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Mode-, Farb- und Stilberatung
Der Forumstitel sagt, um was es hier geht.


Was ist denn dann dick?

Mode-, Farb- und Stilberatung


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  #81  
Alt 14.09.2011, 00:00
Benutzerbild von nowak
nowak nowak ist offline
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Registriert seit: 10.08.2004
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AW: Was ist denn dann dick?

Ich mache ja für mich den Unterschied zwischen "dick" und "problematisch dick".

"Problematisch dick" ist für mich da, wo ein Mensch in seinem Alltagsleben und auch sonst durch sein Gewicht eingeschränkt wird.
(Wobei man dieses Kriterium nicht nur auf das Gewicht anwenden kann, sondern auf viele Dinge. Auf den Konsum von Alkohol, von Zigaretten, von anderen Rauschmitteln. Aber auch auf Verhalten. Kontrolle (Unterschied zwischen "vor dem 3 wöcheigen Urlaub noch mal kontrollieren, ob man die Tür wirklich abgesperrt hat" und "bei jedem Verlassen des Hauses noch drei mal Kontrollieren, ob man die Tür des Hauses abgesperrt hat"), Putzen, Dinge aus Angst nicht tun,... Eßstörungen sind nur sichtbarer als viele andere genauso schwerwiegende Probleme.)

"Dick" ist hingegen für mich nicht automatisch "problematisch". Genauso wie nicht jeder der zwei Mal die Woche ein Glas Wein trinkt ein Alkoholproblem hat. Vielleicht habe ich deswegen auch keine Probleme, mich selber als dick zu sehen und zu bezeichnen, weil es für mich nicht automatisch mit "problematisch dick" gleichgesetzt ist

Was heißt "eingeschränkt" für mich... wenn ich Dinge nicht tun kann, die alltäglich sind wie zwei Stockwerke hochsteigen. Wenn ich anfange, Tätigkeiten zu vermeiden, weil sie mir nur wegen meines Gewichtes schwer fallen (etwa statt zwei Mal die Woche einkaufen gehen lieber nur alle 14 Tage), wenn ich Dinge nicht tun kann, die ich sehr gerne tun würde (etwa einen Sport nicht ausüben, weil mir die Kraft fehlt, mich zu bewegen genauso wie nicht tauchen gehen können, weil es in meiner Größe keine Neoprenanzüge mehr gibt oder nicht mehr ins Kino gehen, weil kein Kino ausreichend breite Sitze hat.) Wenn ich andere Freizeitaktivitäten (die ich früher gerne und freiwillig gemacht habe) vernächlässige, weil ich keine Zeit mehr dazu habe. Wenn ich nervös werde, wenn mein Kühlschrank nicht immer proppenvoll ist. Wenn ich von meinem näheren Umfeld öfter höre, daß ich doch vielleicht ein wenig abnehmen sollte (von mehreren Personen, nicht nur von der magersüchtigen Freundin und der Tante, die immer was zu meckern hat). Wenn ich schon fünf mal den Zahnarzt oder Friseur gewechselt habe, aber immer noch keinen gefunden habe, dessen Stühle breit genug sind. Wenn ich jeden Stuhl genau angucke, bevor ich mich drauf setze, weil ich befürchte er könnte nicht halten,...

Je mehr von diesen Kriterien erfüllt sind, um so problematischer ist das Verhalten.

(Wie gesagt, gilt für andere Bereiche auch. Raucher hier? Raucher, die unruhig werden, wenn sie nicht mindestens noch drei Zigaretten im Haus haben? Raucher, die schon mal im stömenden Regen und Kälte nass und Frierend im Freien standen? Raucher, die keine Fernreisen unternehmen, weil sie 13 Stunden im Flugzeug ohne Zigarette nicht aushalten? Oder die so was nur mit medikamentöser Hilfe (Nikotinpflaser) durchstehen? Raucher, die schon mal ein interessantes Gespräch verlassen haben, um eine zu rauchen? Raucher, die längere und häufigere Arbeitspausen brauchen als ihre Kollegen, um zu rauchen? Genau.... und das ist nur ein Beispiel von vielen anderen. Es muß sich deswegen jetzt auch kein Raucher verteidigen. Nur ein Beispiel.)

Wo das dann problematisch ist, läßt sich vermutlich wirklich nur teilweise an Kilogramm festmachen. Und manches was mit 25 noch problemlos geht, kann mit 35 dann doch "zu viel" sein, weil der Körper einfach älter wird.

Ich selber hatte übrigens so einen Punkt, wo ich die Treppen in den zweiten Stock mit 10 kg Aktentasche nur noch keuchend hinbekam. (bzw. keuchend oben ankam.) Das war bei mir der Punkt für "mehr Bewegung" inklusive "gezielter Bewegung", nicht nur im Alltag.
(Hat am Gewicht allerdings nicht viel geändert. Und Cola und Chips weglassen kann ich leider auch nicht, ebensowenig wie die McDonalds Besuche. Weil ich das eh nicht oder kaum konsumiere. Also seltener als 1x/Monat. McDonalds so alle zwei Jahre mal. Man kann auch von Obst, Gemüse, Käse, Milch, Müsli, Fleisch,... sein Gewicht halten. )

Aber die Erkenntnis zum Ändern muß zum einen von innen raus kommen, zum anderen erfordert eine Veränderung Mut und eine Therapie noch mehr Mut. Und Eßverhalten ist wesentlich schwerer zu verändern als es ist mit Rauchen aufzuhören oder keinen Alkohol mehr zu trinken. Denn Zigaretten und Alkohol kann man einfach ganz weglassen und man kann ihnen aus dem Weg gehen. Essen muß man. Und "anders essen" ist dauerhaft viel schwerer als "nicht mehr rauchen".

