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Kostüme
Tanz, Theater, Karneval


Literatursuche zu "authentischen" Materialien

Kostüme


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  #11  
Alt 28.07.2012, 12:00
Therese Therese ist offline
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AW: Literatursuche zu "authentischen" Materialien

Falls Renaissance noch ein Thema ist: Janet Arnold: Patterns of Fashion: c 1560-1620. Ist so quasi das Standardwerk zu erhaltenen Kleidungsstücken umfasst englische, italienische und deutsche Kleidungsstücke für Männer und Frauen.
Für das Mittelalter noch eine Stimme für Katrin Kania.
Literatur aus dem Beginn der Kostümforschung bzw. Texilarchäologie als wissenschaftliche Fachrichtung sind mit Vorsicht zu behandeln.
Und es gibt erstaunlich viele Leute, die sich zumindest ansatzweise auskennen und den Unterschied zwischen Anspruch und was dann an Kleidung präsentiert wird bemerken.
Wenn es historisch korrekt sein soll, Museumsveranstaltungen u.ä., wird es nur wenige geben, die keine Bewerbung im Vorfeld haben möchten, um die Authentizität zu prüfen.

LG Therese
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  #12  
Alt 28.07.2012, 16:35
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AW: Literatursuche zu "authentischen" Materialien

Zitat:
Zitat von Doro-macht-mit Beitrag anzeigen
von 1586.

Wobei ich das nicht kenne. Wenn dort die Mode vom 16. Jahrhundert drin ist, wäre die bestimmt korrekt abgebildet.
Die Frauen sind nach Stand und Ort gekennzeichnet, nicht nach Zeit. Von daher gehe ich mal von zeitgenössisch aus.

Zumal sich damals auch keiner für "alte" Kleidung interessiert hätte, Mensch wollte ja doch eher wissen, was aktuell so angesagt ist.

(Ich habe da eine kolorierte TB Ausgabe von Insel Verlag, mal als Mängelexemplar geschossen.)

Wobei das halt schon wieder zweite Hälfte 16. Jahrhundert ist und zumindest an der Kleidung der Damen von Stand der Einfluss der spanischen Hofmode deutlich wird. Was in Deutschland etwa 50 Jahre vorher ja noch nicht der Fall war. Da kommt es dann eben schon wieder sehr auf das "wann genau" an.
__________________
Gruß, marion



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  #13  
Alt 29.07.2012, 08:40
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AW: Literatursuche zu "authentischen" Materialien

Zitat:
Zitat von Therese Beitrag anzeigen
Falls Renaissance noch ein Thema ist: Janet Arnold: Patterns of Fashion: c 1560-1620.
...und passt daher NICHT zur Renaissance, weil 1560-1620 Spät-Tudor respektive Elizabethanisch (und keine Renaissance) ist.
Die Renaissance ist "eine Kleidungsepoche früher" und daher, je nach Auslegung, irgendwo zwischen 1400-1550 anzusiedeln.
Wohlgemerkt, ich rede von der Kleidungsepoche. Diese unterscheidet sich in Bezeichnung und zeitlicher Ansiedlung fast immer ein wenig von musikalischer respektive architektonischer Epoche. Und ja, da gibt's tatsächlich Unterschiede.
__________________
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  #14  
Alt 29.07.2012, 12:39
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AW: Literatursuche zu "authentischen" Materialien

Am Beispiel des Kleids von Eleonora von Toledo (siehe J.Arnold) im Vergleich zu z. B. dem Kleid von Margareta Valdemarsdotter oder burgundischen Mode wie z. B. das Kleid von Maria von Habsburg sieht man aber die Änderungen der Damenbekleidung.
Schon klar, dass diese Beispiele eher die gut abgrenzbaren sind, also die Eckpunkte einer Entwicklung. Daran kann man aber Rückschlüsse auf Veränderungen in der Konstruktion von Kleidung ziehen. Ob diese Änderungen kontinuierlich waren oder sich ohne Vorbilder entwickelten, sich zeitlich oder räumlich verorten lassen ist schwierig zu sagen, da bisher Datenmaterial fehlt. Deshalb wären natürlich weitere textilarchäologische Fundbeschreibung aus der Zeit dieses Übergangs schön, aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben.


LG Therese
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  #15  
Alt 31.07.2012, 16:17
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AW: Literatursuche zu "authentischen" Materialien

Ich schliesse mal an an das bisher Gesagte und Geschriebene:

Gefragt wurde hier von Ina nach Literatur- und Informationsquellen, um sich den in einer zurückliegenden Epoche verwendeten Materialien anzunähern. Es ging nicht um Belehrungen, und wenn dann einige Bücher von Fachfrauen “irritiert“ zugeklappt werden, ist das völlig falsch verstanden worden. Gerade in diesen Büchern findet sich nämlich die gewünschte Information, meist im Anhang.

Das späte Mittelalter und die beginnende Epoche der Renaissance , die in England, Frankreich, Holland, Italien, Spanien und schließlich Deutschland auch von anderen geistigen Strömungen beeinflusst wird (z. B. Reformation, Ostindienhandel, Entdeckungsreisen…) ist von einem ganz starken Wandel gekennzeichnet. Manche Quellen berichten, dass sich nach zwei Generationen das „Konsumverhalten“ bei dem Erwerb von Kleidung völlig verändert ist, da innerhalb kürzester Zeit Materialien erschwinglich oder verfügbar wurden, die vorher noch unbezahlbar erschienen.

