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Quälgeist 08.04.2017 05:45

Erfahrungsbericht und Praxistest Coverstitch Juki MCS-1500
 
Mit diesem Erfahrungsbericht und Praxistest möchte ich Euch die

Juki Coverstitch MCS-1500

vorstellen.



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<img src="http://pictures.hobbyschneiderin24.net/images/redaktion/quaelgeist/juki/juki1.jpg" width="370" height="550" alt="Juki MCS-1500" />
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Es kommt immer wieder die Frage nach den Covermaschine im Forum auf, welche denn die beste ist oder welchen Nutzen sie haben. DIE beste Maschine gibt es für mich nicht, aber es gibt kleine feine Unterschiede.
Der Nutzen einer Covermaschine? Eine andere Art Säume an Kleidung zu machen oder mit dem Kettstich teile zusammenzunähen oder als Zierstich zu verwenden.
Aber für mich ist die Covermaschine immer eine Zusatzmaschine.


Da ich covern nicht schwierig finde und mit meiner eigenen zufrieden bin, hat mich das etwas andere Fadenspannungssystem der Juki MCS-1500 interssiert.
Ausserdem wollte ich herausfinden, was an der Diskussion mit dem kleinen Durchlass dran ist.



Die Maschine kam direkt von Juki zu mir und ich habe sie aus der Transportkiste genommen und erste inmal zusammengebaut. Der Fadenbaum mußte angebracht werden. Ebenso die "2.Reihe" für die Konen.
Das ist allerdings schnell gemacht und einfach. Das Zubehör entspricht, meiner Meinung nach, einem Standard. Also Nähpedal, kleines Werkzeugset, Ersatznadeln, Haube, Garnnetze, Bedienungsanleitung.
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Da stand sie nun vor mir und sie kam mir so winzig vor, gegenüber meiner Covermaschine. Wer wenig Platz hat, wird sich über die Juki ganz sicher freuen.
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Und weil die Maschine gerade so friedlich beisammen standen, kam mir die immer wiederkehrende Frage nach dem Licht an den Maschinen in den Sinn und ich habe beide Maschinen angeschaltet und mir das Licht betrachtet:
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Auch wenn ich meine mit einer hellen Birne nachgerüstet habe, habe ich von der Juki erwartet, daß sie das von haus aus mitbringt. Denn sie ist doch ein gutest Stück teurer wie meine eigene. Hier wurde ich leider ein klein wenig enttäuscht.
Aber das war ja nicht der Grund, warum ich die Maschine ausprobieren wollte.


Mein Augenmerk galt dem Einfädelsystem. Bisher habe ich mich davor gescheut, Maschinen, die von vorne so aussehen, zu nutzen. In meinem Kopf hat mit dem Nachvollziehen des Einfädelns nicht funktioniert.

Bei meiner liegen die Fadenwege parallel beieinander und werden über Spannungshaken unterhalb der Spannungsräder zu den Nadeln geführt.
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Das ist zunächst mal kein Problem. Wenn man jedoch wie ich, die Maschinen nicht immer auf dem Tisch stehen hat und sie, weil gerade an keiner anderen Stelle Platz ist, auf den Boden stellt, dann kann es passieren, daß man mit dem Fuß an die kleinen Spannungshaken stößt.
Das mag bei einem leichten Stupser nicht allzu schlimm sein, aber irgendwann passiert das, was bei einem festeren Zusammenstoß mit Fuß und Spannungshaken sofort passiert: der Haken löst sich und liegt nicht mehr fest an seiner Position.
Das bedeutet, er wackelt herum, kann nicht in Position gedrückt werden und damit geht die benötigte Fadenspannung flöten.
Woher ich das weiß? Mir ist es leider mehr wie einmal passiert und so gerne ich meinen Nähmaschinenschrauber mag und ihm seinen Lohn gönne, aber irgendwann ist es einfach zu viel.