Deswegen verurteile ich diejenigen nicht, die problematisch dick sind. Genauso wenig wie ich jemanden mit Ängsten oder Phobien verurteile. Oder die Freunde, die über ihr Gewicht lügen (nach oben), weil sie es satt haben, ständig der Magersucht verdächtigt zu werden. (Muß ich erwähnen, daß das diejenigen sind, die keinen Sport machen, einer sitzenden Tätigkeit nachgehen und gerne und viel süß und fett essen? )

Wenn jemand mir gegenüber Unzufriedenheit mit seinem Gewicht (oder einem anderen eigenen Verhalten) ausdrückt, dann werde ich ihn gerne ermuntern, in sich hinein zu hören, ob er oder sie wirklich was ändern will und ihn dann ermuntern, daß auch zu tun. (Und ich werde niemandem den Gang in den zweiten Stock abnehmen, so wie ich auch für niemanden Zigaretten mitbringe, ausbaden muß dann schon jeder selber.) Aber verurteilen bringt nichts. Nicht bei Eßstörungen, nicht bei Substanzmissbrauch (inklusive Nikotin), nicht bei Ängsten,.... also kann ich es auch lassen.
__________________
Gruß, marion



Heute im Blog:
Der Sommer kann kommen!
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  #82  
Alt 14.09.2011, 11:02
Naehhexe Naehhexe ist offline
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AW: Was ist denn dann dick?

Danke Marion für diese Zeilen!
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  #83  
Alt 14.09.2011, 11:25
Benutzerbild von oosie
oosie oosie ist offline
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AW: Was ist denn dann dick?

Wow, Marion, das hast du super auf den Punkt gebracht!
__________________
oosie

von füßchenbreit
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  #84  
Alt 14.09.2011, 11:38
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Minette Minette ist offline
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AW: Was ist denn dann dick?

Hallo zusammen

Bis vor 10 Jahren war ich Gewichtsmässig immer an der unteren Grenze (Grösse 34 bis 36 bei 1.72m), konnte und habe aber alles gegessen. Besonders gerne die ungesunden, aber sooooo schmackhaften Sachen.... Zwar nur hinter vorgehaltener Hand, aber trotzdem habe ich fülligere Frauen als disziplinlos betitelt und verurteilt.

Dann hatte ich einen schweren Unfall. War 6 Wochen im Spital/Reha und konnte über viele, viele Monate kaum Sport machen, da die Schmerzen einfach zu gross waren. Da begann es mit dem Zunehmen. Heute trage ich Grösse 42, kann wieder normal Sport machen, aber bringe die überschüssigen Kilos einfach nicht mehr dauerhaft runter. Ich habe das Gefühl, ich hätte schon ein Kilo mehr auf der Waage, wenn ich ein Stück Torte nur ansehe. Klar KÖNNTE ich gesünder leben. Aber nach einem 11 Stunden Arbeitstag, 2 Stunden Arbeitsweg und dem Bewegen meines Pferdes habe ich wenn ich dann endlich gegen 22 Uhr nach Hause komme auch keine Lust mehr zu Kochen. Zumal ja der Wecker um 5 Uhr wieder läutet, will ich so schnell wie möglich, aber nicht hungrig ins Bett.

Klar stören mich meine überschüssigen Kilos. Aber schlussendlich ist Essen für mich auch Genuss und den brauche ich auch. Deshalb habe ich mich inzwischen damit abgefunden und versuche einfach, Grösse 42 zu halten.

Was ich damit sagen will: Verurteilt fülligere Menschen nicht. Jeder hat seine Geschichte.

Grüsse, Minette
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  #85  
Alt 14.09.2011, 12:03
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Rumpelstilz Rumpelstilz ist offline
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AW: Was ist denn dann dick?

Ihr habt beide schon recht, Nowak und Minette.

Lysistrata schreibt aber weiter oben, dass sie die Damen, die sie beschreibt, täglich erlebt. Sie (fr)essen. Sie bewegen sich nicht. Sie sind massiv eingeschränkt. Und sie jammern.
Das ist schlimm.
Und egal, was dahinter steckt: Das ist mühsam. Es ist mühsam und nervig, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die den ganzen Tag über ungesundes einwerfen, jammern, sich zu nichts aufraffen können, zu faul sind, drei Schritte zu gehen. Und an nichts selber schuld sind. Es zieht einem runter und ich finde, man darf das verurteilen. Und ich finde es gibt Grenzen dessen, was man sich aussetzen muss, z.B. wenn die Arbeit, die eine gewisse Bewegung erfordert, z.b. im Keller etwas holen, immer auf die nicht-Dicken abegeschoben wird. "Weisst du, meine Knie...". Ich habe das erlebt und wenn es mit dem oben beschriebenen kombiniert ist, kann es mit der Zeit erdrückend werden.
Natürlich steckt fast immer "etwas anderes" dahinter. Trotzdem darf man es nicht gut finden.
Das ist meine Meinung.
__________________
Martina
'Children of Winter Never Grow Old'
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