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Andere Diskussionen rund um unser Hobby

Es geht ums Nähen und alle anderen Forenbereiche sind nicht zutreffend?
Dann ist hier der Platz, der Raum bietet.


TV-Tipp: Der H&M Check

Andere Diskussionen rund um unser Hobby


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  #46  
Alt 24.01.2012, 19:58
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_Miu _Miu ist offline
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AW: TV-Tipp: Der H&M Check

Zitat:
Zitat von FabricFish Beitrag anzeigen
Interessant fände ich ja mal, die genaue Kalkulation einer 9,95-Euro-Jeans zu sehen.
Zwar keine Jeans, aber in einem Zeit Artikel von Ende 2010 wurde einmal die Kosten für ein 4,95 Euro T-Shirt zerlegt:

Zitat:
400 Gramm Baumwolle benötige man für das T-Shirt von H&M, hatte der Textilexperte Horst Sahm gesagt, in seinem Büro westlich von Berlin. Nur 40 Cent musste man in den vergangenen Jahren dafür bezahlen. Das T-Shirt ist billig, weil der Rohstoff dafür so günstig war.

Kostet ein Rohstoff wenig, liegt das daran, dass es zu viel davon gibt. Irgendjemand hat mehr produziert, als die Welt braucht. Bei der Baumwolle waren das die Amerikaner mit ihren modernen Erntemaschinen.
Zitat:
Dieie Bedrohung lebt in Indien, in Westafrika, in armen Ländern wie Mali oder Burkina Faso. Dort gibt es Bauern, die ihre Baumwolle halb so teuer produzieren wie die Amerikaner. Bauern ohne John Deere Cotton Stripper. Sie haben ihre Hände, das ist alles, trotzdem sind sie den Vardemans überlegen. Denn billiger als die modernste Maschine ist ein Mensch, der nichts zum Leben braucht als ein paar Schalen Reis am Tag.

In Amerika leben 19.000 Baumwollbauern. In den vergangenen zehn Jahren erhielten sie 25 Milliarden Dollar vom Staat. Angelockt von diesem Geld, bauten sie jedes Jahr genug Baumwolle für zehn Milliarden T-Shirts an. Die Baumwolle wurde billiger. Das T-Shirt auch. Die amerikanischen Steuerzahler haben nicht nur ihre Farmer subventioniert, sondern auch das T-Shirt von H&M.
Zitat:
Es gibt jetzt nicht mehr zu viel Baumwolle auf der Welt. Es gibt zu wenig. Der Preis ist gestiegen, er scheint immer weiter zu steigen. Die Vardemans werden für ihre Ernte sehr viel Geld bekommen. Sie werden kaum noch Subventionen brauchen.

Die 400 Gramm Baumwolle, die man für das T-Shirt benötigt, kosten jetzt nicht mehr 40 Cent, sie kosten fast einen Euro. Der Rohstoff ist teuer geworden.
Zitat:
Zu welchem Preis verkauft die Firma das fertige T-Shirt?

»Für etwa 1,80 Dollar«, sagt der Manager, umgerechnet 1,35 Euro, und fügt an: »Bisher«.

Denn bisher war die Baumwolle billig, und die Arbeiterinnen waren noch billiger. So kam diese Kalkulation zustande: 40 Cent für die 400 Gramm Baumwolle, 95 Cent für die Stoffproduktion und das Nähen des T-Shirts. Für das Textilunternehmen DBL blieb am Ende genug übrig, um neue Nähmaschinen zu bezahlen und den Toyota des Managers samt Fahrer.
Zitat:
4,95 Euro, das bedeutet: Abzüglich Umsatzsteuer werden 4,16 Euro an H&M gehen. 1,35 Euro hat das Unternehmen für das T-Shirt bezahlt. Jetzt geht es darum, das T-Shirt möglichst günstig nach Europa zu bringen, von Dhaka nach Deutschland. 7300 Kilometer Luftlinie.
Zitat:
Heute kostet die Strecke von Bangladesch nach Deutschland rund 2800 Euro, pro Container.

Das ist der Marktpreis. Er gilt nicht für alle. Große Kunden bekommen Rabatt. H&M ist ein sehr großer Kunde. Etwa 25 Prozent müsse man abziehen, sagte Horst Sahm, dann dürfte man auf den Preis kommen, den H&M bezahlt.

2100 Euro wären das demnach pro Container. Der Container ist 12 Meter lang, jeweils 2,50 Meter hoch und breit. Knapp 34000 T-Shirts passen hinein. Macht sechs Cent pro T-Shirt. Der Container hält den Preis niedrig. Das ist ein weiteres Geheimnis des billigen T-Shirts.

Wenn das T-Shirt nach drei Wochen auf See in Deutschland ankommt, wird H&M für Rohstoff, Herstellung und Transport insgesamt nur etwas mehr als 1,40 Euro bezahlt haben.