In einer anderen Quelle fand ich den Hinweis auf eine „außerordentliche Vielfalt und Farbenpracht“ dieser Übergangsepoche. Grund genug, sich für diese Epoche zu interessieren, ganz egal, ob man als Amateur im besten Sinne oder als Profi mit einem hohen Anspruch an die wohl bewußt in Anführungszeichen gesetzte Authentizität sich annähert.

Dazu ein kleiner Ausschnitt aus einer Berufsbeschreibung des Webers, wobei die Unterbezeichnungen allein schon spannend sind und Rückschlüsse zulassen (Barchentweber, Linnenweber, Sayenmacher, Kirseymacher, Grautucher usw.):

Im frühen Mittelalter wurden vor allem Leinwand und Wolltuche hergestellt. Während die Leineweberei vorwiegend ein ländliches Gewerbe blieb, bildete sich die Woll- und Tuchweberei als städtisches Handwerk aus. Städtische Leineweber werden seit Mitte des 13. Jhdt. in Konstanz genannt, wobei sich auf Grund der schwachen Stellung der städtischen Leineweber ein Zunftzwang erst spät ausbildete, so in Ulm 1436, Frankfurt/Main und Köln 1377, wo dann auch die Tirteiweber 1429 ein eigenes Handwerk bildeten.



Die Leineweber - vor allem in Oberschwaben und Westfalen - verarbeiteten Flachs und Hanf, wobei um 1500 Hanf nur noch für Säcke und grobes Zeug, jedoch nicht mehr für die Leinwandherstellung zugelassen war. Auf dem Lande wurde der Flachs von den Bauern angebaut. Die Aufbereitung, d.h. das Ausraufen, Riffeln, Rösten im Wasser, Auswaschen, Trocknen, Dörren, Brechen, Klopfen und Hecheln sowie das Verspinnen und meist auch das Weben im Winter war in der Regel Frauenarbeit.

Städtische Weber mußten dagegen ihren Rohstoff auf dem Flachsmarkt kaufen oder das Garn von Kauderern (= Garnhändlern) beziehen, das von Garnsiedern geäschert oder gesotten wurde. Zentren der Leineweberei waren Konstanz und Augsburg, im 14. und 15. Jhdt. dann auch Ravensburg, Ulm und St. Gallen, Memmingen und Isny, wobei die Produkte teilweise auch in den Fernhandel gelangten.

Die von den Woll- und Tuchwebern zu verarbeitende Schafswolle wurde zunächst gesäubert und gebrüht, mit dem Wollbogen geschlagen und gleichmäßig mit Fett durchfeuchtet. Die auf diese Weise „geschmälzte” Wolle wurde mit dem Krempel (= Wollkamm) gekämmt und war so zum Spinnen vorbereitet. Diese Arbeit wurde von Wollschlägern oder Lohnarbeitern ausgeführt, während das Kämmen, Spinnen und Spulen meist Frauen- oder Kinderarbeit war.



Nördlingen war um 1500 ein Zentrum für grobes Loden, während seit dem späten 16. Jhdt. Calw als Zentrum der Zeugweberei für leichte, ungewalkte Tuche galt. Westfälisches Leinen kam aus Osnabrück, Bielefeld und Münster.

Baumwolle, die aus dem östlichen Mittelmeerraum importiert wurde, war erheblich teurer als der heimische Flachs. Baumwollgarn konnte wegen der geringen Stapellänge der Fasern nur als Einschlag verwendet und auch nicht auf dem Tretrad, sondern nur auf dem Handrad (= Schweizer Rad) versponnen werden.

Die europäische Seidenweberei blühte schon im 12. Jhdt. in Italien. Köln, war noch zu Beginn des 16. Jhdt. die einzige deutsche Stadt mit bedeutender Seidenweberei, wobei die Rohseide vor allem aus Venedig bezogen wurde. Die Kölner Seidenweberei lag allein in den Händen von Frauen, die 1437 einen Amtsbrief erhielten. Erst im 18. Jhdt. wurden Krefeld und Berlin Zentren der Seidenindustrie.


Eine Bemerkung dazu:

Gerade bei der Erwähnung von Köln fällt mir der katastrophale Untergang des Stadtarchivs wieder ein und dass hier sicher auch wertvolle Quellen zu diesem Teil der Geschichte archiviert waren und vielleicht verloren gegangen sind.

Ich fange mal damit an, einige Quellen aufzulisten, die alltägliches Leben und handwerkliche Berufe im späten Mittelalter betreffen:

Kühnel, Harry (Hrsg.): Alltag im Spätmittelalter 3. Aufl. Graz-Wien-Köln 1986

Reith, Reinhold (Hrsg.): Lexikon des alten Handwerks vom späten Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert
2. Aufl. München 1991 (mit ausführlicher Bibliographie)

Vocke, Helmut: Geschichte der Handwerksberufe
Waldshut 1959

Waas, Adolf: Der Mensch im deutschen Mittelalter
Wiesbaden 1996

Schubert, Ernst: Alltag im Mittelalter – natürliches Lebensumfeld und menschliches Miteinander
Darmstadt 2002

Maike Vogt-Lüerssen: Der Alltag im Mittelalter
Norderstedt 2006

Zur eigentlichen Kostüm- und Modegeschichte gibt es spezielle Literatur, auch etwa von Fachverlagen wie Müller & Sohn oder Schiele & Schön. Darauf gehe ich später noch ein.

Das reicht erst einmal für diesen Beitrag. Die vollständigen Texte gebe ich gern weiter (Ina?), denn es ist vielleicht zu umfangreich für dieses Forum, aber insgesamt doch aufschlussreich.

Martin, Bremen
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