Dann habe ich mir die Juki Coverstitch MCS-1500 auf der Homepage von Juki angesehen und überlegt, daß das mit deren Einfädelsystem nicht passieren dürfte.
Dort werden die Fäden über die Fadenspannung geführt, die wie Drehknöpfe mit "Angelhaken" aussehen.
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Ich war erstaunt, wie einfach das Einfädeln der 3 Oberfäden ging. Damit war ich ruck-zuck fertig.
Da es ja gut lief, habe ich mir anschließend den Untergreiferfaden vorgenommen und da stieß ich auf eine Herausforderung. Mir erschloß sie nicht auf anhieb, wie der Faden geführt wird. Zunächst lief er hinter Maschine entlang und dann in das aufgeklappte Seitenteil. Dann war ich ratlos und habe herumprobiert. Mit wenig Erfolg. Die Naht, die ich produzierte war nicht wirklich eine Naht.
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Also habe ich das Handbuch genommen und an der Stelle aufgeschlagen, die sich mit dem Einfädeln des Untergreifers beschäftigt. Leider bin ich auch daraus nicht so richtig schlau geworden und habe dann eher auf gut Glück herumprobiert. Irgendwie habe ich es dann geschafft tolle Nähte zu produzieren.
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Nach dem ich mich nicht mehr auf das Einfädeln konzentrieren mußte und die ersten Nähte gemacht hatte, stellte ich fest, daß das Nähgeräusch der Juki sehr angenehm ist. Sie surrt angenehm geschmeidig. Anders kann ich es nicht ausdrücken.
Ich bin also auf dem Weg mich mit der Maschine anzufreunden und ausreichend Testmaterial in Form von zugeschnittenen Jerseyteilen lagen bereit.
Die 3-Faden-Covernaht läuft super. Doch auch diese Maschine möchte eine entsprechende Vorbereitung vor der Naht: also die Nahtzugaben gut bügeln, dann hat es der Maschinennutzer leichter.
Auch die schmale 2-Faden-Covernaht macht sich gut, wenn man immer auf 2 Lagen Stoff näht. Das ist wichtig zu beachten. Näht man versehentlich einlagig, dann wird die Naht unregelmäßig und es können Fehlstiche entstehen.
Das habe ich selber, wenn auch ungewollt, ausprobiert.
So sieht dann die schmale 2-Faden-Covernaht aus, wenn man alles richtig macht:
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Was sich mir ebenfalls am Anfang im Umgang mit der Maschine nicht erschlossen hat, ich aber inzwischen sehr schätze, ist der Nähfuß, der nicht starr ist, sondern link und rechts eine bewegliche Kufe hat.
Erst haben sich immer meine Fäden darin verheddert. Das passiert mir immer noch, aber lange nicht mehr so häufig wie in der Anfangszeit.
Doch irgendwann habe ich verstanden, warum der Fuß so ist wie er ist und ich finde, er macht damit das Covern durchaus einfacher.
Der Fuß hat einen Höhenausgleich links und rechts. Daher sind die beiden Kufen beweglich.
Das fiel mir bei dickeren Stellen auf bzw. als ich bei einer 3-Faden-Covernaht nicht ganz exakt auf dem Saum genäht hatte.
Es gab keine Fehlstiche, die Maschine lief ruhig weiter. Ich hoffe, Ihr könnte es auf dem Bild erkennen.
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Die Naht sah fertig dann so aus:
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Es gab keine Fehlstiche und die Naht sieht einheitlich aus. Ich war sehr zufrieden damit.

Was man jedoch auf dem Bild darüber auch sehen kann, ist der schmale Durchlass. Der Durchlass trübt meine Freude an der Maschine etwas und hier habe ich verstanden, warum einige das bei Kaufempfehlungen immer wieder deutlich hervorheben.
Ich hatte auf dem Bild nur einen dünnen Jersey unter den Nadeln, aber es wurde doch recht pfriemelig. Da ich gerade über eine Softshell Jacke mit Covernähten nachdenke, bin ich mir sicher, daß ich das feste, sperrige Material nicht so einfach durch den Durchlass bekomme.
Auf der anderen Seite ist ein weiterer Pluspunkt der Maschine, daß der Hub des Nähfußes recht hoch ist. Darunter passt auch deutlich dickeres Material wie mein dünner Jersey.
Sobald ich wirklich dickes Material darunter habe, werde ich Euch ein entsprechendes Bild zur Verfügung stellen.