Das Problem ist, dass es nicht genug Container gibt im Moment. Die große Wirtschaftskrise war kleiner als erwartet, die Fließbänder laufen wieder, die Schiffe füllen sich, mit T-Shirts, Turnschuhen, Kameras. Die Reedereien heben ihre Frachtraten an. Maersk will im Januar den Containerpreis um 500 Dollar erhöhen.

Baumwolle, Mindestlöhne, Frachtraten. Das billige T-Shirt wird immer teurer. Rechnet man die gestiegenen Kosten auf den Verkaufspreis um, müsste man jetzt 5,60 Euro für das T-Shirt bezahlen, mindestens.
Zitat:
4,16 Euro pro T-Shirt fließen an H&M. Abzüglich von 1,40 Euro für Produktion und Lieferung bedeutet das: 2,76 Euro bleiben bei H&M. Zunächst. Etwas über zwei Euro, schätzt Horst Sahm, müsse man für die Filialmiete abziehen, für den Transport innerhalb Deutschlands, die Gehälter von Verkäuferinnen und Buchhaltern, für Kataloge und Werbeplakate.
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  #47  
Alt 24.01.2012, 20:18
FabricFish FabricFish ist offline
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AW: TV-Tipp: Der H&M Check

Zitat:
Zitat von _Miu Beitrag anzeigen
Zwar keine Jeans, aber in einem Zeit Artikel von Ende 2010 wurde einmal die Kosten für ein 4,95 Euro T-Shirt zerlegt:
Danke für den Link!
Ein sehr interessanter Artikel.
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  #48  
Alt 25.01.2012, 00:55
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samba samba ist offline
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AW: TV-Tipp: Der H&M Check

Ich hab da was gefunden, konnte die Leerräume nicht entfernen, sorry.

Samba

Gedankenanstöße zur textilen Globalisierung
Quelle: „Weisse Plantagen – eine Reise durch unsere globalisierte Welt“ von Érik Orsenna, Verlag C.H.Beck oHG, München 2007



Allgemeine Fakten:
70 Länder in tropischen und subtropischen Zonen produzieren das Weiße Gold, 140 Millionen Menschen im Baumwollanbau oder in der Verarbeitung, 20 Millionen Tonnen Baumwolle jedes Jahr, eine der intensivsten Anbaukulturen überhaupt: 4% der weltweiten Ackerfläche, 10% der Pestizide, 22% der Insektizide, die weltweit zum Einsatz kommen, 25% gentechnisch verändert, Indien: Baumwolle auf 5% des Ackerlandes, 54% aller zum Einsatz kommenden Agrarpestizide, 25% der durch Pestizide verursachten tödlichen Unfälle im Baumwollbereich



China:
12 Stunden Arbeitstag, 7 Tage pro Woche, 1 Woche Urlaub pro Jahr, wenn der Chef nett ist, keine Fenster, keine Tische, keine Sessel, Arbeit am Boden, Halbdunkel, kein Wasser, kein WC, keine Hygiene, Krankheit, Elend, Schmutz, Russ, Lärm, Gestank, Gemeinschaftsschlafsäle, Kinderarbeit, Sklaverei, Ausbeutung, Erschöpfung und Resignation der ArbeiterInnen - Alltag im 21. Jh. wie von Dickens über das 19. Jh. geschrieben: dieselbe Armensuppe, dieselben Schlafsäle, dieselben leeren Augen ohne Perspektive und Hoffnung, Datang, die Stadt der Socke: 1000de Firmen, 10.000de ArbeiterInnen, die ausschließlich Socken produzieren, Arbeit nach Auftrag aus aller Welt, Auftrag endet nie, daher endet Arbeit nie



Usbekistan:
Baumwollernte von Mitte Sept. bis Ende Nov.: alle Schulen und Universitäten ausgestorben: alle Kinder und Jugendlichen ab 10 Jahren auf den Feldern, 12 Stunden am Tag pflücken für einen symbolischen Lohn von 4 Cent/Kilo, karges Essen, notdürftige Schlafplätze in Scheunen, Staat hebt keine Steuern ein, sondern rekrutiert 40% aller öffentlichen Einnahmen aus dem Kauf der gesamten Baumwolle des Landes und einem Verkauf am Weltmarkt um den 2-3fachen Preis, Geld des Baumwoll- Ankaufes für die Bauern sollte Staat eigentlich auf die einzige Landwirtschaftsbank einzahlen, nimmt aber oft „Anleihen“ genau von diesem Geld, sodass die Kassen leer sind und die Bauern oft monatelang auf ihren Lohn warten, das usbekische Volk ist ein sehr geduldiges...



