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Schritt für Schritt: Entstehungsprozesse

Anderen beim Nähen über die Schulter zu schauen kann eine spannende Sache sein. Man lernt neue Tricks und Kniffe, verfolgt Freude und manchmal auch Verzweiflung und bekommt Ideen für eigene Kreationen. Hier könnt Ihr Schritt für Schritt den Entstehungsprozess Eurer Werke dokumentieren, angefangen vom Stapel mit den ausgesuchten Stoffen und dem Schnitt bis hin zum fertigen Stück. Am besten schreibt Ihr während Ihr näht, dann können andere mitfiebern und Ihr werdet gleichzeitig motiviert.


Murkskleid - trotzdem tragbar geworden - Achtung lang!

Schritt für Schritt: Entstehungsprozesse


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  #1  
Alt 22.06.2010, 19:41
Babsi Babsi ist offline
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Murkskleid - trotzdem tragbar geworden - Achtung lang!

Guten Tag,
auch wenn ihr hier kein WIP im eigentlichen Sinne findet, möchte ich euch meine "Leidensgeschichte mit glücklichem Ausgang" nicht vorenthalten.
Nun nähe ich schon über 30 Jahre, und man sollte denken, dass außer kleinen Fehlern keine größeren Unglücke passieren sollten. Ja, mein neuestes Projekt stand scheinbar unter keinem guten Stern, aber ich habe es trotzdem geschafft, ein tragbares Sommerkleid zu schneidern.
Aber der Reihe nach:
Ein günstig erstandener leichter Baumwollsatin aus einer Schneiderei-Auflösung wartete schon länger auf seine endgültige Bestimmung. Nachdem ich hin und her überlegt hatte, ob es ein Kleid oder ein Rock werden sollte, habe ich mich dann doch wegen der Stoffmenge für folgenden Schnitt entschieden.
Allerdings habe ich den Kragen weggelassen, der war mir dann doch für mein Alter etwas arg zu mädchenhaft.
Ich ging guter Dinge ans Werk und da die Läden nicht geöffnet hatten, habe mir das erste Mal einen Schnitt heruntergeladen. Das hat auch gut geklappt und der restliche Abend wurde mit dem Druck, dem Zusammenkleben der einzelnen Seiten und dem anschließenden Ausschneiden des Schnittes verbracht. Bei dieser Gelegenheit wurde auch mein neuer - vom meinem Mann geschreinerter - Zuschneidetisch eingeweiht.
Ein paar Tage später - ich habe meist nur einen halben Tag in der Woche für mein Hobby Zeit - habe ich den Stoff vorgewaschen und dann fingen die Probleme an:
Ob es am Stoff lag oder daran, dass noch ein bißchen Wasser in der WaMa war und ich die Vorwäsche für den Stoff auf den nächsten Morgen vorprogrammiert habe und der Stoff deshalb an einigen Stellen über Nacht mit Wasser in Berührung kam, weiß ich nicht. Jedenfalls ist das Muster an einigen Stellen ausgeblutet und hat nicht zu entfernende Flecken hinterlassen. Zuerst habe ich den Stoff abgeschrieben bzw. geistig als Probestoff abgehakt. Nachdem der erste Ärger verflogen war, habe ich das Malheur genauer untersucht. Vieleicht könnte ich ja zwischen den Flecken noch was Brauchbares ausschneiden.
Also erstmal die Flecken mit Heftfaden markiert und die Schnittteile aufgelegt. Und siehe da, der Stoff hat knapp gereicht.
Dann eifrig ans Werk. Bei Zusammennähen der einzelnen Teile stutzte ich: Wieso hatte ich 6 Rockteile : Als ich die Papierschnittteile nochmals kontrolliert habe, mußte ich feststellen, dass ich D.... den Futterrock auch aus dem Oberstoff zugeschnitten hatte. Man sollte also beim Zuschneiden sein Hirn einschalten oder solche Arbeiten nicht zu später Abendstunde erledigen. Ich hätte also überhaupt nicht mit dem Stoff knappsen müssen!
