klein wenig vorsichtig zu behandeln, damit es keinen Fadensalat gibt. Und prüft bitte, ob Ihr Euren automatischen Fadenabschneider benutzen dürft oder nicht... Ich darf es z.B. nicht!


Den Saum von rechts nahe an der offenen Kante feststeppen Das heißt, da , wo ihr die Kante unten fühlen könnt, sie liegt natürlich untendrunter, da Ihr ja von rechts steppt.

Wenn der Saum nach dem Nähen welliger ist oder aussieht, als ob Ihr etwas Luft hineingepumpt habt, keine Panik! Kann passieren und ist nichts, was Euer Bügeleisen nicht wieder hinbekommt. Schön von der Naht zum Saumende pressen , nicht hin und herschieben, sondern parallel zum Saum die „Luft“ wegpressen, voilà, jetzt müsste es chic aussehen, oder?

Danach macht Ihr ggf. (falls Ihr oben noch nichts umgenäht habt) die Ärmelsäume in der gleichen Art (2-3 cm Breite etc.), ggf. den Freiarm nutzen. Wenn Ihr keinen Freiarm habt, dann könnt Ihr Euer Shirt wenden (die rechte Seite des Ärmels liegt dann innen und ihr könnt den Ärmel wie einen Tunnel hochheben, um die untere mit rechts nach oben zeigende Stofflage zu nähen) und den Armel so unter das Füßchen legen, dass Ihr das Füßchen als „Freiarm“ nutzen könnt (wenn es nicht verständlich ist, mache ich davon gerne mal ein Foto) Alles ausbügeln und von Fädchen befreien, evtl. mit Label versehen und Ihr seid auch fertig.

Für alle ohne Ovi:

Für Euch gilt eigentlich das Gleiche wie für die Ovibesitzer, die den Saum schon versäubert haben.

Wenn Ihr bisher mit Eurer Nähma keine Probleme hattet, wunderbar. Dann dürfte auch der Saum nun nicht mehr schlimm sein. Für alle, die eine weniger kompromissbereite Maschine haben oder sonst mit dem Säumen Schwierigkeiten haben, hier ein paar Tricks fürs Säumenähen (gelten teilweise aber auch für das gesamte Arbeiten mit Jersey ):

• Gut vorbügeln (nicht dehnen!) und stecken,
• Stoff beim Nähen nicht dehnen,
• eher langsamer nähen und evtl. vorher mit Stichlänge und –breite experimentieren,
• Fadenspannung und Nähfußdruck evtl. anpassen,
• ggf. Obertransport nutzen
• wenn die Naht auf dem Probeläppchen labbrig oder wellig aussieht, erst einmal bügeln, oft verbessert sich dadurch die Optik sehr.
• Wenn die Naht sich ausdehnt beim Nähen, oder die Wellen zu arg sind, Avalon oder Vlies unterlegen und schauen, ob es sich verbessert. Meist verhindert das untergelegte Vlies, dass der Stoff gedehnt wird und das minimiert die optische Auffälligkeit.
• Mit Sprühstärke sehr labberigen Stoff einsprühen und den Saum damit vorbügeln. Damit bekommt der Stoff mehr Stabilität und lässt sich besser nähen.(Vorher an einer Probe testen, ob der Stoff es verträgt)
• Bei geeigneten Stoffen, kann man auch die Saumkante etwas großzügiger bemessen und einmal eingeschlagen feststeppen, das gibt einerseits etwas mehr Stabilität und sieht von links sauber aus, ist allerdings auch etwas dicker und das passt vielleicht nicht zu Eurem Stoff oder dem Look, den Ihr im Sinn hattet, vorher mal ein Testläppchen nähen, hilft auch hier...