Und damit sind wir dann bei den Fehlstichen, die, davon bin ich überzeugt, bei jeder Maschine entstehen können.
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Warum ich nach dem Einsetzen der 3. Nadel diese Fehlstiche produziert habe, habe ich nicht herausbekommen.
Lag es daran, daß alle Nadeln nicht richtig eingesetzt waren? Oder ob ich vielleicht beim Beenden der Covernaht die Nadeln kaputtgemacht habe, ich beende meine Covernähte nach Ullas Methode, konnte ich nicht herausfinden.
Am Ende habe ich 3 neue Nadeln eingesetzt und danach bekam ich wieder die Covernähte, die ich erwartet habe.


Mein Fazit nach dem Test der Juki Coverstitch MSC-1500 fällt positiv aus. Sie hat mir bisher viel Freude bereitet.
Ich war überrascht, wie einfach covern sein kann, wie wenig Fehlstiche genäht werden können und wie leise sie ist.
Den beweglichen Fuß empfinde ich als Bereicherung und möchte ihn nicht missen, nachdem ich seine Vorzüge kennen und schätzen gelernt habe.
Wenn es Probleme gab, dann lag es in erster Linie an mir und nicht an der Maschine.
Würde mich heute jemand fragen, ob ich eine Cover für Anfänger empfehlen kann, dann würde ich diese kleine, sauber verarbeitete Juki nennen.

Zwischendurch mußte ich mir die Frage stellen, ob ich meine bisherige gegen die Juki eintauschen würde. Ganz ehrlich, ich habe keine Antwort darauf gefunden und aus dem Grund habe ich jetzt 2 Covermaschinen.

Doch es gibt auch einen Kritikpunkt von mir. Der mitgelieferte Sechskantschraubendrehe ist von schlechter Qualität. Ich hatte ihn nach nur 3-4 Nadelwechseln rund gedreht. Das kann es in meinen Augen nicht sein.
Dafür ist die Maschine als solches zu wertig verarbeitet, daß man ein so billiges Werkzeug dazu legt. Ich habe mir im Baumarkt einen neuen, wertigeren Sechskantschraubendreher gekauft.

Da ich eigentlich immer mit dem Nähfuß nähe, der an der Maschine ist, fiel mir erst im Zuge der Vorstellung zu der Maschine auf, daß es kein Zubehör dafür gibt.
Das kann man bemängeln, finde ich aber nicht wirklich tragisch.


</p><div style="border: 1px solid; float: center; padding: 10px">Die Bildrechte liegen bei mir, Ina Lusky. </div>

bricabä 08.04.2017 10:35

AW: Erfahrungsbericht und Praxistest Coverstitch Juki MCS-1500
 
Danke für deinen Bericht.
LG

Querkopf 09.04.2017 13:29

AW: Erfahrungsbericht und Praxistest Coverstitch Juki MCS-1500
 
Prima, auf so einen Bericht habe ich schon gewartet! Mir kam eben der Gedanke, ob ein Fuß, der beweglich konstruiert ist, andere Maschinen in punkto Fehlstiche auch verbessern würde. So einen Sonderfuß würde ich mir dann glatt kaufen. Am besten als beweglichen Klarsichtfuß :) Mir gefällt auch die platzsparende Größe der Maschine.

Susanne

Quälgeist 09.04.2017 16:14

AW: Erfahrungsbericht und Praxistest Coverstitch Juki MCS-1500
 
Das der Juki Fuß nicht an die Elna passt, kann ich Dir Deinen Gedankengang nicht beantworten:)

jadyn 09.04.2017 16:29

AW: Erfahrungsbericht und Praxistest Coverstitch Juki MCS-1500
 
Ich glaube, der Coverfuß von meiner Bernina ist auch so...nur das verhindert in keinster Weise Fehlstiche..
Das seitliche Einfädeln des Greifers sieht auch aus wie bei meiner Bernina Kombi...das hat mich damals einige Nerven gekostet....


Danke für die Vorstellung der Maschine, die kleinen Maße sind ja für mich ein großer Pluspunkt..


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