OK, dann gibt es ja vielleicht noch einen Rock zum Kleid. Also weitergemacht! Nachdem das Kleid soweit zusammengeheftet war, kam die erste Anprobe: Es paßte alles auf Anhieb; Änderungen die ich schon bei anderen Kleidern in dieser Art gemacht habe, habe ich von vorneherein berücksichtigt (Anpassung an Hohlkreuz und Seitennähte auf Gr. 40, alles andere auf Gr. 38). Nur eines war fürchterlich: War der dezente Tulpenrock im Vorderteil richtig kleidsam, so waren die aufspringenden Falten im Rückenteil über dem Po gar gräßlich. Die Falten in Kombi mit Hohlkreuz und Stoffart gaben einen überaus großen Entenpopo ab. Ok - die Stoffvorschläge haben auch andere Stoffe vorgesehen...
Was tun? Aus den rückwärtigen Rockteilen faltenlose bzw. mit Abnähern versehene Teile zu zaubern? Da fielen mir die überflüssigen Futter-Schnittteile wieder ein, welche ich ja aus Stoff hatte. Dies waren ganz normale gerade Teile mit Abnähern. So habe ich das Kleid mit den rückwärtigen "Futter"-Schnittteilen nochmals zusammengeheftet und das Ergebnis war deutlich kleidsamer. Auch wenn durch die "Futter"-Schnittteile die Rocklänge etwar kürzer wurde, stellte dies kein Problem dar.
Nachdem soweit alles zusammengenäht war, der nächste Schreck: Mitten auf dem Popo war im Musterdruck eine weiße Stelle. Also hat hier schon die Stofffabrik beim Druck gemurkst. Ausgerechnet in einer schwarzen Linie! Kein Mensch hätte es wahrscheinlich gesehen, aber als Perfektionistin hätte ich das niemals so angezogen. Nun mußte der Edding her! Vorsichtig habe ich die weiße Stelle schwarz gemalt. Nachdem Edding ja nie beim Waschen rausgeht, wenn er rausgehen soll, passiert mir bestimmt das Gegenteil! Also Kleid erstmal wieder in die Wäsche! Juchhu, wahrscheinlich hat sich noch niemand so wie gefreut, wenn ein schwarzer Edding nicht mehr aus dem Stoff auszuwaschen ist!
So weiter ging es. Entgegen der Schnittbeschreibung wollte ich das ganze Kleid füttern und nicht nur den Rock. Die Ärmellösung sah eine Schrägbandeinfassung vor. Das gefiel mir aber nicht. Also habe ich einen Beleg gebastelt. Nach dem Annähen und Verstürzen gab es jedoch nur Gebeule und Falten. Was hatte ich falsch gemacht? Alles wieder abgetrennt und genau geprüft. Dabei habe ich festgestellt, dass ich den linken Beleg auf den rechten Armausschnitt genäht hatte. Komischerweise haben aber die Nähte des Belegs genau mit den Nähten des Kleides übereingestimmt, auch die Nahtstrecke selbst. Gottseidank habe ich dies nach dem ersten Beleg gemerkt. Also wieder alles abgetrennt - natürlich war schon alles zurückgeschnitten etc. Als die Belege richtig angenäht waren, gab es auch kein Gewurstel mehr.
Zum Schluß Futter genäht und Kleid fertig genäht.:schneider: Jetzt fehlt nur noch ein passender Gürtel. Auch wenn ich noch Stoff übrig habe, reicht es von der Länge nicht für einen Gürtel. Aber Gürtel nähen finde ich nicht besonders prickelnd. So geht es morgen in die Stadt und ich schaue mich nach fertigen Ledergürteln um, denn leider passt kein vorhandener.
Als Belohnung für's geduldige Lesen will ich euch das Ergebnis nicht vorenthalten:

Kleid

Danke für's Lesen.