Wenn Ihr den Shirtsaum sehr gerade und sauber abschneidet und Euch das leichte Einrollen, zu dem es evtl. kommen kann (je nach dem, wie weit Ihr von der Kante wegbleibt), nicht stört, könnt Ihr den Saum wie die Ovi’ler einfach so mit dem Stich Eurer Wahl festnähen (ohne Versäubern). Wenn es Euch stört, könnt ihr den Saum vorher mit Zickzack trimmen und das erst einmal schön flachbügeln (sieht, da einlagig genäht, jetzt (vor dem Bügeln) bestimmt recht wellig aus, aber bitte nicht dehnen!!!) und dann die gewünschte Breite umbügeln, stecken und nahe an der offenen Kante von rechts vorsichtig absteppen. Ob Ihr die Zwillingsnadel (siehe Tipps für die OVI weiter oben) oder eine normale Nadel und Zickzack oder elastischen Zierstich nehmt, ist Geschmackssache. Aber unbedingt vorher an einem Probeläppchen testen, gerade die Zierstiche sind oft die Hölle, wenn Ihr sie wieder auftrennen wollt. Ggf. Spannungen anpassen etc.

Wie bei den Tipps für die Overlockbesitzer beschrieben, kann es jetzt so aussehen, dass Euer Saum wellig ist oder aussieht, als ob etwas Luft hineingepumpt wurde. Folgt einfach den Tipps dort und Euer Saum wird durch das Bügeln genauso schön, wie Ihr ihn Euch vorgestellt habt. Wie die anderen noch ggf. die Ärmel säumen, ein wenig Fädchen schnibbeln, ggf. labeln und ausbügeln und auch Ihr solltet ein schickes Shirt vorweisen können.


Ich bin mir nicht sicher, ob wir darüber gesprochen haben, daher sage ich es lieber hier noch einmal:

Ihr solltet bei der normalen Nähmaschine schauen, dass Ihr Stretchnadeln (die habe eine abgerundete Spitze) verwendet, damit ist die Gefahr geringer, dass Ihr Euch Fäden zieht. Ist mir zwar noch nicht passiert, aber ich kenne einige, die lieber mit den Stretchnadeln nähen, weil sie damit schon einmal Probleme hatten.

So, das war unser simples Basisshirt!

Ich hoffe, es hat Euch geholfen und ihr habt ein wenig Motivation bekommen, es auch mal zu versuchen. Traut Euch, auch wenn Ihr denkt, Eure Maschine kann das nicht oder Ihr seid noch zu weit am Anfang mit dem Nähen. Shirts sind nicht so schwer. Und es muss ja nicht das erste gleich ein Meisterwerk sein, oder? Und dass die nächsten immer besser werden, steht ja eh fest, da müssen wir ja nicht mehr drüber reden, oder? Ein wenig Übung und die Sache läuft. Wenn Ihr mir nicht glaubt, schaut Euch hier im Forum mal um, wie viele es super hinbekommen, da schafft Ihr das auch!

So, das war es für heute. Wie immer gilt: Wenn etwas unklar ist oder Ihr Fragen habt, nur her damit!

Ich mache mir jetzt schon mal Gedanken, was ich Euch als nächstes zeige und wünsche Euch ganz viel Spaß und Erfolg beim Nähen!

LG

Biggi
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Geändert von cucitrice (25.07.2013 um 18:26 Uhr).
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» AW: Shirts nähen mit Biggi -3. Motivationsquartal
31.07.2013, 20:41 #125
cucitrice
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Hallo!

Na, ist hier noch irgendjemand am Nähen? Oder genießt Ihr alle den Sommer?

Für alle, die ganz still und leise nähen (oder wollen) und ein Schulterneigungsproblem haben, kommt heute ein Post, wie man das Schnittmuster an die eigene Schulterneigung anpasst.

Ich habe hierfür ein paar Miniaturen aus Papier angefertigt, damit es ein wenig deutlicher wird.