Brasilien:
Mato Grosso, die größte Farm der Welt, ein Stück wirtschaftlicher Unendlichkeit auf Kosten des Urwaldes, Roden ohne Ende, Rauchsäulen im Himmel, Amazonien im Rückzug - die Lunge der Welt, wem gehört dieser für das Überleben der Menschheit notwendige Reichtum des Regenwaldes? Fazendas und ihre Herren - kaum über 20, wie die Generäle Napoleons, hunderte Leute unter sich, tausende Hektar Baumwolle unter sich, riesige Maschinen, die wie Ungeziefer die riesige Ebene fressen, weißes Gold für die Welt, Gier und Verachtung gleichzeitig, rechtfertigt Genmanipulation: Warum keine Spinnengene in die Baumwolle, wenn die Fäden dadurch elastischer werden?, dazwischen bitterste Armut: Baracken aus Blech, Wände aus Plastiksäcken, Autowracks, die Frauen kochen, die Männer dösen, Kinder und Ratten dazwischen, die „Landlosen“ - vegetieren statt leben, Kampf der Titanen: die größte Farm gegen den größten Wald der Erde - muss man den Planeten ersticken, um ihn zu ernähren?





Mali:
Rohstoffmetropole Koutiala: Fabriken, rund um die Uhr Schichtbetrieb, 7 Tage in der Woche, Menschen mit Taucherbrillen und schweren Masken, die Mund und Nase bedecken, eine fürchterliche Plackerei ohne Pause, Afrikaner sind faul?, 600 Lastwägen in Zehnerreihen, die auf die Erlösung warten: Monströse Industrieschlunde, die in ein paar viertel Stunden Tonnen von weißen Flocken schlucken, danach wartend, dass sich der Weltmarkt für sie interessiert, Krieg der Währungen zwischen Europa und USA, eines der ärmsten Länder – abhängig vom Euro, einer der teuersten Währungen – welch Paradoxon!, Lastwagenlehrlinge, die kein Geld verdienen, sondern nur etwas zu essen bekommen, schlafen, kochen und wohnen zwischen Vorder- und Hinterachse, träumen davon, dass sie es irgendwann einmal zum Lastwagenfahrer bringen


Brasilianer und Afrikaner:
Es gibt keine unterschiedlicheren Agrikulturen: Auf der einen Seite Überdimensionalität und Mechanisierung, auf der anderen Seite Felder, die zu Dörfern gehören und von Familien per Hand bestellt werden, nur ein Wunsch einigt: wettbewerbsfähig zu bleiben, nur eine liberale Forderung einigt: das Gesetz des Marktes, und sie machen gemeinsame Sache gegen die Falschspieler, die ihre Produzenten subventionieren: Europa und USA.



Amerika:
Schlechte Böden, geschickte Zollbarrieren, schlechtes Klima, 10 Milliarden Dollar Subventionen, 75% davon an 10% der Großproduzenten, unrentable Produktionen künstlich am Leben erhalten, anders würden amerikanische Pflanzer aufhören, Baumwolle anzubauen, Kursanstieg zwischen 5 und 17% am Weltmarkt wäre die Folge, Millionen Dollar in die Forschung an Pestiziden und Insektiziden, Genmanipulation hebt den nationalen Stolz, wer gentechnisch verändertes Saatgut als Bauer länger als ein Jahr verwendet, ohne erneut dafür zu zahlen, wird strafrechtlich verfolgt, Abhängigkeitsspirale ohne Ausweg und ohne Denken, Mutationen, Gewöhnungseffekt, Dosiserhöhung, Gesundheitsrisiko?, keine nachweisbaren, das wichtigste ist der „freie Markt“, dafür tut Amerika alles, was gefordert wird, der Kunde muss König bleiben, egal zu welchem Preis, egal, welche Forderungen die WHO stellt





Das Ergebnis: ein T-Shirt um 3 Euro

Wie kann ich das rechtfertigen?
Wie kann ich das verantworten?
Wie kann ich mich über so einen Kauf freuen?
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  #49  
Alt 25.01.2012, 01:02
lea lea ist offline
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AW: TV-Tipp: Der H&M Check

Zitat:
Zitat von samba Beitrag anzeigen
Das Ergebnis: ein T-Shirt um 3 Euro

Wie kann ich das rechtfertigen?
Wie kann ich das verantworten?
Wie kann ich mich über so einen Kauf freuen?
Man darf sich nur nicht der Illusion hingeben, bei einem T-Shirt für 30€ sei das anders.
Lea
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  #50  
Alt 25.01.2012, 01:13
FabricFish FabricFish ist offline
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Zitat von lea Beitrag anzeigen
Man darf sich nur nicht der Illusion hingeben, bei einem T-Shirt für 30€ sei das anders.
Lea
Wenn das 30€-Shirt in einer Boutique angeboten werden, kann man noch hoffen, dass man mit dem Kauf den örtlichen Einelhandel unterstützt.

Wenn das 30€-Shirt in einer Filiale eines Unternehmens hängt, ist das wohl anders ...
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