Viele Grüße von
Babsi
(die das nächste Werk schon geistig in Angriff nimmt - der erste Marfy-Schnitt in meinem Leben)
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  #2  
Alt 22.06.2010, 20:09
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martina61 martina61 ist offline
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AW: Murkskleid - trotzdem tragbar geworden - Achtung lang!

Ups ,da hast du ja eine prima Odyssee mit dem Kleid hinter Dir,aber ich finde es auch durchaus schick.Ich hätte ja nie die Geduld aufgebracht muss ich gestehen,,zeigst du den Rock auch noch,wenn er fertig ist,was hoffentlich nicht mit soviel `Ùmwegen``verbunden ist
__________________
liebe Grüße Martina

eine Schlußpfiff-näh


Gewinnerin Contest 05/2010 Haarschmuck

Original Zuckerpuppe - frech, wild und wunderbar
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  #3  
Alt 22.06.2010, 20:53
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AW: Murkskleid - trotzdem tragbar geworden - Achtung lang!

Hallo Babsi,

du weißt schon, dass du es zu einem der nächsten Treffen vorführen darfst
Ich echt super geworden.

Liebe Grüße
Ziegelrot
__________________
Liebe Grüße
Ziegelrot
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  #4  
Alt 22.06.2010, 20:54
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Rumpelstilz Rumpelstilz ist offline
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AW: Murkskleid - trotzdem tragbar geworden - Achtung lang!

Ich finde, es spricht für dich, dass du jedesmal herausgefunden hast, was der Fehler war, wie du ihn beheben kannst - und nicht einfach die Schuld von dir geschoben hast.
Nicht selten liest man hier Dinge wie: Ich habe das Kleid fertig genäht, aber es sind noch zwei Teile übrig. Ausserdem sind die Belege zu kurz, wenn ich sie annähe wie vorgegeben, dann gibt es ein Gewurschtel. ****Schnittmuster.
Und dabei glaube ich, dass in den meisten Fällen der Fehler bei der Näherin, nicht im Schnitt ist.
Deshalb: ganz grosser Respekt!

Ausserdem finde ich das Kleid sehr schön. Der Stoff wäre nicht meins, aber der Schnitt ist super und fordert wohl präzises arbeiten. Dass aufspringende Falten beim Hinterteil meistens unvorteilhaft sind, habe ich schon öfters gelesen. Ich habe auch noch so ein ähnliches Schnittmuster hier liegen und bei dem schreiben auf Patternview alle bis auf eine, sie hätten die Falten am hintern in Abnäher verwandelt.
__________________
Martina
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  #5  
Alt 22.06.2010, 21:35
Babsi Babsi ist offline
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AW: Murkskleid - trotzdem tragbar geworden - Achtung lang!

Guten Abend,

vielen Dank für die Komplimente .

Ich glaube nicht, dass ich aus den übrigen Teilen noch einen Rock nähe. Ich weiß jetzt auf Anhieb auch gar nicht, ob ich nicht die Belege aus einem übrigen Rockteil geschnitten habe...
Außerdem müßte ich ja dann aus den Rückteilen was basteln, um die Falten weg zu bekommen.

Die Falten auf dem Po wären sooo schlecht nicht gewesen, wenn der Rock nach unten glockig gefallen wäre. Aber Falte in Kombi mit Tulpenform hat einfach nur ein riesiges Hinterteil gezaubert.

Morgen soll es ja mal wieder Sommer werden. Vielleicht ziehe ich es an, um dann auch gleich hoffentlich einen passenden Gürtel zu bekommen.

@Ziegelrot: Ich fürchte, zum nächsten Treffen werde ich nicht kommen können. Mal sehen, wann das übernächste sein wird und dann das Wetter ist. Ich kann das Kleid aber mitnehmen (falls ich dran denke) und euch vorführen. Außerdem ist ja mein "Lebenswerk" in Form der euch bekannten bestickten Walkjacke auch schon länger fertig und ihr könnt es dann mal angezogen bewundern.

Schönen Abend wünscht euch
Babsi
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