Alles fängt damit an, die eigene Schulterneigung herauszufinden. Die für mich bisher beste Methode war die, dass man ein großes Stück Papier, auf dem ein langer senkrechter Strich (Lot) gezeichnet ist, an eine Tür/Wand o.ä. klebt, sich direkt davor stellt, den Strich genau in die Körpermitte bringt und sich von einem Partner mit einem absolut waagerecht gehaltenen Stift die Umrisse vom Hals bis zur Rundung der Schulter, und auch ein wenig die Arme abzeichnen lasst.
schulter 1.jpg
Dann sollte der Partner den Halsansatz und den Schulterpunkt markieren. Dann nehmt Ihr das Papier ab und malt Euch die nun vorgegebene Form sauber mit einem etwas dickeren Stift/Faserschreiber nach.

[ATTACH]schulter 2.jpg[/ATTACH]
Dann legt Ihr die Zeichnung auf einen Tisch und legt Euren ausgeschnittenen/abkopierten Schnitt für das Vorderteil darauf.
schulter 3.jpg

In dem von mir gewählten Beispiel seht Ihr, dass der Schnitt sehr viel gerader ist als die eigentliche Schulter. Die eigentliche Schulterneigung wird durch die gestrichelte Linie auf dem grünen Schnitteil dargestellt. Dieses Zuviel an Stoff würde nachher irgendwo hinmüssen und das wären Falten, die sich am Oberkörper bilden würden, wenn Ihr das Ganze genauso nähen würdet. Das Problem kann man aber ganz schnell beheben. (man kann aber nicht einfach die gestrichelte Linie als Nahtlinie nehmen und den Rest abschneiden, weil damit das Armloch verändert würde.)

Ihr nehmt Euch ein Lineal und zeichnet Euch zwei Schneidelinien (auf dem Foto die beiden Bleistiftlinien) ein, eine parallel zum Saum kurz unter dem Armloch beginnend und eine von der Schulter senkrecht nach unten, wie auf dem Foto gezeigt.
schulter 4.jpg
Dann schneidet Ihr Euch dieses aus. Ihr habt nun ein kleines L-förmiges Stück und den großen Rest des VT-Schnitts.

Legt Euch ein Stück durchscheinendes Papier/Folie auf die Zeichnung von Eurer Schulterneigung und legt das große Teil des Schnittmusters wieder an der vorderen Mitte an. Etwas befestigen, damit nichts verrutschen kann. Dann nehmt Ihr das kleine Teil und legt den Schulterpunkt des Schnittes an den schulterpunkt Eurer Zeichnung.
[ATTACH]schulter 6.jpg[/ATTACH]
Zum besseren Erkennen habe ich Euch das noch einmal ohne das Transparentpapier fotografiert.
schulter 5.jpg

Befestigen.

Dann verbindet ihr mit Hilfe eines Lineals den Halsansatzpunkt mit dem neuen Schulterpunkt.schulter 7.jpg
schulter 8.jpg
Voilà, da habt Ihr Eure Anpassung. Die blaue Linie ist die neue Nahtlinie. Nun alles akkurat ausschneiden.
schulter 10.jpg
Euer neues Schnittteil ist fertig und Ihr habt kein Problem mit der Schulter mehr, insbesondere kein Problem mit dem Armloch, weil es in seiner Form überhaupt nicht angetastet worden ist.


Jetzt müsst Ihr nur noch das Rückenteil in der gleichen Weise ändern und könnt mit Eurem Zuschnitt beginnen.

Für alle, die das gegenteilige Problem haben, dass also die Schulter deutlich steiler ist als der Schnitt, funktioniert das System genauso, nur einfach nach oben schieben, bis Ihr den Schulterpunkt Eurer Zeichnung erreicht habt und dann wieder verbinden.

Für alle, die keine solche Zeichnung von sich machen lassen können: Ihr könnt das Mehr an Stoff z.B. an Eurem Probeteil abstecken, ausmessen und die gefundene Mehrmenge gleichmäßig auf VT und RT verteilen/sprich den L-förmigen Teil um die dann auf das VT und RT entfallende Menge verschieben, verbinden und ihr seid auch da, wo Ihr hinwollt.

So, das war es für heute.

Viel Spaß!

LG
Biggi
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